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Predigt: Umgraben und Düngen um den Baum meines Lebens (Lukas 13, 1-9) Buß- und Bettag, 18. November 2015

(c) contrastwerkstatt/FotoliaIm Predigttext des Buß-und Bettags,  mit dem Hinweis auf das Massaker im Tempel, scheint sich der Anschlag in Paris  wiederzuspiegeln. In dieser Predigt geht der Blick jedoch nicht nach Frankreich, sondern auf Jesu Ruf zum Bedenken der Ausrichtung des eigenen Lebens. Denn wir sind wie ein von Gott geliebter Baum, der nie weiß, wann der Mann mit der Säge kommt.

(Der Predigttext Lk 13, 1-9 wurde schon als Evangelium gelesen)

Fragen über Fragen

Liebe Gemeinde,

die Frage nach dem „warum“ treibt uns Menschen immer wieder um. Gerade wenn Katastrophen, wenn schlimme Ereignisse unser Fühlen und Verstehen überfordern. Im Predigttext für den heutigen Tag geht es um ein blutiges Massaker, beim dem Pilatus im Tempel mehrere Juden umbringen hat lassen. Mitten im Feiern, genau da, wo sie sich eigentlich am sichersten fühlten – da passierte eine Tat, auf die sich die Menschen damals keinen Reim machen konnten. Sie suchten nach Antworten, nach Erklärungen, suchten nach dem Mitverschulden der Opfer, grübelten nach dem Motiven des Täters. ich will weiterlesen

Predigt: Manchmal braucht man einfach Abstand (Lukas 22, 39-46) Gründonnerstag, 2. April 2015

kapelleMMJesus in Gethsemane: So viel geschieht an diesem Tag vor Karfreitag. So viel ist gefordert. Da reißt sich Jesus los und  sucht im Garten die Einsamkeit. Was ist zu erwarten in den stillem Minuten unter den Olivenbäumen – wenn gleichzeitig im Kopfkino bereits die eigene Kreuzigung läuft?

 

(Lesung des gesamten Predigttextes bereits als Evangelienlesung)

Eigentlich ist es eine ganz besondere Fähigkeit, mit der wir Menschen beschenkt sind: Wir können Geschehnisse erleben und fühlen, obwohl sie noch gar nicht passiert sind. Wer hat das noch nicht erlebt, dass er an den Tagen vor einem großen Fest bereits von Vorfreude durchströmt ist. Im Kopf entstehen Bilder und Szenen: Wie es sein wird, wenn die Gäste kommen und man sie in den Arm nimmt. Der Kaffeeduft der festlichen Tafel steigt mir schon jetzt in die Nase. Das Stimmengewirr, der dominante Klang von Tante Emma, die unentwegt von ihrem Enkel schwärmt – diese ganze kleine Welt mit all den Bildern, Gerüchen und Gefühlen entsteht in meinem Kopf, ist unglaublich präsent da, förmlich spürbar – schon lange bevor der erste Besucher an meiner Türe klingelt. ich will weiterlesen

Predigt: Klug, phantasievoll, vorausschauend und ein bisschen raffiniert (Lukas 16, 1-8) 13. November 2011

Dverwalteras Gleichnis vom untreuen Verwalter kann einen so richtig ärgern! Schließlich lobt Jesus da einen Gauner! Aber dennoch taugt er als Vorbild

Predigttext: Lukas 16,1-8
Jesus sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. [2] Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. [3] Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. [4] Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. [5] Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? [6] Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. [7] Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. [8] Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter , weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. [9] Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.
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Predigt: Zachäus auf dem Ansitz (Lk 19, 1-10) 13. November 2010, Hubertusmesse

Hubertusmesse,zachaeus_jaeger die die Zachäus-Geschichte  mit dem jagdlichen Motiv des Ansitzens verbindet.

Predigttext: Lukas 19, 1-10
1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.
5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm:  „Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.”  6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

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Predigt: Eine Schrecksekunde zum Nachdenken” (Lukas 12, 13-31) 4. Oktober 2009, Erntedank

Der Aufzug bringt es an den Tag

Er kauerte auf dem Fußboden dieser Aufzugskabine und blickte nach oben in das Licht der Neonröhren. Schon seit drei Stunden saß er hier fest – und noch niemand hatte Kontakt mit ihm aufgenommen.
Wie auch? Er war heute der einzige, der am Tag der deutschen Einheit im Gebäude der Rechtsanwaltskanzlei aufgetaucht war. Alle anderen waren daheim geblieben, aber da waren noch diese wichtigen Unterlagen im Büro, die er unbedingt übers Wochenende durcharbeiten wollte. ich will weiterlesen

Predigt zur Kirchweih: Der Zöllner Zachäus,Reservierte Plätze in der Kirche (Lk 19) 26. Oktober 2008)

Aktion kirchweih08_1vor dem Gottesdienst:
Jeder Gottesdienstbesucher wurde mit einer Reservierungskarte ausgestattet, mit der er  die Kirche betreten durfte und mit der er seinen persönlichen reservierten Platz einnehmen durfte.

Begrüßung im Gottesdienst:

Zu unserem Kirchweih-Gottesdienst grüße ich Sie ganz herzlich. Sie, die Gollhöfer, und auch die Gollhöfer, die nicht mehr hier wohnen, aber zur Kirchweih zu Besuch hierher kommen. Haben sie alle ihre Reserviert-Kärtchen? Und liegen sie jetzt vorschriftsm äßig auf der Gesangbuchablage? ich will weiterlesen

Predigt zur Jahreslosung 2005: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“ (Lukas 22, 24) 31. Dezember 2004

Der Losungstext  im Zusammenhang:
Lukas 22, 24-25
24 Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen,  wer von ihnen als der Größte gelten solle.
25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.
26 Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener.
27 Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt?  Ich aber bin unter euch wie ein Diener.
28 Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen.
29 Und ich will euch das Reich zueignen, wie mir’s mein Vater zugeeignet hat,
30 daß ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und  sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. ich will weiterlesen

Predigt: Den Glauben gießen und düngen (Lukas 22, 23) 29. Juni 2003, Goldene Konfirmation

Liebe Goldene Konfirmanden, liebe Gemeinde,

LEBEN IN PHASEN

Vieles in unserer Welt vollzieht sich in Phasen.
Die Corega-Tabs für die dritten Zähne, haben zwei Phasen: eine Reinigungsphase und eine zur Desinfektion der Zähne.
Ein Bausparvertrag hat eine Ansparphase, dann kommt die Ausschüttung, da baut man sein Haus, und dann kommt die Tilgungsphase, in der man seinen Kredit versucht zurückzuzahlen.
Unser Geschirrspülmittel für die Spülmaschine arbeitet sogar mit drei Phasen: eine zur Reinigung, eine zum Klarspülen und die letzte – ganz neue gibt es die – damit die Gläser auf Dauer nicht matt werden. ich will weiterlesen

Predigt: Gottes Sohn oder Josefs Sohn? (Lukas 2, 41-52) 5. Januar 2003

Predigttext: Lk 2, 41-52
[41] Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest.
[42] Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes.
[43] Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten’s nicht.
[44] Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
[45] Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.
[46] Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.
[47] Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.
[48] Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
[49] Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?
[50] Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
[51] Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
[52] Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. ich will weiterlesen

Predigt: Ist Gott wie ein ungerechter Richter? (Lukas 18, 1-8) 11. November 2001

Liebe Gemeinde,
aus irgend einem Fernsehkrimi habe ich folgende Szene in Erinnerung:
Heimtückisch wurde ein Mann von seinem Feind niedergeschlagen. Das Opfer liegt schwerverletzt da, im Sterben. Der Täter ist bereits davongelaufen. Da kriecht das Opfer mit letzter Kraft an den Schreibtisch, zieht ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber zu sich herunter und kritzelt den Namen des Täters auf den Zettel. Dann bricht er tot in sich zusammen.
Warum? Wieso schreibt der Ermordete noch den Namen seines Mörders auf? Er hat ja nichts mehr davon. Er ist tot, egal ob später der Mörder gefasst wird oder nicht. Lebendig wird er davon nicht mehr.
Aber trotzdem verlangt der Ermordete mit seinem Zettel nach Gerechtigkeit. Ihm ist wichtig, dass die Tat an ihm gesühnt wird. Dass der Mörder gefasst wird. Erst dann ist die Welt wieder im Gleichgewicht, dann hat der Tote auch seine Ruhe, wie man so sagt. ich will weiterlesen