Andachten auf Charivari 98,6 im Januar 2012

Montag: Die Sache mit den guten Vorsätzen
Dienstag: Noch mal von vorne?
Mittwoch:Mose und die Wolkensäule
Donnerstag: Stadt aus Eis
Freitag: Langsamer Zorn
Samstag: Ohne Gebrauchsanweisung

Die Sache mit den guten Vorsätzen

Guten Morgen,
heute geht es wieder los: Die Schüler müssen in den Unterricht. Für viele ist der Urlaub vorbei:  Das neue Jahr beginnt mit dem alten Trott.
Naja, irgendwie sind wir auch alle irgendwie die Alten geblieben. Da helfen auch die guten Vorsätze fürs neue Jahr nichts .
Moment mal: Wer sagt denn, dass gute Vorsätze wirklich nichts verbessern? Der eine will mit dem, Rauchen aufhören, der andere will abnehmen, irgendwer will sich mehr Zeit für seine Familie nehmen, oder versuchen, sich mit der Schwiegermutter zu vertragen.
Das ist doch schon mal was!  Auch wenns nicht immer gelingt und auch Rückschläge passieren:
Veränderung ist immer etwas wert.
Und wenns nur 2 Zigaretten pro tag weniger sind, oder ein extra-Spielenachmittag mit den Kindern. Das ist doch schon besser als nichts. Haben Sie den Mut und packen Sie etwas an, was im neuen Jahr besser werden soll.
In kleinen Schrittchen – ohne Leistungsdruck – aber mit einem Quäntchen Zuversicht.
Damit im neuen Jahr auch etwas neu wird. Dafür wünsche ich ihnen alles Gute.

Mose und die Wolkensäule

Guten Morgen.
Der Mose … Mensch hat́s der damals gut gehabt. Wenn ich das so lese: Dem hat Gott genau gesagt, was er tun soll, damit der Pharao das Volk Israel ziehen lässt. Bei dem Marsch durch Schilfmeer bekommt er eine Anleitung, wie er das Wasser teilt, und dann ist da noch so eine Wolkensäule, die ihnen genau zeigt, wo es lang geht. Der hat es gut gehabt – klare Weisungen, keine Zweifel, alles klar. Wenn ich überlege, wie lange ich in manchen Entscheidungssituationen hin- und her-überlege, was richtig ist … da könnte ich schon ein bisschen neidisch werden auf diesen Mose.
Auf der anderen Seite merke ich: Oft weiß ich ja, was richtig ist, oft sagt mir meine Gewissen ziemlich genau, was los ist, was richtig ist oder falsch – aber sind hat noch so viele andere Faktoren, und Gesichtspunkte…..  und dann, ja dann komme ich ins Schwimmen.
Wahrscheinlich hatte Mose nicht deshalb einen Vorteil, weil er wusste, was richtig ist und was Gott will – sondern weil er den Mut hatte, dann auch eine konsequente Entscheidung zu fällen.
Auf sein Gewissen zu hören, und dann konsequent zu entscheiden – einen auf Mose machen – das ist nicht einfach, aber man kann das ja mal üben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Noch mal von vorne?

Guten Morgen,
wir haben jetzt auch so einen Festplatten-Receiver für den Fernsehen. Der speichert das laufende Fernsehprogramm, während wir es anschauen.  Ein unheimlich praktisches Ding! Wenn abends beim Krimi jemand anruft  – kein Problem: Per Knopfdruck springen wir danach im Film zurück – so wie man bei einer Videocassette zurückspulen kann. Wir haben und richtig dran gewöhnt. Wenn man etwas nicht verstanden hat oder eine eingeblendete Telefonnummer verpasst hat – einfach zurückkurbeln.
Jetzt habe ich mich kürzlich bei einem Gespräch mit jemanden ertappt – was hatte der vorhin gesagt? … kann ich das schnell nochmal zurückspulen?
– Nein, im echten Leben gibts das nicht. Das ist und bleibt immer live, in Echtzeit, ohne Chance zum nochmal erleben oder zum Rückgängigmachen.  Das echte Leben ist kein Film – Jede einzelne Minute ist ein Original, unwiederbringlich und darum auch wertvoll.
Jede Begegnung mit einem Menschen, jedes Wort das ich sage, braucht meine ganze Aufmerksamkeit .
Was gesagt wurde
was man getan hat – das bleibt.  Ohne Rückspultaste.
Darum: Passen sie gut auf sich und auf ihre Mitmenschen auf.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

 

Die Stadt aus Eis

Guten Morgen,
im Nordosten Chinas steht eine Stadt aus Eis. Vor einer Woche wurde diese  Touristenattraktion eröffnet. Gebäude, Skulpturen – alles aus Eis! Eine Wahnsinnsarbeit – 15 Millionen Euro hat es gekostet … und in ein paar Wochen wird die ganze Pracht geschmolzen sein – einfach weg – die Arbeit von über 10.000 Helfern verschwindet im Gulli. Alles weg. Just for fun!
Eigentlich darf ich mich da gar nicht aufregen. Ich gebe ja selbst auch Geld für Dinge aus, die danach irgendwie weg sind:
Der Eintritt ein teures Konzert,
des Schwimmbadbesuch
eigentlich gehört auch eine Bratwurstsemmel dazu.
Alles ist vergänglich – alles ist irgendwann weg – ich selber ja auch. Es ist nur die Frage, was man mit seiner Zeit und seinem Geld anstellt. Alles just for fun? – Am Ende nichts mehr übrig? Oder investiere ich hie und da auch, in etwas, was weiter reicht? In Glaube, Liebe, Hoffnung?
Jesus hat mal von den „Schätzen in Himmel” gesprochen: Was er damit genau gemeint hat? Vielleicht diese Momente, in denen ich spüre: Das, wofür dich eingesetzt hat, hat sich gelohnt, darüber freuen sich die auf der Erde und der im Himmel. Dann war gut – dann war es eben nicht nur für den Gulli.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Langsamer Zorn!

Manchen Leuten würde ich dauerhaft wünschen, dass ihr Email-Programm nicht funktioniert. Nämlich bei denen, die bei jeder Kleinigkeit und jedem Missverständnis gleich auf der Palme sind und unüberlegte wü tende Mails an die vermeintlichen Schuldigen schreiben.
Wie oft hat sich das als Bummerang erwiesen: Weil sich 5 Minuten später die Sachlage völlig anders dargestellt hat und nun der Wüterich der Dumme war … denn die versandte Email lässt sich eben nicht zurückholen.
Im Jakobusbrief meiner Bibel finde ich da einen einfachen Ratschlag:
Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören,
langsam zum Reden,
langsam zum Zorn. (Jak 1,19)

2000 Jahre später würde Jakobus wohl schreiben:
Lies deine Emails ruhig sofort,
wenn du jemanden anrufst, überlege dir gut, was du sagst.
Und wenn du wütend bist, schreib einen Brief, lass ihn über Nacht liegen und trage ihn – wenn es dann immer noch nötig ist –  in aller Ruhe zum Postkasten.

Keine Gebrauchsanweisung

Jetzt hat unsere neue Mikrowelle tatsächlich so einen Warnhinweis, dass ich keine Haustiere drin trocknen darf, das könnte zu Beschädigungen am Gerät führen und das Tier verletzen. Verrückte Anweisungen gibts…
Jesus hat gesagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ganz ohne Beipackzettel.
In der Mikrowelle soll ich auch keine Kirschkernsäckchen erwärmen, die könnten Feuer fangen.
Jesus hat gesagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Dass das so eine schwierige Angelegenheit ist, bei der man sich die Finger und den Mund verbrennen kann …. da hat er nichts gesagt.
Meine Mikrowelle ist so konstruiert: Wenn ich die Türe nicht richtig zu mache, geht die gar nicht erst an … wegen der Strahlen..
Jesus hat gesagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und der Nächste ist vielleicht der, der morgen verdreckt vor meiner Türe steht – und die soll ich dann eben nicht wieder zuschlagen.
Die Bedienungsanleitung zur Mikrowelle habe ich in 30 Minuten gelesen, verstanden und seitdem funktioniert alles wie geschmiert.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Eineinhalb Sekunden ist der Satz lang, aber ich brauche ein Menschenleben lang um das hinzubekommen.

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