Andachten auf Charivari 98,6 im September 2010

Andachtenreihe um berühmte Paare der Bibel
Montag: Adam und Eva
Dienstag: David und Goliath
Mittwoch: Saulus und Paulus
Donnerstag: Martha und Maria
Freitag: Simson und Delaila
Samstag: Kain und Abel

Adam und Eva

Guten Morgen! In dieser Woche will ich Ihnen einige Paare der Bibel vorstellen:  Adam und Eva zum Beispiel.
Das erste Liebespaar der Weltgeschichte. Aber das ist ja nicht lange gut gegangen: Denn da war ja dieser Baum mit den verbotenen Früchten und obwohls verboten war, haben beide davon genascht. Deshalb gabs ja Riesenärger und  mit dem Paradies wars für die beiden vorbei. Total typisch finde ich die Reaktion von Adam, als ihre gemeinsame Tat aufgeflogen ist: „Ja Gott, ich kann ja nichts dafür. Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, die hat mir ja den Apfel gegeben“.  Da haben beide gemeinsam Mist gebaut und jetzt wills keiner gewesen sein und einer hackt auf dem anderen rum.

Das gibt’s bis heute bei Liebespaaren: Statt in Krisen zusammenzuhalten und gemeinsam einen Fehler auszubaden macht man sich gegenseitig Vorwürfe und zerfleischt sich förmlich. Ja, so fliegt man  aus dem Liebes-Paradiesgarten ganz schnell im hohen Bogen raus. Tja, die Geschichte von Adam und Eva ist eine Erzählung aus grauer Vorzeit. Die ist halt so passiert, kann man nix machen. Dass sowas mir und meiner Frau heutezutage nicht nochmal passiert, dafür sind wir selber selber verantwortlich. Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

David und Goliath

Guten Morgen, Paare der Bibel stelle ich ihnen in dieser Woche vor. Adam und Eva warens gestern, heute hab ich mir David und Goliat vorgeknöpft.
Vorgeknöpft – da sind wir schon beim Thema: Der kleine Hirtenjunge besiegt  im Duell die muskelbepackte Kampfmaschine Goliath. Zuvor hatten hunderte von gutausgebildeten Soldaten den Schwanz eingezogen.  Denn Golitah war einfach zu unheimlich: Bärenstark, großspurig im Auftreten, machtbewusst. Er hatte alles was einen widerlichen Großkotz ausmacht. Also eigentlich wars wie immer: Die Großen dominieren, die Kleinen sind die dummen. Aber dann kam dieser kleine David. Mit Mut und Gottvertrauen – und einer Steinschleuder. Ehrlich: Das war schon ein Wunder, dass David gewonnen hat, das hätte keiner erwartet. Vielleicht ist deshalb das Paar „David und Goliath“ unvergessen:
Weil es Hoffnung macht: Dass es doch immer wieder klappt, dass die Kleinen nicht immer die Dummen sind, sondern auch einmal den Sieg davontragen. Man muss es halt versuchen: Wie David: Mit Mut und Gottvertrauen – äh, die Steinschleuder lassen sie aber bitte lieber daheim. Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

Saulus und Paulus

Guten Morgen. Paare der Bibel stelle ich ihnen in dieser Woche vor. Adam und Eva, David und Goliath, Saulus und Paulus.
Moment: Saulus und Paulus – das ist ja eigentlich ein und die selbe Person. Der Apostel hat ja nur seinen Namen gewechselt, als er Christ geworden ist. Naja, die Idee mit der Namensänderung war ja ganz passend: Denn für ihn hat sich ja damals mit seiner Taufe alles verändert. Er, der oberpingelige Besserwisser, der jedes biblische Gebot 100%ig einhalten wollte. Der unbarmherzig auf die runterschaute, die ihr Leben nicht so gut im Griff hatten wie er. Der sich einbildete, dass Gott nur die liebt, die wie Maschinen leben, die Regeln befolgen und so funktionieren, wie mans von ihnen erwartet. Vom Saulus zum Paulus hat er sich gewandelt: Er hat erkannt, wie es frei macht, wenn man weiß:  Ich kann und muss als Mensch nicht perfekt sein. Ich darf Fehler machen und dennoch hat Gott mich lieb.  Dass Gott uns vergibt, das war für ihn eine neue Erfahrung

Ich selber bin manchmal auch so ein bisschen  Saulus, will perfekt sein, will mir Gottes Liebe verdienen.  Da bin ich froh, dass es den Paulus gibt: Der sagt mir: Es ist schön und gut, wenn du alles richtig machen willst. Dann sei glücklich über die Hälfte, die klappt. Und bei der Hälfte, wo es schiefgeht, da sei auch glücklich, weil Gott dir vergibt.Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

Martha und Maria

Um berühmte Paare der Bibel geht’s in dieser Woche in der Andacht.  Zum Beispiel Martha und Maria. Die beiden Schwestern hatten einmal Jesus zu Besuch. Martha steht in der Küche und rotiert, damit sie was ordentliches auf den Tisch bringt. Maria sitzt derweil in der guten Stube bei ihrem Gast, hört Jesus zu, stellt Fragen, ist so für ihn da. Irgendwann platzt Martha in der Küche der Kragen und sie schimpft über Maria, die faule Nuss, die nur dasitzt und nicht mithilft. Und ehrlich gesagt hat Martha meine volle Unterstützung: Maria soll jetzt auch mal mit anpacken!

Aber es kommt anders. Jesus bremst die fleißige Biene und erinnert sie: „Hallo, ich bin heute für euch da. Das ist eure Chance, jetzt einmal mit mir zusammenzusein, euch selbst, eurer Seele etwas gutes zu tun. Dass ihr fleißige Hausfrauen seid, das glaube ich euch auch so.“ Zwischen Martha und Maria hin-und hergerissen sein. Das kenne ich. Ärmel hochkrempeln, was schaffen, nicht nutzlos Zeit vergeuden – das macht die Martha in mir. Manchmal hätte ich gern ein bisschen mehr von Marias Talent:  Das Gespür zu haben, wann der Zeitpunkt ist, einen Gang zurückzuschalten. Für einen Gast dazusein ohne groß aufzukochen. Einen Sonnenuntergang zu anzuschauen ohne hektisch nach der Fotokamera zu suchen. Einen uwiederbringlichen Moment zu genießen, einfach weil er da sind. Vielleicht klappts ja bei ihnen besser als bei mir. Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen

Samson und Delaila

Guten Morgen. Auch heute sollst um ein Paar der Bibel gehen: Samson und Delaila. Der Volksheld Samson, der mit unglaublicher Kraft für die Iraeliten zahlreiche Siege errungen hat, verliebt sich in eine Frau aus dem Lager der Feinde. Er erliegt ihrem Liebreiz und Charme – und fällt durch ihre Heimtücke den Gegnern in die Hände. Liebe macht blind – auch so einen Helden. Tragisch. Aber ist es nicht gerade das Schöne an der Liebe, dass sie den anderen in einem anderen Licht sieht? Dass sie den andern anders ansieht als die Freunde oder Eltern. Dass sie in der Lage ist, über manche Schwächen des anderen hinwegzusehen?

Natürlich birgt dieser Blick des Verliebten Risiko. Aber wie soll es denn gehen: Den andern mit Haut und Haaren lieben, sich auf ihn einlassen und gleichzeitig immer auf dem Sprung sein … es könnte ja schiefgehen? No Risk – no Love. Scheinbar geht’s kaum anders. Ich wünsche ihnen Glück in der Liebe, dass sie lieben können ohne immer auch nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Und ich wünsche ihnen, dass ihnen solche Liebes-Katastrophen wie bei Samson und Delaila erspart bleiben.

Kain und Abel

Guten Morgen, Kain und Abel sind das letzte biblische Paar in dieser Woche. Zwei Brüder, Söhne von Adam und Eva. Damals, wo man denkt, die Welt wäre da noch in Ordnung. Und dann erschlägt Kain seinen Bruder – bringt ihn um.   Dass Geschwister sich gegenseitig umbringen… das geht doch gar nicht ….  die sind doch eigentlich miteinander verbunden wie sonst keine Menschen – das kann man sich gar nicht vorstellen, und doch muss man in der Zeitung immer wieder davon lesen. Oft geht’s da um lang schwelende Konflikte, die sich aufgrund einer Kleinigkeit explosiv entladen … und plötzlich steht da ein Kain neben seinem toten Abel.

Ich weiß nicht, ob man so etwas verhindern kann. Oft genug gibt’s da ja auch Spannungen zwischen den Geschwistern, bis ins hohe Alter. Das ist  mühsam, sich anzunähern, wenn man sich verkracht hat. Da kriegt man statt eines netten Wortes auch manchmal noch mal eine verbale eine reingewürgt. Aber trotzdem: Weils der eigene Bruder ist, sollte man es immer wieder versuchen,  weil Kain- und Abel: So etwas will ja keiner von uns nur ansatzweise riskieren. Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

 

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