Predigt zur Taufe von Lena: Alles ist möglich dem, der da glaubt (Markus 9, 17-27 ) 3. Advent, 17. Dezember 2017

Wie „groß“ muss der Glaube sein, damit „alles möglich“ ist? Bei der Predigt zu Lenas Taufe geht es um Potentiale, Vertrauen und eine Tür zu Gottes Welt, die einen Spalt breit offen steht. Diese Predigt ist im Hauptgottesdienst gehalten worden und kann mit leichten Veränderungen auch im normalen Gottesdienst verwendet werden.

Predigttext: Mk 9, 17-27

Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist.
18 Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn zu Boden; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten’s nicht.
19 Er antwortete ihnen aber und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
20 Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riss er ihn hin und her. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund.
21 Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist’s, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf.
22 Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
23 Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
25 Als nun Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein!
26 Da schrie er und riss ihn heftig hin und her und fuhr aus. Und er lag da wie tot, sodass alle sagten: Er ist tot.
27 Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf

Liebe Tauffamilie, liebe Gemeinde,
„alles ist möglich, dem, der da glaubt”, sagt Jesus dem Vater des kranken Jungen, und tatsächlich ist es auch so: Ein Wunder geschieht! Da kann man nur begeistert sein und sich freuen, dass sich etwas zum Besseren wendet, obwohl man es nie für möglich gehalten hätte.

DER TRAUM VOM „ALLES IST MÖGLICH”

„Alles ist möglich, dem, der da glaubt”, der Taufspruch von Lena, den Sie sich ausgewählt haben, ist einer, der grundsätzlich Hoffnung verbreitet, der irgendwie die Morgensonne warm aufgehen lässt und meine Welt als eine sehen lässt, in der alles möglich ist – eine Welt voller Möglichkeiten, voller Wege, die man gehen kann. Eine Welt, in der es bei meinem Plänen, Wünschen und Hoffnungen keine Stopp-Schilder oder Sackgassen gibt. Das wäre doch wunderbar!

Aber oft genug liegt zwischen diesem Traum und dem, was aktuell ist, so einiges im Wege:
– Ein kopfschüttelndes „das geht nicht”
– So eine wegwerfende Handbewegung, gefolgt von „das schaffst du nicht”
– Der Seufzer „das klappt doch nie”
– Die nüchterne Feststellung „dafür fehlen uns leider die Mittel oder Fähigkeiten.” ich will weiterlesen

Predigt: Wenn das Licht auch in die finsteren Ecken meines Lebens fällt (Markus 1, 32-39) 22. Oktober 2017

Jesus als derjenige, der „Dämonen“ austreibt. Dieses für neuzeitliches Denken ungewohnte Bild nimmt die Predigt auf und sucht nach unseren eigenen Dämonen und finsteren Ecken.

Predigttext: Mk 1, 32-39
32 Am Abend aber, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen.
33 Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür.
34 Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden; denn sie kannten ihn.
35 Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.
36 Und Simon und die bei ihm waren, eilten ihm nach.
37 Und da sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich.
38 Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Orte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
39 Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.

Sie kommen aus dem Dunkel

Liebe Gemeinde,
“am Abend aber, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen.” Die Sonne geht unter, da dauert es keine Viertelstunde in Kapernaum, dann ist es stockfinstere Nacht. Keine Laterne erhellt die Straßen. Und dann kommen sie nach und nach durch die Finsternis zu Jesus geschlichen. Zu dem jungen Prediger, der an diesem Tag schon einige Menschen geheilt hatte – sogar die Schwiegermutter des Petrus. Das nährt die Hoffnung: Wenn es sonst keiner schafft, kann vielleicht er uns helfen. ich will weiterlesen

Predigt: Bin ichs? Die Sache mit dem Verrat (Mk 14, 17-23) 28. März 2013, Gründonnerstag

„Bin ichs?“ fragen die Jünger beim letzen Abendmahl, als Jesus gruendonnerstag13_judasvom verrat spricht. Diese Predigt wirft auch ein Blick in den Film „Der neunte Tag“ von Volker Schlöndorff. Darin diskutiert es Priester mit einem Gestapo-Chef um den Wert des Verrats.

Liebe Gemeinde,
der Verrat des Judas ist ein zentrales Element des Berichts vom letzten Abendmahl Jesu und von seiner Gefangennahme. Und sofort erscheint uns traditionell das Tun des Judas als verwerflich, schließlich ist er damit der Auslöser des Leidens und Sterbens Jesu. Zumindest auf diesen ersten Blick ist es klar, dass der Verrat durch Judas eindeutig zu verurteilen ist. Ich möchte ihnen eine Szene aus dem Film „der neunte Tag” zeigen.
Er spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hauptperson ist der katholische Priester Henry Kremer. Er hatte im von Deutschland besetzen Luxemburg gegen die Nationalsozialisten Widerstand geleistet und war deshalb ins Konzentrationslager Dachau gekommen.  Nun erhält er 9 Tage „Heimaturlaub” von der dortigen Hölle und einen Auftrag: Er soll den Bischof von Luxemburg dazu bewegen, sich öffentlich auf die Seite der Nationalsozialisten zu stellen und mit diesen zusammenzuarbeiten. Wenn ihm das gelingt, müsste er nicht mehr ins Konzentrationslager zurück.  Auch die Familien seiner Geschwister würden nicht mehr von den Nazis gegängelt. Wenn er es nicht schaffen sollte, dass der Bischof die Nationalsozialisten unterstützt, würde man ihn in ein Lager im Osten schicken. ich will weiterlesen

Predigt: Mut zum Dachschaden (Markus 2, 1-12), 30. Oktober 2011

IDachschaden-Bild: Matthias Preisinger/Pixelio.den der Erzählung vom geheilten Gichtbrüchigen wird das Dach eines Hauses beschädigt. Diese Predigt betrachtet das Motiv des “Dachschadens” etwas genauer

Die Heilung eines Gelähmten (Markus 2, 1-12)
1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. 2 Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen. 4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag.
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Predigt: Auferstehung: Schluss mit „Damals”, der Glaube ist “jetzt” (Markus 16, 1-8) 12. April 2009, Ostersonntag

Predigttext: Jesu Auferstehung, Mk 16, 1-8
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.  Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. ich will weiterlesen

Predigt: Alles von alleine? (Markus 4, 30-34) 30. Januar 2005

Unser Predigttext für heute steht im Markus-Evangelium, im 4. Kapitel, Verse 30-34.

Und Jesus sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst,er weiß selbst nicht, wie.
Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.
Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da.

Liebe Gemeinde.
„Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst,er weiß selbst nicht, wie“ – steht in meiner Bibel. ich will weiterlesen

Predigt: Wie groß muß der Glaube sein, damit Wunder geschehen? (Markus 9, 17-27 ) 26. September 1999

Liebe Gemeinde,

in der letzten Woche starb Raissa Gorbatschowa, die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten der UDSSR, Michail Gorbatschow. Sie war schon länger an Leukämie erkrankt, nun in Deutschland in Behandlung. Ihr Mann, war an ihrer Seite. Der einst mächtigste Mann der Sowjetunion, der mit Perestroika und Glasnost Weltgeschichte geschrieben hat, war hier machtlos, wie jeder Andere. In dieser Zeit des Bangens und Hoffens sagte er in einem Interview: „vielleicht wird uns auch der Herrgott nicht vergessen. In solchen Fällen fängt man an, auch über Gott nachzudenken.“ – Soweit das Zitat ich will weiterlesen