• Werbung

Predigt zur Kirchweih: „Bassd scho“ (7. Oktober 2017) Römer 3, 23

Vor Beginn dieses Kirchweih-Gottesdienstes erwarten die Kerwa-Burschen und Kerwa-Madli die Gottesdienstbesucher und nehmen Maß: Die Körpergröße jedes Einzelnen wird gemessen, dann wird festgestellt, ob er zu den Top3 der größen oder kleinsten gehört. So entsteht am Kirchenportal eine Liste der Größen und Kleinsten, die heute in den Gottesdienst gekommen sind. An dieser Erfahrung des Gemessen-Werdens knüpft dann die Predigt an und schlägt den Bogen zur Rechtfertigung vor Gott.

Liebe Gemeinde,

so, nun wissen wir, wer die längsten und kürzesten Gottesdienstbesucher sind. Auf den Zentimeter genau haben wir das jetzt einmal gemessen.
Ein bisschen hat mich das an meine Kindheit erinnert. Da wurden die Kinder auch immer wieder mal gemessen: Dazu standen wir im Türstock und auf dem Kopf wurde waagerecht ein Stift hingehalten, mit dem dann ein Strich an den Türstock gemalt wurde. Schließlich wurde mit dem Zollstock nachgemessen, und so war klar, wie groß, bzw. wie klein man war.
Diese Striche hat keiner mehr wegradiert, so blieb an der Türe sichtbar der Strichcode vom Wachstum der Kinder.

Nun ja: Das kann ja auch etwas sein, was einen mit Stolz erfüllt, wenn man tatsächlich schöne Wachstums-Fortschritte macht.
Nicht so lustig ist es, wenn da nichts so richtig weitergeht. Wenn in der achten Klasse der Sportlehrer jedes Mal die Schüler anweist, sich der Größe nach aufzustellen – und man immer zu der Handvoll gehört, die sich am kleinen Ende hinstellen muss. ich will weiterlesen

Predigt mit Anspiel zur Kirchweih: Taufe – das Tattoo für die Ewigkeit (21. August 2016)

Zurkerwastempel2016 Kirchweih nehmen wir die Kirche als Ort der eigenen Taufe in den Blick. Zur Begrüßung erhalten die Gottesdienstbesucher einen Stempelabdruck auf den Arm. Darauf das uralte (und vielen unbekannte) Siegel des ersten Kirchleins, das hier im Ort stand. Dazu eine Reihe von Verben, die beschreiben, was uns Christen vor Ort ausmacht. Die Ortsburschen und Madli, die die Dorfkirchweih mitgestalten, sind auch die Akteure des Anspiels, das den Vergleich Tattoo und Taufe entwickelt.

Szene der Ortsburschen &-Madli:
A: hat ein neues Tatto, ziemlich stolz
B: Hat ein Tatto “Juliane” am rechten (!) Unterarm
C: Ohne Tatto, hat aber etwas Besonderes vor…

Die drei Kumpels (A,B,C) treffen sich, begrüßen sich …
A: Hi, ich muss euch mal was zeigen: Schaut, da, mein neues Tattoo.
C: Mann, da ist ja echt klasse geworden. Wie lange hast du das schon?
A: So zwei Wochen. Der Tätowierer hat echt was auf dem Kasten. Der ist zwar echt nicht billig, aber dafür schaut´s dann auch wirklich gut aus. (Zu B) Und was sagt du?
B: Ja…. klar ist schon wirklich gut gemacht, auch das Motiv ist mal ein bisschen was anderes, als das, was momentan überall gestochen wird. Hmm, schon cool.
A: Klar, des ist immer ein bisschen blöd mit diesen Mode-Motiven, die sich dann jeder Kasper machen lässt, bloß weil es grade in ist. Die sollen ja schließlich ein Leben lang passen. Ich hab bei meinem Tattoo jetzt auch ewig hin und her überlegt, bevor ich mich entschieden habe.
B: Wen sagst du das, achau, hier auf meinem Unterarm:
C: Ja, da steht der Name von deiner Freundin Juliane.
B: EX-Freundin! – Sie ist weg und das blöde Tattoo ist immer noch da. So ein Mist. ich will weiterlesen

Predigt: Kirche – Hier ist etwas anders! (1.Mose 28,10-19a) Predigt zur Kirchweih, mit Aktion, 11. Oktober 2015

kerwabrunn2015hellkleinDie Erzählung von Jakobs Himmelsleiter ist die Basis dieser Predigt und zielt auf das Besondere eines Ortes, an dem ich Gott begegne. Zur Kirchweih in diesem Jahr haben wir die Wertschätzung dieses Ortes dadurch ausgedrückt, dass wir am Ende des Gottesdienstes, unsere Kirche umarmt haben: Wir bildeten Hand in Hand einen großen Kreis um die Kirche und schlossen mit einem feierlichen Lied ab. In der Zeitung zuvor wurde die Aktion angekündigt – schließlich ist es je nach Größe der Kirche nicht ganz einfach, diesen Kreis zu schließen.

(Hinweis: Der Predigttext von Jakobs Traum von der Himmelsleiter wurde bereits zuvor als AT-Lesung vorgetragen)
Kirchen, Tempel …  solche Orte, von denen die Leute meinten, dass diese etwas Besonderes wären, und dass man dort regelmäßig vorbeischauen müsste – das war nicht sein Ding.
Das hatte nicht nur damit zu tun, dass er nicht so im klassischen Sinn „fromm“ war. Obwohl – naja, vielleicht gabs da ja doch einen inneren Zusammenhang: Denn er war ja jetzt nicht so der besonders vorbildliche Erdenbürger. Da war einfach zu viel passiert … er war da eben irgendwie jung, dumm und übermütig gewesen, die eigene Mutter spielte da auch keine allzu rühmliche Rolle … jedenfalls diese Story – die ging ihn immer wieder nach und ließ ihn einfach nicht los. ich will weiterlesen

Predigt: Zur Kirchweih wird sich rausgeputzt (Matthäus 22, 2-14) 17. August 2014, Kirchweih in Wilhelmsdorf

Zrausgeputztu dieser Kirchweih-Predigt gab es eine Aktion. Die Gemeindeglieder waren aufgerufen worden, sich zum Kirchweihgottesdienst „herauszuputzen“ entweder besonders elegant, oder auch auch provokant leger (bis zum Schlafanzug). Vor der Kirche wurden dann alle Besucher durch die Kerwa-Buschen und Kerwa-Madli empfangen und einer optischen Prüfung unterzogen. Immer mit dem gleichen Ergebnis: „Eine Kleinigkeit fehlt noch!“ SO wurden sie ausgestattet mit einer Auswahl verschiedener schmückender Accessoires. Was das alles soll? Das erklärt erst die Predigt.

Liebe Wilhelmsdorfer Gemeinde,

zur Kirchweih wird sich rausgeputzt. Eigentlich, könnte man denken, ist es doch heutzutage völlig egal, was einer anhat. Ob Blümchenkleid, Dirndl, Hochzeitsanzug, Jeans, Arbeits-Overall oder Schlafanzug. Es ist doch nur etwas öberflächlich-äußeres, was wir da auf der Haut tragen … könnte man denken. ich will weiterlesen

Predigt: Kirche muss sich nicht verstecken (Apg 17, 22-34) 18. August 2013, Kirchweih

 

Kirchweihpredigtkirchweih13 zur Areopagrede des Paulus: „Hock dich middennei und trau dich, dei Meinung zum sogn – grad wenns umḿn Gaubm geht“

Der Predigttext für heute steht in der Apostelgeschichte, im 17. Kapitel. Darin wird berichtet, wie Paulus auf dem großen Versammlungsplatz der Stadt Athen, dem Areopag eine Rede hielt:

Da stellte sich Paulus vor alle, die auf dem Areopag versammelt waren, und rief: „Athener! Mir ist aufgefallen, dass ihr euren Göttern mit großer Hingabe dient; denn ich habe in eurer Stadt viele Heiligtümer gesehen. Auf einem Altar stand: ‚Dem unbekannten Gott.‘ Von diesem Gott, den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen, spreche ich. Es ist der Gott , der die Welt und alles, was in ihr ist, geschaffen hat. Dieser Herr des Himmels und der Erde wohnt nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben.  ich will weiterlesen

Predigt: Unsere Kirche ist ein Geschenk (Symbolpredigt) 18. August 2012, Kirchweih

kerwa2012Kirchweihpredigt zu unserer Schleifchenaktion: Unsere Kirche ist ein Geschenk, darum machen wir ein Schleifchen drum. Mehr über die Schleifchenaktion finden Sie am Ende der Seite.

Da steht sie also nun, unsere Hugenottenkirche, mit ihrem Schleifchen drum herum. Das Geschenk – das unserer Gemeinde einst von  Isaak Daniel Buirette vermacht wurde. Und heute feiern wir dieses Geschenk – und begehen die Kirchweih – und werden dieses Geschenk dann ja auch auspacken … und dann? Was fangen wir damit an?

Geschenkstrategien Nummer 1 – „gut, dass sie da ist”

Wir gehen mit Geschenken ja ganz unterschiedlich um: Ich nenne mal drei Hauptstrategien. ich will weiterlesen

Predigt: Renovieren und Reformieren: Abschied nehmen vom Alten (Historienpredigt) 1. November 2010, Kirchweihmontag

Predigt kirchweihmontag2010zum Kirchweihmontag mit Lesung aus der Historie Gollhofens: 1735 – 1750

Liebe Gemeinde,
auch an diesem Kirchweihmontag werden wir einen Blick in die Gollhöfer Geschichtsbücher. Hinein in das 18 Jahrhundert. Eine Zeit, in der die Herrscher sich gerne als absolutistisch regierende  Lichtgestalten verstanden. Aber zugleich wandelte sich die Welt: Die Aufklärung bricht sich langsam Bahn, eine immer besser gebildete Bevölkerung wird selbstständiger, lässt sich von Herr-schern und Kirche nicht mehr alles weismachen, sondern versucht mittels des Verstandes sich selbst ein Urteil zu fällen. So ist es nicht mehr weit bis zu den großen Umwälzungen der französichen Revolution am Ende dieses Jahrhunderts.
Aber von diesen großen Bewegungen ist um 1730 auf dem Land noch weit und breit nichts zu sehen. Ich beginne im Jahr 1735. Das Pfarrhaus samt nebenstehendem Waschhaus war 3 Jahre zuvor neu erbaut worden. ich will weiterlesen

Predigt zur Kirchweih: Der Zöllner Zachäus,Reservierte Plätze in der Kirche (Lk 19) 26. Oktober 2008)

Aktion kirchweih08_1vor dem Gottesdienst:
Jeder Gottesdienstbesucher wurde mit einer Reservierungskarte ausgestattet, mit der er  die Kirche betreten durfte und mit der er seinen persönlichen reservierten Platz einnehmen durfte.

Begrüßung im Gottesdienst:

Zu unserem Kirchweih-Gottesdienst grüße ich Sie ganz herzlich. Sie, die Gollhöfer, und auch die Gollhöfer, die nicht mehr hier wohnen, aber zur Kirchweih zu Besuch hierher kommen. Haben sie alle ihre Reserviert-Kärtchen? Und liegen sie jetzt vorschriftsm äßig auf der Gesangbuchablage? ich will weiterlesen

Predigt: Ist der Maßkrug halbvoll oder halbleer? (Lukas 6,38) 28. Oktober 2007

Liebe Gemeinde,masskrug2

ist die Maß hier halbvoll oder ist sie halbleer? Genau ein halber Liter ist da drin. Und zu später Stunde könnten zwei leicht angesäuselte Kerwabuschen wahrscheinlich über Stunden diskutieren und streiten, ob dieser Füllstand halbvoll oder halbleer heißt. Weil irgendwie ja beides stimmt.

Halbvoll oder halbleer ?

Die Frage um das halbleere Bierglas hat schon Philosophen auf den Plan gerufen, und vor ein paar Jahren kam sogar ein Buch heraus, in dem sich eine amerikanische Psychologin (Susan Vaughan) mit diesem Problem auseinander gesetzt hat. Sie sagt, dass die Sichtweise davon abhängt, ob man eher optimistisch oder pessimistisch eingestellt ist. ich will weiterlesen