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Predigt: Im klapprigen Omnibus unterwegs zum Ziel (Römer 8, 18-23) 13. November 2016

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Predigt mit dem Motiv eines alten, verrosteten klapprigen Omnibusses Namens Erde, in dem wir durch die Zeit unterwegs sind.

Liebe Gemeinde,
manchmal kommt mir unsere Welt vor wie ein alter klappriger Omnibus, bei dem man sich mit bangem Herzen fragt, ob die alte Kiste denn nochmal durch den TÜV kommt.
Denn da ist ja einiges im Argen! Es fängt ja schon bei der Steuerung an: Wie soll man das Gefährt denn noch lenken, wenn immer öfter seltsame Gestalten in den Regierungen auf diesem Planeten die Führungsrolle übernehmen?
Wenn ich den Motor denke: Das Abgasmanagement funktioniert schon länger nicht mehr … und der Verbrauch – was wir an Rohstoffen verpulvern …. ob wir da überhaupt noch mal die Möglichkeit haben, das Verbrauchte aufzutanken?
Vom Innenraum ganz zu schweigen: Ein einziges Durcheinander! Jeder hätte gerne einen schönen Platz, aber die besten sind schon längst belegt und werden immer aufwendiger herausgeputzt, unterwegs wird Prosecco geschlürft. Gleichzeitig hocken andere mit den einzigen Klamotten, die sie besitzen auf dem feuchten dreckigen Boden.
Die Klimaanlage wird vom Internet gesteuert und verpestet die Luft mit Hass und Hetze, mit Neid und Arroganz.
Wir alle sitzen drin – aussteigen geht nicht.
Alles ächzt und stöhnt und ich weiß nicht, ob es die morschen Bauteile sind, oder die Menschen, die ängstlich durch die Scheiben starren. Was soll das noch werden? ich will weiterlesen

Predigt zur Jahreslosung 2015: Nehmt einander an (Römer 15,7) Neujahrstag, 1.1.2015

Peter Hebgen  / pixelio.de

Bild: Peter Hebgen / pixelio.de

„Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) – Wenn das so einfach wäre! Die Predigt am Neujahrsmorgen versucht die Herausforderung des gegenseitigen Annehmens gleich einmal von der schwierigsten Seite anzugehen: Wie ist es mit den Typen, die mich regelmäßig auf die Palme bringen?

Predigttext im Zusammenhang: Römer 15, 1-7
Wir, die einen starken Glauben haben, sind dazu verpflichtet, auf die Schwachheit der anderen Rücksicht zu nehmen und nicht an uns selbst zu denken. Jeder von uns soll sich so verhalten, dass er seinen Mitmenschen zum Guten ermutigt und ihn im Glauben stärkt.  Auch Christus lebte nicht für sich selbst. Von ihm heißt es: „Die Anfeindungen, die dir, Gott, galten, haben mich getroffen.“
Und aus dem, was in der Heiligen Schrift vorausgesagt wurde, sollen wir  lernen. Sie ermutigt und tröstet uns, damit wir unsere Hoffnung auf ihre Zusagen setzen und daran festhalten. Gott aber, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, helfe euch, einmütig zu sein, so wie es euch Jesus Christus gezeigt hat. Dann könnt ihr alle wie aus einem Mund Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, loben und preisen.
Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob.

Liebe Gemeinde,
so eine schöne Jahreslosung für 2015. Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Was will man mehr? Das ist ja genau das, was uns als Christen auszeichnen sollte. – Einander annehmen, akzeptieren, die Schwächen der anderen ausgleichen, statt sie auszunutzen. So einen Spruch nimmt man gerne ins neue Jahr hinein. ich will weiterlesen

Predigt: Die große (Illusion von) Freiheit (Römer 6, 19-23) 10. August 2014

freiheitWie frei sind wir Menschen eigentlich? Auch Paulus bezeichnet uns als „Sklaven“. Die Frage ist nur, wessen Sklave wird sind und wieviel an echter Freiheit daraus erwächst.

Irgendwie ist dieses Leben wie ein Marktplatz: Alles mögliche wird da getauscht und gekauft. Selten geht dabei Bares über den Tisch.
Da wird die Hoffnung auf eine Traumkarriere als Vertreter gegen die solide Existenz im Büro eingetauscht. Die gute Note in Quali gibt´s nur um den Preis vieler Nachmittage an den Schulbüchern. Ein anderer berauscht sich am Erfolg seiner kleinen Firma und merkt erst Jahre später, dass seine Familie den größten Teil des Preises gezahlt hat. Eine junge Frau verwirklicht sich den Wunsch, in Asien als Architektin bahnbrechend Neues umzusetzen, und verzichtet darum gerne darauf, eine eigene Familie zu gründen. ich will weiterlesen

Predigt: Weihnachten wird in der Krippe entschieden! (Römer 15, 5-15) 11. Dezember 2011, 3. Advent

Ainderkrippeentschiedennders als die Mediamarkt-Werbung behauptet, ist Weihnachten nicht das Fest der Geschenke. Aber weiß denn eigentlich noch, worum es wirklich geht?

Liebe Gemeinde,

Du bist nicht mit eingeladen!

es ist gerade Pause in der Arbeit. In Grüppchen stehen die Kollegen zusammen; eine Wurstsemmel in der Hand und reden miteinander. Du stellst dich zu einigen Kumpels dazu. Vom kommenden Wochenende ist die Rede, man will gemeinsam nach Nürnberg auf den Christkindlesmarkt. Du diskutierst mit, aber als es darum geht, wer mit wem in einer Fahrgemeinschaft unterwegs ist, merkst du: Da hat dich irgendwie keiner auf dem Plan – keiner fragt dich, keiner bietet dir das Mitfahren an – dir wird klar: Du bist eigentlich gar nicht eingeladen gewesen, du standst nur zufällig daneben. Keiner hatte ernsthaft vor, dich mitzunehmen.

Peinlich – und weh tut es auch.  Wenn ich nicht eingeplant bin. Wenn mir bewusst wird: Für dich war das gar nicht gedacht, andere sind dabei; aber du nicht! Eigentlich ist Weihnachten auch so ein Fest. Der Heiland ist geboren, der Messias kommt zur Welt. Aber wirklich für Sie ….und für mich?
Ist das nicht der Messias der Juden, des Gottesvolks?
Denen hat Gott doch den Erlöser versprochen. Dem Volk Israel – was haben wir als Nachfahren der Germanen damit zu tun? ich will weiterlesen

Predigt: Durch die Jahrhunderte: Sünder und Gerechtfertigte (Römer 3,23 f) 31. Oktober 2010

In diesem Jahr fallen Reformationstag und Gollhöfer Kirchweih zusammen. So gehts zur Kirchweih um eine biblische Kernstelle reformatorischer Theologie.

Szene 1494 – Angst und Ablass

Sommer 1494, erst vor wenigen Monaten war die neue Gollhöfer Kirche eingeweiht worden. Über einige Jahre hinweg hatte man daran gebaut, alle haben mitgeholfen. Besser gesagt: hatben mithelfen müssen, denn die strenge Obrigkeit, der Erbschenk aus Einersheim achtete darauf, dass jeder seine Pflicht an Frondiensten ableistete. Sonntags sitzen sie dicht gedrängt auf den rohen Holzbänken. Es ist kalt, vorn im weiten Altarraum steht ein einfacher Tisch mit einem Kreuz. Für mehr hatten die Spenden und Gaben der Gläubigen und des Fürsten nicht gereicht.
Ehrfürchtig folgen sie dem Gottesdienst, auf Latein wird er gehalten. Die meisten verstehen kein Wort, und doch vertrauen sie: Das, was da geschieht, soll sie retten vor dem Zorn Gottes, der mit scharfen Augen jede Schandtat, jede böse Begierde, jeden ungehörigen Gedanken erkennt und bestraft. Hier in der Kirche gibt es Hoffnung, dass Gott nicht ganz so unnachsichtig die Sünden bestraft, dass das Fegefeuer nicht ganz so lange dauern wird, wie es der Priester ihnen androht. Dass man vielleicht doch in den Himmel eingelassen wird. ich will weiterlesen

Predigt: Auf den Standpunkt kommt es an (Römer 10,10) 8. August 2010, Taufe von Tim

Dennkompass wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Römer 10,10

Wo sind wir bloß?

„Das kann doch nicht wahr sein! An dieser Wegkreuzung sind wir doch schon vorhin vorbeigekommen!” Jürgen lässt seinen Rucksack von den Schultern gleiten und setzt sich auf  einen abgesägten Baumstumpf. „Jetzt laufen wir schon eineinhalb Stunden wie die Deppen durch diesen Naturpark und finden unseren Parkplatz nicht”. Claudia nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche und  schaut sich dabei langsam um: Hier sieht aber auch alles so gleich aus. Schau doch noch mal auf die Karte.” Mit einem Seufzer zieht Jürgen die Wanderkarte aus der Seitentasche seines Rucksacks:
„Schau, da ist der Parkplatz, da müssen wir hin. Aber wo sind wir? Da oben oder da drüben? Da ist auch nirgends irgend ein markanter Ort. Wenn wir hier oben wären, dann müsste der Weg hier nach Südosten der richtige ….”
„Ja toll, und was ist, wenn wir da drüben sind? Dann landen wir derweil in Tschechien, wenn wir nach Südosten gehen. Mannomann. Wenńs in einer Stunde dunkel wird … haben wir echt ein Problem!” Jürgen steht langsam wieder auf. „Wir gehen jetzt einfach den Weg nach Westen, irgendwohin muss er ja führen, wir können ja nicht einfach nichts tun…komm auf gehts!” ich will weiterlesen

Predigt zum Reformationstag: Gott sagt: „Passt scho´“ (Römer 3, 21-28), 31. Oktober 2004

Römer 3, 21-28 (Übersetzung: Hoffnung für alle)
Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten: 22   Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, 23   denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes 24   und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. 25  Ihn hat Gott dargestellt zu einem Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; 26   zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, daß er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
27   Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28   Denn wir urteilen, daß ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.
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Predigt: Alles zum Besten? (Römer 8,28) 3. Februar 2003, Taufe von Lukas A.

Röm 8,28
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluß berufen sind.

Liebe Taufgemeinde, Liebe Familie A., Liebe Paten, liebe Angehörige,

in der letzten Woche haben unsere Gemeinden im westlichen Dekanat gemeinsam eine Bibelwoche veranstaltet. In jeder Gemeinde gab es drei Abende zu verschiedenen Texten aus dem Römerbrief. Heute, an diesem Sonntag zum Abschluss der Bibelwoche taufen wir den kleinen Lukas und geben ihm einen Taufspruch aus dem Römerbrief mit, den sich die Eltern selbst ausgewählt haben:
Wir finden ihn im 8. Kapitel, dem 28. Vers:
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluß berufen sind. ich will weiterlesen