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Radioandachten auf Charivari 98,6 im Februar 2016

Montag: Snapchat

Seit zwei Jahren gibt es für Smartphones die App “Snapchat”. Damit kann ich Bilder verschicken, die dem Empfänger dann nur ein paar Sekunden lang gezeigt werden, bevor sie sich dann automatisch selbst löschen. Da schickt mir ein Kollege einen lustigen Schnappschuss, ich schaue ihn mir an … und schon ist es wieder vorbei. Die Datei hat sich selbst vernichtet; ein zweites Mal kann ich mir das Foto nicht mehr ansehen.
Eigentlich läuft dieses Programm das ja völlig gegen den Trend: Alles muss fotografiert und für die Ewigkeit festgehalten werden: Das Mittagessen, der Kindergeburtstag, der Sonnenuntergang. Also echt Wenn beim tiefroten Sonnenuntergang am Strand alle nach ihrem Handy rennen, um dieses Schauspiel aufzunehmen, dann frage ich mich: Was willst du mit diesem Video? Nimm doch stattdessen jetzt deine Liebste in den Arm, und genieße diesen Moment, der sich eben nur in diesem wenigen Minuten bietet.
Diese kleine App auf dem Smartphone erinnert mich: Wir können das alles nicht wirklich festhalten! Wir leben immer im Moment und aus dem Moment heraus. Wenn ich einen schönen Augenblick nicht dann genieße, wenn er sich mir bietet, dann ist er eben bald vorbei.Die besonderen Momente sind eine Sache des Augenblicks. Genieße sie dann, wenn sie da sind.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

Dienstag: Wer ist der Idiot?

Guten Morgen
Gestern bin ich im Internet über ein Video mit dem Titel: “Idiot auf der A6” gestolpert. Ein LKW-Fahrer hat dabei augenommen, wie er sich über ein Auto aufregt, das auf der Autobahn mit Tempo 80 dahinschleicht.
Man hört ihn schimpfen und schreien, er hupt, er fährt bis auf 5 Meter auf, versucht sogar, sich über den Standstreifen daran vorbeizuquetschen.
Ich bin mir sicher: Der Idiot saß in diesem Moment nicht im kleinen langsamen Auto, sondern im Laster. Ohne zu wissen, warum das Auto so langsam unterwegs ist, bläst er sich auf und gefährdet andere, dass einem beim Zuschauen das Herz stehenbleibt.
Jesus hat einmal davon gesprochen, dass wir so gerne den Splitter im Auge des Anderen sehen … ihm gerne mitteilen, was bei ihm nicht in Ordnung ist … und selbst haben wir einen ganzen Balken im Auge! Aber den wollen wir nicht sehen.
Ich erwische mich dabei auch immer wieder, dass ich leichtfertig über Menschen ein Urteil fälle, ohne wirklich zu wissen, welche Lebensumstände dazu geführt haben, dass sie so sind, wie sie sind. Vielleicht bin ich ja der dritte Idiot in dem Spiel Weil ich den Lasterfahrer zum Idioten erkläre, der den Autofahrer Idioten nennt – ohne einen der beiden zu kennen.
Mein Tip: Machen Sie es heute einfach besser, und verzichten sie auf leichtfertige Urteile

Mittwoch: Klagen oder Jammern?

Guten Morgen
Klagen Sie noch, oder jammern Sie schon? Das ist fei ein Riesenunterschied!
Klagen, das tut gut – das schüttet man sein Herz aus, mit all dem Schmerz über das was gerade im eigenen Leben schlimm ist. Da kann man auch schon mal sagen, dass man sich gerade von seinem Gott verraten und verlassen fühlt.
Und dann ist irgendwann auch mal Schluss mit Klagen, weil alles Schwere aus meinem Herzen ausgeschüttet ist. Und ich traue mich, nach vorne zu schauen – und hoffe, dass es besser wird.
Mancher jammert lieber! Der schüttet sein trauriges Herz nicht aus, sondern rührt nur depressiv im eigenen Sorgenbrei herum. Vielleicht habe ich mich zu sehr daran gewöhnt, ans Jammern? An das Gefühl, dass sich alles gegen mich verschworen hat?
Wir Franken haben ja schon eher die Tendenz zum jammern. Wie für uns gemacht, ist der Ratschlag eines alten Kirchenliedes:
Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente,der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.:

Donnerstag: Mit einer Handbewegung glücklich

Guten Morgen,
Marlene war spät dran, und darum kam sie mit Trolly und Reisetasche erst um 17:55 Uhr am Bahnsteig des Hauptbahnhofes an. Genau in diesem Moment schlossen sich vor ihren verzweifelten Augen die Türen des ICE nach Düsseldorf. Der vorwurfsvolle Blick des Schaffners auf dem Bahnsteig war eindeutig: “Lady – das war zu spät” – kraftlos ließ sie ihre Reisetasche auf den Boden sinken. Mist!
Moment, der Zug fährt ja noch gar nicht los, sondern die Türen gehen nochmal auf. Marlene zerrt ihr Gepäck in den Wagon, und ein paar Sekunden später setzt sich der ICE in Bewegung. Sie hat nicht mal mehr die Chance “danke” zu sagen.
Da hat der gute Mann von der Bahn offenbar einen richtig guten Tag gehabt. Mit einem kleinen Wink zum Zugführer hat er Marlene richtig glücklich gemacht. Sie saß dann neben mir, und hat mir die ganze Story freudestrahlend und erleichtert erzählt.
So einfach kann man einen Menschen glücklich machen.
Einfach mal ein Auge zudrücken, Nachsicht üben, ein fränkisches “passt scho”, nicht immer auf seinem Recht beharren. – Das kostet nichts, aber macht oft einen Mitmenschen glücklich, mehr, als wir es je erahnen.

Freitag: Schul-Fasten

Guten Morgen
Im Reli-Unterricht geht es im die Fastenzeit. Da fragt der Lehrer: Sagt mal, was sind denn eure Vorschläge, auf was man während der Fastenzeit einmal verzichten könnte?
Und die erste Antwort der Schüler lautet: “Wir könnten doch mal 7 Wochen auf die Schule verzichten! Schulfasten nennen wir das dann!”
Ehrlich gesagt, haben sie damit etwas wichtiges zur Fastenzeit ausgedrückt: Denn sie wollen das weglassen, was ihnen gerade nicht so viel Spaß macht. Vielleicht sollte wir auch mal in der Fastenzeit nicht auf das Schöne verzichten sondern auf das, was uns belastet.
Ok … Schule ist da kein gutes Beispiel.

Aber mal 7 Wochen ohne dauernde Selbstzweifel, ob man den gut genug für diese Welt ist.
7 Wochen ohne eine WhatsApp-Gruppe, die eigentlich immer nur nervt.
7 Wochen ohne …. Ja ohne das, was mir nicht gut tut.
Dann verstehe ich Jesus, der gesagt hat: Wenn ihr fastet, dann sollt ihr kein trübseliges und saures Gesicht machen.

Samstag: nach vorne schauen

Guten Morgen
Endlich Samstag, die Woche ist so gut wie geschafft. Die anstrengenden Tage haben die meisten von uns jetzt hinter sich – man freut sich aufs Wochenende. Im englischen sagt man: I look forward to this weekend. “Ich freue mich” heißt also: Ich schaue nach vorne.
Das “nach hinten schauen”, ist nicht ganz so positiv besetzt. Vielleicht weil ja nicht alles im Leben so glatt läuft, und uns mache Fehlgriffe und Pannen länger nach gehen. Da kann der Blick einen auch schon mal lähmen.
Die Erinnerung an vergangene Fehler kann die Angst davor wachsen lassen, dass die nächsten Schritte auch wieder schief gehen könnten.
Jesus hat gesagt: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Das hat er seinen Jüngern gesagt. Er meinte damit: Wenn ihr mit mir zusammen etwas neues aufbauen wollt, wenn ihr mit Gottvertrauen in eine veränderte Zukunft losziehen wollt, dann dürft ihr nicht laufend zurückschauen auf das, was einmal war.
Ihr müsst nach vorne schauen und dürft hoffen, dass euch Gott bei den nächsten Schritten nicht allein lässt.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen

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