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Predigt: Verkündigt es von den Dächern (Matthäus 10, 26-33) 5. November 2017

Am Sonntag nach dem Reformationsjubiläum wird bei uns im Gottesdienst der Reformationstag sozusagen nachgefeiert. Im Predigttext geht es um die Aussendung der Jünger  – und da passt Luther ja ganz gut dazu.

Luther in Worms

Liebe Gemeinde,
nun ist es vorbei, das groß gefeierte Reformationsjubiläum. 500 Jahre Thesenanschlag. Auch im Fernsehen ging es da ja hoch her mit Luther-Filmen, Dokumentationen und Musicals.
Da ist mir etwas aufgefallen: Oft war nicht der Thesenanschlag der zentrale Moment, sondern 4 Jahre später der Reichstag in Worms. Da musste Luther vor dem Kaiser, den Fürsten, und den Vertretern des Papstes antreten und Stellung zu seinen Schriften – unter ihnen auch die 95 Thesen – nehmen. Man verlangte, dass er sie widerrufen solle und somit alles, wofür er stand, als ein bedauerliches Missverständnis ansehen solle. Oder er würde seiner Position treu bleiben – dann würde man ihm zum Ketzer, zum Irrlehrer, erklären was einem Todesurteil gleich käme. Schon 100 Jahre vor ihm hatte man Jan Huss wegen ähnlicher Thesen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Luther stand damals buchstäblich vor einer Lebens-Entscheidung. Und damit steht er in einer langen Reihe von Christen, die ihre Glaubensüberzeugung offen gesagt haben, und dafür auch das eigene Leben in Gefahr gebracht haben.
Schon die ersten Jahrzehnte des Christentums sind geprägt von Verfolgungen. In der Zeit der Apostel und Evangelisten, weiß man nie im Voraus, wie die Predigt von Jesus Christus aufgenommen wird. Mal geht es gut, so dass Menschen glauben und sich taufen lassen. Aber es kann auch richtig brenzlig und lebensgefährlich werden. ich will weiterlesen

Predigt zum Reformationsfest: Rechtfertigung statt Selbstoptimierung (Römer 3, 21-28) 1. Nov 2015

498 Photographee.eu - Fotolia.comJahre nach dem Thesenanschlag ist die Angst vor der Hölle der Angst vor dem Urteil der anderen Menschen gewichen. „Bin ich in Ordnung, bin ich gut genug?“ Mit dieser Frage geht es auf Röm 3, 21-28 zu.

 

Predigttext  Römer 8, 21-28 (Übersetzung: Hoffnung für alle)
21 Jetzt aber hat Gott uns gezeigt, wie wir vor ihm bestehen können, nämlich unabhängig vom Gesetz. Dies ist sogar schon im Gesetz und bei den Propheten bezeugt.
22 Gott spricht jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Denn darin sind die Menschen gleich:
23 Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte.
24 Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im November 2013

Die Themen:
Montag: Die besten Beerdigungen der Welt
Dienstag: Goldfisch zum Geburtstag
Mittwoch: Hocker für den Herrn
Donnerstag: Reformationstag
Freitag: Schwer zu sagen?
Samstag: Meineid – dein Eid?

Montag: Die besten Beerdigungen der Welt

Guten Morgen,
„Die besten Beerdigungen der Welt”, so heißt ein Kinderbuch, das es inzwischen auch als Film gibt. Drei Geschwister im Grundschulalter finden eine tote Hummel und entschließen sich, sie ordentlich zu beerdigen. Und über ihr Ergebnis sind sie so zufrieden, dann sie dann ein Beerdigungsinstitut gründen, Überfahrene Tiere, ein toter Hamster und der Hering aus Mamas Kühlschrank werden formvollendet zu Grabe tragen. Das ganze mit viel Gefühl, liebevoll bemalten Grabsteinen und selbstverfassten Gedichten.
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Predigt: Durch die Jahrhunderte: Sünder und Gerechtfertigte (Römer 3,23 f) 31. Oktober 2010

In diesem Jahr fallen Reformationstag und Gollhöfer Kirchweih zusammen. So gehts zur Kirchweih um eine biblische Kernstelle reformatorischer Theologie.

Szene 1494 – Angst und Ablass

Sommer 1494, erst vor wenigen Monaten war die neue Gollhöfer Kirche eingeweiht worden. Über einige Jahre hinweg hatte man daran gebaut, alle haben mitgeholfen. Besser gesagt: hatben mithelfen müssen, denn die strenge Obrigkeit, der Erbschenk aus Einersheim achtete darauf, dass jeder seine Pflicht an Frondiensten ableistete. Sonntags sitzen sie dicht gedrängt auf den rohen Holzbänken. Es ist kalt, vorn im weiten Altarraum steht ein einfacher Tisch mit einem Kreuz. Für mehr hatten die Spenden und Gaben der Gläubigen und des Fürsten nicht gereicht.
Ehrfürchtig folgen sie dem Gottesdienst, auf Latein wird er gehalten. Die meisten verstehen kein Wort, und doch vertrauen sie: Das, was da geschieht, soll sie retten vor dem Zorn Gottes, der mit scharfen Augen jede Schandtat, jede böse Begierde, jeden ungehörigen Gedanken erkennt und bestraft. Hier in der Kirche gibt es Hoffnung, dass Gott nicht ganz so unnachsichtig die Sünden bestraft, dass das Fegefeuer nicht ganz so lange dauern wird, wie es der Priester ihnen androht. Dass man vielleicht doch in den Himmel eingelassen wird. ich will weiterlesen

Predigt zum Reformationstag: Gott sagt: „Passt scho´“ (Römer 3, 21-28), 31. Oktober 2004

Römer 3, 21-28 (Übersetzung: Hoffnung für alle)
Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: 22   Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, 23   denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes 24   und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. 25  Ihn hat Gott dargestellt zu einem Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; 26   zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, daß er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
27   Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28   Denn wir urteilen, daß ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.
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Predigt: Paulus und meine Aktien beim lieben Gott (Galater 5, 1-6) 5. November 2000, Reformationstag

Liebe Gemeinde,

Er sitzt noch immer an seinem Schreibtisch. Es ist inzwischen dunkel geworden. Zwei Öllampen spenden eher schlecht als recht einen schwachen Schimmer. In seiner rechten Hand die Schreibfeder. Die Tinte an ihrer Spitze ist schon wieder eingetrocknet.
Paulus, der Apostel, grübelt schwermütig: Warum? Warum lassen sie sich nur so leicht von anderen Leuten im Glauben irre machen? Damals, als er die Christen in Galatien verließ, hatte er ein gutes Gefühl gehabt. Diese Frauen und Männer in Kleinasien hatten verstanden, worum es beim christlichen Glauben ging. Sie hatten sich taufen lassen. Einige besonders Fähige unter ihnen hatte er gebeten, als Gemeindeälteste für die Einheit der Gemeinde zu sorgen, und das Evangelium weiter zu verkündigen. So hatte er es bei fast allen seiner neu gegründeten Gemeinden gemacht. ich will weiterlesen