Anspiel als Verkündigung zur Europameisterschaft 2016: Solange Gott unser Spiel nicht abpfeift, haben wir Hoffnung (26. Juni 2016)

Zueuro16d unserem Gottesdienst im Grünen (auf einem Fußballplatz) greifen zwei Spielszenen unterschiedliche Themen auf: Zum Ersten die Frage, wie wir unsere Kirchen-Mannschaft aufstelln. Zum Zweiten die Hoffnung, die wir als Christen gerade auch in schwierigen Situationen nicht nicht aufgeben wollen.

Besetzung ( Bei uns war es eine Frauen-Fußball-Mannschaft):
Pfarrer
Trainer
Lena: Torhüterin mit verletztem Finger (in Szene 1)
Angie: Schiedsrichterin mit verlorener Brille (in Szene 1)
Selin: Sensibel-ehrgeizige Spielerin (in Szene 2)

euro16aSzene 1: Jeder wird gebraucht – und auf der Ersatzbank ist auch noch Platz
Alle treffen sich, wollen mit den Spielen anfangen.

Trainer: So … schön, dass ihr jetzt auch endlich da seid. Die anderen haben sich schon warmgemacht. Du, Lena gehst wieder ins Tor, dich Angie  brauche ich heute beim Trainigsspiel als Schiedsrichterin.

Lena:  Das kannste vergessen! ich will weiterlesen

Radionandachten auf Charivari 98,5 im Juni 2016

Montag: Der Ton macht die Musik

Guten Morgen!
Es war so gegen acht Uhr am Abend, als ich auf meiner Joggingrunde durch ein kleines Dorf lief. Da kam mir ein Bauer entgegen, Mitte sechzig, in Stallklamotten, vielleicht auf dem Heimweg vom Füttern – keine Ahnung. Und weil ich ja ein freundlicher Mensch bin, und trotz der Joggerei noch genügend Puste hatte rief ich „Guten Morgen!“ – Und er strahlte zurück: Jo, guten Morgen!
Eine Sekunde später fällt mir ein: Moment, wir haben acht Uhr Abends, und ich sage „guten Morgen“! Oh Mann, bin ich blöd … der muss sich ja total veralbert vorkommen.
Aber er hat ja auch „guten Morgen“ gesagt…. Offenbar fand er es ok.    Ja … vielleicht ist es manchmal gar nicht so wichtig, aus welchen Buchstaben meine Worte bestehen, sondern in welcher inneren Haltung sie gesprochen werden.
Ich denke, ich sollte nicht immer so genau darauf achten, mit welchen manchmal ungeschickten Worten einer etwas zusammenstoppselt. Jedes Wort des anderen auf die Goldwaage zu legen, bringt uns ja nur selten wirklich weiter. Darum will ich versuchen, häufiger meine inneren Fühler ausstrecken, um zu spüren, was jemand eigentlich ausdrücken will. Wer weiß, wie oft dann manches blöde Missverständnis gar nicht erst zustande kommt. ich will weiterlesen

Predigt: Mut zum Abenteuer “Liebe” (1. Johannes 4, 16b-21) 29. Mai 2016

Nächstenliebedeppenherz wäre ja wunderbar, wenn die anderen Menschen nicht manchmal so entsetzlich wären! Wir brauchen viel Mut, um uns mit Liebe zu fetzen. Ein Plädoyer für Liebe, die keine Tätigkeit ist, sondern die Grundlage des “wie” unseres Alltags.

Predigttext: 1. Johannes 4, 16-21

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 17 Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, 18 sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. 19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

Liebe Gemeinde,
ach! So schön kann wohl nur Johannes von der Liebe schreiben. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. So ein wunderbares Ineinander von Gott und Mensch und Liebe. Da lässt sich nichts trennen, da gehört alles zusammen, da hat alles seinen Platz. Und natürlich ist auch klar: Die Liebe von, mit und zu Gott ist untrennbar mit der Liebe von uns Menschen zueinander verwoben. Da hat Hass, Neid und Missgunst einfach keinen Platz. Und weil Gott in mir ist, wird er in mir selbst dafür sorgen, dass die Liebe, die ich von ihm bekomme, an andere Menschen weiterfließen kann. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 96,6 im Mai 2016

Montag: Einfach Pfingsten

Guten Morgen,
einen freien Tag schenkt das Pfingstfest heute den meisten Menschen – aber als Dank wissen viele überaupt nicht, worums an Pfingsten geht.
Das hängt sicher auch damit zusammen, das diese alte biblische Pfingsterzählung so ungewöhnlich ist. Die Jünger Jesu mit Feuerflammen auf dem Kopf erzählen in vielen verschiedenen Sprache von Jesu Auferstehung. Mit dieser Geschichte tun sich manche Menschen ziemlich schwer.
Auf der anderen Seite ist das Thema von Pfingsten so nah, wie sonst keines: Nämlich, dass Gott nicht irgendwo ganz weit weg ist, sondern in mir drin! Und da bewegt er so einiges:
Manchmal lässt er mich innerlich gescheit spüren, was richtig und falsch ist.
Einige Male gibt er mir einen Tritt in den Hintern, wenn ich mal wieder zu bequem und selbstzufrieden bin.
Schön ist es, wenn ich in mir eine Kraftquelle spüre, die mich motiviert, auch wenn eigentlich mein innerer Akku schon längst leer sein müsste.
Da passiert so viel, was ich mir manchmal nicht hundertprozentig erklären kann. Das ist wohl diese Kraft von der Jesus immer gesprochen hat, und die er “Heiliger Geist” nennt. Und genau darum geht es Pfingsten. ich will weiterlesen

Die Evangelistin Johanna aus Diespeck

Die Evangelistin JohannaDa sitzt sie: Ein bildhübsches fränkisches Mädel in der Kirche von Diespeck. Aus Holz geschnitzt, etwa 20 Zentimeter groß hockt sie auf dem Sims der Kanzel. Total süß, mit vollen Wangen, die Haare kurz im 80er-Jahre Look, eine gelbe Weste mit weißem Kragen – ich fand sie zum Knuddeln, wenn sie nicht aus Holz wäre – und wenn im Kirchenführer nicht stehen würde: Das soll der Evangelist Johannes sein! Da war ich dann schon ein bisschen enttäuscht. Aber ich habe dann entschieden: Für mich bleibt das ein fränkisches Mädel – ich nenne sie Evangelistin Johanna!
Denn Evangelistinnen gibt es ja öfter: Frauen, die von ihrem Glauben weitererzählen. Als Mitarbeiterinnen im Kindergottesdienst, als Mama, als Oma, als Erzieherin im Kindergarten, als Ehrenamtliche auf der Konfirmandenfreizeit.  Das sind meine Johannas. Was würden wir ohne diese Frauen tun, die ganz authentisch ihren Glauben leben und daraus kein Geheimnis machen. Auch mit allen Unsicherheiten und Zweifeln, die sie manchmal plagen. Gerade weil sie so echt sind, tragen sie das Evangelium so erfolgreich in unsere Welt hinein.
Alte bärtige männliche Skulpturen haben wir in kirchlichen Spitzenpositionen oft genug. Darum sei der fränkischen Johanna dieser Ehrenplatz an der Kanzel in der Kirche von Diespeck von Herzen gegönnt.