Radioandachten auf Charivari 98,6 im November 2016 (Reihe über Redensarten)

Montag: Ein offenes Ohr haben

 Guten Morgen

Warum sagen wir manchmal, dass jemand “ein offenes Ohr” für eine Angelegenheit hat? Denn eigentlich sind die menschlichen Ohren immer offen. Wir können sie nicht verschließen. Mund und Augen kann ich zuklappen – die Ohren haben da nichts.
Das Problem ist ja eher, dass Dinge von einem Ohr hinein und zum anderen wieder hinausgehen. Ein Wissenschaftler will festgestellt haben, dass wir Männer beim Zeitung lesen zwar die Stimme unserer Partnerin hören – gegenenfalls nicken oder “ja” sagen, aber letztlich nichts von dem mitbekommen, was sie eigentlich erzählt hat. ich will weiterlesen

FKK – ein kleiner Abschied vom alten Programm

Alles hat einmal ein Ende: Mit unserem gestrigen Auftritt in Uttenreuth haben wir unser aktuelles Kabarettprogramm zu Grabe getragen. Ein bischen Wehmut ist schon dabei. Einige Rollen habe ich richtig geliebt; war gerne ein bibelverliebter Klinikseelorger oder schüchterner Vikar im Praxis-Schock. Den überforderten Pfarrer bei Opas 80. Geburtstag lasse ich allerdings gerne in Frieden ruhen. Nun wird die Requisitenkiste leergeräumt, Brillen, Weste, Jacke, Mütze, Hut, Telefon, Spickzettel. Alte Ablaufpläne kommen zum Vorschein, das Lichtkonzept, das letztlich doch jedesmal vor Ort anders umgesetzt werden musse. Eine Schweißer-Brille? … Achja, da hatten wir doch mal in Gollachostheim mal die ganz alte Nummer Lipp-Lipp-Lipprichhausen gesungen.
Mal sehen, was zum Neustart im kommenden Februar alles in die Kiste wandern wird. Immerhin – das grobe Konzept fürs neue Programm steht. Jetzt muss nur noch kräftig Butter bei die Fische. Übrigens: Nein, es wird kein Luther-Programm! Wir haben eher einen biblischen Looser zum Programmpaten erkoren. Aber mehr verraten wir noch nicht. Mit dem “alten” sind wir im Januar 2014 in Neustadt/Aisch gestartet. Es folgten Röttingen, Laubendorf, Ochsenfurt, Höchheim, Gollhofen, Windelsbach, Wilhelmsdorf, ein paar mal Erlangen, Altheim, Wilhelmsdorf, Windsheim, Münchsteinach, Uffenheim, Unteraltenbernheim, Aub, Schauerheim, Rothenburg, Hüttenheim, Lengfeld, Elpersdorf, Gollachostheim, Ansbach, Seinsheim, Fischbach, Hohenfeld und Segnitz. Wir hatten zuallermeist freundliche Gastgeber, ein Publikum, mit dem es richtig Spaß gemacht hat, und viele viele Projekte, die durch die  Eintrittsgelder unterstützt wurden.

Predigt: Im klapprigen Omnibus unterwegs zum Ziel (Römer 8, 18-23) 13. November 2016

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Predigt mit dem Motiv eines alten, verrosteten klapprigen Omnibusses Namens Erde, in dem wir durch die Zeit unterwegs sind.

Liebe Gemeinde,
manchmal kommt mir unsere Welt vor wie ein alter klappriger Omnibus, bei dem man sich mit bangem Herzen fragt, ob die alte Kiste denn nochmal durch den TÜV kommt.
Denn da ist ja einiges im Argen! Es fängt ja schon bei der Steuerung an: Wie soll man das Gefährt denn noch lenken, wenn immer öfter seltsame Gestalten in den Regierungen auf diesem Planeten die Führungsrolle übernehmen?
Wenn ich den Motor denke: Das Abgasmanagement funktioniert schon länger nicht mehr … und der Verbrauch – was wir an Rohstoffen verpulvern …. ob wir da überhaupt noch mal die Möglichkeit haben, das Verbrauchte aufzutanken?
Vom Innenraum ganz zu schweigen: Ein einziges Durcheinander! Jeder hätte gerne einen schönen Platz, aber die besten sind schon längst belegt und werden immer aufwendiger herausgeputzt, unterwegs wird Prosecco geschlürft. Gleichzeitig hocken andere mit den einzigen Klamotten, die sie besitzen auf dem feuchten dreckigen Boden.
Die Klimaanlage wird vom Internet gesteuert und verpestet die Luft mit Hass und Hetze, mit Neid und Arroganz.
Wir alle sitzen drin – aussteigen geht nicht.
Alles ächzt und stöhnt und ich weiß nicht, ob es die morschen Bauteile sind, oder die Menschen, die ängstlich durch die Scheiben starren. Was soll das noch werden? ich will weiterlesen

Meine Heldin des Tages: Unsere dienstälteste Energiesparlampe – Strom für 9000 km gespart!

20161104_140559Heute durften wir sie in den verdienten Ruhestand verabschieden: Unsere dienstälteste Energiesparlampe unseres Pfarrhauses. Seit 15 Jahren hängt sie über dem Esszimmertisch und ist entsprechend oft im Einsatz. Ihre Kollegin im Lampenschirm daneben hatte vor einem Jahr die Segel gestrichen.
Vor 15 Jahren war die Entscheidung für die damals recht kostspielige Birnen eher so eine good-will-Geschichte: Aber nun hab ich mich doch mal hinter den Taschenrechner geklemmt und mit zunehmender Begeisterung festgestellt:

Das gute Stück war unterm Strich etwa 27.000 Stunden im Einsatz.
Im Vergleich zu einer normalen 60-Watt-Birne hat sie in dieser Zeit 1323 kWh Energie gespart.
Beim aktuellen Strompreis komme ich da auf etwa 340 Euro Stromkostenersparnis.
Wenn ich den normalen Energiemix meines Stromversorgers ansehe, wären damit 558 KG CO² gespart worden.
Nur mal so am Rande, weil wir alle so automobil denken:
Die gesparte Energie entspricht 120 Litern Benzin.
Und mit einem Elektroauto könnte ich mit den 1323 kWh wohl 9000 Kilometer weit fahren.

Also: Hut ab vor diesem kleinen Stückchen Elektronik! Kleinvieh macht auch Mist; vor allem, wenn man ihn 15 Jahre lang sammelt.