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Predigt zur Konfirmation: Die Schatzkiste des Glaubens (Symbolpredigt zu Matthäus 13, 44ff) 9. April 2017

Das Gleichnis vom Schatz im Acker bietet die Grundlage  für diese Predigt, in der Konfirmanden eine Schatzkiste bekommen, in der sie fünf Symbole finden, die ihnen zeigen sollen, welche Schätze unser Glaube birgt. Hinweise zur Beschaffung der Materialien finden Sie wie immer am Ende der Predigt.

Liebe Konfirmanden

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand. So haben wir es gerade im Evangelium gehört.

Ich versuche mir das mal vorzustellen: Da schaut irgendwo aus der Erde die Ecke von einer alten dreckigen Kiste. Vielleicht schon ein bisschen morsch, müffelt recht vergammelt … aber wer schlau ist, der schaut sich die Kiste genauer an: Buddelt sie aus, stellt sie auf festen Boden und öffnet den Deckel, um zu sehen, welche Schätze darin verborgen sind.
Ich glaube, unser christlicher Glaube ist manchmal auch so eine Schatzkiste. Der liegt da ja auch schon ewig rum – der ist nicht neu und hip! Schaut von außen manchmal nicht so sensationell aus. Alte Lieder, Gottesdienste, die manchmal auch ein bisschen langweilig sind, ein Pfarrer, der nervt, weil irgendwas noch nicht gelernt worden ist. Also von außen …..?
Man muss die Schatzkiste des Glaubens öffnen, um herauszufinden, ob da wirklich ein Schatz drin ist, der mein Leben reich machen kann. Und genau das will ich mit euch heute machen. Dazu müsst ihr erst mal die Kiste finden! Irgendwo wird sie ja wohl sein. Vielleicht sind da sogar so viele, versteckt dass für jeden eine dabei ist.
(Konfis suchen die in der Kirche verteilten Schatzkisten)
So, meine Lieben, jetzt öffnen wir einmal diese Kiste … und schauen, was das da drin soll und ob das irgendwie auch wertvoll sein kann.

DAS HERZ: DIE LIEBE

Zuerst einmal finde ich darin ein kleines Herz. Das Symbol für die Liebe.
In der Bibel heißt es an einer Stelle: “Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm”. (1. Joh 4,16)
Unser Glaube ist deshalb ein Schatz, weil er uns beibringt, wie wichtig Liebe ist.
Wer will nicht geliebt werden?
Wem ist es egal, wenn ihn keiner mag, und die Leute einem aus dem Weg gehen?
Wir brauchen Liebe! Mehr als vieles andere!
Und unser Glaube sagt: Das Wichtigste ist es, dass du den anderen so liebst, wie dich selber. Nicht, weil er so wunderbar nett ist, sondern weil auch er jemanden braucht, der ihn unterstützt und annimmt.
Denn du selber bist auch nicht immer nur liebenswert – und doch wirst du geliebt. Von deinen Eltern, von deinen Freunden und von Gott

Bei eurer Taufe hat Gott zu Euch „Ja” gesagt. „Ja, du sollst zu mir gehören, ich nehme dich an, so wie du bist. Ich bin bereit, dir zu vergeben, wenn der einen Fehler gemacht hast und es bereust. Ich hab Dich sogar als krätzigen Teenager lieb, selbst wenn Deine Eltern verzweifeln und der Pfarrer nur noch den Kopf schüttelt.” Gott sagt: Ich habe Dich lieb, den Du bist mein Kind.
Dieses Ja von Gottes Seite gibt’s schon euer ganzes Leben lang, euer eigenes ausdrückliches Ja zum Leben mit Gott, das könnt ihr heute bei der Konfirmation sprechen.

DIE FEDER – FLÜGEL BEKOMMEN
Mal sehen, was noch in der Schatzruhe versteckt ist: Eine Feder.  Woran erinnert sie mich?
Vielleicht an die Flügel eines Schutzengels? Dann könnte sie dafür stehen, dass ich mich von Gott beschützt und behütet fühlen kann. Viele Menschen gewinnen Vertrauen ins Leben dadurch, dass sie sich von Gott und seinen unsichtbaren Helfern beschützt fühlen.

Oder brauche ich diese Feder für mich selber? Um zu fliegen, um abzuheben? Ich habe da eine Bibelstelle gefunden: „Alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.” (Jesaja 40,31)
Das bedeutet, dass mir durch den Glauben im übertragenen Sinne Flügel wachsen können, damit ich große Dinge in Angriff nehmen kann – dass mir nicht die Puste ausgeht, weil Gott bei mir ist und mich unterstützt. Das ist ein Riesenpotential! Dass Gott mir Kraft gibt, Dinge zu schaffen, die ich nie für möglich gehalten hätte.
Das passiert nicht alle Tage, aber wenn es mal passiert, dass flasht das einen total.  Wenn ich sagen kann: “Ich habe auf Gott vertraut, obwohl die Gesamtsituation ziemlich bescheiden war …. und es ist gut geworden, es hat geklappt!” – Das sind die Flügel- Momente , die vergisst man lange nicht. Das sine Momente, wo ich sage: Allein deshalb ist unser Glaube der tollste Schatz der Welt.

OHRSTÖPSEL – MIT GOTT REDEN

Mal schaun, was uns denn noch so erwartet: Hä? Wozu ist das denn da? (Ohrstöpsel ins Ohr basteln)
Ah ….. jetzt ist es klar. Das sind Schallschutz-Stöpsel! Aber was haben die mit dem Glauben zu tun?

Ich sage es mal so:
Unsere Welt ist oft voll die Dröhnung: Irgendwo läuft immer ein Radio, auf WhatsApp will alle 10 Minuten jemand etwas von mir und erwartet, dass ich reagiere. Instagram bombardiert mich mit Bildern ohne Ende, jeder will ein Like, will meine Aufmerksamkeit.
Ich bin überall! – Aber nie bei mir selber!
Darum die Stöpsel! – Damit einmal Ruhe einkehrt.
Damit du dich mal selber hörst.
Die Stimme deiner eigenen Sehnsüchte.
Die Fragen, die deine eigene Seele stellt.
Die Stille – die dazugehört, weil du nicht auf alles gleich eine Antwort liefern musst.

(Stille … )
“Hey Gott … ja, ich hab mich schon länger nicht mehr bei dir gerührt ..es war ja auch so viel los. Aber ich hätte da jetzt mal … wie soll ich denn anfangen … es ist alles so schwierig geworden … aber vielleicht kannst doch du … ich meine, du siehst doch eh alles …. Ach, am besten, ich erzähle es dir von Anfang an.”

Mit Gott reden braucht Stille.
Nicht unbedingt Ohrstöpsel.
Jesus hat es einmal so fomuliert: “Wenn du beten willst, zieh dich zurück in dein Zimmer, schließ die Tür hinter dir zu und bete zu deinem Vater. Denn er ist auch da, wo niemand zuschaut. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.” (Mt 6,6)

DIE PERLE

Liebe Konfirmanden,
in meiner Schatzkiste des Glaubens befindet sich auch eine Perle. „Endlich mal etwas wirklich wertvolles in der Kiste”, könnte mancher von euch jetzt vielleicht denken. Aber Moment mal – so eine Perle hat ihre Lebensgeschichte:

Eine Perle entsteht, wenn ein Sandkorn oder ein Parasit in das Innere einer Muschel gerät. Das ist für die Muschel keine schöne Erfahrung: Da entstehen Verletzungen, wenn sich ein Wurm versucht im Inneren der Muschel einzunisten oder wenn sich ein Sandkorn zwischen Perlmuttschicht und Bindegewebe schiebt. Für manche Muschel geht es dabei um Leben und Tod. Und doch geschieht es immer wieder, dass die Muschel das alles übersteht. Das, was ihr den Schmerz bereitet hat, das überzieht sie in ihrem Inneren dann mit dieser schimmernden Perlmutt-Schicht …. und so entsteht in ihr eine unvergleichliche  wunderschöne Perle. – Aus dem Schlimmen ist etwas gutes, etwas ganz besonderes geworden.

Ich wünsche es euch nicht, dass in eurem Leben solche Perlen entstehen – denn sonst würde ich euch schwere Schicksalschläge und düstere Zeiten wünschen.
Aber realistisch betrachtet, kann man sich ausschließen, dass mancher von euch im Laufe seines Leben schwere Zeiten durch macht. Auch solche, wo nichts von der Liebe spürbar ist, auch nicht von der Leichtigkeit der Feder, und dass auch die Gebete scheinbar nichts verändern.
Die Bibel selbst berichtet davon, dass es sowas gibt.

Aber sie berichtet auch davon, dass Menschen in solchen Situationen an Gott festgehalten haben, und dass sie schwere Zeiten mit Hilfe ihres Glaubens überstanden haben. Am Ende waren sie reicher als vorher: Mit Erfahrungen, die ihnen keiner wegnehmen konnte, mit einem gewachsenen Vertrauen auf Gott. Auch wenn das Schwere nicht vergessen war, letztendlich war eine Perle des Lebens, eine Perle des Glaubens, daraus geworden.

DER FUNKELNDE DIAMANT

Liebe Konfis,
der christliche Glaube als ein wertvoller Schatz.
– Das ist ganz viel Liebe im Spiel
– Ich habe die Zusage, dass Gott mich beflügelt, damit ich wie ein Adler abheben kann.
– Ich habe einen Gott, mit dem ich reden kann
– Und mit dem Glauben kann ich größte Herausforderungen überstehen, so dass aus manchem Schweren noch eine gute Perle wird.

Mal sehen, ob das letzte, was ich in meiner Schatzkiste finde, das Ganze nicht noch toppen könnte:
Ein Diamant. Schön sieht er aus, glitzert schön im Licht.
Endlich mal was Gescheites in der Kiste, was wirklich Exklusives!

Bedaure, der ist nur das Plastik. 3 Cent kostet das Stück im Bastelladen.

Im Spätmittelalter haben die spanischen Entdecker, wie Columbus, die Ureinwohner Südamerikas ganz frech über den Tisch gezogen: Sie haben ihnen Gold, Kakao und Kautschuk abgekauft, und bezahlt haben sie mit glitzerenden Glasperlen. Gold gegen Glasperlen.
Mit anderen Worten: Beschiss auf ganzer Linie.

Da hat sich seit dem Mittelalter auch nicht viel geändert: Es gibt immer Leute, die versprechen, sie hätten das, was dich wirklich glücklich macht. Und dann stellt sich doch heraus: Es war doch irgendwie überflüssiges und sauteures Bling-Bling.
Ob Bibi mit ihren Kosmetik-Kram aus dem Beauty-Blog wirklich glücklich macht?
Ob dein Leben besser wird, weil du als einer der ersten das neue Galaxy S8 in der Hosentasche hast?
Ob das mit Liebe, Flügeln, Beten und Glauben wirklich was fürs Leben bringt?

Dass müsst ihr schon selber herausfinden!
Da müsst ihr eure eigenen Erfahrungen damit machen. Selber ausprobieren, mit alles beglückenden Erfahrungen und mit machen Enttäuschungen.

Ich hoffe, ihr könnt dann irgendwann einmal selber sagen:
Ey, der Seidel hat uns damals wirklich keinen Mist erzählt! Das mit dem Glauben, das ist echt ein Schatz!
Amen

Praktische Tipps
Die Materialien für diesen Gottesdienst kann man natürlich nach Bedarf mit viel Liebe, Geduld und dank offengehaltener Augen langfristig zusammensammeln.
Wenns etwas schneller gehen soll, habe ich hier ein paar Beschaffungs- bzw. Einkaufs-Tipps:

Die Kiste, wie sie sie sehen habe ich hier beschafft: Im „Geschenkhaus-Tom“ habe ich für weniger als 6 Euro diese hochwertigen Kistchen gefunden: Bauernkasse dunkel.
Alternativen: Schatztruhe „Nostalgie“ oder diese hier: Piratenschatztruhe
Als Schnäppchen hätte ich hier als Anregung ein 20-er Set Holz-Kästchen für 1Euro pro Stück. Allerdings sind das eher Schmuck-Kästchen als Schatz-Kisten: Holzkästchen mit Klappdeckel– Wie gesagt: Günstig, aber ohne echtes Schatztruhen-Feeling (aber das ist für die Predigt ja auch nicht konstitutiv).
Auch bei Ebay kann man etwas finden. Und bei TEDI finden sich übers Jahr auch immer wieder schöne Kistchen im Angebot.

Herzen: Große Filz-Herzen (Stückpreis 40ct)

Federn: Mittelange Federn 100er-Pack in wählbarer Farbe (Stückpreis effektiv ca 8 ct),

Ohrstöpsel:10er Pack Ohrstöpsel (die günstigste Variante, die ich gefunden habe, wohl ein  Nachbau der guten 3Mer, Stückpreis 20ct)

Perle:10mm-Perlen im 100er Pack (Stückpreis 6ct)

Diamant: 50 Diamanten mit 2cm Durchmesser (Stückpreis 5 cent – ich hatte kleinere mit 12mm Durchmesser, würde aber zu 2cm raten)

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