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Andachten auf Charivari 98,6 im Oktober 2012

– Montag: Gewählt….und nicht gewählt
– Dienstag: Doch gewählt!
– Mittwoch: Erinnerungskiste
– Donnerstag: Kastanien sammeln
– Freitag: CD mit Stille
– Samstag: Teebeutel

22. Oktober: Gewählt und nicht gewählt

Guten Morgen,
gestern haben unsere Evangelischen Gemeindeglieder ihre Kirchenvorstände gewählt. Ich als Pfarrer habe auch meinen Stimmzettel ausgefüllt. Das war schon blöd: Da stehen 11 Namen, und ich halte alle von denen für geeignet, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten und mitzuentscheiden.
11 wirklich fitte Leute – aber ich habe ja nur 5 Stimmem; 5 Kreuzchen. Die anderen gehen leer aus, obwohl sie nicht weniger geeignet wären. Abends nach der Auszählung haben sich die Frischgewählten Kirchenvorsteher gefreut – so mancher, der weniger Stimmen bekommen hat, musste ein bisschen schlucken, weil es nicht gereicht hat. Denn man hat sich ja reingehängt, ist auch sonst engagiert in der Gemeinde, lässt sich zur Kandidatur überreden … und dann ist man vorvorletzter. – Das ist schon blöd.

Aber das gehört zu einer Wahl eben dazu: Dass es Wahlgewinner gibt und Wahlverl..
Nein, ich will nicht Wahlverlierer sagen, denn auch wenn es ein bisschen weh tut: Verloren hat keiner. Denn auch die, die nicht genügend Simmen bekommen haben sind Gewinner: Denn sie haben das Vertrauen derer, die sie zur Kandidatur ermutigt haben und der Leute, die ihr Kreuzchen bei ihnen gemacht haben.
Und sie haben Mut gezeigt, indem sie sich einer Wahl stellen – und genau solche Leute brauchen wir. Darum, grüße ich heute morgen alle nicht-gewählte Kandidaten in Franken: herzlichen Dank für Alles!

23. Oktober: Doch gewählt

Guten Morgen!

Gestern früh habe ich bei „gut in den Tag” darüber nachgedacht, wie es denen gibt, die am Wochenende bei den evangelischen Kirchenvorstandswahlen nicht gewählt worden sind.
Ich hab noch mal drüber nachgedacht:
Vielleicht ist das bei uns in der Kirche mit Wahlen, mit Wahlsiegern und Verlierern so komisch, weil wir es anders gewohnt sind. Wettbewerb ist eigentlich nicht unser Thema:
Wer hat am meisten Stimmen, am meisten Geld, wer rennt man schnellsten, schreit am lautesten? – Mit solchen Wettbewerben konnte schon Jesus nichts anfangen. Einmal haben seine Jünger darüber gestritten, wer der Größter von ihnen wäre. Und da hat Jesus geantwortet: „Wenn einer der Erste sein will, dann soll er so denken und handeln, als wäre er der Unbedeutendste und soll den Anderen dienen statt sich bedienen und verehren zu lassen.”
Ein komischen Durcheinander von oben und unten. Bestimmt hat das seinen Grund, dass Gott ja auch einmal Wählen gegangen ist. Und da hat er bei ihrer und meiner Geburt gesagt: Heh, du kleines Menschenkind, ich habe dich lieb, und ich habe dich ausgewählt, als einen Menschen, auf den ich aufpassen und für den ich da sein will.Von daher sind wir irgendwie alle Wahlgewinner und alle etwas Besonderes.

Einen guten Tag wünsche ich ihnen

24. Oktober: Erinnerungskiste

Guten Morgen,

Erinnerungsstücke sind etwas Schönes. Eine Muschel aus dem Urlaub, ein Mitbringsel von Tante Anna, eine Faltkarte vom Weihnachtsgottesdienst, ein gebastelter Teelichthalter von den Kindern.
Aber dann liegt das Zeug im Regal, verstaubt, man räumt es hierhin und dorthin, und irgendwann schmeißt mans vielleicht beim Frphjahrputzschweren Herzens doch weg, weil schon alles vollgestellt ist.

Beim Besuch von Frau Müller habe ich die Lösung kennengelernt:
Sie hat daheim eine große Kiste, sie sieht fast wie eine Schatztruhe aus. Und da drin sammelt sie ihre Erinnerungsstücke. Das Wohnzimmer ist gründlich deutsch aufgeräumt, aber wenn sie ihre Kiste öffnet, dann strahlt einem ein kunterbuntes Durcheinander von schönen, und kuriosen Dingen entgegen. Dann nimmt die eines davon in die Hand und dann erzählt sie einem die Geschichte zu dieser zerknitterten Eintrittkarte zu den Beatles, und dann ist es, als wäre das alles erst gestern gewesen. Die Erinnerungskiste von Frau Müller ist auch ein Mittel, um den Gruschi vom Fenstersims und Bücherregal staubfrei unterzubringen. Aber eigentlich ich es die unglaublich wertvolle Schatzkiste ihrer Erinnerungen. Ich glaub, so was brauch ich auch!

Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

25. Oktober Kastanien sammeln

Guten Morgen,
jetzt kann man sie wieder überall sehen: Die Kinder beim Kastaniensammeln.
Sie sausen rum, suchen, klauben die braunen Früchte zusammen und stopfen sie in ihre Jackentaschen und in den Schulranzen. – So als wärs pures Gold.

Und daheim werden sie dann augepackt … aber es dauert nicht lang, dann vergammeln die einst begehrten Kastanien in der Kinderzimmerecke. Ausgetrocknet, und unbeachtet.
Das Sammeln war wie ein Rausch – und jetzt sind sie doch für nichts gut.

Es gibt Menschen, die machen das Gleiche mit ihrem Geld: Sammeln. aufhäufen, wie im Rausch werden die Summen immer größer – und man ist stolz drauf  – aber dann liegts ja doch nur auf dem Konto herum.
Ich weiß nicht: Wo der Unterschied zwischen 5 Millionen auf den Konto und 50 Millionen? Man sammelt und rafft, und weiß eigentlich gar nicht, wozu.

„Sammelt euch keine Schätze auf der Erde, die werden sowieso von den Motten gefressen.” Das hat Jesus einmal gesagt. „Schätze im Himmel” soll man sammeln, Werte, die nicht vergehen, Reichtümer, die nicht mit Geld zu bezahlen sind.

Manchmal trifft man ja Menschen mit sehr viel Geld,
und manchmal auch solche, die reich an anderen Werten sind.

Schauen Sie doch bei der nächsten Begegnung mal darauf, mit wem sie gerne für den Rest ihres Lebens tauschen möchten.

Einen guten Tag wünsche ich ihnen.
26. Oktober: Teebeutel

Guten Morgen,

kennen sie auch so Teebeutel-Menschen?
Das sind Leute; wenn du die in eine Gruppe vom Menschen schmeißt, zum Beispiel in einen Elternbeirat im Kindergarten; dann verbreiten die sofort ein ganz bestimmtes Klima … in der ganzen Gruppe. Eben, wie so ein kleiner Teebeutel einer ganzen Kanne den Geschmack verleiht.

Plötzlich sind alle sachorientiert, hören einander zu, wägen Argumente ab. Allein weil da jemand neues dazugekommen ist und das Klima verändert. Da ist enorm.

Ok, das geht auch anders herum: Dass ein Gruppenmitglied das Miteinander vergiftet, es wird genörgelt, gestritten und nichts geht vorwärts. Hat Jesus dieses Phänomen im Hinterkopf gehabt, als er seinen Jüngern gesagt hat: „Ihr seid das Salz der Erde”?
Dass Christen auch so wirken können – als das Salz in der Suppe des Miteinanders
… im Elternbeirat
… im Fußballverein
… im Büro.

Weil sie als Menschen mit Gottvertrauen ein Klima verbreiten, das den Leuten gut tut.
Sie müssen sich halt trauen: Den Mund aufmachen, und zu seiner Überzeugung stehen. Dann könnte es was werden – mit dem Salz in der Suppe; als menschlicher Teebeutel.

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