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Predigt: Die mobile Minikrippe (Symbolpredigt) 25. Dezember 2016, Weihnachten

Ob es die kleinste Krippe des Welt ist? Zumindest die mit der sparsamsten Ausstattung! Und gerade diese Reduktion auf einen Strohhalm, drei Holzperlen und eine Spiegelscherbe bietet die Basis für diese Symbolpredigt.

Liebe Gemeinde,
“Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge”.(Lk 2,6-8)
Endlich kommt der Sohn Gottes auf die Erde, und dann gibt es nicht mal einen vernünftigen und würdigen Platz für ihn. In eine Futterkrippe wird er gelegt. Zwischen Ochs und Esel eingeklemmt erlebt er dort seine ersten Tage und Wochen seines menschlichen Daseins. Und wer ihn besuchte, wird sich gewundert haben, wie armselig und mickrig dieser Ort für den König der Könige ausgefallen ist.

Mickrig – gewöhnlich – eigentlich gar nicht passend für das, was hier an Wunderbarem geschehen ist. Diese Beschreibung trifft nicht nur auf den Stall von Bethlehem zu, sondern auch auf das, was Sie da in Händen halten: Diese gewöhnliche Streichholzschachtel, die Sie vorhin erhalten haben. Das ist nämlich gar keine Streichholzschachtel, sondern eine Weihnachtskrippe! Und die möchte ich mit Ihnen heute morgen zusammen anschauen und bedenken. ich will weiterlesen

Predigt: Wie soll ich dich empfangen? (Liedpredigt zum EG 11) 3. Advent, 11. Dezember 2016

Das 20161210_121637_richtonehdralte Lied von Paul Gerhard ist ein sehr persönliches und sehr hoffnungsstiftendes Lied, das zufällig gut zum Advent passt. Vor 14 Jahren habe ich schon mal drüber gepredigt; jetzt gibts eine Neuauflage.

Verse 1+2
1. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.
2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

Liebe Gemeinde,
wenn wir hohen Besuch empfangen, dann rollen wir einen roten Teppich aus. So kennen wir das aus dem Fernsehen, wenn Politiker oder Stars willkommen geheißen werden. Den roten Teppich nimmt man nur dann, wenn ein ganz besonderer Gast sich angemeldet hat. Für die übrigen Leute tut es die üblichen Auslegware.
Wir haben Advent – auf deutsch: die Ankunft Gottes.
Welchen Teppich sollen wir denn für die Ankunft Gottes ausrollen? Welcher ist da passend? Diese Frage stellt sich unser Lied, das wir eben gesungen haben, schon in der ersten Zeile. ”Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir” – welcher Teppich heißt Gott passend willkommen? ich will weiterlesen

Predigt: Im klapprigen Omnibus unterwegs zum Ziel (Römer 8, 18-23) 13. November 2016

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Foto: A.Dreher /pixelio.de

Predigt mit dem Motiv eines alten, verrosteten klapprigen Omnibusses Namens Erde, in dem wir durch die Zeit unterwegs sind.

Liebe Gemeinde,
manchmal kommt mir unsere Welt vor wie ein alter klappriger Omnibus, bei dem man sich mit bangem Herzen fragt, ob die alte Kiste denn nochmal durch den TÜV kommt.
Denn da ist ja einiges im Argen! Es fängt ja schon bei der Steuerung an: Wie soll man das Gefährt denn noch lenken, wenn immer öfter seltsame Gestalten in den Regierungen auf diesem Planeten die Führungsrolle übernehmen?
Wenn ich den Motor denke: Das Abgasmanagement funktioniert schon länger nicht mehr … und der Verbrauch – was wir an Rohstoffen verpulvern …. ob wir da überhaupt noch mal die Möglichkeit haben, das Verbrauchte aufzutanken?
Vom Innenraum ganz zu schweigen: Ein einziges Durcheinander! Jeder hätte gerne einen schönen Platz, aber die besten sind schon längst belegt und werden immer aufwendiger herausgeputzt, unterwegs wird Prosecco geschlürft. Gleichzeitig hocken andere mit den einzigen Klamotten, die sie besitzen auf dem feuchten dreckigen Boden.
Die Klimaanlage wird vom Internet gesteuert und verpestet die Luft mit Hass und Hetze, mit Neid und Arroganz.
Wir alle sitzen drin – aussteigen geht nicht.
Alles ächzt und stöhnt und ich weiß nicht, ob es die morschen Bauteile sind, oder die Menschen, die ängstlich durch die Scheiben starren. Was soll das noch werden? ich will weiterlesen

Predigt: Viel mehr als zehn Regeln (1. Thessalonicher 4, 1-8) 9. Oktober 2016

falschzeugnisredenDer sprachlich etwas sperrige mahnende Paulus-Text bekommt mit den 10-Gebote-Bildern der Konfirmanden einen interessanten Partner zur Seite. Zwei Tage vor dem Gottesdienst hat jeder Konfi ein Gebot, das ihm wichtig war, künstlerisch umgesetzt. Diese Werke hängen während des Gottesdienstes in der Kirche.

Weiter, liebe Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus – da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut -, dass ihr darin immer vollkommener werdet. Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.
(1. Thess 4, 1-8)

Liebe Gemeinde,
das ist ein Predigttext, bei dem so mancher sagen könnte: Der ist noch aus der guten alten Zeit, wo der Pfarrer am Sonntag seiner Gemeinde nach allen Regeln der Kunst die Hölle heiß macht, und sie drauf stößt, was da möglichweise alles im Leben falsch läuft. Und dabei lässt er nichts aus, was der Predigttext so alles an Themen streift – denn da gäbe es ja einiges:
Wo Paulus von Unzucht redet, da schaut er die Männer streng an, und erinnert, dass da was von “jeder seine Frau” steht. Die Konfis schockt er mit einem kurzen Exkurs über Internet-Pornovideos. Und allen wird ganz komisch, wenn er ganz grundsätzlich über die Ehrlichkeit in Gelddingen redet. ich will weiterlesen

Früchte-Predigt an Erntedank: Wenn die Gaben am Altar zu erzählen beginnen (Symbolpredigt) 2. Oktober 2016

In20151005_105737 dieser Predigt werden Kartoffel, Zucchini, Weinrebe und Zierkürbis zu den Protagonisten. Sie lassen mich  von ihren unentdeckten Stärken und der mühsamen Integration von Fremden erzählen. Die Weinrebe erinnert an Jesu Wort vom Weinstock und Rebe und hält das Motto“weniger ist mehr“ hoch. Schließlich überrascht der Zierkürbis mit seiner gechillten Ansicht vom Leben: Ich bin „einfach so“ da. Weil Gott es gefallen hat, dass ich bin.

Liebe Gemeinde, liebe Präparanden und Konfirmanden,
das Schöne am Erntedankfest ist, dass ich da als Pfarrer beim Predigen nicht alleine hier vorne bin. Denn ich bin umgeben von vielen Kollegen – die auch von der Güte und Liebe Gottes erzählen! Ja, die Äpfel, Birnen und Sonnenblumen – sie alle sind ja Teil unserer Schöpfung, die von Gottes Fürsorge für uns berichten. Jede einzelne Erntedankgabe hat da etwas anderes zu erzählen.
Da wäre es eigentlich einmal spannend, genau hinzuhören, was die zu sagen haben. Ich gebe zu, dass wir als Pfarrer das viel zu selten tun, weil wir ja selbst so gerne reden … also habe ich mich gestern mal mit den Erntedankgaben zusammengesetzt und wir kamen ins Gespräch – und davon will ich heute morgen erzählen: ich will weiterlesen

Predigt mit Anspiel zur Kirchweih: Taufe – das Tattoo für die Ewigkeit (21. August 2016)

Zurkerwastempel2016 Kirchweih nehmen wir die Kirche als Ort der eigenen Taufe in den Blick. Zur Begrüßung erhalten die Gottesdienstbesucher einen Stempelabdruck auf den Arm. Darauf das uralte (und vielen unbekannte) Siegel des ersten Kirchleins, das hier im Ort stand. Dazu eine Reihe von Verben, die beschreiben, was uns Christen vor Ort ausmacht. Die Ortsburschen und Madli, die die Dorfkirchweih mitgestalten, sind auch die Akteure des Anspiels, das den Vergleich Tattoo und Taufe entwickelt.

Szene der Ortsburschen &-Madli:
A: hat ein neues Tatto, ziemlich stolz
B: Hat ein Tatto “Juliane” am rechten (!) Unterarm
C: Ohne Tatto, hat aber etwas Besonderes vor…

Die drei Kumpels (A,B,C) treffen sich, begrüßen sich …
A: Hi, ich muss euch mal was zeigen: Schaut, da, mein neues Tattoo.
C: Mann, da ist ja echt klasse geworden. Wie lange hast du das schon?
A: So zwei Wochen. Der Tätowierer hat echt was auf dem Kasten. Der ist zwar echt nicht billig, aber dafür schaut´s dann auch wirklich gut aus. (Zu B) Und was sagt du?
B: Ja…. klar ist schon wirklich gut gemacht, auch das Motiv ist mal ein bisschen was anderes, als das, was momentan überall gestochen wird. Hmm, schon cool.
A: Klar, des ist immer ein bisschen blöd mit diesen Mode-Motiven, die sich dann jeder Kasper machen lässt, bloß weil es grade in ist. Die sollen ja schließlich ein Leben lang passen. Ich hab bei meinem Tattoo jetzt auch ewig hin und her überlegt, bevor ich mich entschieden habe.
B: Wen sagst du das, achau, hier auf meinem Unterarm:
C: Ja, da steht der Name von deiner Freundin Juliane.
B: EX-Freundin! – Sie ist weg und das blöde Tattoo ist immer noch da. So ein Mist. ich will weiterlesen

Liedpredigt: Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, 31. Juli 2016

Daansba_juli16s Lied „Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne“ von Peter Strauch gehört nicht zu den allerbekanntesten. Es findet sind im „Liederheft für die Gemeinde“ als Nr 059. Noten gibt es beim Verlag SCM zum Download .

Liebe Gemeinde,
“Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht”, zwei Verse dieses eher unbekannten Liedes haben wir gerade gesungen. Mal wieder so ein modernes Lied. Wobei “modern” ja auch relativ ist: Es ist inzwischen 35 Jahre alt und stammt von Peter Strauch, der auch das viel bekanntere “Herr, wir bitten: Komm und segne uns” geschrieben hat.

Ein bisschen ist das auf dem ersten Blick ein Lied wie Kraut und Rüben. Denn da ist vieles sehr ungewöhnlich zusammengemischt:
Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht – der Refrain klingt fröhlich und hell … aber dann kommts dicke:
Die Dunkelheit verbirgt das Licht, von Tränen und Feindschaft, von Krieg, Terror und Schmerzen ist die Rede, und eine Zeile später lässt das Lied schon wieder die Sonne aufgehen und spricht von der Nähe Gottes. Und dieses Ineinander haben wir in jedem Vers. ich will weiterlesen

Szene als Ansprache im Schulschluss-Gottesdienst: Ist die Welt im Eimer? (27. Juli 2016)

Inschlussgodi2016a diesem Jahr hatte sich die Klasse des Friedrich-Alexander-Gymnasiums Neustadt Aisch, die den Gottesdienst vorbereitete, entschieden: Wir werden das langweilige Thema „Ferien“ zu ignorieren und stattdessen über die Zerstörung und Bewahrung der Schöpfung reden. So entstand ein Gottesdienst mit zwei tragenden Teilen: Eine bewusst irritierende Bestandsaufnahme und eine Spielszene der beiden beteiligten Lehrkräfte.

„Bestandsaufnahme“:
Eine Schülerin liest eine gekürzte  Version des Schöpfungserzählung aus Gen 1 vor. Dabei sieht man auf der Leinwand un-passende (!) Bilder zu den jeweiligen Schöpfungstagen: Eine rauchverhängte Sonne, verschmutztes Meer, niedergebrannte Wälder und so manches mehr.
Anschließend erscheinen zwei Schülerinen, die einander auf dem Handy (und über die Leinwand für alle sichtbar) zeigen, wo sie auf dem Schulgelände Ressourcenverschwendung und Vermüllen ihres Lebensraumes wahrnehmen.

Szene:
A: Eine Mischung von Müllmann und Schul-Hausmeister
S: Eine engagierte, ziemlich normale Dame

A ( kommt mit Mülltonne, sieht die Erde als Globus auf dem Boden stehen, und schaut sie sich genau an)
Na sauber: die Welt ist im Eimer Da ist nichts mehr zu machen, da ist so viel dran kaputt, das kriegt man nicht mehr repariert. Ich denk nur an den Klimawandel … richtig warm ist sie geworden … da kann man echt Angst kriegen, aber untem Strich  interessiert irgendwie ja doch keinen. Hauptsache ich kann mit dem dicken Auto rumfahren. ich will weiterlesen

Predigt: Raus aus dem Grau! (Epheser 5, 8-14) 17. Juli 2016

Es graugrauist ein Dilemma: Einerseits wird ein Schwarz-Weiß-Denken unserer komplexen Wirklichkeit nicht gerecht. Auf der anderen Seite hilft uns ein Kreisen in „Grautönen“ auch nicht weiter. Ich versuche hier mit Paulus Mut zu machen, für das Licht einzustehen statt im sanften Grau einzuschlummern.

Predigttext: Eph. 5, 8-14
Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Grau ist in!

Liebe Gemeinde,
grau ist in! Grau passt eigentlich immer und überall. Da beißt sich nichts, da fällt man nicht unangenehm aus dem Rahmen. Grau … irgendwo in der Mitte zwischen schwarz und weiß .. mal eher hell, mal eher dunkel. Grau geht immer!

Ganz im Gegensatz zu schwarz oder weiß. Denn da legt man sich fest. Entweder oder! Das mögen wir heutzutage nicht mehr so. Schwarz-weiß malen möchte keiner. Mit diesen klaren Kontrasten tun wir uns schwer:
Gut und böse
Richtig und falsch
Gerecht und ungerecht
Freund oder Feind ich will weiterlesen

Predigt: Vom Wachstum bis zur Ernte (Predigt zu den neuen grünen Paramenten der Wilhelmsdorfer Kirche) 19. Juni 2016

Nun paramentgruen1bhaben wir nach dem violetten Parament auch das grüne erneuert. Auch hier hat uns die Künsterlin Andrea Thema beraten und den Antwurf dann umgesetzt. Die Ansprache wurde von verschienden Sprechern vorgetragen, der mittlere Teil stammt aus der Feder unseres Vikars Jonas Moßdorf.

Die wachsende Saat

Und Jesus  sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft  und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie.  Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.  Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.(Mk 4, 26-29)
An dieses kurze Gleichnis hat mich das Motiv unseres Paraments spontan erinnert. Das Weizenkorn, das einfach wächst. Ganz von alleine geht es auf, durchbricht die Erdschicht über dem Samenkorn und entwickelt sich weiter, vom zarten Spross bis hin zum langen Halm mit beeindruckender Ähre, die sich im Sommerwind biegt. In Streifen – grün rot gelb braun –  zieht sich das Motiv nach oben, ein bisschen erinnert es mich an die Rillen im Getreidehalm, in den Farben erkenne ich das satte Grün der frisch aufgehenden Saat und das Goldgelb des reifen Ackers. ich will weiterlesen