Symbol-Predigt zur Konfirmation: Wo stehst du, und wo willst du hin? (Kompass als Symbol) 18. März 2018

Das Symbol des Kompasses führt durch diesen Konfirmationsgottesdienst. Es geht um die Frage des eigenen Standpunktes, der eigenen Ziele und um die Frage, wie man seine Ziele verfolgen will. Alle Konfis erhalten zum Beginn einen Kompass. Am Ende dieser Seite gibts Tipps zu einigen praktischen Fragen.

Liebe Konfirmanden,

endlich ist es soweit: Ihr feiert heute eure Konfirmation. Eine wichtige Etappe in eurem Leben habt ihr hinter euch gebracht: Eineinhalb Jahre wart ihr Präparanden und dann Konfirmanden.
In eurem Leben absolviert ihr ja immer wieder nacheinander verschiedene Etappen: Kindergarten, Schule, Konfizeit, später kommt die Berufsausbildung, der erste Job …. so ein Lebensweg führt über viele Stationen. Wenn man so einen langen Weg zurücklegt, da schadet es nicht, wenn man eine Orientierung hat! Und genau dafür habe ich etwas dabei: Einen Kompass für jeden von euch.

Wir brauchen einen Standpunkt


Ihr habt ja hier in der Kirche schon mal im Präparandenkurs mit dem Kompass gearbeitet. Da haben wir versucht herauszufinden, in welche Himmelsrichtung die Gemeinde schaut, wenn sie zum Altar blickt.
Eure Verwandten hier in den Bänken, die schauen nach Osten. Aber: Wer hier in der Seitenbank sitzt, für den steht der Altar eher im Norden.

Ihr merkt: Wenn ich mich orientieren will, muss ich zuallererst wissen: „Wo stehst du?” Wenn ich nicht weiß, wo ich bin, dann weiß ich auch nicht, in welche Richtung ich loslaufen muss, um dorthin zu kommen, wo ich hinmöchte.

Und das ist beim Wandern mit Kompass oder Navi nicht anders, als bei den Etappen des eigenen Lebens. Ich sollte wissen, wo ich stehe – also was mein Standpunkt ist.
– Was ist dir wichtig?
– Wofür stehst du ein?
– Wo fühlst du dich daheim?
– Und stehst du auch gerade für das, was du sagst oder tust?

Wer darauf eine Antwort weiß, der hat seinen Standpunkt gefunden.
Aber oft genug ist das gar nicht so einfach. Wenn es im Freundeskreis Ärger gibt und einer fragt: “Gehörst zu denen oder zu uns? – Wo stehst du eigentlich?” Da muss man dann den anderen auch mal seinen eigenen Standpunkt klar machen.
Menschen brauchen Standpunkte. – Damit wir selber wissen, wo wir hingehören und andere wissen, woran sie bei uns sind.

Konfirmation fragt nach dem Standpunkt

Eure Konfirmation hat auch etwas mit einer Standortbestimmung zu tun.
Nachher werdet ihr nämlich auch nach eurem Standpunkt gefragt; nach dem „Wo stehst du?”
„Wollt ihr euer Leben als Christen führen und zu dieser Gemeinde gehören?”, das ist die Frage, um die es heute geht.
Da ist euer Standpunkt gefragt. Und soweit ihr diese Frage mit ehrlichem Herzen mit “ja” beantwortet legt ihr euch da fest.
“Ich bin Christ, ich gehöre in diese Gemeinde” – das ist eine Positionsbestimmung. Und darum geht es heute.

Wo willst du hin?

Wenn man nun seinen Standpunkt geklärt hat, kann man darüber nachdenken, wo man eigentlich hin will. Erst dann kann der Kompass oder ein Navi wirklich weiterhelfen.

Wo willst du hin? Welche Ziele setzt du dir?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten! Und das gilt nicht nur für Konfirmanden; auch Erwachsene tun sich schwer zu sagen, was das Ziel in ihrem Leben ist.
Ja, man kann auch ohne Ziel unterwegs sein. Wir haben jede Menge Menschen auf diesem Planeten, die führen ihr Leben und haben überhaupt keine Peilung, wohin die Reise gehen soll. Man lebt halt einfach so vor sich hin.
Aber ist das nicht schade? Man hat ja nur ein Leben!
Und die Ziele, die man sich als Mensch für sein Leben wählen kann sind vielfältig.
– Der eine will einmal richtig viel Geld haben.
– Der Andere sehnt sich danach, berühmt zu sein, anerkannt
– Ein anderer sagt: ich will so Leben, dass Gott es gut findet.
– Oder man will einmal einen liebevollen Partner finden und eine Familie gründen, um die man sich sorgen kann.
– Oder wieder einer möchte am Ende seines Lebens einfach etwas zum Guten bewegt haben.

Ihr seht, es gibt viele verschiedene Ziele, und manche Menschen suchen sich sogar ein ganzes Bündel von Zielen aus. Ein großes und ein paar kleine dazu. Kurzfristige für die nächsten 3 Jahre und langfristige fürs ganze Leben.
Das macht jeder anders – und manchmal verändern sich die Ziele auch im Laufe eines Lebens.
Aber es ist wichtig, dass ihr für euch selbst Ziele bestimmt. Es ist sonst schade, wenn man sein Leben ziel- und planlos dahinplätschern lässt.

Ein Ziel verfolgen

Liebe Konfis,
wenn ihr einen Standpunkt und ein Ziel habt, kann es losgehen.
Bleibt die Frage, wie komme ich zuverlässig von A nach B? Der Kompass kann mir da helfen. Denn seine Nadel zeigt immer zuverlässig nach Norden – auf diese Weise kann ich mich gut orientieren und komme mit Hilfe meiner Landkarte gut ans Ziel.

Das, was den Kompass ausmacht ist die magnetische Kompassnadel. Die lässt sich nicht beirren. Sie richtet sich immer nach Norden aus, egal was ich mache, egal wo ich stehe und wie ich mich drehe.

Der Kompassnadel kann ich viel erzählen, sagen, dass ich das aber anders sehe, und der Meinung bin, dass “da drüben” Norden ist. Nein, die Kompassnadel steht da drüber – die lässt sich nicht beirren.
Sie Nadel strebt nach der Wahrheit.
Sie fragt nicht, was die Mehrheit meint.
Ihr ist egal, ob der Weg bequem oder anstrengend ist – Hauptsache, er ist der Richtige.

Das Magnetfeld Gottes

Wieso weiß das eigentlich die Kompassnadel?
Das liegt an diesem unsichtbaren Magnetfeld, das unseren ganzen Planeten durchzieht. Man kann es nicht sehen, nicht fühlen – aber es ist da. Wie ein feines Netz.
Die Vögel können es wahrnehmen – darum finden sie auch ihren Weg nach Afrika und wieder zu uns zurück.
Dieses Magnetfeld kann noch mehr: Es schützt unsere Erde vor kosmischer Strahlung aus dem Weltall.

Fällt euch etwas auf? Da gibt es etwas, was unsere ganze Welt unsichtbar durchzieht. Was uns Orientierung ermöglicht und uns zugleich eine schützende Hülle bietet.
Da muss ich irgendwie an Gott denken. Er bietet auch Orientierung. Da denke ich an die Bibel, an die Gebote. Das kann oft helfen – zu wissen welche Richtung im Leben die richtige ist, und welcher Weg falsch sein kann. Sich an Gott orientieren – gerade auch weil es da oft genaue Richtungs-Wegweiser gibt.

Zum Beispiel haben wir uns im letzten Jahr durch die 10 Gebote gearbeitet. Jedes einzelne der Gebote ist ja schon eine Kompassnadel für sich.
Zum Beispiel „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden” sagt, dass die Lüge der falsche Weg ist, auch wenn es manchmal einfacher erscheint, sich mit der Unwahrheit durchzumogeln.

An so etwas kann ich mich orientieren – egal was andere sagen, oder was gerade mal wieder angesagt ist. Gottes Wort als Kompass, an dem ich ablesen kann, welcher Weg der richtige ist.

Und zugleich das Gefühl: Dieser unsichtbare Gott legt seinen schützende Hand über mich. So, wie das Magnetfeld vieles, aber nicht alles, was vom Weltall auf uns prasselt, von uns fernhält. Manchmal kriegen wir doch einen Treffer ab, aber auch dabei lässt er uns nicht allein.

Umwege und Rückwege

Im Vorstellungsgottesdienst habt ihr euch mit dem verlorenen Sohn beschäftigt. Das war einer, der hatte für ein paar Jahre den Kompass völlig ignoriert …. und hat sich so richtig ins Schlamassel manövriert.
Erst dort hat er dann mal wieder den Kompass des Glaubens ausgepackt und den Weg zurück zu seinem Vater eingeschlagen. Die Geschichte ist ja gut ausgegangen, weil die Liebe des Vaters so enorm groß war.

Ich denke, dass es jedem von euch einmal ähnlich gehen könnte. Dass man mal einen falschen Weg einschlägt, und man ohne Peilung und ohne Ziel im Irgendwo landet.
Wie gut, dass wir einen Gott haben, der kein Besserwisser und Oberlehrer ist, sondern der uns vor allem mit seiner großen Liebe anschaut. Darum freut er sich wieder, wenn wir den Kompass des Glaubens hernehmen und wieder nach ihm fragen, und nachsehen, wie es weitergehen soll.

In einem alten Psalm heißt es am Ende: (Ps 139, 23-24)
“Erforsche mich, Gott und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle. Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, dann hol mich zurück auf den Weg, der zum ewigen Leben führt.”

Ich finde, das ist ein tolles Motto für ein ganzes Menschenleben. Ich wünsche euch, dass ihr damit etwas anfangen könnt.
Amen.

 

 

Praktische Hinweise (Stand Frühjahr 2018):
Ich habe für meinen Konfimanden den Kompass Black Crevice verwendet. Sehr attraktiv von Optikmund Preis ist auch dieser hier: Arino Taschenkompass
Natürlich gibt es auch preislich günstigere, zum Beispiel diesen hier: Keychain-Kompass.

Ebay kann auch eine Hilfe sein, wenn man zum Suchbegriff Kompass die Suche auf die Option „Sofort kaufen“, die gewünschte Preisspanne und Artikelstandort Deutschland eingrenzt. Dann sind die oben genannten Modelle in der Regel zu etwas niedrigeren Preisen zu ergattern.

Das grundsätzliche Dilemma bleibt, dass ein guter Kompass als Giveaway eher unerschwinglich ist, und wir auf dieser Preislage eher etwas aus der Spielzeug-Ecke in Händen halten.

Die Schriftzüge lassen sich perfekt mittels eines Dymo Label-Printers ausdrucken und aufkleben. Ideal ist natürlich, wenn man schwarze Etiketten mit weißer Schrift verwendet.

 

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