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Predigt: Eine ganz alltägliche Woche (Mit Danbo-Bildern zu Matthäus 26) Gründonnerstag, 13. April 2017

In diesem Gottesdienst gehe ich einige Stationen der Passionsgeschichte entlang und betrachte die sehr alltäglichen Erfahrungen, von Wertschätzung, Versuchung, Scheitern und Gemeinschaft. Dazu helfen Danbo-Fotos, die ich zu diesen Bibelstellen angefertigt habe.

Begrüßung:

Es ist Gründonnerstag.  Wir befinden uns in der Karwoche, in der letzten Woche Jesu vor seiner Kreuzigung und Auferstehung. In den Evangelien ist diese Woche beschrieben – mit vielen Stationen und Begegnungen. Wir kennen sie als Passions-geschichte Jesu.
Heute abend will ich mit ihnen auf diese Woche blicken – auf einiges von dem, was da alles geschehen, ist, bis Jesus am Donnerstag Abend im Garten Gethsemane verhaftet wurde. Und ich will mit ihnen entdecken, wie diese Woche mit all ihrer Tragik und Schwere eine ganz alltägliche Woche war.
Weil das, was da beschrieben wird, sich auch immer wieder in unserem Alltag spiegelt.
Dazu habe ich diese Szenen mit kleinen Pappkarton-Figuren nachgestellt. Alltägliche Pappkartons – die eben auch ein Spiegelbild unserer Welt sind. ich will weiterlesen

Predigt: Manchmal braucht man einfach Abstand (Lukas 22, 39-46) Gründonnerstag, 2. April 2015

kapelleMMJesus in Gethsemane: So viel geschieht an diesem Tag vor Karfreitag. So viel ist gefordert. Da reißt sich Jesus los und  sucht im Garten die Einsamkeit. Was ist zu erwarten in den stillem Minuten unter den Olivenbäumen – wenn gleichzeitig im Kopfkino bereits die eigene Kreuzigung läuft?

 

(Lesung des gesamten Predigttextes bereits als Evangelienlesung)

Eigentlich ist es eine ganz besondere Fähigkeit, mit der wir Menschen beschenkt sind: Wir können Geschehnisse erleben und fühlen, obwohl sie noch gar nicht passiert sind. Wer hat das noch nicht erlebt, dass er an den Tagen vor einem großen Fest bereits von Vorfreude durchströmt ist. Im Kopf entstehen Bilder und Szenen: Wie es sein wird, wenn die Gäste kommen und man sie in den Arm nimmt. Der Kaffeeduft der festlichen Tafel steigt mir schon jetzt in die Nase. Das Stimmengewirr, der dominante Klang von Tante Emma, die unentwegt von ihrem Enkel schwärmt – diese ganze kleine Welt mit all den Bildern, Gerüchen und Gefühlen entsteht in meinem Kopf, ist unglaublich präsent da, förmlich spürbar – schon lange bevor der erste Besucher an meiner Türe klingelt. ich will weiterlesen

Predigt: Oben und Unten (Joh 13, 1-20) Gründonnerstag, 17. April 2014

gruendonnerstag2014Thema ist die Fußwaschung Jesu im Johannesveangelium. Indem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, vertauscht er unsere menschlichen Vorstellungen von dem, wer oben und wer unten ist.

Predigttext: Joh 13, 1-20
1 Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging, 4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.
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Predigt: Bin ichs? Die Sache mit dem Verrat (Mk 14, 17-23) 28. März 2013, Gründonnerstag

„Bin ichs?“ fragen die Jünger beim letzen Abendmahl, als Jesus gruendonnerstag13_judasvom verrat spricht. Diese Predigt wirft auch ein Blick in den Film „Der neunte Tag“ von Volker Schlöndorff. Darin diskutiert es Priester mit einem Gestapo-Chef um den Wert des Verrats.

Liebe Gemeinde,
der Verrat des Judas ist ein zentrales Element des Berichts vom letzten Abendmahl Jesu und von seiner Gefangennahme. Und sofort erscheint uns traditionell das Tun des Judas als verwerflich, schließlich ist er damit der Auslöser des Leidens und Sterbens Jesu. Zumindest auf diesen ersten Blick ist es klar, dass der Verrat durch Judas eindeutig zu verurteilen ist. Ich möchte ihnen eine Szene aus dem Film „der neunte Tag” zeigen.
Er spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hauptperson ist der katholische Priester Henry Kremer. Er hatte im von Deutschland besetzen Luxemburg gegen die Nationalsozialisten Widerstand geleistet und war deshalb ins Konzentrationslager Dachau gekommen.  Nun erhält er 9 Tage „Heimaturlaub” von der dortigen Hölle und einen Auftrag: Er soll den Bischof von Luxemburg dazu bewegen, sich öffentlich auf die Seite der Nationalsozialisten zu stellen und mit diesen zusammenzuarbeiten. Wenn ihm das gelingt, müsste er nicht mehr ins Konzentrationslager zurück.  Auch die Familien seiner Geschwister würden nicht mehr von den Nazis gegängelt. Wenn er es nicht schaffen sollte, dass der Bischof die Nationalsozialisten unterstützt, würde man ihn in ein Lager im Osten schicken. ich will weiterlesen

Predigt: Der Kelch steht herum (Symbolpredigt) 5. April 2012, Gründonnerstag

gruendonnerstag12Gründonnerstag: Gedanken zum Kelch bei Jesu letzten Abendmahl. Ein Gang durch die Jahrhunderte.

Szene 1 in Jerusalem

Ein Kelch steht herum! – Einsam in diesem Zimmer im ersten Stock eines Hauses in Jerusalem. 13 Männer haben daraus getrunken. Außerdem Brot gegessen, auch Lammfleisch. Es war schließlich Passahfest.
Und jetzt sind sie weg. Unerwartet schnell waren sie aufgebrochen – die 12 Männer mit ihrem Meister, in Richtung der östlichen Stattmauer, da wo der Garten Gethsemane liegt.

Die Frau des Hauses räumt die liegengeblieben Reste weg. Ein paar Stückchen Brot, einige Knochen vom Lamm. Jedes Jahr zum Passahfest stellen sie ihren oberen Raum für Pilger, die in Jerusalem feiern wollen zur Verfügung. Das Geld, das sie dafür kassiert, kann sie gut gebrauchen. ich will weiterlesen

Predigt: Das Sakramentshaus von Gollhofen: „Abendmahl hinter Gittern?” (Symbolpredigt) 21. April 2011, Gründonnerstag

Psakramentshausredigt zum Gründonnerstag mit Blick auf das Gollhöfer  Sakramentshäuschen aus dem Jahr 1517.

Liebe Gemeinde,
im Jahr 1517 wurde es in die damals noch recht neue und „leere” Kirche von Gollhofen eingebaut: Unser Sakramentshäuschen. Denn hier vorne stand im sonst leeren Raum nur ein kleiner Altar mit zwei Bilder-Flügeln.
Hans Has hat dieses Häuschen gestiftet – Die Inschrift an der Seite beinhaltet sein Wappen, nämlich einen Hasen, seinen Namen und eine nicht entzifferbare Formulierung. Möglicherweise war Hans Has damals Bürgermeister.

Die Geschichte des „Sakramentshäuschens”

Das Sakramentshäuschen ist ein kleines gotisches Schlösschen geworden. Etliche Meter hoch, mit vielen Ornamenten, Türmchen und Spitzen. Es war sicher aufwändig herzustellen und zu stabilisieren. Aber es sollte so sein – schließlich ging es nicht um irgendein Möbelstück im Gotteshaus. Das Sakramentshäuschen sollte die geweihten Hostien beherbergen. Den Leib Christi. Für diesen wertvollen Schatz wollte man auch eine würdige Wohnung bereitstellen. Schon in den Jahrzehnten vorher waren Sakramentshäuschen in ganz Deutschland in Mode gekommen. ich will weiterlesen