Predigt: Ich seh die Welt von oben … mit den Augen Gottes (Johannes 8) zur Kirchweih, mit dem Lied „Astronaut“ von SIDO/Bourani

Zur Kirchweih geht es um einen Perspektivwechsel: Die Welt mit den Augen Gottes sehen. Dabei kommt das Lied „Astronaut“ zusammen mit unserem Astronauten Alexander Geerst genauso ins Blickfeld, wie die Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin. In diesem Jahr gabs ein Special zur Kirchweih: Die Ortsburschen sangen den Refrain von „Astronaut“ und banden jedem Gottesdienstbesucher ein Kirchweih-Bändchen ans Handgelenk.

Ich heb‘ ab
Nichts hält mich am Boden
Alles blass und grau
Bin zu lange nicht geflogen
Wie ein Astronaut
Ich seh die Welt von oben ….

Neue Perspektiven, neue Erkenntnisse

Liebe Gemeinde,
„ich seh die Welt von oben, wie ein Astronaut” – von da oben sieht wirklich alles anders aus. Viele Kleinigkeiten, über die wir uns täglich aufregen, verschwinden im Grau – aber Anderes sieht man umso besser. ich will weiterlesen

Predigt: Mit Gott über die Leberkässemmel und das dritte Bier diskutieren (1. Tim 4, 4-5) Erntedank 2018

Die Zeilen aus 1. Tim 4, 4-5 stellen unsere Überlegungen über „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel in Frage: Alles ist gut, wenn es mit Danksagung empfangen wird. Es nur die Frage, ob sich die Dankbarkeit auch im Umgang mit den Gaben wiederspiegelt. So entsteht am Ende der Predigt eine Diskussion über meine Leberkässemmel und ein drittes Bier.

 

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.
1. Tim 4,4-5

Liebe Gemeinde,

ich habe hier mal einige Erntedankgaben in meinem Korb auf die Kanzel heraufgeholt. Mal sehen, ob das denn auch was Gescheites ist:
Ein Apfel. Ein Klassiker – gerade für Erntedank – der ist gesund, fruchtig, wächst direkt am Baum. Und trotz aller Trockenheit in diesem Jahr wachsen die Äpfel ohne Ende.
Eine Kartoffel. Klar, da bin ich im Gedanken auch gleich bei den Landwirten, bei deren Sorgen und Herausforderungen. Im Gegensatz zu den Äpfeln waren die Kartoffeln ja eine kritschere Pflanze.
Ach… hier, der Lauch. Schön Grün, Vitamine, da freut sich die Ernährungsberaterin – und die Menschen, die diesen Lauch nächste Woche in eine schöne Suppe schnippeln.
Ui: Nutella! Nunja, ok, das ist ja auch irgendwie ein Teil der Schöpfung: Die Haselnüsse und der Kakao, aus dem diese süße, leckere Creme gemacht ist. Aber: Es ist halt vielleicht nicht ganz so gesund, wie der Apfel – ich denke, so manche Eltern kennen die Diskussion.
Wow: Ein guter Tropfen Wein … 10% Alkohol … ich weiß nicht so recht … passt das in die Kirche?
Überhaupt: Wie wäre es mit härteren Sachen? Schnaps, eine Hanfpflanze oder fettriefende Pommes?

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Lieder-Predigt: Lieder, die Kreise ziehen (Zum Jubiläum des Singvereins) 30. September 2018

In dieser Predigt werden vier Lieder (die während der Gottesdienstes gesungen werden) nacheinander betrachtet. Tipp: Jeder neue Abschnitt wird von der Orgel mit einer kurzen Paraphrase der Liedmelodie eingeleitet. Folgende Lieder werden aufgenommen:
EG 325 Sollt ich meinem Gott nicht singen (Paul Gerhardt, 1652)
EG 243 Lob Gott getrost mit Singen (Böhmische Brüder, 1545)
EG 398 In dir ist Freude ( Melodie: Giovanni Giacomo Gastoldi 1591)
BT 645 Ins Wasser fällt ein Stein (Manfred Siebald, 1973)

Sollt ich meinem Gott nicht singen?
Sollt ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh in allen Dingen,
wie so gut er’s mit mir mein‘.

Ein Loblied in besten Sinne haben wir eben vom Chor Ad libitum gehört. Aus jedem Vers krabbelt die Erkenntnis: „Gott meint es gut mit mir”. Ganze 10 Verse lang ist das Lied eigentlich. Alle Verse nacheinander zu singen, das wäre nicht nur ganz schön lang – sondern auch anstrengend … denn die Gedanken, die Paul Gerhardt in diesem Lied entwickelt, sind viel tiefer, als man es von einem Loblied erwarten würde. Den Paul Gerhard verknüpft in diesen Versen sein eigenes Leben, sein eigenes Dasein – das ja von vielen tragischen Ereignissen durchzogen war – mit der Sicht, dass Gott es gut mit ihm meint.
Er macht sich daran, in dem, was ihm an Schlimmen widerfährt, doch Aspekte des Guten zu entdecken. Manchmal in einer Sprache, die uns nach über 300 Jahren schon recht fremd wirkt – aber in Kern ist es lohnenswert, mit ihm hie und da nach dem Guten in all dem Schweren zu suchen. ich will weiterlesen

Symbolpredigt: Christsein als Gießkanne des lebendigen Wassers (Johannes 4, 5-15) 22. Juli 2018

Die Gießkanne als Symbol des Christseins – wir erhalten Wasser des Lebens und geben es weiter. Als Angelpunkt dient das Gespräch Gesu mit der Frau am Jakobsbrunnen.

Liebe Gemeinde,
eine Gießkanne – was soll denn die in der Kirche? Gab es die eigentlich schon in der Bibel?
Nunja – von Gießkannen ist nirgends die Rede, zumindest nicht aus Plastik. Aber dass die Menschen zum Brunnen, zur Zisterne oder zur Wassertonne gelaufen sind, um Wasser für sich, für ihre Tiere und Pflanzen zu holen, davon ist immer wieder die Rede.

Zum Beispiel in der Begebenheit, von der das Johannesevangelium schreibt:

Da kam Jesus in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte.
6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. –
10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.
11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser?
12 Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh.
13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;
14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!
(Joh 4, 5-15)

Liebe Gemeinde,
da reden die beiden über das Wasser im Brunnen, und eh man sich versieht entsteht ein Gespräch über die Bedeutung von Wasser und darüber, dass für Jesus Wasser auch ein Symbol für viel mehr ist: ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im Juli 2018

Parkplatzrüpel?

Guten Morgen
Da hab ich doch glatt auf dem kleinen Parkplatz die vorletzte freie Lücke ergattert. Super! Als ich aus den Auto steige, reißt mich ein lautes Hupen aus meinen Gedanken: Da hat doch bei Hereinfahren auf den Parkplatz so ein fetter schwarzer Tesla einem kleinen Opel die Vorfahrt genommen. Und das bei nur noch einem einzigen freien Platz – das gibt böses Blut….
Der Luxus-Elektro-Schlitten gleitet geräuschlos an mir vorbei und bleibt zwischen den andern Autos stehen, der kleine Opel direkt hinter ihm. Eine Türe geht auf, der Tesla-Fahrer steigt aus und geht zum offenen Fenster am Opel – au weiha …
Und dann höre ich ihn: “Entschuldigung, das tut mir leid, ich habe Sie übersehen. Bitte fahren sie hier rein – das ist ihr Parkplatz. Das war nicht böse gemeint”.
So kann es gehen – da musste ich doch meine ganzen Vorurteile über die Fahrer von dicken Autos wieder einpacken. Durfte erleben, dass es doch gegenseitigen Respekt und Rücksicht gibt. Den ganzen Tag über hat mich diese Szene begleitet – das wünsche ich mir öfter – solche Momente, die wie wunderschöne Blumen der Nächstenliebe unser Leben einfach besser machen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen