Predigt: Im klapprigen Omnibus unterwegs zum Ziel (Römer 8, 18-23) 13. November 2016

Foto: A.Dreher /pixelio.de

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Predigt mit dem Motiv eines alten, verrosteten klapprigen Omnibusses Namens Erde, in dem wir durch die Zeit unterwegs sind.

Liebe Gemeinde,
manchmal kommt mir unsere Welt vor wie ein alter klappriger Omnibus, bei dem man sich mit bangem Herzen fragt, ob die alte Kiste denn nochmal durch den TÜV kommt.
Denn da ist ja einiges im Argen! Es fängt ja schon bei der Steuerung an: Wie soll man das Gefährt denn noch lenken, wenn immer öfter seltsame Gestalten in den Regierungen auf diesem Planeten die Führungsrolle übernehmen?
Wenn ich den Motor denke: Das Abgasmanagement funktioniert schon länger nicht mehr … und der Verbrauch – was wir an Rohstoffen verpulvern …. ob wir da überhaupt noch mal die Möglichkeit haben, das Verbrauchte aufzutanken?
Vom Innenraum ganz zu schweigen: Ein einziges Durcheinander! Jeder hätte gerne einen schönen Platz, aber die besten sind schon längst belegt und werden immer aufwendiger herausgeputzt, unterwegs wird Prosecco geschlürft. Gleichzeitig hocken andere mit den einzigen Klamotten, die sie besitzen auf dem feuchten dreckigen Boden.
Die Klimaanlage wird vom Internet gesteuert und verpestet die Luft mit Hass und Hetze, mit Neid und Arroganz.
Wir alle sitzen drin – aussteigen geht nicht.
Alles ächzt und stöhnt und ich weiß nicht, ob es die morschen Bauteile sind, oder die Menschen, die ängstlich durch die Scheiben starren. Was soll das noch werden? ich will weiterlesen

Predigt: Die Schlachtrösser sind unter uns! (Jeremia 8, 4-7) 18. November 2001, Volkstrauertag

Liebe Gemeinde,

wir schreiben das Jahr 605 vor Christus. Die politische Lage ist verfahren, so würde man das wohl heute bezeichnen. Aus dem Osten drohte Gefahr: Das Weltreich von Babylon forderte hohe Abgaben von dem kleinen Königreich Juda. Bisher konnte der König von Jerusalem durch diese Tributzahlungen die Babylonier auf Abstand halten.
Aber so konnte es nicht weitergehen! Eigentlich sah es kein Mensch in Juda ein, weshalb man sich von diesen Herrscher im Osten ausnehmen lassen sollte. Natürlich hatte man als kleines Land überhaupt keine Chance gegen diese Großmacht. Aber da gab es ja noch die Ägypter. Mit ihnen könnte man doch eine Allianz gegen Nebukadnezar, den König von Babylon bilden.
Überhaupt war Ägypten gar nicht so schlecht angesehen in Juda. Ägypten das war einfach schick. Tolle Mode kam da aus dem Westen, eine andere Kultur… man sagte: „Die Ägypter sind viel lockerer und toleranter als wir Juden. Auch mit der Religion ist das in Ägypten viel spannender, mit ganz verschiedenen Göttern, jeder mit einer anderen Bedeutung und überhaupt nicht so streng.“ ich will weiterlesen