Andachten auf Charivari 98,6 im Mai 2012

– Es grünt und blüht
– Prioritätenfrage
– Jubelkonfirmation
– Alles ist möglich!
– gute Ideen säen

Es grünt und blüht

Guten Morgen,
ich weiß gar nicht, weshalb manche Leute ihren Rasen sprengen wollen: Meiner explodiert momentan von ganz alleine! Enorm: Der Löwenzahn schießt in die Höhe, das Vergissmeinnicht ploppt auf, dem Gras kann man fast beim Wachsen zuschauen: Jeden Morgen, wenn ich aus dem Fenster schaue, ist alles ein bisschen grüner und ein bisschen größer. Im Frühlingslied „geh aus mein Herz“ gibt es die Zeile: De Weizen wächset nmit Gewalt, darüber jauchzet Jung und Alt. Ja, es ist eine reine Freude, zu sehen, wie es da draußen vorwärts geht. Es ist eine wahre Pracht! Und irgendwie ein Geschenk! Dass mir das Leben derart entgegenwächst.
Wir gehen mit dieser Natur ja nicht gerade besonders sorgsam um – Aber davon lässt sie sich in ihrem Willen zum Wachsen und Grünen nicht aufhalten. Das Leben setzt sich durch.
Heute abend werde ich mich, mal wieder raussetzen – und dieses Grün einfach genießen.  Weil es da ist, weil die Farbenpracht des Löwenzahn, der Gräser und der Kirschblüten mir einfach gut tut. Es wäre ja auch eine Schande, dieses Geschenk der Natur einfach links liegen zu lassen.

Prioritätenfrage

Guten Morgen
Ich war gerade mitten in Gespräch bei einer Familie, die ihren Sohn taufen lassen wollte, das klingelt mein Handy: Meine Frau: Du, unsere Tochter hat sich mit der Brotschneidemaschine in den Finger geschnitten. Du musst kommen. So ein Mist – ich muss das Gespräch abbbrechen, heimfahren, dann gehts ins Krankenhaus und der Finger wird fachgerecht versorgt. Auf der Heimfahrt fragt meine Tochter mich: Ist das schlimm, dass wir dich da von der Besprechung weggeholt haben? Da habe ich ein bisschen geschluckt. Ich hab sie mir vorgestellt mit blutenden Finger und dem Gedanken: Den Papa darf man nicht bei der Arbeit stören..
Wofür sind Papas da?
Wofür haben wir Kinder?
Doch nicht dafür, dass sie auf unserer Prioritätenliste ganz weit hinten liegen, hinter Beruf und sonstigen Pflichten!
Wenns brennt – dann muss anderes liegen bleiben.  Nicht bloß bei blutenden Fingern. Auch wenns uns Papas oft nicht leichtfällt.
Der Tauffamilienpapa, den ich da Hals über Kopf verlassen hatte, hat am Abend dann noch meinen Aktenkoffer vorbeigebracht.
Wissen sie, was er gesagt hat: Er hätte es genauso gemacht. Ja, das lässt hoffen!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Vergoldete Konfirmanden

Guten Morgen,
„Goldene Konfirmanden” ein lustiges Wort. Als wären sie aus Gold, die Jubilare, die am Wochenende in meiner Kirche ihr 50-Jähriges Konfirmationsjubiläum gefeiert haben.  Aus Gold sind sie nicht. Aber man könnte sie glatt vergolden – denn irgendwie hab ich an ihnen einen Narren gefressen. Das hast du gestandene Frauen und Männer, kurz vorm Rentenalter, die haben alles mögliche erreicht und erlebt in ihrem Leben …. und jetzt erinnern sie sich an die Zeit, als sie mit 14 Jahren in der Kirche gesegnet worden sind.
Und ich merke:  Das ist mehr als nur Nostalgie… Das ist mehr als bloß eine Tradition… Die schauen zurück auf ein Leben mit Höhen und Tiefen. Und da sagt einer:
Ja ich glaab, der im Himml hats scho gut mit mir gmaant. Und wos mer dreckich ganga ist, da hat er mir a ǵscheit geholfen.
Eine schöne Lebensbilanz – die klingt nicht nur „goldig”, sondern da steckt viel drin. Ein ganzer Schatz an Glaubens- und Lebenerfahrungen. Und da hab ich ganz viel Respekt davor, vor meinen Goldnen Konfirmanden .
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Alles ist möglich!

Guten Morgen.
„Alles ist möglich, wenn du nur glaubst”. Entschuldigung, dass ich ihnen in aller Frühe so komische Behauptungen anschleppe. Aber der Satz ist ja nicht von mir. Jesus hat ihn gesagt. Ok – das entschärft den Satz nicht wirklich.
„Alles ist möglich, wenn du nur glaubst”.
Das klingt ja sehr sehr vollmundig. Das stimmt.
Das würde ja bedeuten, dass ja eigentlich alles möglich wäre. Und nichts unmöglich – weil ja eigentlich jeder irgendwie glaubt. Oder glauben sie nicht?
Oder sind sie sogar skeptisch gegenüber der Behauptung, dass alles möglich ist, wenn man nur glaubt? Das wäre schade … denn des Skeptikern wird da gar nichts versprochen.
Das Dumme: Ich gehöre auch oft zu den Skeptikern und Zweiflern – obwohl ich Pfarrer bin.
Und da wünsche ich mir, dass ich oft mehr Mut hätte ganz naiv auf Gott zu vertrauen, und mir manches zu erhoffen, was ich mit eben sonst nicht zu erhoffen wage.
„Alles ist möglich, wenn du nur glaubst” – Dieser Jesus … das sagt er so ein kleines Sätzchen … und wir brauchen unseren ganzen Mut, um mal was damit anzufangen.
Einen mutigen Tag wünsche ich ihnen.

Gute Ideen säen

Guten Morgen,
haben sie schon ihre Radieschen und Karotten ausgesät?  Langsam wird Zeit!
Oder soll es mal eine Reihe Sonnenblumen werden oder Wicken am Gartenzaun?
Oder noch besser: Säen Sie doch mal eine gute Idee!
Sie haben doch bestimmt im Hinterkopf irgend einen guten Gedanken. Einen, wo sie sagen: ich hab da ne prima Idee, das müsste man unbedingt mal machen  – aber es ist nie etwas draus geworden. Ich denke: Eine gute Idee muss man behandeln wie ein Samenkorn: Mal irgendwo ausbringen, wo sie auf guten Boden fallen könnte. Mit reiflichen Überlegen und gutem Zureden gießen.
Mit Motivation und ohne Angst vor dem Scheitern düngen.
Nicht aufgeben, auch wenn sich anfangs nichts zu bewegen scheint.
Und dann zuschauen, wie langsam etwas draus wird. Wäre das nicht was für diesen Frühling?
Eine richtig gute Idee in diesem Jahr aussäen und zum Blühen bringen.
Manchmal braucht man auch ein paar andere Leute dazu. Aber die werden sich schon finden lassen.
Ich wünsche ihnen heute viel Mut- und eine wirklich gute Idee.

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