Radioandachten auf Charivari 96,6 im Mai 2018

 

Die Hummel

Wenn es im Garten fröhlich blüht, dann ziehen so langsam auch die Hummeln ihre Kreise. Natürlich mit der Betonung auf „langsam“. Fast schon behäbig fliegt die Hummel die Tomatenpflanzen an. Sie hat die Ruhe weg – diese schwebende braungelbe Pelz-Kugel.
Einige Leute behaupten: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die fette Hummel mit ihren Stummelflügeln gar nicht fliegen kann – nur hat ihr das niemand gesagt – und darum fliegt sie weiter.
Ich glaube, es würde vielen Menschen gut tun – wenn sie einen auf „Hummel“ machen. Sich nicht beeindrucken zu lassen von denen die sagen: “Das kannst du nicht, das schafft du nicht, das geht bestimmt schief.”
Einfach mit den kleinen Stummelflügeln meiner begrenzten Möglichkeiten flattern … und schauen, ob ich doch schaffe, was mir keiner zugetraut hat.
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ hat Jesus gesagt. Und der hat dabei nicht die Hummeln gemeint – sondern uns Menschen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Blütenstaub

Also ehrlich: So langsam nervt mich der Blütenstaub. Überall liegt das gelbe Zeug herum, färbt mein Auto in einen Ocker-Ton um, zwingt mich dazu, alle Nase lang den Gartentisch abzuwischen, … und wehe, ich streife mit meinem schwarzen T-Shirt an einem Strauch vorbei, dann schau ich aus wie eine Biene: schwarz-geb gestreift!
Aber das hat auch andere Seiten: Ich habe einmal erlebt, wie ein kräftiger Windstoß die Lichtung eines Fichtenwaldes in einen leuchtendgelben Staubnebel getaucht hat. Beeindruckender als jedes Holi-Event.
Überhaupt: Mit den Pollen zieht auch eine Botschaft durch die Welt: Unsere Schöpfung hat so viel Kraft, sie will sich ausbreiten, sie lässt sich nicht unterkriegen. Auch wenn wir sie immer wieder beschädigen und ausbeuten.
In der Erzählung von der Arche Noah sagt Gott „Es soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter….“
Ja, der Blütenstaub ist ein Teil dieses Versprechens: Gott sorgt dafür dass das Leben auf diesem Planeten weitergehen soll.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Internationaler Tag des Lichts (16. Mai)

Guten Morgen
heute vor 58 Jahren leuchtete zum erstem Mal ein Laserstrahl durch das Labor des Erfinders Abe Maiman. Der Laser war geboren. Dummerweise hatte sein Erfinder noch keine Ahnung, wozu das rote Licht, das da durch den Raum flimmerte, einmal gut sein könnte. Er nannte es eine “Lösung, die noch nach ihrem Problem sucht.”
Heute werden mit Lasern Operationen durchgeführt, Dinge gemessen … die Liste der Möglichkeiten ist endlos. Diese besondere Licht hat unsere Welt verändert!

Jesus hat von sich einmal gesagt. “Ich bin das Licht der Welt”. Seit 2000 Jahren leuchten seine Worte in unseren Kosmos. – Aber für manche Menschen ist dieser Jesus vielleicht auch so eine Lösung, die nach ihrem Problem sucht: Wozu soll das denn gut sein? Welches Problem soll der Glaube an Jesus denn lösen – bei mir ist doch alles in Ordnung!
Da haben das Licht des Lasers und Jesus als “Licht der Welt” etwas gemeinsam: Es gibt nicht “Die” Antwort, wozu er gut ist. Sondern: Wenn ich auf seine Besonderheit vertraue ein bisschen herumprobiere, entdecke ich ganz viele Bereiche und Situationen in meinem Leben, wo ich froh bin, ihn zu haben. Und ihn irgendwann nie mehr missen möchte.

Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Alles verändert sich

Haben sie auch noch ihren ersten Führerschein? Mit einem Foto, dass sie mit grade mal 18 Jahren zeigt? Wenn man mal die 30 überschritten hat, sieht man da schon, wie sich alles verändert. Nicht nur das Gesicht, auch sie Lebenssituation wandelt sich, die eigenen Fähigkeiten, bestimmt auch so manche Interessen und Lebenseinstellungen.
Und der eigene Glaube? Der ist bestimmt auch nicht mehr wie damals! Der ist auch älter, vielleicht erwachsener geworden – möglicherweise auch gereift.
Ja, die Veränderung des eigenen Glaubens … da denkt man viel zu selten drüber nach. Klar: Man weiß natürlich, dass man jetzt öfter oder seltener in dir Kirche geht oder betet.
Aber wie hat sich ihre Vorstellung von Gott gewandelt? Ihre Erwartungen von diesem unsichtbaren Herrgott – oder Fragen, die sie an ihn hätten….
Ach ja … so selten denkt man über so etwas nach … eigentlich fast nie … so, wie man sein Führerscheinfoto auch fast nie anschaut.
Aber man könnte es mal wieder tun – und dabei vielleicht so manches Interessante an sich selbst entdecken.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Äpfel und Birnen

Guten Morgen, würden sie einen Apfel kaufen, der nach Birne schmeckt?
Also ich bräuchte den nicht. Denn wenn ich Lust auf Birnenaroma habe, dann kaufe ich halt eine Birne – da weiß ich, woran ich bin.
Ich habe den Eindruck, dass im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder mal unser Glaube so ein Apfel mit Birnengeschmack war. Wo unser Glaube nicht mehr nach dem geschmeckt hat, was er eigentlich ist.
Als man auf Kreuzzügen über Leichen ging, um sich Macht und Einfluss zu sichern. Als Kirche meinte, in Namen Gottes Frauen als Hexen verfolgen zu müssen. Oder wie Jesus von den Nazis als Ideal des aufrechten Deutschen angesehen wurde.
Überall wurde unser Glaube als etwas anderes verkauft, als er er eigentlich war.
Und jetzt sollen in unseren Ämtern Kreuze als Zeichen der bayerischen Lebensart hängen! Schmeckt Jesus neuerdings nach Weißwurst und Lederhose?
Jesu war kein Bajuware und nie auf dem Oktoberfest. Aber er redet von der Liebe Gottes zu uns – und ruft uns auf, dem Nächsten beizustehen, seine Feinde zu Lieben und wenn man auf die rechte Backe geschlagen wird, auch die Linke hinzuhalten. Dafür steht das Kreuz egal, wo es hängt – für nichts anders!
Und wenn in bayerischen Amtsstuben nach Jesu Maßstäben gehandelt würde, dann wäre da ja auch nichts einzuwenden.

Pfingsten

Guten Morgen,
Am Sonntag feiern wir Pfingsten! –
Oder sollte ich lieber sagen: Derjenige, der weiß, was man an Pfingsten feiert, der feiert an Pfingsten Pfingsten. Wer keine Ahnung hat … der freut sich über 2 freie Tage beziehungsweise 2 Wochen Ferien.
Wenn Sie es aber gerne wissen würden, wass wir da feiern: Es geht um eine alte Erzählung, in der steht, dann an diesem Pfingsttag die Jünger durch ein Wunder in vielen verschiedenen Sprachen von Jesu Auferstehung weitererzählten. Sie waren ganz aus dem Häuschen und wollten jedem davon berichten, dass die Sache mit Jesus weitergeht.
Diese Jünger von Jeus waren Feuer und Flamme und viele Menschen ließen sich davon anstecken. Sie spürten die Kraft, die in den Erzählungen von Jesus steckte. Diese Leute taten sich zusammen, und so entstand die erste christliche Gemeinde – und viele weitere sollten folgen.
Man könnte sagen: Pfingsten ist der Geburtstag von Kirche.
Oder … naja, ich würde es so formulieren: Wir feiern die Entdeckung, dass Jesus mit seinen Worten und Taten weiterwirkt – in jedem einzelnen, der an ihn glaubt.
Frohe Pfingsten wünsche ich ihnen.

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