Radioandachten im April 2018 auf Charivari 98,6

Blaulicht

Guten Morgen
Alle paar Tage liest man davon, dass es wieder Ärger gab, weil einer auf der Autobahn die Rettungsgasse blockiert hat oder Sanitäter bei ihrer Arbeit behindert wurden. Anscheinend lernen es manche Leute irgendwie nie.
Vielleicht, weil sich manche Zyniker einfach nicht in die Lage des Verunglückten versetzen können.
Über lange Zeit hat Blaulicht und Sirenengeheul bei mir vor allem Neugierde geweckt. Aber ein Bild von dem, was das vielleicht gerade passiert ist, wollte ich – oder konnte ich – mir nicht wirklich machen.
Bis der Tag kam, an dem der Rettungswagen zu uns unterwegs war. Weil unsere Tochter regungslos auf den Armen der Mama lag. Kaum mehr atmete.
Ich vergesse nie, wie das war, als nach endlosen Minuten mit Warten und Beten endlich das Auto mit Tatütata vor unserem Haus ankam – Rettung war da, und alles wurde wieder gut.
Seitdem lässt mich kein Blaulicht kalt. Und ich bin dankbar für die Leute, die da unterwegs sind. Und ich werde ganz schnell Platz machen, damit sie schnell zu denen kommen können, die auf sie warten.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Ich bin halt so …

Da stehen sie vor der Rehaklinik, und rauchen eine Zigarette nach der Anderen. Obwohl ihnen nach dem Schlaganfall der Arzt gesagt hat – sie müssten unbedingt das Rauchen aufhören.
Verstehen muss man das nicht. – Aber so etwas gibt es ja öfter als man denkt: Man hat so eine Angewohnheit, von der man weiß, dass die einem nicht gut tut, einen richtig kaputt macht – und man ändert doch nichts!
Wir Menschen haben so allerlei seltsame Angewohnheiten, Laster und Verhaltensweisen, die wir besser ändern sollten.
Aber es ist halt nicht so leicht. Also sage ich: “Ich bin halt so, wie ich bin!” – und verändere lieber nichts.
In der Bibel gibt es ein ganz schön deftiges Sprichwort dazu: (Spr 26,11) “Ein Narr, der seine Dummheit immer wieder tut, ist wie ein Hund, der das frisst, was er gerade gekotzt hat.”
Das sitzt! Wenn ich also mal wieder allzugnädig mit meinen eigenen unvernünftigen Schwächen bin, dann sollte ich mir nicht sagen. “Ach, ich bin halt wie ich bin!!” Sondern ich sollte mir lieber sagen: – “Hey, du Depp – du bist grade dabei, genau das wieder zu essen, wasd du eben erst ge…. Naja Sie wissen schon ….
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Segen der Arbeit

Guten Morgen

Mit großen kunstvoll verschnörkelten Buchstaben steht ein ungewöhnlicher Spruch am Giebel eines alten Fachwerkhauses am Rand der Weinberge: “Jubilate heißt jeder Tag, auf dem der Arbeit Segen lag”
Das klingt schon komisch. Jeder Tag soll ein Jubel-Tag sein, wenn man erlebt, dass die eigene Arbeit gesegnet ist?
Einen Tag später sitze ich mit einer jungen Winzerin zusammen. Sie erzählt davon, dass die zunehmenden Unwetter ihr zu schaffen machen: “Da arbeitest du monatelang von früh bis spät, aber wenn es dumm läuft, machen 10 Minuten Hagel alles kaputt. Da kannst du froh sein, wenn der Herrgott deine Arbeit nicht vergeblich sein lässt.”
Jetzt verstehe ich, was der alte Spruch meint: Freue dich, wenn das, was du tust – auf der Arbeit, in der Familie oder sonst wo – auch am Ende Früchte trägt. Das ist nicht selbstverständlich. Blöde Zufälle, tragische Umstände und missgünstige Menschen können alles zunichte machen.
Wenn es gut geht, dann ist das das für mich dann schon ein Segen – ein Geschenk unseres freundlichen Gottes.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Klarheit

Guten Morgen
Früh beim Bäcker – die Schlange geht schon bis auf die Straße – aber Frau Müller kann sich an der Theke nicht entscheiden: “Also dann nehme ich jetzt doch drei Kürbiskern-Semmeln und nur einmal Sesam …. aber wenn meine Cousine am nachmittag ihren Sohnt mitbringt … wäre es dann vieleicht doch noch eine Breze … oder zwei…ich weß auch nicht, oder der die mit oder ohne Salz drauf lieber mag”
Das ist schon eine komische Krankeit, die uns nicht nur beim Bäcker immer wieder befällt: Wir schaffen es nicht, uns zu entscheiden. Wollen uns nicht festlegen, sondern lieber alle Optionen offenhalten. So kann man es sich auch mit niemanden verscherzen – oder?
Nunja – oft verscherze ich es mir mit dieser Strategie mit Menschen, die mir eigentlich wichtig sind. Weil sie letztlich nicht wissen wofür ich stehe – und ob man sich auf mein Wort verlassen kann.
Sinngemäß hat Jesus einmal gesagt: “ hört auf, immer um den heißen Brei herum zu reden: sagt entweder eindeutig JA, oder eindeutig NEIN. Alles andere bringt nichts.”
Eigentlich weiß ist ja, das es so ist – nur braucht man eben ein bisschen Mut. Für ein klares Ja oder Nein: In der Liebe, an der Ladentheke, in der Politik, im Beruf und im Glauben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Smartphonegebet

Guten Morgen
Fragt ein Mönch seinen Abt: “Ehrwürdiger Vater, darf ich beim Gebet nebenher auf dem Smartphone Whatsapp-Nachrichten schreiben?”
“Natürlich nicht” antwortet der, “wenn du zu Gott sprichst, muss deine gesamte Aufmerksamkeit dem Allmächtigen gehören”.
Am nächsten Tag kommt der Mönch wieder zu seinem Abt: “Ehrwürdiger Vater, wenn ich mit Whatsapp-Nachrichten schreiben, darf ich dabei auch Beten?” Die Antwort des Abts: “Selbstverständlich! Beten kann man immer!”
Ja – “Beten kann man immer” – da hat er wohl recht. Auch beim Nachrichten schreiben und lesen am Handy wäre das gar keine so schlechte Idee. Wenn ein Freund von seinen Sorgen schreibt, Gott zu bitten, ihm beizustehen. Oder wenn eine Andere stolz das Bild ihres gestern geborenen Babys teilt – einmal sagen: Gott, ich danke dir, dass alles gut gegangen ist.
Ja, Beten kann man immer!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Meerschweinchenpelz

Guten Morgen,
Urmel verliert gerade seine Haare.Unser Meerschweinchen stellt seinen Pelz nämlich auf das warme Frühlingswetter um. Zusammen mit seinem Meerschwein-Kumpel lebt er das ganze Jahr über draußen im Garten. Und weil es im Winter recht kalt war, hatte sich Urmel einen Winterpelz zugelegt, der ihn zu einem richtigen Merrschweinchen-Wollknäul machte.
Ich finde es faszinierend, wie sich meine Meerschweinchen auf ihre Lebenssituation einstellen können.
Wissen Sie, manchmal bitte ich meinen Gott, dass ich auch diese Fähigkeit entwickle. So ein bisschen wie ein Meerschwein:
Lieber Gott,
lass mir einen dicken Pelz wachsen,
da, wo mir andere weh tun wollen oder mir eine kalte Schulter zeigen.
Lass mich geborgen sein, in diesem Pelz,
warm, geschützt – aber nicht taub.
Lass es einen weichen Pelz sein,
an den sich andere anlehnen und etwas von meiner Wärme abbekommen können.
Ich will kein Dickhäuter sein – kein Elefant in Porzellanladen,
sondern ein Meerschweinchen.
Beweglich – aufmerksam – und doch behütet.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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