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Krippenspiel mit Ansprache: An Weihnachten Weihnachten verpasst, 24. Dezember 2002

Krippenspiel
(Aus urheberrechtlichen Gründen hier nur eine Kurz-Darstellung):Ein Junge und ein Mädchen sind auf dem Weg zur Krippe, wo Gottes Sohn geboren sein soll, wissen aber nicht, ob sie auf den richtigen Weg sind. Verschiedene Personen kommen ihnen entgegen. Die beiden fragen diese Leute, ob sie den neugeborenen König gesehen haben.Die Leute aber winken alle ab:
– “ ihr sagt, ein Wunder sei geschehen? Ich habe nichts davon gesehen. Ein Wunder – nein – das tut mir leid; das passt auch nicht in unsre Zeit!“
– „Ich suchte auch den König heute und fand nur ein paar alte Leute, ein Kind in einer Krippe nur. Doch von dem König keine Spur.“
– “ Ein Bettelkind soll König sein? Das war kein Herr, kein König, nein“
– “ Spart euch den Weg, es lohnt sich nicht. Ein Stall, der fast zusammenbricht. Von Gottes Glanz war nichts zu sehen. Kehrt um! Kein Wunder ist geschehen!“Letztlich finden die beiden doch den Weg zur Krippe, eine Gruppe von Kindern mit Laternen, und ein leuchtender Stern weisen ihnen den Weg.

Ansprache

Liebe Kinder, liebe Erwachsene,

das ist schon ein starkes Stück, was wir da gerade aufgeführt gesehen haben! Da laufen viele Leute nacheinander an der Krippe vorbei, und bekommen überhaupt nicht mit, was da los ist.
Als wären sie mit Blindheit geschlagen, tappen sie an Josef, Maria und dem Kind vorbei.
„Den Herrn der Herrlichkeit? Nö, habe ich nicht gesehen, bloß ein paar verlotterte Gestalten in einem lumpigen Stall. Da rentiert es sich gar nicht, hinzugehen „.

Viermal passiert das. Vier Personen, die eigentlich „Weihnachten“ vor der Nase hatten – die Krippe, alles was dazugehört, haben sie gesehen, aber irgendwie doch nicht gemerkt, worum es geht. Mit Schwung rauschen sie daran vorbei ; haben Weihnachten eigentlich verpasst.

Nunja, es war eben ziemlich unscheinbar, was dort im Stall passierte. Scheinbar ganz normale Menschen hockten dort mit ihrem neugeborenen Kind. Wer soll denn da erahnen, dass genau dort Weltbewegendes seinen Anfang nimmt.

Kann uns das auch passieren?
Dass wir durch die Weihnachtsfeiertage hindurch, an der Krippe vorbei marschieren und ganz übersehen, worum es eigentlich geht? Dass wir an Weihnachten Weihnachten übersehen?

Ich glaube, dass es so etwas immer wieder geben wird.
Denn unsere Weihnachtsbotschaft und das, was wir faktisch an Weihnachten in der Hand haben geht von meinem Gefühl her weit auseinander:

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“ – Da denke ich an einen prachtvollen Zug, mit Würdenträgern, hoch zu Ross. Um die herein zu lassen muss man das große Stadttor weit aufreißen.
Aber der, der da in der Heiligen Nacht gekommen ist, der passt eigentlich durch jede Babyklappe.

Die Erwartungen an einen König sehen eben anders aus, als das, was wir in der Krippe liegen haben. Weihnachten fing eben erst einmal ganz klein und unspektakulär an. Da wundert es nicht, wenn Menschen achtlos daran vorübergehen.

Aber: An Weihnachten feiern wir trotzdem nicht den Liebreiz eines kleinen Säuglings, sondern durchaus die Herrlichkeit eines kommenden Königs! Neugeborene haben wir viele, aber einen Heiland der Welt nur einmal. Und das ist der Unterschied, zwischen dieser Familie in der Heiligen Nacht und anderen Familien, die bis heute unter ähnlichen Umständen ihre Kinder zur Welt bringen.

Aus diesen kleinen Jesuskind wurde der Verkünder des Willens Gottes.
~ Er hat uns das Gebot der Nächstenliebe und der Feindesliebe gebracht.
~ Er hat uns darauf hin gewiesen, dass Gott von uns nicht äußerliche Frömmigkeit will, sondern Gehorsam im Herzen.

Aus diesen kleinen Baby wurde ein Helfer, ein Heiland:
~ er hat Menschen von Krankheiten geheilt, Verirrte auf den richtigen Weg zurückgebracht

Und noch mehr kam durch ihn uns zugute:
~ Sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat uns die Möglichkeit seinem neuen Leben als Glaubende eröffnet, für die das Sterben nicht das Ende ist.

Und das alles hat so klein und unscheinbar in diesem Stall begonnen. Und diesen kleinen Anfang, diesen Keimling des Reiches Gottes feiern wir an Weihnachten. Wir feiern das kleine Kind, das zum großen Retter werden soll.

Liebe Gemeinde,
das “ kleine“ an Weihnachten, das ist die Gefahr, aber auch die Chance bei diesem Fest.
Das Kind in der Krippe ist winzig und unscheinbar, auch am Heiligen Abend. Da kann man es schnell übersehen, neben dem großen festlichen Weihnachtsbaum, neben den Geschenken und der Feststimmung. Es wäre schade, wenn wir es vergessen, nur weil wir die kleine Holzkrippe beiseite geschoben haben, um mehr Platz zum Feiern zu haben.
Die Chance aber besteht darin, dass wir alles „Kleine“ schätzen lernen. Die kleinen Erfolge im letzten Jahr, die kurzen Momente des Glücks, die gegenüber den Katastrophen in diesem Jahr ja auch ganz klein und unscheinbar erscheinen.

Dass sie sie entdecken: Die kleinen Zeichen des Reiches Gottes, der es gut mit uns meint.
Das kleine Kind in der Krippe ist der erste Zeuge dieses neuen Anfangs Gottes mit uns.

Amen

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