Der liturgische Knigge

Der „Liturgische Knigge“ ist Bestandteil des neuen Evangelischen Gottesdienstbuchs. Herausgegeben von der VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands). Auf knapp 20 Seiten werden wichtige Hinweise zum richtigen liturgischen Verhalten der Pfarrerinnen und Pfarrer gegeben.
Leider musste ich feststellen: Wichtige Fragen blieben unbeantwortet.  Darum finden Sie hier die notwendigen Ergänzungen. Der Übersicht halber in einer Spalte: Links die Hinweise des liturgischen Knigge, rechts die dringend erforderlichen Ergänzungen.

Meine Empfehlung: Drucken Sie diese Seite aus und heften Sie sie auf die erste Seite Ihres Gottesdienstbuches. Ihr Bischof wird es bei der nächsten Visitation zu würdigen wissen.

Der Knigge schreibt auf Seite 351:Trauungen (…) können nicht so leicht verschoben werden. Fällt also der Liturg oder die Pfarrerin aus, ist es gut, wenn Informationen über einsatzbereite Vertreter vorhanden sind. Denken Sie auch daran:Für den Fall, dass der Bräutigam wider Erwarten nicht zur Trauung erscheint, ist es gut, wenn eine Liste mit willigen Junggesellen in der Sakristei vorhanden ist.
Der Knigge schreibt auf Seite 351:Wenn mir etwas hinfällt, hebe ich es auf oder bitte jemanden darum (z.B. wenn es von der Kanzel herunterfiel). Denken Sie auch daran:cmd_kanzelWenn nicht nur ein Buch, sondern der Liturg samt Kanzel herunterfällt, bitte ich den Küster, die Kanzel zu entsorgen und predige vom Lesepult aus weiter.(Hierzu: Ein dokumentarisches Video: cmd_kanzel)
Der Knigge schreibt auf Seite 347:Ich lege die Armbanduhr nicht auf die Kanzelbrüstung bzw. den Altar; auch sehe ich nicht ständig nach ihr (sie bleibt am besten in der Sakristei). Denken Sie auch daran:Wenn ich die Uhr schon in der Sakristei lasse, frage ich am Ende der Predigt nicht die Gemeinde nach der Uhrzeit. Auch sind beschwichtigende Äußerungen („jetzt haben wirs ja gleich geschafft“) wenig hilfreich.
Der Knigge schreibt auf Seite 347:Verbot: Ich krame und suche nicht in meinen persönlichen Unterlagen herum. Denken Sie auch daran:Aber auch in den Handtaschen der Gottesdienst- Besucherinnen krame ich nicht herum! Sie sollen selbst nach ihrem Kleingeld für den Klingelbeutel suchen.
Der Knigge schreibt auf Seite 351:Bei Gewittern mit Wolkenbruch oder Orkanen, die Dachziegel herunterfegen, ist unter Umständen Unterbrechung oder sogar Abbruch der Liturgie nötig, nicht aber (…) das Verlassen der Kirche. Denken Sie auch daran:Bei anhaltenden Regen mit gleichzeitigem Ansteigen des Wasserpegels ist zusammen mit der Gemeinde die Empore aufzusuchen.Entgegen der Knigge-Regelung sollte irgendwann doch einmal das Verlassen der Kirche erwogen werden. (Ausnahme: Ausgesprochene Märtyrerkichen wie St. Stephanus oder St. Laurentius).
Der Knigge schreibt auf Seite 348:Schaftstiefel, extrem hohe Stöckelabsätze, Cowboy-Stiefel, Turnschuhe, Pantoffeln oder Freizeitsandalen sind tabu. Denken Sie auch daran:Auch wenn kirchliche Traditionen bis zu den Aposteln reichen, sollte man nicht barfuß gehen. Lieber ein falscher Schuh als eine unliturgische Blasenentzündung

 

 

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