• Werbung

Mülltrennung – ein Fall für die Kriminaltechnik?

muelltrenn_samWarum muss man denn die Kennzeichnung der Frischkäsedosen so klein anbringen, dass man nur mit dem Gespür des Kriminaltechnikers herausfindet, in welche Kiste das Becherle gehört?

Als pflichtbewusster Bewohner des Landkreises Neustadt/Aisch sortiere ich ja gerne meinen Müll. Schließlich verfügen wir ja in unserer Region über die löbliche Einrichtung von Wertstoffsammelstellen in jedem noch so kleinen Dorf.
So tragen wir unsere Wertstoffe in Kisten vorsortiert dorhin – getrennt nach PS/PP, Alu-Verbundmateralien, Tetrapacks, Kunststoff-Hohlkörper und Folien.
Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht mitunter anders aus:
Da nehme ich die vorbildlich gespülte Schale meines Philadelphia-Frischkäses zur Hand und suche nach der notwenigen Markierung, aus welchem Kunststoff das Ding wohl ist. Im schummrigen Licht am Hauseck erkenne ich … nichts. Ich drehe und wende es: Im kräftigen Blau erstrahlen alle möglichen Kundeninformationen – aber kein Hinweis auf „PS“, „PS“ oder das böse „PET“. Also raus in die Sonne – genau untersuchen. Ah! Da ist doch was … am Rand … winzig klein weiß geprägt… aber was?

Mein kriminologischer Spürsinn ist geweckt! Ich hole die Lesebrille aus dem Arbeitszimmer und drehe es im Schein der Vormittagssonne, bis der richtige Lichteinfallswinkel das großzügig geprägte Dreieck mit einer immer hin fast 1mm großen Schrift sichtbar werden lässt. Und … es ist PP. Heureka ich habs gefunden! So muss sich ein Kriminaltechniker fühlen, wenn er das fehlende Fitzelchen Täter-DNA unterm Mikroskop entdeckt.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das fragt man sich: Warum?
Warum muss ich die Dose mindestens 5 mal im Gegenlicht drehen, um die Konturen der Prägung zu erkennen?
Warum gönnt man dem Symbol nicht ein bisschen Farbe – es wird ja sowieso jeder Quatsch auf die Rückseite gedruckt?
Warum glaubt der Produktdesigner, dass Menschen, die über weniger Sehkraft als ein Starfighter-Pilot verfügen, nicht das Recht haben, ihren Müll zu trennen?

Also, liebe Firma Kraft – gönnen Sie allen Menschen über 60, allen ohne Flutlichtanlage in Carport, und allen, die den Vormittag mit Schönerem verbringen möchten, als der Plastikmüllsortierung, eine vernünftig ablesbare Wertstoffkennzeichnung. – Danke!

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.