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Andachten in der Woche vor dem 1. Advent auf Charivari 98,6

Montag: … und unsern bösen Nachbarn auch

Guten Morgen,
es passiert ja immer wieder mal, dass man Liedtexte falsch in Erinnerung hat, und im dümmsten Fall dann auch verkehrt mitsingt.
So ging es mir als Jugendlichen mit dem alten Kirchenlied „der Mond ist aufgegangen“. Da heißt es – so dachte ich – ganz am Ende: „Verschon uns Gott vor Strafen und lass uns ruhig schlafen, und unsern bösen Nachbarn auch“. Das fand ich beeindruckend: Auch dem bösen, vielleicht recht streitsüchtigen Nachbarn trotz Allem eine gute Nacht wünschen. Denn wahrscheinlich ist er genau wie ich ein Mensch, der halt so seine charakterlichen Schwächen hat – aber den Gott dennoch lieb hat.
Ja… und dann habe ich irgendwann gemerkt, dass der Schluss des Liedes in Wirklichkeit ganz anders geht: „und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbarn auch“. OK, das ist auch ein schöner Wunsch. Und ich singe natürlich auch diesen „richtigen“ Text. Aber jedes Mal erinnere ich mich dann doch an meinen Fehler von damals, und denke: Ja, auch dem bösen Nachbarn, dem Mitmenschen, der mir immer wieder auf die Nerven geht, dem wünsche dennoch eine gute Nacht, und einen guten Tag.

Dienstag: Dankbarkeit

Guten Morgen,
plötzlich war es vorbei mit dem Zähneputzen am letzten Freitagabend. Irgendwas war mit meinem Arm, dass ich ihn nicht mehr gescheit hochheben konnte. Das hat so fies weh gehtan …
Der Hausarzt hatte ja schon geschlossen – also kramte ich eine Schmerzsalbe heraus, und ich fing an zu googeln, was ich da wohl habe.
Für einen Hypochonder wie mich, ist das keine gute Idee: Denn die Suchergebnisse prophezeiten mir aufwendige Therapien, Operationen und unsichere Heilungschancen. Ich hatte echt einen Riesenbammel
„Lieber Gott, lass das bloß wieder gut werden…“ dieser Gedanke war an dem Wochenende mein steter Begleiter.
Jetzt, ein paar Tage später, ist alles wieder in Ordnung. So wie die Schmerzen gekommen sind, so sind sie wieder verschwunden. Fast genauso schnell war auch vergessen, wie sehr ich meinem Gott mit der Bitte in den Ohren gelegen war, dass alles wieder gut wird.
Ja, das alte Klischee, dass die Menschen in Schwierigkeiten nach Gott fragen und danach, nicht mehr nach ihm denken – das ist halt nur allzu menschlich. Darum nehme ich mir heute vor: Einen Tag lang froh zu sein, dass mein Arm wieder fit ist – und dabei jedesmal Gott dafür dankbar zu sein, dass es mir so gut geht.

Mittwoch: Lebensträume

Guten Morgen,
einen Sommer lang als Sennerin auf der Alm in den Bergen. Diesen langgehegten Wunsch hat sich die Nürnbergerin Sibylle Leimeister erfüllt. In ihrem Buch „Zeitlang“ schreibt sie davon, dass die Wirklichkeit in den Alpen dann manchmal eher ein Alptraum war. Weil alles anders war als gedacht, weil die Menschen auf 2000 Metern Höhe tatsächlich so seltsam und knurrig waren, wie der Alm-Öhi bei Heidi … rundum: Aus dem idyllischen Traum wurde ein hartes Abenteuer, das Sibylle immer wieder an ihre Grenzen brachte.
Sicherlich hätten ihr manche Freunde schon vorher sagen können, dass es anders sein wird, als in der romantischen Phantasie einer Frau, die die Alpen nur vom Wandern kennt.
Aber ist es nicht so, dass solche Lebens-Träume uns gut tun? Mir im Gedanken ausmalen, wie das wäre, wenn ich einmal tatsächlich diesen einen langgehegten Wunsch in die Tat umsetzte. Das hilft mir über so manche trübe Alltagserfahrung hinweg.
Ja, und wenn es dann vielleicht soweit kommt, dass ich wie Sibylle erleben muss, dass es sich ganz anders entwickelt, als in meiner romantischen Phantasie – dann hoffe ich, dass ich wie sie in ihrem Buch zum Ergebnis kommen kann:
Es war ganz anders, es hat mich verändert, und ich bereue es nicht.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Donnerstag: Spatzen und Kokosnüsse

Guten Morgen,
es ist soweit, morgen ist die feierliche Eröffnung des Christkindlesmarkts. Und wir als Familie gehen da endlich mal wieder hin.
Und wenn ich das erzähle, zieht da einer die Stirne kraus: Naja … ich will nichts sagen … aber man hört so viel von Anschlägen ….
Natürlich kann man von Statistik reden – davon, dass man eher von Blitz oder einer Kokosnuss erschlagen wird, als Opfer eines Attentats. Aber ich hab es nicht so mit Kokusnüssen. Ich finde da die Spatzen besser!
Was ich meine? Jesus hat gesagt. Schaut euch die Spatzen an, zu tausenden flattern sie da draußen herum, und doch fällt keiner von ihnen tot vom Himmel, ohne dass Gott das will. – Ihr Menschen seid für Gott viel wichtiger als tausend Spatzen. Er hat bei euch sogar die Haare auf dem Kopf gezählt. Darum fürchtet euch nicht.
Ja, die Spatzen erinnern mich daran: Ich brauche mich nicht fürchten. Über mein Leben entscheidet kein Attentäter – sondern Gott allein.
Und wenn der nicht will, dass mir etwas passiert, kann ich am Samstag in der Zeitung lesen, dass ein Attentäter kurz vor einem Ziel von einer Kokosnuss erschlagen wurde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Freitag: Adventskalender

Guten Morgen,
Es ist soweit, in deutschen Wohnungen hängen die Adventskalender und warten auf ihren Einsatz. Gefüllt mit kleinen Schoko-Täfelchen, Pralinen, Spielzeugen oder was sonst den kreativen Bastlern so alles eingefallen ist.
Ein ganz besonderes Exemplar ist der Adventskalender der Nächstenliebe. Der besteht darin, dass man versucht an jedem Tag einmal ein unsichtbares Türchen der Nächstenliebe aufzumachen:
Das eine Mal gibt es ein besonderes Lob für einen Kollegen.
Am andern Tag werde ich mich bewusst einmal nicht über die total nervige Marotte eines Freundes aufregen.
Und zur Besprechung am Montag bringe ich mal ein bisschen was zum Naschen mit.
24 Tage, an denen ich jeweils einmal bewusst einem Anderen etwas schenke: Freundlichkeit, Lob, Großzügigkeit, Verzeihen oder Anerkennung.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe – aber die Idee, die gefällt mir gut – das muss man einfach mal ausprobiert haben.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Samstag: Start in den Advent

Guten Morgen,
soderla, das erste Adventswochenende ist am Start. In diesem Jahr haben wir ja eigentlich nur 3 Wochen Advent. Denn der 4. Advent ist ja schon der heilige Abend. Das heißt, alles muss diesmal ein bisschen schneller gehen.
Oder lieber doch nicht? Wir sind ja nicht bei der Formel 1, wo es darum geht, als schnellster zuerst im Ziel zu sein.
Advent ist doch genau anders! Langsamer machen, Ruhe, einen Gang zurückschalten ist das Thema. Das Haus schmücken, ein Glas Tee trinken, nit Tante Anne am Telefon ein Viertelstündchen entspannt plaudern. Sich anhören, wie andere sagen, dass es in der Innenstadt der totale Streß ist mit dem Einkaufen, und dann sagen: „Ach? Ich habe hier ums Eck ein paar nette Kleinigkeiten eingekauft, das langt.“
In welche Richtung solls in diesem Advent gehen? Formel 1 oder Sofaecke? Sie haben es in der Hand, wie die drei Wochen aussehen sollen. Mein Tipp: Lassen sie es langsam angehen, schrauben Sie Ihre Erwartungen herunter, denn hektischer als geplant wird es sowieso ganz von alleine.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen.

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