Symbolpredigt: Christsein als Gießkanne des lebendigen Wassers (Johannes 4, 5-15) 22. Juli 2018

Die Gießkanne als Symbol des Christseins – wir erhalten Wasser des Lebens und geben es weiter. Als Angelpunkt dient das Gespräch Gesu mit der Frau am Jakobsbrunnen.

Liebe Gemeinde,
eine Gießkanne – was soll denn die in der Kirche? Gab es die eigentlich schon in der Bibel?
Nunja – von Gießkannen ist nirgends die Rede, zumindest nicht aus Plastik. Aber dass die Menschen zum Brunnen, zur Zisterne oder zur Wassertonne gelaufen sind, um Wasser für sich, für ihre Tiere und Pflanzen zu holen, davon ist immer wieder die Rede.

Zum Beispiel in der Begebenheit, von der das Johannesevangelium schreibt:

Da kam Jesus in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte.
6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!
8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.
9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. –
10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.
11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser?
12 Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh.
13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;
14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!
(Joh 4, 5-15)

Liebe Gemeinde,
da reden die beiden über das Wasser im Brunnen, und eh man sich versieht entsteht ein Gespräch über die Bedeutung von Wasser und darüber, dass für Jesus Wasser auch ein Symbol für viel mehr ist: ich will weiterlesen

Spielszene als Predigt: Licht der Welt – Sonne oder Kerze? (Freiluftgottesdienst zu Johannes 8,12 mit Taufe) 25. Juni 2017

In diesem Open-Air-Gottesdienst haben wir den kleinen Noel getauft. Als Besucher waren auch die örtlichen Kindergärten dabei. Zur Verkündigung hatten wir die folgende Spielszene.

Rollen:
A: Junge Frau, mit den üblichen Sonnebad-Utensilien
B: Nachdenklicher Mann mit einer kleinen Holzlaterne
Pfr: Pfarrer

A) Einleitung: Licht kann vieles sein

Pfr: “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.” – So sagt Jesus im Johannesevangelium über sich selbst. Jesus als Licht der Welt. Das klingt gut! – Positiv – buchstäblich hell –
Heute Vormittag wollen wir einmal genauer drauf schauen, was es denn heißt, wenn Jesus unser Licht ist. ich will weiterlesen

Predigt: Andere Länder, andere Sitten – und immer wieder Gottes Fingerabdrücke (Themenpredigt) 17. April 2016

Malanderelaender etwas ganz Anderes: Ich stelle eigentümliche Gebräuche aus fünf Ländern vor, und gehe auf die Spurensuche nach Gottes Fingerabdrücken: Was steht also theologisch dahinter, wenn die Niederländer alle Gäste eines Geburtstagsfeier beglückwünschen? Eine Entdeckunsreise von den Niederlanden nach Japan, über Tansania nach Spanien und Schweden.

Liebe Gemeinde
in der Lesung haben wir vorhin von Paulus gehört, der den Leuten in Athen von Gott erzählt hat, indem er sie auf ihre eigenen Erfahrungen mit der Schöpfung, und mit den Fragen ihres eigenen Daseins gestuppst hat. Sie sollten entdecken, wo in ihrem Leben Gottes Fingerabdrücke zu finden sind:
Damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.  Denn in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg 17, 27-28)
Ich habe mir gedacht, wie wäre es, wenn man heute einen Blick auf die Länder unserer Erde wirft, und da einmal ein paar Fingerabdrücke Gottes entdeckt? Und zwar einmal da, wo wir es gar nicht erwarten, nämlich im Alltag, in den manchmal eigentümlichen Sitten und Gebräuchen mancher Völker auf unserem Globus.

Niederlande
Beginnen wir einfach einmal bei den Niederländern. Wenn du da auf einen Geburtstag gehst, dann gratulierst du da nicht nur dem Geburtstagskind zum 40. Geburtstag, sondern auch den Gästen: „Herzlichen Glückwunsch zu deinem Ehemann, zu deinem Bruder, zu deinem wunderbaren Schwager, der heute 40 Jahre alt wird.“ Also man macht da die ganze Runde durch die Geburtstagsgäste und gratuliert ihnen dazu, dass sie diesen Menschen als Freund oder Verwandten haben.
Und Sie ahnen schon: Was zunächst lustig bis verrückt klingt, drückt eigentlich eine ganz besondere Wertschätzung dieses einen Menschen aus. ich will weiterlesen

Predigt: Wie zerbrochene Muscheln (Symbolpredigt mit Muschelbruchstücken) 13. September 2015

muschelquadratAlle Gottesdienstbesucher erhalten je eine Muschelschale, die jedoch zerbrochen ist. In der Predigt geht es um die Bruchstücke unseres Lebens. Wie gehen wir mit unserer eigenen Unvollkommenheit um, und wie reagieren wir auf die Macken und Kanten unseres Nächsten?  (Hinweise zur Praxis am Ende der Seite)

Liebe Gemeinde,
ich habe Ihnen etwas aus dem Urlaub mitgebracht. Das macht man ja so, dass man den Lieben daheim etwas mitbringt. Es sind Muscheln aus dem Mittelmeer, jede und jeder von Ihnen hat nun eine davon in der Hand.  Schön! Gell?
Oder sind Sie vielleicht etwas skeptisch? Weil da etwas nicht stimmt? Haben Sie auch so eine kaputte Muschel erwischt? Wo was fehlt, wo etwas abgebrochen ist? Das ist ja blöd! Also … mit einer schönen Muschel ohne Macke könnte man ja etwas anfangen, da hätte jeder von uns eine Idee. Aber so kaputt, zerbrochen … da fällt einem so schnell nichts ein. ich will weiterlesen

Spielszenen als Predigt: Wasser zum Leben (Johannes 4, 4-14 ) 29. Juni 2014

wasser0Gottesdienst im Grünen: In der Lesung und drei Dialogen geht es um die Facetten der Bedeutung des „lebendigen Wassers“. Der Pfarrer begegnet einer Frau, die ihre Blumen gießt, einem Aquarienfreund und einem Landwirt.

Lesung: Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4, 4-14)

4 Sein Weg führte ihn auch durch Samarien,
5 unter anderem nach Sychar. Dieser Ort liegt in der Nähe des Feldes, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. ich will weiterlesen

Predigt: Eiswürfel (Symbolpredigt) 4. Juli 2010

Was eiswuerfel Bild: Helga Schmadet/pixelio.deliegt näher, als in der heißen Jahreszeit einmal ein eine buchstäblich erfrischende Predigt zu halten? Darum nehmen wir einmal Eiswürfel in den Blick.

 

Die erqickenden Eiswürfel

Es ist Donnerstag, 12:30 Uhr, letzte Schulstunde in der Sommerhitze. Bei 32 Grad Raumtemperatur sitzen die Schüler der fünften Klasse im Reli-Unterricht. Einige fächeln sich mit dem Hausaufgabenheft ein wenig Luft zu. Andere schwitzen still vor sich hin.
Vorne der Lehrer – es geht um den Psalm 23 – er kämpft sich mit den sichtlich erschöpften Schülern durch den ersten Abschnitt: Welche Worte sind euch unbekannt, wozu habt ihr Fragen?
Ein Finger geht hoch: Was heißt eigentlich „erquicken”?
„Ähm ja … auferbauen … also wenn was eine Labsaal ist, dann erquickt es.”
Die Schüler schauen den Lehrer ratlos an.
Er bleibt stehen, fährt sich durchs schweißnasse Haar und überlegt laut: Was wäre denn jetzt so richtig erquickend?
Und dann er fängt er an: „Schließt die Augen und stellt euch vor, ich hätte hier eine Kiste voller Eiswürfel, und mittendrin steckt eine Flasche Cola. Die ziehe ich heraus, nehme ein großes Glas, werfe eine Handvoll von den Eiswürfeln hinein. Dann öffne ich die Flasche, es zischt kurz und dann gieße ich langsam die Cola über die Eiswürfel. Ein Strohhalm noch hinein, und das trinkst du jetzt.”
Ahhh … ein Stöhnen geht durch die Reihen in der Klasse. Ja, liebe Schüler, das ist erquickend! ich will weiterlesen

Predigt: Beim Grillen gehts um mehr als ums Sattwerden (Symbolpredigt) 19. Juli 2009

Liebe Gemeinde,grillen

der Sommer hat schon seinen besonderen Reiz, wenn am Wochenende – und das Wetter passt – der Duft von Gegrilltem durch die Straßen Gollhofens zieht. Meine Nase nimmt das innerhalb von Sekunden ganz präzise wahr: Irgendwo in der Nähe wird gegrillt!
„Hmmm, lecker”, reagiert mein Gehirn fast reflexartig: “Mensch, eigentlich könnten wir auch mal wieder grillen …. der Sommer ist doch sowieso recht kurz, man sollte die Abende wirklich nutzen”, und ich fange an zu überlegen, ob wir noch genügend Holzkohle daheim haben. ich will weiterlesen

Predigt: Christsein als Gießkanne (Symbolpredigt mit Joh 4, 5-30) 30. Juli 2006

Liebe Gemeinde,

Diegiesskannenjpg Gießkanne als solche

eine Gießkanne ist ja kein alltäglicher Predigtgegenstand. Aber die aktuelle Wettersituation legt es irgendwie nahe, dieses Werkzeug einmal theologisch zu betrachten. Denn ich sehe, wie momentan “der Gießer”, wie er auch oft genannt wird, zu einem allabendlichen und unverzichtbaren Instrument der Gartenarbeit wird. ich will weiterlesen