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Predigt: Wer motiviert hier wen? (Jesaja 63,15 – 64,3) 2. Advent, 10. Dezember 2017

In Jes 63,15f geht Jesaja mit seinem Gott hart und vorwurfsvoll ins Gericht und malt ihm vor Augen, wie er sich dessen Eingreifen auf der Erde erwartet. Muss der Prophet jetzt Gott motivieren – oder ist es doch umgekehrt?

Predigttext: Jesaja 63, 15-64,3
Gott, blick vom Himmel herab und sieh her von deiner heiligen herrlichen Wohnung! Wo ist dein leidenschaftlicher Eifer und deine Macht, dein großes Mitleid und dein Erbarmen? Halte dich nicht von uns fern! Du bist doch unser Vater; denn Abraham weiß nichts von uns, Israel will uns nicht kennen. Du, Herr, bist unser Vater, „Unser Erlöser von jeher“ wirst du genannt.
Reiß doch den Himmel auf und komm herab, sodass die Berge zittern vor dir. Komm wie ein Feuer, das Reisig entzündet, wie ein Feuer, das Wasser zum Sieden bringt. Mach deinen Feinden deinen Namen bekannt, sodass die Völker zittern vor dir, wenn du schreckliche und nie erwartete Taten vollbringst. Komm herab, sodass die Berge erzittern vor dir. Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen.

Der energische Anpfiff eines Unzufriedenen

Liebe Gemeinde,
da sitzt die Mannschaft frustriert im Umkleideraum, das Spiel war eine einzige Blamage. Es ist ja schon länger einiges im Argen – aber eine derartige Klatsche hat dann doch keiner erwartet. Entsprechend entlädt sich der Frust des Trainers:

Na ihr Helden! Wo wart ihr denn heute 90 Minuten lang? Also auf dem Platz habe ich euch nicht wirklich wahrgenommen. Lagt ihm im Gedanken noch daheim in euren schicken Villen mit den tollen Pool? Das kann es doch nicht sein! Keine Leidenschaft, keine Energie. Wie wäre es denn, wenn ihr mal wieder eure Leistung abrufen würdet? Ich weiß doch, dass ihr das könnt!
Wenn die Brezenverkäufer im Stadion schlecht drauf sind, ist auch schon schlimm – aber umso mehr sind wir auf euch angewiesen. Wer soll es richten wenn ihr das jetzt richt reißt? Ich will euer Feuer sehen, euren Willen zu Sieg, dass ihr euch nicht zu schade seid, in die Zweikämpfe zu gehen. Ich sage es euch: Dann würde das alles ganz anders aussehen, dann wären die Ränge und die Stadionkassen wieder voll. Und die Fans würden den Namen unseres Vereins mit Respekt aussprechen, weil euch der erste Tabellenplatz gehört. ich will weiterlesen

Predigt: Schwerter zu Pflugscharen (Jesaja 2, 1-5) 6. August 2017

„Schwerter zu Pflugscharen“ – in einer Zeit, die in vielen Perspektiven immer mehr aufrüstet? Jesajas Rede verweist auf unsere Verantwortung, aber auch darauf, dass wir Frieden nicht selbst schaffen können.

Predigttext: Jesaja 2, 1-5
Dies ist das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, schaute über Juda und Jerusalem.
2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen,
3 und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
4 Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
5 Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

 

Liebe Gemeinde,

“Schwerter zu Pflugscharen” – dieses Wort des Propheten hat die Friedensbewegung geprägt.
Ja … die gabs einmal … damals, als Westen und Ostern immer mehr aufrüsteten. Mit Massenvernichtungswaffen versuchte man ein Gleichgewicht der Abschreckung herzustellen. Und viele fühlten sich wie auf einem Pulverfass, bei dem man sich fragte, wie lange es noch dauern wird, bis einmal die gesamte Menschheit bei einem weltweiten Nuklearen Schlagabtausch in einem Flammenmeer untergeht.
Und die Erleichterung war groß, als das Klima taute und die Großmächte USA und UDSSR bzw. Russland endlich bereit waren, diese tödlichen Arsenale zu reduzieren.
Endlich schien der Frieden gesichert. Und jetzt? Geht das schon wieder los? Nordkorea zündelt mit Raketen wie ein unreifes Kind, dem eine gefährliche Waffe in den Schoß gefallen ist. Nicht viel, anders sieht es im Iran aus. Und an den Schlüsselpositionen vieler mächtiger Staaten weiß man auch nicht mehr so genau, ob die von Drohungen und Machtbewusstein strotzenden Reden uns nicht geradewegs in eine Welt zurückführen, die wir vor über 20 Jahren hinter uns gelassen hatten.
Schwerter zu Pflugscharen …. und jetzt wieder neue Schwerter? ich will weiterlesen

Predigt: Mit Gott durch Licht und Finsternis (Jesaja 45, 1-8) Epiphanias, 6. Januar 2015

Kyros der GroßeDer Feldherr König Kyros als Werkzeug Gottes? Mit allem, was er an Blut an den Fingern hat? Jes 45, 1-8 wirft die Frage auf, inwieweit Gott Mittäter bei all dem Finsteren ist, was auf unserer Welt geschieht: „der ich Frieden gebe und schaffe Unheil“!

Liebe Gemeinde,
unser Predigttext von heute gehört zu denen, die erst einmal eine kleine Zeitreise erfordern, um einordnen und verstehen zu können, worum es in den folgenden Sätzen geht.

Babylon anno 539 vor Christus

Wir müssen uns nach Babylon, in den jetzigen Irak versetzen, 539 Jahre vor Jesu Geburt. Dort lebte –  inzwischen seit einer Generation – eine große Gruppe von Israeliten, die einst nach der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier hierher verschleppt worden waren. Ihre Aussicht auf eine Rückkehr in die alte Heimat war bislang denkbar schlecht gewesen. Die Babylonier sahen gar keinen Grund, die ausreisen zu lassen. ich will weiterlesen

Predigt: Im Buswartehäuschen an SEINER breiten Straße (Jes 40, 1-8) 16. Dezember 2012, 3. Advent

Awartehaueschendventspredigt zu Jesaja 40, 1-8: Wenn Menschen auf Gottes Ankunft warten

Predigttext:
Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.
2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.
3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden;
5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat’s geredet.

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Predigt: Enttäuschte Liebe (Jesaja 5, 1-7) 4. März 2012

Iweinbergliedm Weinberglied des Jesaja finden Enttäuschung und Traurigkeit ihren Ausdruck. Aber es geht darin auch um die Treue Gottes zu seinem Volk.

Predigttext: Jes 5, 1-7  wird im  Laufe der Ansprache stückweise zitiert

Liebe Gemeinde,
wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte;

Ein Lied stimmt Jesaja an. War es in der Runde von Freunden oder doch eher auf dem Marktplatz, vor großem Publikum? Ein Liebeslied, da waren sich seine Zuhörer sicher – denn wenn man von einem Mann singt, der sich um seinen Weinberg bemüht, und gräbt und buddelt, und hegt und pflegt, und gießt und düngt, und Geld investiert, so dass sein Herz dran hängt … da kann es doch nur um eine Frau gehen, die er da nach allen Regeln der Kunst umwirbt. Es war ja auch nicht das erste Lied, in dem man damals die Frau des Herzens mit einem Weinberg verglich. ich will weiterlesen

Predigt: Wenn Herzen sich verändern… (Jesaja 29, 17-24) 11. September 2011, Predigt zur Installation in den Gemeinden Brunn und Wilhelmsdorf

PBild "Herz" - Simone Hainz/pixelio.deredigt zu meiner Installation als Pfarrer für Wilhelmsdorf und Brunn.

Predigttext : Jesaja 29, 17-24
Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 18 Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19 und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. 20 Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21 welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen. 22 Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. 23 Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände – seine Kinder – in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. 24 Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.

Das Herz ist das Problem!

Herr Doktor, aber des wird so wieder? – Oder? Ich meine, sie kennen sich da doch aus … also … sie haben so was schon mal behandelt, gell? Da muss man doch was machen können.
Ja, sagt der Arzt, neigt seinen Kopf nach unten und schaut seinen Patienten über die Oberkante der Brille hinweg an, ihr offenes Beis ist ja eigentlich nicht das zentrale Problem. ich will weiterlesen

Predigt: An der Hand gehalten (Jesaja 41,13) 8. März 2009 , Taufe von Valentin

Jes 41,13: Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir

Liebe Familie P.,

Am Sonntagnachmittag ist Spaziergehzeit. Im Minimalfall umkreisen wir das Dorf: Beim Kindergarten Richtung Sportplatz runter, auf der anderen Seite bei den Wirschings wieder hoch. Unsere Töchter sind noch mit dabei, meistens ein paar Meter vor oder hinter uns. Aber eben nur meistens – denn wenn z.B. andere Spaziergänger mit Hund kommen, dann sind unsere Kleinen ein bisschen näher, und dann dauerts nicht lange, bis eine kleine Hand nach meiner sucht. „Papa, Hand geben…!”. Und an Papas Hand ist auch ein großer ungewaschener Hund kein Problem. ich will weiterlesen

Predigt: Alles richtig gemacht … und doch falsch! ( Jesaja 58 1-9) 3. Februar 2008

Liebe Gemeinde,fasten
der Prophet Jesaja hat mal wieder eine schwere Aufgabe. Gott hat ihm aufgetragen, dem Volk Israel eine ordentliche Strafpredigt zu halten. Das ist er ja gewohnt – aber diesmal fühlt er sich gar nicht wohl in seiner Haut. Denn diejenigen, die sich sein prophetisches Donnerwetter anhören müssen, sind diejenigen, die in religiöser Hinsicht eigentlich alles richtig machen.
Fromme Leute, die alle kultischen Regeln des Alten Testaments einhalten. Sie bringen alle vorgeschriebenen Opfern dar und fasten an den dafür vorgesehenen Tagen. Es geht um die Menschen, die sich das Leben nicht leicht machen, sondern die Regeln Gottes einhalten.  Deshalb gehören diese Leute zu jenen, für die Jesaja eine gewisse Wertschätzung empfindet. ich will weiterlesen

Predigt: Um Hilfe rufen und sich trösten lassen (Jesaja 51,9-16) 14. Januar 2007

Predigt zur Jesaja-Verheißung mit Seitenblicken auf das aktuelle Stück des Gollhöfer Theatervereins “Auch Drachen sind nur Menschen”.

Unser Predigttext für den heutigen Sonntag steht beim Propheten Jesaja, im 51. Kapitel:
Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat?
Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, daß die Erlösten hindurchgingen?
So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen. ich will weiterlesen

Predigt: Es ist ein Ros entsprungen (Jesaja 11 mit einem Bild von Barbara Helfer) 25. Dezember 2006, Erster Weihnachtsfeiertag

Liebe Gemeinde,Rosentsprungen

Mutter und Kind in der Rose

ein Bild, gemalt von der Künstlerin Barabara Helfer, haben Sie in der Hand. Und wahrscheinlich nehmen Sie zwei Dinge gleichzeitig wahr: Eine Rose, in rot-gelbem Farbton … und zugleich diese angedeutete Frau mit dem Kopftuch. Sie ist leicht vornüber gebeugt, und im Halbrund vor ihrer Brust scheint der Kopf eines Kindes sichtbar zu sein.
Es ist fast wie ein Vexierbild – bei dem mal das Eine, mal das Andere erkennbar wird und sich in den Vordergrund schiebt. ich will weiterlesen