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Andachten auf Charivari 98,6 im März 2013

Andachten in der Woche vor Ostern:
Montag: Endlich wieder Ferien
Dienstag: Schoko-Nikoläuse
Mittwoch: Advent schon Mitte November?
Donnerstag: Fußwaschung
Freitag: Karfreitag
Samstag: Osterspaziergang

Montag. Endlich wieder Ferien

Guten Morgen,
heute beginnen die Osterferien! Es ist ja auch dringend Zeit geworden. Schüler und zum Teil auch Lehrer sind in den letzten zwei Wochen ja teilweise auf den Zahnfleisch dahergekommen. Erkältet, von der Magen-Darm-Grippe geschlaucht, durchs trübe Wetter deprimiert. Und viele Bänke und so manches Pult blieb leer, weil irgendwann gar nichts mehr ging und Schüler wie Lehrer das Bett hüten mussten.
Was das immer so, dass unsere Kinder sich mit Hängen und Würgen über die Ziellinie der Ferien geschleppt haben?
Oder achten wir zu wenig auf unsere innere Stimme, die uns schon vorher sagt: Mach mal langsam, du kommst an deine Grenzen.
Nutze das Wochenende einmal zum entspannten Nichtstun. Zum Regenieren, zum Auftanken.
Und packe es nicht schon wieder voll mit Programm, mit Aktionen, Events – so gut es gemeint ist: Wenn du an Sonntag Abend das Gefühl hast, du bräuchtest jetzt ein paar freie Tage, um dich vom Wochenende zu erholen – dann hast du etwas falsch geplant.
Nicht umsonst hat sogar Gott am siebten Tag der Woche Pause gemacht und gesagt: Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten sollst du Ruhe haben.
Eine gute Woche wünsche ich ihnen – auch wenn Sie keine Ferien haben.

Dienstag: Ein Loblied auf die Schoko-Ostereier

Guten Morgen,
endlich ist es geschafft: Wir haben vergangene Woche unseren letzten Schokoladen-Nikolaus gegessen. Gerade noch rechtzeitig vor Ostern.
Ja, und jetzt haben wir bis zu den Sommerferien Zeit die ganzen Schoko-Osterhasen und Nougateier zu naschen.
Ich muss ihnen sagen: So sehr es mich ärgert, wenn schon 3 Monate vor dem jeweiligen Fest die Nikolausfiguren, Lebkuchen oder Osterhasen in den Geschäften liegen; so finde ich es schön nachher noch ein paar Wochen lang  Ostereier zu naschen.
Denn bei unseren kirchlichen Festen ist nicht die Vor-Freude wichtig, sondern der Nachhall. Dass die Bedeutung dieses Festes nicht mit dem gefundenen Osternest abgehakt ist – sondern dass ich auch noch Mitte April als Nachtisch ein Nougat-Ei auspacken kann, und dabei daran denke, dass Ostern für den Sieg des Lebens über den Tod steht. Dass wir als Christen die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod haben, weil Jesus damals von Gott auferweckt wurde.
Ich wünsche Ihnen guten Appetit und noch einen schönen Tag.

Mittwoch: Advent schon Mitte November

Guten Morgen,
so kurz vor Ostern, ist es einmal Zeit, über Weihnachten zu reden.
Warum? In der Stadt Hof in Oberfranken gibt es gerade richtigen Ärger um den dortigen Adventsmarkt. Denn der soll nach Wunsch des Stadtrats schon am 22. November beginnen. Kurz nach dem Buß-und Bettag dudelt da dann schon Stille Nacht. Der gewerbliche Veranstalter des Marktes sagt, das muss so sein, denn sonst verdient er zu wenig.
Was mit beeindruckt hat: Die dortigen Christen haben beschlossen, da nicht mitzuspielen. Der Posaunenchor wird am Eröffnungstag nicht auftreten, und auch die ökumenische Andacht werden die beiden Pfarrer nicht halten.
Das wird sicher noch einiges an Staub aufwirbeln – denn es gibt sicher genügend Leute geben, die das Verhalten der Kirche nicht verstehen können oder wollen –  und auch keine Probleme hätten, schon im September einen Weihnachtsmarkt zu besuchen.
Umso mehr gefällt mir, dass die Kirche dort Farbe bekennt – und nicht kuscht.
Überhaupt sollten wir als Christen eigentlich öfter den Mut haben, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen, und zu unseren Überzeugungen zu stehen.
Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

Donnerstag:  Fußwaschung

Guten Morgen, es ist Gründonnerstag.
da erinnert man sich in unseren Kirchen an das letzte Abendmahl Jesu; und in vielen katholischen Gemeinden gibt es dort das Ritual der Fußwaschung: Der Priester wäscht 12 Gemeindegliedern die Füße – so wie es Jesus einst an diesem Abendmahls-Abend bei seinen Jüngern getan hat.
Die Botschaft dieses Symbols ist klar: Der, der eigentlich der Oberste zu sein scheint, ist in Wirklichkeit der Diener der Anderen.
Und so mancher Katholik wird gespannt darauf schauen, wie der neue Papst Franziskus dieses Ritual heute umsetzen wird – bei ihm ist ja mit so mancher Überraschung zu rechnen.

Unabhängig, ob oder wie man dieses Ritual praktiziert, ist die innere Haltung wichtig. Nicht nur bei einem Papst, sondern auch bei ihren katholischen oder evangelischen Pfarrer daheim:
Dass sich der Priester oder der Pfarrer wirklich als Diener seiner Gemeinde versteht, nicht über ihnen schwebt, sondern auf seine Leute hört, und sich auch kritischen Fragen stellt.
Ich hoffe, sie haben so einen Pfarrer. Und von denen gibt es nämlich viel mehr, als man denkt.
Dann passt das auch mit dem Symbol des Füßewaschens. Dann freue ich mich mit ihnen, weil sie dann ganz nah dran sind, an dem was Jesus und seine Jünger vorgelebt haben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Freitag: Karfreitag als Pause

Guten Morgen,
an Karfreitag steht die Welt endlich einmal still.
Keiner muss zur Arbeit,
niemand geht einkaufen,
Kein Mensch stresst herum.
Das Räderwerk der Welt kommt zur Ruhe.
…. naja zumindest theoretisch!
… oder nicht einmal das?

Die Karpfen-Wirtschaften sind heute früh schon mit Schlachten und Panieren beschäftigt.
Mein Nachbar wäscht nachher sein Auto.
Meine Tochter wird von ihrer Freundin ins Schwimmbad abgeholt.
Auf Facebook werden Belanglosigkeiten hin-und hergeschrieben.
Naja, Sie sind ja vielleicht auch gerade unterwegs.

Eigentlich schade.
Vielleicht bekomme ich es ja wenigstens für mich hin:
Einen Tag zu erleben, der anders ist als die anderen – stiller – nachdenklicher – nicht von früh bis spät verplant.
Einer, wo mir Zeit bleibt zum Bewusstwerden:
Damals – an diesem Freitag – ist mit Jesus einer für mich gestorben – und hat doch dabei den Tod besiegt.
Es gibt Dinge, die sind unfassbar – kaum zu begreifen – da darf meine Welt schon mal für ein paar Stunden Pause haben.
Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Karfreitag.

Samstag: Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Kennen sie es? So beginnt ist der Osterspaziergang in Goethes „Faust”.
Ich weiß ja nicht, was Sie morgen am Ostersonntag so alles geplant haben.

Also für mich gehört tatsächlich so ein Osterspaziergang dazu. In der Natur herumzulaufen und zu entdecken, wie alles langsam wieder zum Leben erwacht.
Seinen religiösen Ursprung hat der Osterspaziergang ja in der Bibel. Da wird von zwei Jüngern erzählt, die drei tage nach Jesu Tod während eines Spaziergangs dem Auferstandenen Jesus beggegnen.
Die, deren Gedanken nur um den Tod kreisten, erleben plötzlich, dass es weitergeht – dass Gott ihnen neue Hoffnung schenkt.

Darum mein Tipp morgen für den Sonntag:
Feiern Sie in einem der vielen festlichen Ostergottesdienste, oder sogar in einer Osternacht die Auferstehung Jesu – und genießen Sie am Nachmittag einen Osterspaziergang  – so wie bei Goethe

Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

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