Radioandachten auf Charivari 96,6 im Mai 2018

 

Die Hummel

Wenn es im Garten fröhlich blüht, dann ziehen so langsam auch die Hummeln ihre Kreise. Natürlich mit der Betonung auf „langsam“. Fast schon behäbig fliegt die Hummel die Tomatenpflanzen an. Sie hat die Ruhe weg – diese schwebende braungelbe Pelz-Kugel.
Einige Leute behaupten: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die fette Hummel mit ihren Stummelflügeln gar nicht fliegen kann – nur hat ihr das niemand gesagt – und darum fliegt sie weiter.
Ich glaube, es würde vielen Menschen gut tun – wenn sie einen auf „Hummel“ machen. Sich nicht beeindrucken zu lassen von denen die sagen: “Das kannst du nicht, das schafft du nicht, das geht bestimmt schief.”
Einfach mit den kleinen Stummelflügeln meiner begrenzten Möglichkeiten flattern … und schauen, ob ich doch schaffe, was mir keiner zugetraut hat.
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ hat Jesus gesagt. Und der hat dabei nicht die Hummeln gemeint – sondern uns Menschen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im April 2018 auf Charivari 98,6

Blaulicht

Guten Morgen
Alle paar Tage liest man davon, dass es wieder Ärger gab, weil einer auf der Autobahn die Rettungsgasse blockiert hat oder Sanitäter bei ihrer Arbeit behindert wurden. Anscheinend lernen es manche Leute irgendwie nie.
Vielleicht, weil sich manche Zyniker einfach nicht in die Lage des Verunglückten versetzen können.
Über lange Zeit hat Blaulicht und Sirenengeheul bei mir vor allem Neugierde geweckt. Aber ein Bild von dem, was das vielleicht gerade passiert ist, wollte ich – oder konnte ich – mir nicht wirklich machen.
Bis der Tag kam, an dem der Rettungswagen zu uns unterwegs war. Weil unsere Tochter regungslos auf den Armen der Mama lag. Kaum mehr atmete.
Ich vergesse nie, wie das war, als nach endlosen Minuten mit Warten und Beten endlich das Auto mit Tatütata vor unserem Haus ankam – Rettung war da, und alles wurde wieder gut.
Seitdem lässt mich kein Blaulicht kalt. Und ich bin dankbar für die Leute, die da unterwegs sind. Und ich werde ganz schnell Platz machen, damit sie schnell zu denen kommen können, die auf sie warten.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im März 2018

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Chameleon Mask

“Chameleon mask” so heißt eine Technologie, die ein japanisches Unternehmen gerade entwickelt. Das ist so verrückt, dass man es kaum glauben kann. Der Gedanke: Ich lasse mich für Besprechungen, zu denen ich nicht extra anreisen will, von jemanden vertreten, der vor seiner Nase einen Bildschirm hat, auf dem mein Gesicht zu sehen ist. Ich bin daheim am Computer, und erst wenn es ernst wird, und die Verhandlungen beginnen, schalte ich mich dazu, dann hört mein Partner meine Stimme und sieht mein Gesicht. So ähnlich wie eine Video-Konferenz, nur dass da eben jemand echtes sitzt – mit meinem Gesicht vor dem Gesicht. Sozusagen ein Bildschirm mit Beinen.
Verrückt oder? Wie soll ich mit jemandem reden, der sich nicht die Zeit nimmt, persönlich vorbeizuschauen? Der meint mir reicht ein Bildschirm! Er will ernst genommen werden, aber nimmt er mich wirklich ernst.
Und das ist nicht allein eine Frage des Bildschirms – sondern der inneren Haltung: Wenn ich mit jemanden spreche, will ich, dass er ganz da ist, genau hinhört – genauso wie ich das dann auch ganz da bin, nicht nebenher auf dem Handy spiele – oder im Gedanken schon beim nächsten Termin.
So manches Missverständnis gäbe es wohl nicht – wenn wir bei miteinander Reden auch wirklich zuhören würden.
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Radioandachten im Februar 2018 auf Charivari 98,6 – Andachtenreihe zum Thema Batterie

Der Duracell-Hase

Guten Morgen,
Kennen Sie den Duracell-Hasen? Den aus der Batterie-Werbung, anno dunnemal? So ein rosa Hase, der unermüdlich mit seinen Pfoten auf eine kleine Trommel haut. Ohne Ende – weil ja seine wunderbaren Batterien so viel leistungsfähiger sind, als die der Konkurrenz.
Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich mich wie dieser rosa Trommel-Hase fühle. Tapfer und ohne Anzeichen von Ermüdung rackere ich im Beruf, erfülle meine Aufgaben in der Familie, und stehe auch noch ehrenamtlich hie und da fleißig auf der Matte. Und wo andere schon mal langsamer machen oder auch mal Aussetzen, da denke ich: Das kriege ich auch noch hin.
Und so wird fleißig weitergetrommelt. So, als wüsste ich nicht, dass auch der beste Trommelhase irgendwann die Pfoten hängen lässt. Weil keine Batterie endlos hält. – Aber die Werbung hat mir das eben nicht gezeigt!
Die Bibel ist da gar kein schlechtes Handbuch für das Handling unserer inneren Energien. Denn sie erinnert mich immer wieder daran:
Du bist kein ewig trommelnder Duracell-Hase.
Du hast Grenzen – du kannst nicht immer alles schaffen.
Und vielleicht solltest du mal schauen, ob du überhaupt auf der richtigen Party trommelst. Denn wenn du schon weist, dass deine Energie begrenzt ist, solltest du dir gut überlegen, wofür du deine Energie investierst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,5 im Januar 2018

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Schleichende Veränderungen

Guten Morgen,
Angefangen hat es damit, dass ich mir einen neuen Bildschirm für den Computer gekauft habe – weil ich ich fand, dass die Buchstaben immer verwaschener wurden. Aber auch beim neuen habe ich irgendwann die Zeichengröße der Buchstaben nach oben verändert: Von 11 Punkten zu 12, dann 13 …
Irgendwann musste ich eingestehen: Ich brauche eine Brille, weil allmählich meine Augen schwächer wurden. Ich habe es nur lange nicht gemerkt, weil das eben so ein schleichender Prozess war.
Das ist das Gemeine an solchen allmählichen Veränderungen: Man merkt es kaum, und doch wird mit der Zeit alles anders.
Bei den Augen habe ich es immerhin irgendwann bemerkt, und konnte Abhilfe schaffen. Aber ich überlege, ob es nicht auch in anderen Bereichen meinens Lebens solche schleichenden Prozesse gibt.
Werde ich von Jahr zu Jahr abgebrühter, wenn es um die Ungerechtigkeit auf dieser Welt geht? Kann es sein, dass ich immer selbstzufriedener und selbstgerechter werde, ohne dass ich das wirklich spüre?
Bei meiner Brille hat mir meine Frau gesagt: Hey, geh doch mal zum Optiker, das timmt was mit deinen Augen nicht! Ich hoffe, sie, oder ein guter Freund sind es auch, die mich bei den anderen schleichenden Prozessen warnen, bevor ich irgendwann zum kaltblütigen Kerl oder zum selbgerechten Idioten werde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,5 zum Jahresende 2017

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Montag: Stillstand

Guten Morgen
Wir haben den ersten Weihnachtsfeiertag. Obwohl Montag ist, haben alle Läden zu, und auch morgen bleiben die Parkplätze vorm Einkaufszentrum leer. Hach, das liebe ich so an Weihnachten: Dass für ein paar Tage das Einkaufs-Leben stillgelegt ist.
Man kann nicht schnell mal zum Supermarkt gehen, um eine Kleinigkeit zu besorgen.
Selbst wenn ich im Online-Shop bestelle, weiß ich: Bei denen passiert auch nix: Frühestens am Donnerstag wäre mein Paket da.
Stillstand: Eben „Stille Nacht“ und „stiller Tag“.
Mal eine Pause, die ihren Namen verdient.
Die Konsumwelt ist zum Nichtstun verdonnert.
Endlich ist mal Zeit um den Baum zu bewundern, zum Lesen, zum Spielen, zum Besuche machen, einen Blick auf das Kind in der Krippe werfen .
In aller Ruhe. Ohne Stress. Kein „ich muss noch schnell mal…“
Genießen Sie die beiden Feiertage – an denen endlich mal nicht die Kassen, sondern die Glocken klingeln. ich will weiterlesen

Andachten in der Woche vor dem 1. Advent auf Charivari 98,6

Montag: … und unsern bösen Nachbarn auch

Guten Morgen,
es passiert ja immer wieder mal, dass man Liedtexte falsch in Erinnerung hat, und im dümmsten Fall dann auch verkehrt mitsingt.
So ging es mir als Jugendlichen mit dem alten Kirchenlied „der Mond ist aufgegangen“. Da heißt es – so dachte ich – ganz am Ende: „Verschon uns Gott vor Strafen und lass uns ruhig schlafen, und unsern bösen Nachbarn auch“. Das fand ich beeindruckend: Auch dem bösen, vielleicht recht streitsüchtigen Nachbarn trotz Allem eine gute Nacht wünschen. Denn wahrscheinlich ist er genau wie ich ein Mensch, der halt so seine charakterlichen Schwächen hat – aber den Gott dennoch lieb hat.
Ja… und dann habe ich irgendwann gemerkt, dass der Schluss des Liedes in Wirklichkeit ganz anders geht: „und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbarn auch“. OK, das ist auch ein schöner Wunsch. Und ich singe natürlich auch diesen „richtigen“ Text. Aber jedes Mal erinnere ich mich dann doch an meinen Fehler von damals, und denke: Ja, auch dem bösen Nachbarn, dem Mitmenschen, der mir immer wieder auf die Nerven geht, dem wünsche dennoch eine gute Nacht, und einen guten Tag. ich will weiterlesen

Radioandachten in der Reformationsjubiläumswoche Oktober/November 2017 auf Charivari 98,6

Mal etwas Neues: Diesmal sind die Radioandachten mit einem Musikbett vom Scott Holmes versehen. Außerdem: Die Andachten gibts als PODCAST auch unter www.radioandachtenwelt.de und natürlich im iTunes-Store.

Bücher versperren den Weg

Guten Morgen,
in der Nähe von Venedig habe ich im Sommer die alte Festung „Forte Treporti“ besucht. Sie war einst gebaut worden, um Angreifer der Lagune von Venedig vom Osten her zu beschießen.
Sie steht noch immer, inzwischen als Denkmal. Das Besondere: Das alte Zentralgebäude kann man nicht betreten. Alle Türen und Fenster sind sorgfältig mit Büchern zugeschlichtet. Wie große Regale wirken diese ehemaligen Zugänge.
Bücher, die den Weg in die kriegerische Zentrale versperren. Auch Bibeln sind dabei. Ein wunderbares Bild.
Bücher als Bollwerk gegen militärische Gewalt.
Bibeln, die Widerstand leisten gegen blindes Vergelten.
Gedichte, die Menschen auf dem Weg an die Waffe umkehren lassen.
Vielleicht sollten wir öfter gute Worte lesen, gerne auch welche aus der Bibel. Und dadurch spüren, welche Wege gut sind, und bei welchen genau diese Worte mir sagen, es ist besser, wieder umzukehren.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im Oktober 2017 auf Charivari 98,6

Montag: Was ist der Mensch wert?
Guten Morgen,
bei dem Champions-League-Spiel vergangene Woche war mal wieder die Rede von der irrsinnigen Summe von 222 Millionen Euro, die dafür gezahlt wurde, dass der Fußballer Neymar in Zukunft für den Verein Paris St. Germain die Tore schießt.
Mir hat da jemand gesagt: Ein Mensch ist niemals 220 Millionen Euro wert, eigentlich nicht mal 10 Millionen. Und in seiner Stimme könnte ich hören, wie ihn diese Form von Menschen-Handel anwiderte.
Aber wie viel ist denn ein Mensch wert? Wo sollen wir da anfangen zu rechnen?
Wieviel bringt seine Arbeitskraft ein?
Wie groß ist sein Wert als Werbeikone?
Wieviel Euro wären wir bereit als Lösegeld zu zahlen?
Was dürfte ein lebensrettendes Medikament kosten, damit es sich rentiert?
Und was zahlt die Versicherung den Angehörigen, wenn der Mensch bei einem Unfall ums Leben kommt?
Da merke ich, wie unsinnig und auch unwürdig es ist, ein Menschenleben in Euro bewerten zu wollen. Jeder Mensch – jedes Leben –ist ein Geschenk Gottes. Etwas, bei dem es wunderbar ist, wenn es da ist – und bei dem kein Geld der Welt über den Verlust hinwegtrösten kann.
Ja, jedes Leben ist ein unbezahlbarer Schatz – also passen sie auch gut darauf auf. Auch wenn sie kein Fußballstar sind. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im Juli 2017

Powerbank

Guten Morgen
Haben sie auch so eine Powerbank, um unterwegs das Smartphone aufzuladen? Oder sollte ich lieber fragen, wie viele Powerbanks sie besitzen?
Eine in der Handtasche, eine neben dem Schlüsselbrett, eine im Handschuhfach des Autos. So sind die handlichen Enegiespender überall in der Nähe, falls einem mal der Saft ausgeht.
Als ich so 11 Jahre alt war, habe ich immer so eine kleine Gideonbibel in der Hosentasche gehabt. Überall ging die mit. In die Schule und beim Herumstromern im Wald. Das war für mich irgendwie auch so eine Art Powerbank: Für alle Fälle habe ich die kleine Bibel dabei – und damit ja auch irgendwie Gott – da muss ich keine Angst haben.
Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass das auch ohne Bibel in der Hosentasche geht. Weil Gott auch so immer da ist. Ich muss es mir bloß immer wieder selbst bewusst machen: Gott ist bei mir. Gerade in den Momenten, in denen ich mich schwach und machtlos fühle, ist er meine Powerbank – meine persönliche Kraftquelle.
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