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Het land met de grappigste borden – oder: Niederländisch beschildert

„Holland ist die geilste Stadt der Welt“ singen die 257er nicht umsonst in ihrer coolen Hymne auf das kleine Koninkrijk unterhalb des Meeresspiegels. So gleichen sie die eher begrenzte Phantasie auf den Speisekarten (pardon, geachte buurlanders, maar dat moet ik zeggen, omdat het is echt niet gemakkelijk iets oop jullie menukaartjes te vinden, wat ons „Franken“ gelukkig maakt) mit ausgesprochen unterhaltsamen Schildern aus.

FKK – ein kleiner Abschied vom alten Programm

Alles hat einmal ein Ende: Mit unserem gestrigen Auftritt in Uttenreuth haben wir unser aktuelles Kabarettprogramm zu Grabe getragen. Ein bischen Wehmut ist schon dabei. Einige Rollen habe ich richtig geliebt; war gerne ein bibelverliebter Klinikseelorger oder schüchterner Vikar im Praxis-Schock. Den überforderten Pfarrer bei Opas 80. Geburtstag lasse ich allerdings gerne in Frieden ruhen. Nun wird die Requisitenkiste leergeräumt, Brillen, Weste, Jacke, Mütze, Hut, Telefon, Spickzettel. Alte Ablaufpläne kommen zum Vorschein, das Lichtkonzept, das letztlich doch jedesmal vor Ort anders umgesetzt werden musse. Eine Schweißer-Brille? … Achja, da hatten wir doch mal in Gollachostheim mal die ganz alte Nummer Lipp-Lipp-Lipprichhausen gesungen.
Mal sehen, was zum Neustart im kommenden Februar alles in die Kiste wandern wird. Immerhin – das grobe Konzept fürs neue Programm steht. Jetzt muss nur noch kräftig Butter bei die Fische. Übrigens: Nein, es wird kein Luther-Programm! Wir haben eher einen biblischen Looser zum Programmpaten erkoren. Aber mehr verraten wir noch nicht. Mit dem „alten“ sind wir im Januar 2014 in Neustadt/Aisch gestartet. Es folgten Röttingen, Laubendorf, Ochsenfurt, Höchheim, Gollhofen, Windelsbach, Wilhelmsdorf, ein paar mal Erlangen, Altheim, Wilhelmsdorf, Windsheim, Münchsteinach, Uffenheim, Unteraltenbernheim, Aub, Schauerheim, Rothenburg, Hüttenheim, Lengfeld, Elpersdorf, Gollachostheim, Ansbach, Seinsheim, Fischbach, Hohenfeld und Segnitz. Wir hatten zuallermeist freundliche Gastgeber, ein Publikum, mit dem es richtig Spaß gemacht hat, und viele viele Projekte, die durch die  Eintrittsgelder unterstützt wurden.

Meine Heldin des Tages: Unsere dienstälteste Energiesparlampe – Strom für 9000 km gespart!

20161104_140559Heute durften wir sie in den verdienten Ruhestand verabschieden: Unsere dienstälteste Energiesparlampe unseres Pfarrhauses. Seit 15 Jahren hängt sie über dem Esszimmertisch und ist entsprechend oft im Einsatz. Ihre Kollegin im Lampenschirm daneben hatte vor einem Jahr die Segel gestrichen.
Vor 15 Jahren war die Entscheidung für die damals recht kostspielige Birnen eher so eine good-will-Geschichte: Aber nun hab ich mich doch mal hinter den Taschenrechner geklemmt und mit zunehmender Begeisterung festgestellt:

Das gute Stück war unterm Strich etwa 27.000 Stunden im Einsatz.
Im Vergleich zu einer normalen 60-Watt-Birne hat sie in dieser Zeit 1323 kWh Energie gespart.
Beim aktuellen Strompreis komme ich da auf etwa 340 Euro Stromkostenersparnis.
Wenn ich den normalen Energiemix meines Stromversorgers ansehe, wären damit 558 KG CO² gespart worden.
Nur mal so am Rande, weil wir alle so automobil denken:
Die gesparte Energie entspricht 120 Litern Benzin.
Und mit einem Elektroauto könnte ich mit den 1323 kWh wohl 9000 Kilometer weit fahren.

Also: Hut ab vor diesem kleinen Stückchen Elektronik! Kleinvieh macht auch Mist; vor allem, wenn man ihn 15 Jahre lang sammelt.

 

Die Evangelistin Johanna aus Diespeck

Die Evangelistin JohannaDa sitzt sie: Ein bildhübsches fränkisches Mädel in der Kirche von Diespeck. Aus Holz geschnitzt, etwa 20 Zentimeter groß hockt sie auf dem Sims der Kanzel. Total süß, mit vollen Wangen, die Haare kurz im 80er-Jahre Look, eine gelbe Weste mit weißem Kragen – ich fand sie zum Knuddeln, wenn sie nicht aus Holz wäre – und wenn im Kirchenführer nicht stehen würde: Das soll der Evangelist Johannes sein! Da war ich dann schon ein bisschen enttäuscht. Aber ich habe dann entschieden: Für mich bleibt das ein fränkisches Mädel – ich nenne sie Evangelistin Johanna!
Denn Evangelistinnen gibt es ja öfter: Frauen, die von ihrem Glauben weitererzählen. Als Mitarbeiterinnen im Kindergottesdienst, als Mama, als Oma, als Erzieherin im Kindergarten, als Ehrenamtliche auf der Konfirmandenfreizeit.  Das sind meine Johannas. Was würden wir ohne diese Frauen tun, die ganz authentisch ihren Glauben leben und daraus kein Geheimnis machen. Auch mit allen Unsicherheiten und Zweifeln, die sie manchmal plagen. Gerade weil sie so echt sind, tragen sie das Evangelium so erfolgreich in unsere Welt hinein.
Alte bärtige männliche Skulpturen haben wir in kirchlichen Spitzenpositionen oft genug. Darum sei der fränkischen Johanna dieser Ehrenplatz an der Kanzel in der Kirche von Diespeck von Herzen gegönnt.