Schweinerei in der Kirche

Allerhand! Unser neuer Kollege in Langensteinach hats bei seiner Predigt zur Installation krachen lassen. Er zitierte unter ausdrücklicher inhaltlicher Zustimmung die gewagte Aussage eines Pfarrkollegen:

Die Pfarrer in unserem Dekanat sind ein einziger Sauhaufen!

Was will man uns damit sagen?

Klar, der Kollege hat in in theologisch exzellenter Weise damit einen kreuzestheologischen Ansatz pastoraler Existenz in Anschlag gebracht und weder sich noch den Apostel Paulus (als Prediger, der nach Apg 20, 9-12 sogar den armen Eutychus zu Tode gelangweilt hat) dabei ausgenommen.

Von daher sei ihm dieser hochgeistige Klimmzug ehrend anzuerkennen!!!

Dennoch ist zu befüchten, dass uns dieses Sauhaufen-Bonmot des Kollegen in den nächsten Wochen immer wieder mal als running gag über den Weg laufen wird.

Na denn … da sagen unserem frischinstallierten Kollegen ganz freudig:

Lieber Stefan, herzlich willkommen in der Suhle !

Straßenlauf Gollhofen – 10 km

Mein erster Wettkampf über 10 km! – Der Straßenlauf in Gollhofen (Ergebnisse hier, Fotos dort)

Immerhin habe ich mein dringendstes Ziel „nicht Letzter sein“ super hinbekommen. Mein Wunsch, in 55 Minuten anzukommen, wurde nur knapp verfehlt: 56:07 Minuten sind immerhin nahe dran.

Typisch, menschlich hadere ich: Ich hätte vielleicht auf der Strecke zwischen km 8 und 9 noch ein bischen mehr …. – Quatsch! Es hat Spaß gemacht, auch am Tag danach tut nichts weh, also rezitiere ich das theologisch fragwürdige Gesangbuchlied: „Gib dich zufrieden und sei stille„.

Pasend dazu immerhin das in weiser Voraussicht geplante Thema des Gottesdienstes am Ort des Geschehens: „Die Entdeckung der Langsamkeit“.

Gabi geht heute nicht in die Kirche

In Gabis Gemeinde wird heute der neue Pfarrer eingeführt. Da will sie hin – sie freut sich drauf. Vielleicht ist „der Neue“ ja fit, und dann würde ihr der Gottesdienst wieder mehr Freude machen. Denn sie war schon lange nicht mehr in der Kirche.

Aber dann hat sie ihre Nachbarin gehört – eine treue Kirchgängerin: „Passt auf, wenn der neue Pfarrer kommt, dann werden sie alle wieder kommen; die neugierigen Maulaffen, die sonst nie in die Kirche gehen! Sonst nie da, aber wenn was besonderes ist, dann kommen sie geschlichen!

Gabi ist darum doch daheimgeblieben – und sie überlegt sich, ob die in ihrer Kirche überhaupt noch willkommen ist.

Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet? So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

So hats Jesus gesagt  – Gabis Nachbarin sieht es offenbar anders.

Auf der Autobahnbrücke

Ich hatte gar kein gutes Gefühl, als meine Tochter mit ihrer Kindergeburtstagsgruppe unbedingt auf die Brücke wollte: Auf die Autobahn wollten sie runterzugucken. Eine wild winkende, jubelnde und kreischende Grundschülerinnen-Horde.Ich habe nur gehofft: Hoffentlich passiert da nichts. Nicht dass einer der Fahrer auf der Autobahn eine Vollbremsung hinlegt, weil er denkt, das da oben wären steineschmeißende Attentäter.
Auf der Autobahn
Genau das Gegenteil passierte: Fast alle Autofahrer reagierten – sie winkten zurück oder hupten fröhliche Rhythmen. Bei einem Reisebus mit Senioren bekamen die ersten sechs Ritzreihen einen Wink-anfall. – Ein ausgelassenes Spektakel –
Die Mädchen freuten sich über die Reaktionen der Autofahrer – und die Leute auf der Autobahn waren anscheinend erfreut über diese Abwechslung während der langweiligen Reise zwischen Würzburg und Ulm
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Und ich stand daneben und wunderte mich nur noch: Ich hätte nie mit so etwas gerechnet. Mit so viel Vertrauen, dass keiner von denen da oben etwas Böses will.
Und sie haben recht: Diese ewige Skepsis – der notorische Verdacht, dass der Andere was Böses will – verbaut einen oft genug die Chance zu solchen fröhlichen und unbeschwerten Momenten wie an dieser Autobahnbrücke.

Er ist dann mal weg – Gollhofen als Pilgerherberge

Knapp 2800 Kilometer hat er vor sich: Christian Groß hat sich gestern mit dem Fahrrad von Bamberg aus auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostella aufgemacht.

Das Pfarrhaus war seine erste Pilgerherberge. Als Pfarrherr von Gollhofen bin ich mächtig stolz, einen Jabobspilger hier gehabt zu haben – und habe mit großen Vergnügen mit meinem Amtssiegel den Pilgerpass bestempelt.

Achja, da kommen Erinnerungen an die gute alte Zeit hoch, als Gollhofen ein Wallfahrtsort war, an dem man am Barbaratag sogar einen Ablass erwerben konnte … aber das ist nun wirklich schon über 500 Jahre her ….

Menschenfischer…

Ich will euch zu Menschenfischern machen

Ob Jesus das so gemeint hat, wie es mir gerade durch den Kopf geht???

Meine Verwaltungsstelle hat mir mitgeteilt, dass Gollhofen im laufenden Jahr etwa 1500 Euro weniger Zuschüsse bekommt, weil wir ein Gemeindeglied zuwenig haben!

499 Gemeindeglieder mit Hauptwohnsitz waren es laut Datenbank am Stichtag. Und weil die magische Grenze von 500 unterschritten wurde, gibts weniger Geld. Soll mir mal einer erklären, weshalb ich wegen einer Seele weniger plötzlich signifikant weniger Personal, Energie und Sachaufwand benötige.

Klar: Ich brauche ein zusätzliches GemeindeMenschenfischer?glied!

  • Vielleicht sollte ich Durchreisende zur Wohnsitznahme überreden?
  • Heimlich die Vehütungmittel der Uffenheimer Apotheken gegen Placebos austauschen?
  • Verstorbene nicht in die Datenbank eingeben und so im Vorgriff aufs ewige Leben datentecnisch weiterexistieren lassen?
  • Meine Hühner taufen und damit in die Gemeinde aufnehmen?

Mal sehen, ich bleibe auf der Jagd … Menschenfischer eben.

Telekom-Service-Überraschung

Wunder gibt es immer wieder:

Heute wollte ich „schnell noch“ die Ergebnisse von Gollhofen sucht das Superlied auf die Gemeindehomepage hochladen, da streikt mein DSL: „Kein DSL verfügbar“ kommentiert mein Router trocken.

Nach allerlei Versuchen am Steckern, Kabeln, Router und Dose ist mir klar: Das Problem liegt bei der Telekom.

Nach 10 Minuten googeln (wie gut, dass ich noch über Analog-Modem eine Notlösung habe) ist mir außerdem klar: Das kann ein Abenteuer werden ….

ABER denn die Überraschung: Kaum habe ich online meine Störungsmeldung abgesetzt, klingelt nach 15 Minuten das Telefon und ein Telekom-Techniker erklärt mir, wo das Problem lag, und dass jetzt alles wieder funktionieren müsste. Und tatsächlich: Alles klappt!

RESPEKT, liebe Telekom für diese Leistung!

„Nicht geschimpft ist genug gelobt“, sagen wir Franken, was aber letztlich immer unsere Wahrnehmung aufs erkennen der Defizite lenkt. Darum hier ein ausdrückliches Lob für eine gute Arbeit.

Ich freue mich ja schließlich auch darüber, wenn man mich für meine Arbeit lobt.

Papa, dein Auge ist ekelig!

„Papa dein Auge ist ekelig,“ mit diesem Kompliment reagiert meine Tochter Verena auf meinen sichtlich angeschlagenen Gesundheitszustand. So ist es halt, wenn böse Bakterien sinnlos walten.

Derweil informiert mich das Radio über die Stellungnahme der Bischofs der EKD, Huber, zur Woche für das Leben:

Er warnt davor, die Gesundheit überzubewerten: Auch Krankheit und Sterben gehören zum Leben dazu.

Eigentlich, ja eigentlich hat er ja recht und ich muss ihmals Theologe vollkommen zustimmen.

Aber, jetzt, wenn man darniederliegt, und sich seine bisherige Schaffenskraft zurücksehnt, ruft dieser dieser Satz dann doch Widerspruch hervor: Ich will gesund werden!!!

Ich merke: Zum Hiob bin ich anscheinend nicht geboren

Leere Kirchenbänke … toller Gottesdienst

Es hat schon eine gewisse Härte, wenn der Gottesdienst um 8:45 Uhr anfängt und noch dazu in der Nacht vorher die Uhr umgestellt wurde. Vielleicht waren darum in Simmershofen gestern nur eine Handvoll Leute in der Kirche.

Und dann mussten die erst mal auf den Pfarrer und den Organisten warten: Wir beide kamen – ohne uns extra dazu verabredet zu haben – tatsächlich erst Schlag Dreiviertel in der Kirche an. Die wenigen Besucher waren sichltlich erreut, uns zu sehen:

Na, wie gehts, steckt Ihnen auch die Zeitumstellung in den Knochen … unsere Kühe tun sich auch schwer und geben schon weniger Milch …. und überhaupt …..

Pfarrer, Organist und Gottesdienstbesucher verratschen die ersten fünf Minuten des Gottesdienstes erst einmal ganz entspannt. Erst dann erklimmt der Organist die Stiegen zu seinem Instrument und ich gehe in die Sakristei.

Die Verspätung holen wir nicht meht ein …. aber dafür habe ich ein bisschen Gottesdienst erlebt, wie ich ihn mir wünsche: Ein echtes Begrüßen, ein wirklicher Dialog, ein für-einander-Zeit-haben.

Vielleicht sollte ich öfter zu spät nach Simmershofen kommen?

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Osterflöckchen statt Osterglöckchen

Heute nach der Osternacht hat mich ein Landwirt an eine alte Bauernregel erinnert:

An Weihnachten Klee, an Ostern Schnee.

Dabei kommt Gollhofen noch recht glimpflich davon: Außer einer kleinen Rutschpartie auf dem Weg zur Osternacht hatten wir keine echten Beeinträchtigungen durch Schneefall.

In anderen Regionen Bayerns ist durchaus damit zu rechnen, dass Pfarrerskollegen qua freudschem Versprecher ihren Gemeindegliedern bei Verabschieden im schneebedeckten Kirchhof ein „frohes Weihnachtsfest“wünschen.

Ostern