Radioandachten auf Charivari 98,5 zum Jahresende 2017

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Montag: Stillstand

Guten Morgen
Wir haben den ersten Weihnachtsfeiertag. Obwohl Montag ist, haben alle Läden zu, und auch morgen bleiben die Parkplätze vorm Einkaufszentrum leer. Hach, das liebe ich so an Weihnachten: Dass für ein paar Tage das Einkaufs-Leben stillgelegt ist.
Man kann nicht schnell mal zum Supermarkt gehen, um eine Kleinigkeit zu besorgen.
Selbst wenn ich im Online-Shop bestelle, weiß ich: Bei denen passiert auch nix: Frühestens am Donnerstag wäre mein Paket da.
Stillstand: Eben „Stille Nacht“ und „stiller Tag“.
Mal eine Pause, die ihren Namen verdient.
Die Konsumwelt ist zum Nichtstun verdonnert.
Endlich ist mal Zeit um den Baum zu bewundern, zum Lesen, zum Spielen, zum Besuche machen, einen Blick auf das Kind in der Krippe werfen .
In aller Ruhe. Ohne Stress. Kein „ich muss noch schnell mal…“
Genießen Sie die beiden Feiertage – an denen endlich mal nicht die Kassen, sondern die Glocken klingeln.

Dienstag: Das schönste Geschenk

Guten Morgen!
Ich hab da mal eine Frage:Welches war an Weihnachten das Geschenk, über das Sie sich am meisten gefreut haben?
Kann es sein, dass das nicht das größte oder teuerste Geschenk war? Aber was war es dann, was dieses eine Geschenk zu etwas Besonderem gemacht hat? Na…?
Kriegen Sie es hin, das in einem Satz zu formulieren? Das wäre prima! Denn dann hätte ich einen Tipp: Nehmen sie sich ihren Kalender fürs kommende Jahr, und schreiben Sie sich diesen Satz irgendwo als Hinweis für einen der Tage Mitte November.
Ja … und dann, wenn sie im nächsten Herbst mal wieder überlegen: „Was schenke ich und was kommt denn gut an…“ dann wird Ihr Kalender Sie daran erinnern, was ein Geschenk zu etwas Besonderem macht
Vielleicht ist ihnen das dann ja eine Hilfe … aber dafür müssen die es jetzt aber auch in Ihren Kalender reinschreiben!
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Mittwoch: Der dicke Jesus

Guten Morgen
Da liegt es also in der Krippe unterm Weihnachtsbaum – das süße Jesuskind.
Wobei ich gar nicht weiß, on dieses Jesuskind wirklich süß war. Für die Eltern sind die eigenen Babys ja immer wunderschön. Aber vielleicht hatte der kleine Jesus so einen fränkischen Klößkopf, oder sonst etwas, was man nicht sooo schön findet.
Da denken wir gar nicht dran, denn wir haben oft genug einen ziemlich gut aussehenden Jesus in Kopf, aus Gemälden oder so Historien-Filmen. Warum nur? Weil ein “außergewöhnlicher” Mensch auch richtig gut aussehen muss?
Ich hab mal ein niederländisches Jesus-Musical gesehen, da war der Jesus-Darsteller ziemlich klein, ein bisschen dick – und wirklich keine Schönheit. So ein Allerweltsgesicht. Das hat mich nachdenklich gemacht.
Wir wissen: Jesus hat Menschen mit seinen Worten, mit seinen Taten und mit seinem Umgang mit ihnen beeindruckt. Aber wie er aussah?
Ich wünsche mir ein bisschen, dass Jesus wirklich kein Schönling war – schon als Signal für alle, die beim Blick in den Spiegel die Krise haben – eben weil sie sich so durchschnittlich vorkommen: Denen könnte ich dann sagen
Ey: Ein bisschen siehst du aus wie Jesus!

Donnerstag: Alles ist möglich!

Guten Morgen,
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – diesen Satz hat Jesus einmal gesagt. Und ich überlege mir immer wieder, ob das wirklich so funktioniert. Jesus hatte da keine Probleme, bei ihm klappte irgendwie alles. Der ging sogar übers Wasser – bei mir klappt das nur ab 10 Grad unter Null.
Hat Jesus uns da etwa zu viel versprochen? Hat er die Erwartung damit zu hoch geschraubt?
Auf der anderen Seite merke ich: Das Problem liegt ja oft nicht daran, dass ich mir und Gott zuviel zutraue, sondern zuwenig! Und so schraube ich aus Angst vor Enttäuschung meine Erwartungen nach unten …
Dann wird der Satz „Das wird sowieso nix“ zu meinem Mantra.
Große Träume werden entsorgt.
Manche heimliche Hoffnung schminke ich mir ab.
Ich will lieber nur kleine Brötchen backen – da kann nicht so viel schief gehen.
Aber wie soll sich da in meinem Leben etwas verändern, wenn ich mir und meinem Gott nichts zutraue? Wenn ichs nicht mal versuche?
„Alles ist möglich, dem der da glaubt“ – Jesus weiß, dass ich kein Wundertäter bin. Aber er gibt mir mit diesen Satz einen ordentlichen Schubser: Habe Mut und Vertrauen – dann geht mehr als du denkst.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Freitag: Bilder eines Jahres

Guten Morgen,
was machen Sie eigentlich mit den ganzen Fotos des vergangenen Jahres? Liegen sie bei Ihnen auch auf der Festplatte oder im Handyspeicher, belegen etliche Gigaabyte, und gammeln da still vor sich hin?
Jaja, ich weiß schon, wenn Sie Zeit haben, dann wird mal ausgemistet und ein Fotobuch gemacht… aber bei vielen Menschen zieht sich das länger hin als der Bau des Berliner Flughafens.
Machen Sie doch lieber die kleine Lösung: Einfach mal wieder nur anschauen! Einfach so, die Monate des vergangenen Jahres in die Hand nehmen und betrachten. Was da war … was sie erlebt haben … was sie erlitten haben. Lassen sie sich von ihrer Erinnerung treiben, entdecken sie nebenbei auch machen wunderbaren Moment, von dem es zwar kein Foto gibt, der aber immer noch in ihrem Kopf bereitliegt.
Einfach so, dankbar das Gute Revue passieren lassen.
Sich bewusst machen, wie wertvoll die Zeit ist, die Gott uns auf dieser Erde schenkt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

Samstag: Segen
Guten Morgen,
In vielen Gottesdiensten wird morgen an Silvester ein altes traditionelles Kirchenlied gesungen. Es beginnt so: “Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen.”
Das klingt komisch. Wie soll Gott aus meinen Fehlern und manchen traurigen Ereignis einen Segen, etwas Gutes werden lassen?
So einige Leute, die ich kenne, haben Schlimmes erlebt. Manchmal wirkt das ja noch Monate nach … so schnell heilen Verletzungen nicht. Das darf man auch am Jahresende nicht feierlich schönreden. Das wäre ja wirklich nicht ehrlich.
Aber ich habe auch erlebt, wie Menschen nach schmerzhaften Einschnitten etwas Neues begonnen haben. So manche ungewollte Veränderung im Leben, war der Beginn eines anderen, aber eines irgendwann dann doch gutes Weges.
Die Last des vergangenen Jahres will ich nicht kleinreden – aber es muss ja nicht zwangsläufig alles negativ weitergehen. Schauen wir nach vorn, mit Zuversicht und Gottvertrauen.
Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich Ihnen

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