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Weihnachtsgeschichte für Geocacher: Event im Stall

christmascoinEine kleine Krippenszene zur Heiligen Nacht. Die Audioversion findet ihr als Türchen Nummer 16 im Dosenadvent.

  • Warnhinweis:
    Diese Weihnachtsgeschichte ist wirklich nur für Geocacher gedacht! Insbesondere für solche mit Event-Erfahrung.  Allen Anderen wird trotz aller Mühe und Imaginationskraft der Großteil der Bilder und Anspielungen verborgen bleiben.

Gerade noch hatte er es geschafft, den Kopf einzuziehen, um nicht an den tief durchhängenden Türbalken zu stoßen. Balthasar betrat den Raum und blickte suchend im dunklen Stall umher.

Ein Dutzend Männer Männer war  eifrig im Gespräch vertieft, manche hatten einen Becher Schafsmilch in der Hand. An der Wand auf einem Schemel stand eine kleine Öllampe, die den Raum in warmes Licht tauchte.

Leises Gemurmel drang an sein Ohr. Eigentlich war es hier viel zu leise … dafür dass so viele Menschen in diesem Raum waren, hätte er mehr Lärm erwartet. Ihm schien, als würden die Menschen hier grundsätzlich flüstern … so als wäre da Jemand im Raum, den sie mit ihren Gesprächen keinesfalls stören wollten.

Er lauschte den gedämpften Stimmen, die in vielen unterschiedlichen Dialekten durch den Raum schwirrten. Offenbar waren diese Leute unterschiedlicher Herkunft, wer weiß, wie lange die Wege waren, die sie bis hierher zurückgelegt haben.
Offenbar musste es etwas geben, was sie alle verband, was sie alle hier zusammenführte. Vielleicht war das, worum es hier ging, so bedeutend, dass es ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden war.

Balthasar betrachtete diese Männer genauer:
Jung waren sie nicht mehr, lebenserfahren, die meisten hatten wohl schon 30 bis 50 Winter überstanden. Gekleidet waren sie ähnlich. Erdfarbene, robuste Gewänder trugen sie. Mitunter ein wenig abgewetzt. Manche hatten Symbole darauf befestigt – Eine Bärentatze konnte er erkennen, einen eingerollten Fuchs, einen schon längst ausgestorbenen Elefanten mit großen Stoßzähnen und einen seltsam gestreiften Käfer.

Die beiden Männer, die ihm am Nächsten standen, diskutieren eifrig, wer von ihnen als erste hier am Stall angekommen war: Gilt das Entdecken dieses unscheinbaren Gebäudes in diesen judäischem Kaff, oder durfe der sich als Erster bezeichnen, der vor allen Anderen als Erster die leise knackende Tür geöffnet hatte?

Die beiden Begleiter, die zusammen mit Balthasar hierher gekommen waren,  hatten bereits in einer Ecke Platz genommen: Er sah es golden in ihren Fingern glitzern, stolz zeigten sie den anderen die edlen Münzen, die sich aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. Ihnen gegenüber drei Männer, die wie Schafhirten aussahen, die mit verlegenem Blick ihre kleinen silbernen Denarmünzen zwischen Fingern hin- und herdrehten. Ob sie ihre Schätze an diesem Abend gegenseitig austauschen würden?

Erst jetzt bemerkte er die Kinder, die im Raum herumwuselten, durch die Türe stetig hinein- und hinausflitzten. Anders als sonst schenkten ihnen die Männer hier keine besondere Aufmerksamkeit. Offenbar war das Thema, über das diese Väter sich hier miteinander austauschten von solcher Bedeutung, dass es ihre gesamte Aufmerksamkeit aufsog. So manches Kind hatte einen dieser nach Knoblauch duftenden Brotfladen in der Hand  und biss hie und da in einer Verschnaufspause beim Spielen davon ab.

Da hörte Balthasar eine ganz andere Stimme, ein leises Maunzen, ein Wimmern, von ja … das … das müssten die Laute eines kleinen Neugeborenen sein.
Langsam bewegte er sich durch den Raum hindurch in Richtung dieses Geräuschs. Da, in der hintersten Ecke, da fand er sie:
Eine junge Frau, auf dem Arm ein in Windeln aus groben Leinen gewickeltes Baby,
daneben eine Futterkrippe – mit Heu und Stroh ausgestopft,
und ein Mann – so Ende vierzig – offenbar der Vater dieses süßen Babys.
Obwohl das Licht der Öllampe nicht bis hierher vordringen konnte, war die Szene in ein sanftes Licht getaucht. Und als Balthasar nach oben blickte, erkannte er , dass der Schein eines riesigen Sternes am Himmel genau durch ein Loch in der Decke auf diese drei Personen fiel.

Balthasar atmete tief durch – er war offenbar am Ziel seiner weiten Reise aus Mesopotamien nun angelangt. Bei diesem Kind, von dem von alters her geschrieben worden war: Der Friedensbringer, der Retter der Welt.
Er verneigte sich still, und kramte aus seiner Tasche ein großes Säckchen Weihrauch, das er extra für diese besondere Begegnung mitgenommen hatte.
Vor Aufregung zitterten seine Hände, als er dieses Säckchen an das Fußende der Krippe legte und dankbar zu Mutter und Kind aufschaute.

Da nahm er wahr, wie auch ein Strahlen über das Gesicht dieser Frau ging. So als würde eine große Last von ihren Schultern genommen.
“Dankeschön, du Weiser aus dem Morgenland” sagte sie und legte ihre Hand auf Balthasars Schulter.
Dann blickte sie zu ihrem Mann hinüber, und flüsterte ihm zu:
“Josef, was können wir froh sein, dass wenigstens diese drei  Männer aus Fernost gekommen sind, um unseren Sohn zu verehren.
Und wenn du demnächst den Erzengel gabriel triffst, dann sage ihm klipp und klar:
Wenn der Heiland geboren wird, soll er gefälligst wie vereinbart sich die Arbeit machen und mit seinen himmlischen Heerscharen den Hirten Bescheid geben, und nicht die Geburt als Event bei geocaching.com einstellen.”

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