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Radioandachten auf Charivari 98,6 im Mai 2013

Montag: Pfingsten
Dienstag:Bunt!
Mittwoch:in Gedanken versinken
Donnerstag: Der Name Gottes
Freitag: Der Kaktus
Samstag: Grundlagen

Montag: Pfingsten weltweit

Guten Morgen,
wir haben Pfingstmontag. Gestern waren überall die Gottesdienste zum Pfingstfest.
In den meisten wurde wahrscheinlich die Pfingsterzählung aus der Bibel vorgelesen:
Die Geschichte mit den Jüngern, die ganz unerwartet vom Geist Gottes ergriffen waren und nun begeistert ihren Glauben weitererzählten, und das in allen möglichen Sprachen.
Und dann kommt diese Aufzählung der Gegenden, aus denen die Leute kamen, die das erlebten: Parther, Meder, Elamiter waren dabei, Menschen aus Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene.
Allein die Ortsnamen sind Zungenbrecher – und so mancher Pfarrer stolpert auch beim Lesen drüber.
Ich höre dies Liste immer wieder gerne, weil das zeigt, was Pfingsten ausmacht: In alle Himmelsrichtungen wurde die Botschaft vom auferstandenen Jesus weitergetragen. Und sie hat sich weder von sprachlichen Hindernissen, noch von kulturellen Unterschieden bremsen lassen.
Ehrlich gesagt: ich habe keine Ahnung, wo Phrygien und Pamphylien sind. – Aber ich freue mich, dass auch dorthin Menschen den Glauben weitergetragen haben. Diesen Glauben, der Grenzen überwindet und den Menschen im Leben weiterhilft.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Dienstag: Bunt!

Guten Morgen,
ein Freund vor mir hat zur Zeit einen mächtigen Streit mit seinem Nachbarn:
Der will nämlich, dass mein Freund den Rasen immer rechtzeitig mäht, dass keine Blumen blühen. Denn sonst würden ja der Samen der Blumen durch den zu ihm in den Garten geweht – Und dann hätte er nämlich lauter Gänseblümchen,  Margeriten, und auch noch Löwenzahn auf seinem edlen Rasen. Und das geht seiner Ansicht nach schon mal gar nicht.

Ich wusste nicht ob, ich lachen oder weinen soll.
Das sind doch Blumen! Die sind doch dazu da, dass sie blühen, dass es bunt ist im Garten. Man kann dich nicht alles einförmig in grün lackieren, und dann meinen, das wäre ein Garten!

Schon der Erfinder des allerersten Gartens – Gott selber – hat gesagt: Das alles soll aufgehen und blühen, ein jedes nach seiner Art. Jede Blume anders, jedes Gras so, wie es ihm gegeben ist.
Und auch wir sind bunt und vielfältig gemacht: Ein jeder nach seiner Art!
Mit unterschiedlichen Charakterzügen, je eigenen Stärken und Schwächen. Unverwechselbar mit der einen Augen-, Haar und Hautfarbe.

Gott hat unsre Welt bunt geschaffen – und darüber können wir froh sein:
Bunte Menschen in Büros und Klassenzimmern, und bitteschön auch bunte Blumen in den Gärten.

Mittwoch: in Gedanken versinken

Guten Morgen,
gestern habe ich beim Joggen eine Frau ganz fürchterlich erschreckt. Eigentlich habe ich ja nur „guten Morgen” gerufen, als ich sie beim Straßenkehren gesehen habe.
Mensch, ist die zusammengezuckt. – Die war total in ihren Gedanken versunken mit ihrem Besen in ihrer Garageneinfahrt.
Ja, so richtig tief in seine Gedanken versinken, seinen eigenen Überlegungen zuhören, und dabei mal wieder zur Ruhe und zu sich selbst finden. Das hat etwas!
Viel zu oft lenke ich mich ab, hole mir den MP3-Player und lass mich gut berieseln mit Musik oder einem Podcast – und merke: Ich werde gut unterhalten – aber mit mir selbst unterhalte ich mich viel zu selten.
Es wird Zeit, dass ich mal wieder so etwas ganz Langweiliges mache:
Straßenkehren, oder Unkraut jäten – ganz ohne Entertainment – ganz allein mit mir und mit meinen Gedanken.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Donnerstag: Der Name Gottes

Guten Morgen,
manchmal können Schüler ja Fragen stellen, die nur auf den ersten Blick einfach und harmlos klingen: „Herr Seidel, wie heißt denn eigentlich Gott? Der muss doch auch einen richtigen Namen haben! – Oder?”
Natürlich gibts da eine Antwort und ich kanne ja auch die biblische Geschichte dazu:
Mose entdeckt diesen brennenden Dornbusch wo Gott zu ihm spricht und ihn beauftragt, sein Volk aus Ägypten zu befreien. Und als Mose diesen Gott nach seinen Namen fragt, latet die Antwort: „Ich bin, der ich bin”.
Bis heute rätselt man herum, was es mit diesem seltsamen Wortspiel auf sich hat.„Ich bin, der ich bin”.
Ein Gott, der da ist, der dieses Volk rettet – aber der sich nicht so einfach auf einen schönen Namen oder eine bestimmte Vorstellung festnageln lässt.
Er ist da, aber immer wieder anders. Mal erscheint alles klar, ein andermal verstehe ich diesen Gott und seine Wege überhaupt nicht.
Einen richtigen Namen hat mein Schüler hören wollen. „Ich bin, der ich bin”. – nein, das hat ihm nicht behagt, das war ihm zu wenig.
Aber später im Unterricht, als wir mit Mose am Schilfmeer mitgefiebert und bei der Rettung mitgejubelt, haben – da war ihm klar: Egal, was, dieser Name bedeutet: Es scheint sich zu lohnen, diesem Gott in seinem Leben Vertrauen zu schenken.
Einen guten Tag wünsche ich ihnen.

Freitag: Der Kaktus
Guten Morgen,

In meinem Dorf gibts ein Haus, das wohnt schon lange keiner mehr drin. Die letzte Bewohnerin ist vor einiger Zeit verstorben- und seitdem liegt es im Dornröschenschlaf. Die Blumen auf dem Fensterbrett sind vertrocknet, die Vorhänge staubig, alles trist und leblos – nur der große Kaktus im Wohnzimmerfenster scheint das alles zu überstehen. Kürzlich hat er sogar geblüht. Einfach so, inmitten dieser verlassenen Welt.
So ein Kaktus ist einfach ein Phänomen – der überlebt ja offenbar unglaublich lange Zeit ohne jegliche Pflege und Aufmerksamkeit.
Jetzt hatten wir in unserer Kirche Silberne Konfirmation. Da kommen ja auch Menschen, die in den 25 Jahren seit ihrer Konfirmation ihren Glauben nicht besonders intensiv gepflegt haben. Jedenfalls sind sie mir im Gottesdienst  nicht aufgefallen.
Denen habe ich dann in der Predigt vom kleinen Kaktus „Glaube” erzählt. Von dieser Pflanze, die lange ohne jede Zuwendung und Pflege überlebt. Aber in der großes Potential steckt. Das merkt man gerade dann, wenn da, wo keiner damit gerechnet hätte. wo jeder andere aufgegeben hätte, sich über Nacht eine wunderschöne  Kaktusblüte entfaltet.
Ich sags ihnen: ich bin froh, über jeden, der seinen alten vertrockneten Glaubens-Kaktus nicht über Bord schmeißt – auch wenn er ert wieder zur Goldenen Konfirmation vorbeischaut.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Samstag: Grundlagen schaffen
Guten Morgen,
zwei Kilometer von uns entfernt entsteht eine neue Eisenbahnbrücke. Ein riesiges Monstrum soll das werden 500 Meter lang
Nur sieht man davon fast nichts. Nur eine Maschine, die 60 Meter tiefe Löcher in den Boden bohrt – und das seit Monaten. Also: gefühlt passiert da momentan rein gar nichts, was nach Eisenbahnbrücke aussieht.
Aber eigentlich ist klar: Diese gewaltige Brücke braucht eine vernünftige Grundlage – tiefe Fundamente im Boden, der hier im Aurachtal eher weich und nachgiebig ist. Das wäre ja sonst nicht das erste Bauwerk, bei dem Millionen in den Sand gesetzt werden, weil man bei den Grundlagen geschlampt hätte.
Fundamente setzen, vernünftige Grundlagen schaffen – das ist im ganzen Leben nichts spektakuläres.
In der Schule die Vokabeln lernen.
Als Konfirmand Gebote und Gleichnisse kennenlernen.
In einer Liebesbeziehung Vertrauen aufbauen, indem man Krisenzeiten zusammen durchsteht.
Das sind nicht die Dinge, die besonders viel Spaß machen – aber wir tun gut daran, in diese Grundlagen Zeit und Kraft zu investieren – Damit darauf das ganze, was Schön ist im Leben ist, vernünftig aufbauen kann.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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