Radiopandachten im September 2016 auf Charivari 98,5

Radioandachtenreihe mit den Früchten aus unserem Garten

Montag: Die Traube – Sich von Überflüssigem trennen

Guten Morgen
Bei uns in Franken kommt die Weinlese so gerade in Schwung. Wenn man sich jetzt die Trauben in den Weinbergen anschaut, ist das schon beachtlich, was so ein knorriger alter Weinstock alles hervorbringt. Da ist ja eigentlich nicht viel dran: Ein paar Blätter, wenige Äste -und so prächtige, volle Weinreben. In den Monaten zuvor ist der Winzer immer wieder durch den Weinberg gegangen und hat alles Überflüssige weggeschnitten. Er weiß, das die vielen Blätter und Ästchen drumherum zwar schön aussehen, aber die Trauben eher schwächt, als ihnen etwas bringt.
Da kann ich schon verstehen, dass Jesus einmal die Menschen mit Weinreben verglichen hat. Er sagte: Es ist ganz wenig, was ihr zum guten Leben braucht. Und vieles von dem, womit ihr euer Leben schmückt, ist eigentlich nur kraftraubender Ballast. Ich bin der Weinstock, den ihr braucht, der euch die Kraft zum Leben schenkt. Beim den übrigen Dingen, könnt ihr auf mehr verzichten, als ihr denkt – und werdet dadurch mehr gewinnen als verlieren.
Aber ehrlich: So sehr mir das auch einleuchtet: Bis ich mal den Mut habe, mich von Überflüssigen zu trennen, ist das schon immer ein verflixt langer Weg. ich will weiterlesen

Predigt mit Anspiel zur Kirchweih: Taufe – das Tattoo für die Ewigkeit (21. August 2016)

Zurkerwastempel2016 Kirchweih nehmen wir die Kirche als Ort der eigenen Taufe in den Blick. Zur Begrüßung erhalten die Gottesdienstbesucher einen Stempelabdruck auf den Arm. Darauf das uralte (und vielen unbekannte) Siegel des ersten Kirchleins, das hier im Ort stand. Dazu eine Reihe von Verben, die beschreiben, was uns Christen vor Ort ausmacht. Die Ortsburschen und Madli, die die Dorfkirchweih mitgestalten, sind auch die Akteure des Anspiels, das den Vergleich Tattoo und Taufe entwickelt.

Szene der Ortsburschen &-Madli:
A: hat ein neues Tatto, ziemlich stolz
B: Hat ein Tatto “Juliane” am rechten (!) Unterarm
C: Ohne Tatto, hat aber etwas Besonderes vor…

Die drei Kumpels (A,B,C) treffen sich, begrüßen sich …
A: Hi, ich muss euch mal was zeigen: Schaut, da, mein neues Tattoo.
C: Mann, da ist ja echt klasse geworden. Wie lange hast du das schon?
A: So zwei Wochen. Der Tätowierer hat echt was auf dem Kasten. Der ist zwar echt nicht billig, aber dafür schaut´s dann auch wirklich gut aus. (Zu B) Und was sagt du?
B: Ja…. klar ist schon wirklich gut gemacht, auch das Motiv ist mal ein bisschen was anderes, als das, was momentan überall gestochen wird. Hmm, schon cool.
A: Klar, des ist immer ein bisschen blöd mit diesen Mode-Motiven, die sich dann jeder Kasper machen lässt, bloß weil es grade in ist. Die sollen ja schließlich ein Leben lang passen. Ich hab bei meinem Tattoo jetzt auch ewig hin und her überlegt, bevor ich mich entschieden habe.
B: Wen sagst du das, achau, hier auf meinem Unterarm:
C: Ja, da steht der Name von deiner Freundin Juliane.
B: EX-Freundin! – Sie ist weg und das blöde Tattoo ist immer noch da. So ein Mist. ich will weiterlesen

Liedpredigt: Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, 31. Juli 2016

Daansba_juli16s Lied “Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne” von Peter Strauch gehört nicht zu den allerbekanntesten. Es findet sind im “Liederheft für die Gemeinde” als Nr 059. Noten gibt es beim Verlag SCM zum Download .

Liebe Gemeinde,
“Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht”, zwei Verse dieses eher unbekannten Liedes haben wir gerade gesungen. Mal wieder so ein modernes Lied. Wobei “modern” ja auch relativ ist: Es ist inzwischen 35 Jahre alt und stammt von Peter Strauch, der auch das viel bekanntere “Herr, wir bitten: Komm und segne uns” geschrieben hat.

Ein bisschen ist das auf dem ersten Blick ein Lied wie Kraut und Rüben. Denn da ist vieles sehr ungewöhnlich zusammengemischt:
Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht – der Refrain klingt fröhlich und hell … aber dann kommts dicke:
Die Dunkelheit verbirgt das Licht, von Tränen und Feindschaft, von Krieg, Terror und Schmerzen ist die Rede, und eine Zeile später lässt das Lied schon wieder die Sonne aufgehen und spricht von der Nähe Gottes. Und dieses Ineinander haben wir in jedem Vers. ich will weiterlesen

Radioandachten im Juli 2016 auf Charivari 98,6

Montag: Im Schein der Taschenlampe

Guten Morgen
schon wieder war da so ein blöder Wasserfleck an der Decke! Immer wenns länger geregnet hatte, tauchte der auf. Irgendwas stimmte da nicht an unserem Dach nicht.
Also bin ich dann doch einmal unters Dach gekrabbelt und habe nach der Ursache gesucht. Zunächst habe ich da im trüben Licht der Dachbodenlampe nichts gefunden. Erst, als ich dann mit einer hellen Taschenlampe noch mal hoch bin, habe ich erkennen können, wo sich das Holz durch die Feuchtigkeit dunkel verfärbt hatte. Dann war es auch kein Kunststück mehr, die undichte Ritze im Dach zu finden.
Ja, manchmal reicht das schnelle Drüberschauen um Halbdunkel nichts. Da muss man das ganze mal im ehrlichen hellen Licht anschauen.
Beim Dach ist das nicht so schwer. Bei den dunklen, defekten, modrigen Stellen in mir selber – in meinem Denken, in meiner Seele – ist das schon schwieriger. Bei meinen eigenen Lieblings-Schwächen möchte ich gerne nicht so genau hinschauen, lieber keine Taschenlampe anschalten. Ich weiß ja, dass da was ist … aber so genau will ichs dann doch nicht wahrhaben. ich will weiterlesen

Szene als Ansprache im Schulschluss-Gottesdienst: Ist die Welt im Eimer? (27. Juli 2016)

Inschlussgodi2016a diesem Jahr hatte sich die Klasse des Friedrich-Alexander-Gymnasiums Neustadt Aisch, die den Gottesdienst vorbereitete, entschieden: Wir werden das langweilige Thema “Ferien” zu ignorieren und stattdessen über die Zerstörung und Bewahrung der Schöpfung reden. So entstand ein Gottesdienst mit zwei tragenden Teilen: Eine bewusst irritierende Bestandsaufnahme und eine Spielszene der beiden beteiligten Lehrkräfte.

“Bestandsaufnahme”:
Eine Schülerin liest eine gekürzte  Version des Schöpfungserzählung aus Gen 1 vor. Dabei sieht man auf der Leinwand un-passende (!) Bilder zu den jeweiligen Schöpfungstagen: Eine rauchverhängte Sonne, verschmutztes Meer, niedergebrannte Wälder und so manches mehr.
Anschließend erscheinen zwei Schülerinen, die einander auf dem Handy (und über die Leinwand für alle sichtbar) zeigen, wo sie auf dem Schulgelände Ressourcenverschwendung und Vermüllen ihres Lebensraumes wahrnehmen.

Szene:
A: Eine Mischung von Müllmann und Schul-Hausmeister
S: Eine engagierte, ziemlich normale Dame

A ( kommt mit Mülltonne, sieht die Erde als Globus auf dem Boden stehen, und schaut sie sich genau an)
Na sauber: die Welt ist im Eimer Da ist nichts mehr zu machen, da ist so viel dran kaputt, das kriegt man nicht mehr repariert. Ich denk nur an den Klimawandel … richtig warm ist sie geworden … da kann man echt Angst kriegen, aber untem Strich  interessiert irgendwie ja doch keinen. Hauptsache ich kann mit dem dicken Auto rumfahren. ich will weiterlesen