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Predigt: Der Pfarrer geht – Ein Turnschuh, eine Cachedose und ein Kreuz (Symbolpredigt) 24. Juli 2011

   abschied0Predigt zu meiner offiziellen Verabschiedung aus Gollhofen:
“Ein Turnschuh, eine Cachedose und ein Kreuz.”

 

Der Turnschuh

Als erstes ist Ihnen auf der Einladung, sicherlich  der Schuh aufgefallen. Mein aktueller Lauschuh „Mizuno Wave Inspire 4″ grade mal 470 Kilometer auf der Uhr. Dieser Laufschuh steht für Bewegung, für „nicht auf der Stelle stehen”.
Das ist und bleibt für Kirche immer eine Herausforderung.
Wer fast 2000 Jahre als Gemeinschaft existiert,
wer seit 250 Jahren die gleiche Möblierung in der Kirche hat
wer seit 530 Wochen den gleichen Pfarrer auf der Kanzel sieht …
… der steht in der Gefahr alles was ist, den Status quo, für das Richtige und einzig Wahre zu halten und jede Form der Veränderung und Bewegung als Bedrohung anzusehen. ich will weiterlesen

Predigt: Das Sakramentshaus von Gollhofen: „Abendmahl hinter Gittern?” (Symbolpredigt) 21. April 2011, Gründonnerstag

Psakramentshausredigt zum Gründonnerstag mit Blick auf das Gollhöfer  Sakramentshäuschen aus dem Jahr 1517.

Liebe Gemeinde,
im Jahr 1517 wurde es in die damals noch recht neue und „leere” Kirche von Gollhofen eingebaut: Unser Sakramentshäuschen. Denn hier vorne stand im sonst leeren Raum nur ein kleiner Altar mit zwei Bilder-Flügeln.
Hans Has hat dieses Häuschen gestiftet – Die Inschrift an der Seite beinhaltet sein Wappen, nämlich einen Hasen, seinen Namen und eine nicht entzifferbare Formulierung. Möglicherweise war Hans Has damals Bürgermeister.

Die Geschichte des „Sakramentshäuschens”

Das Sakramentshäuschen ist ein kleines gotisches Schlösschen geworden. Etliche Meter hoch, mit vielen Ornamenten, Türmchen und Spitzen. Es war sicher aufwändig herzustellen und zu stabilisieren. Aber es sollte so sein – schließlich ging es nicht um irgendein Möbelstück im Gotteshaus. Das Sakramentshäuschen sollte die geweihten Hostien beherbergen. Den Leib Christi. Für diesen wertvollen Schatz wollte man auch eine würdige Wohnung bereitstellen. Schon in den Jahrzehnten vorher waren Sakramentshäuschen in ganz Deutschland in Mode gekommen. ich will weiterlesen

Predigt: „Aufgeweckt statt eingeweckt” (Symbolpredigt zum Wecker) 17. April 2011, Konfirmation

Swecker1ymbolpredigt zur Konfirmation: Es geht um den Wecker und seine vielfältigen Möglichkeiten im Leben … und um den Glauben, der aufgeweckt werden will.

Liebe Laura, lieber Markus,

es gibt Geräusche, die rufen in uns sofort bestimme Gefühle hervor. Zum Beispiel ein klingelnder Wecker. Wenn ich den höre, kriege ich fast reflexartig schlechte Laune, es zieht sich in mir etwas zusammen, ich ziehe unmerklich den Kopf ein, als wollte ich tiefer unter die Bettdecke schlupfen … ach, ich will jetzt nicht aufstehen, im Bett isses so gemütlich, muss das wirklich sein? Ihr merkt, wer so auf den Wecker reagiert, der ist ne echte Schlafmütze.
Aber ehrlich gesagt: Wenn diese unerfreulichen 10 Minuten rum sind, da bin ich dann doch froh, dass der Wecker nicht erst um 8 geklingelt hat. Denn dann ist der Tag noch jung, man kann etwas anpacken, man kommt mit netten oder interessanten Menschen zusammen – ja es wird ein guter Tag – aufgeweckt und munter kremple ich die Ärmel hinter: Es geht los! ich will weiterlesen

Predigt: Eiswürfel (Symbolpredigt) 4. Juli 2010

Was eiswuerfel Bild: Helga Schmadet/pixelio.deliegt näher, als in der heißen Jahreszeit einmal ein eine buchstäblich erfrischende Predigt zu halten? Darum nehmen wir einmal Eiswürfel in den Blick.

 

Die erqickenden Eiswürfel

Es ist Donnerstag, 12:30 Uhr, letzte Schulstunde in der Sommerhitze. Bei 32 Grad Raumtemperatur sitzen die Schüler der fünften Klasse im Reli-Unterricht. Einige fächeln sich mit dem Hausaufgabenheft ein wenig Luft zu. Andere schwitzen still vor sich hin.
Vorne der Lehrer – es geht um den Psalm 23 – er kämpft sich mit den sichtlich erschöpften Schülern durch den ersten Abschnitt: Welche Worte sind euch unbekannt, wozu habt ihr Fragen?
Ein Finger geht hoch: Was heißt eigentlich „erquicken”?
„Ähm ja … auferbauen … also wenn was eine Labsaal ist, dann erquickt es.”
Die Schüler schauen den Lehrer ratlos an.
Er bleibt stehen, fährt sich durchs schweißnasse Haar und überlegt laut: Was wäre denn jetzt so richtig erquickend?
Und dann er fängt er an: „Schließt die Augen und stellt euch vor, ich hätte hier eine Kiste voller Eiswürfel, und mittendrin steckt eine Flasche Cola. Die ziehe ich heraus, nehme ein großes Glas, werfe eine Handvoll von den Eiswürfeln hinein. Dann öffne ich die Flasche, es zischt kurz und dann gieße ich langsam die Cola über die Eiswürfel. Ein Strohhalm noch hinein, und das trinkst du jetzt.”
Ahhh … ein Stöhnen geht durch die Reihen in der Klasse. Ja, liebe Schüler, das ist erquickend! ich will weiterlesen

Predigt: Die Anziehungskraft des Glaubens (Hebr. 10,23) 28. März 2010, Konfirmation mit dem Symbol des Magneten

Die konf10_1Anziehungskraft des Glaubens wird am Beispiel von verschiedenen Magneten entfaltet. Ein bisschen Physikunterricht und ein großes Stück Glaubens-Kurs.
Hebr 10,23 Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.

Liebe Konfirmanden, liebe Eltern und Paten, liebe Gemeinde,
in der biblischen Lesung von vorhin ging es darum, dass man am Bekenntnis, am Glauben festhalten soll. Da ist mir eingefallen: An etwas Festhalten, das können nicht nur Menschen, da sind Magnete unglaublich fit. Ich möchte heute morgen mal schauen, ob Menschen und Magnete, Glaube und Festhalten nicht irgendwie etwas miteinander zu tun haben und wir was daraus lernen können.Ich hoffe, ihr verzeiht, wenn da jetzt ein bisschen Physikstunden-Feeling entsteht. ich will weiterlesen

Predigt: Beim Grillen gehts um mehr als ums Sattwerden (Symbolpredigt) 19. Juli 2009

Liebe Gemeinde,grillen

der Sommer hat schon seinen besonderen Reiz, wenn am Wochenende – und das Wetter passt – der Duft von Gegrilltem durch die Straßen Gollhofens zieht. Meine Nase nimmt das innerhalb von Sekunden ganz präzise wahr: Irgendwo in der Nähe wird gegrillt!
„Hmmm, lecker”, reagiert mein Gehirn fast reflexartig: “Mensch, eigentlich könnten wir auch mal wieder grillen …. der Sommer ist doch sowieso recht kurz, man sollte die Abende wirklich nutzen”, und ich fange an zu überlegen, ob wir noch genügend Holzkohle daheim haben. ich will weiterlesen

Predigt: Der Lebensweg des Olivenbaumes (Jeremia 17, 7-8) 28. Juni 2009, Goldene und Diamantene Konfirmation 2009

Liebe Jubel-Konfirmanden,goldbaum

hier im Taufstein steht ein Olivenbaum. Genauer gesagt ein Olivenbäumchen, ein kleiner ganz junger Baum, der noch viele Jahre vor sich hat, bis aus ihm ein vernünftiger Olivenbaum geworden ist.

Der Lebensweg des Olivenbaumes

Der Olivenbaum ist eine typische Pflanze für den Mittelmeerraum. Auch in Israel stehen sie, und stehen da seit Jahrtausenden; haben die Menschen dort und ihre Kultur geprägt. Wenn Jesus oder ein biblischer Prophet vom Baum spricht, dann hatte er meist den Olivenbaum als Anschauungsobjekt in Sichtweite. Der Olivenbaum wächst als properes gerades Bäumchen heran. Lässt sich Zeit beim wachsen, braucht viele Jahre, bis die ersten Oliven zu ernten sind. Auch wenn er robust ist und Trockenheit und große Hitze gut übersteht, geht Wind und Wetter nicht spurlos an ihm vorüber. Je älter er wird, umso deutlicher ist ihm das anzusehen. Er verwächst sich zu einem dicken, knorrigen Stamm. Oft ist steht er bedenklich schräg in der Landschaft, vom dauernden Westwind in die Schräglage gedrückt. Aber doch fällt er nicht um. Manche Ölbäume scheinen seltsam verdreht, fast wie ein Korkenzieher; als hätte eine böse Laune der Natur sie innerhalb ihres Baumlebens einmal um die eigene Achse gedreht.Und doch strahlen sie eine gro ße Ruhe aus, und eine Würde, tragen sie doch auch nach vielen Jahren immer noch ihre Früchte. ich will weiterlesen

Predigt: Was man so alles geschenkt bekommt, 21. Juni 2009

geschenkPredigt: Was man so alles geschenkt bekommt.
Sommerfest der Vereine in Gollhofen mit Geschenkaktion zum 200-jährigen Jubiläum der Bayerischen Landeskirche

Liebe Gemeinde,

wenn meine Patin zu Besuch gekommen ist, war das für mich als kleiner Junge immer ein besonderes Ereignis. Nicht nur, weil es sich nur 2-3 mal im Jahr ereignet hat, sondern weil sie immer ein paar Geschenke dabei hatte. Ein paar Tafeln Schokolade und irgendwas kleines zum Spielen. Manchmal waren es auch nur Werbegeschenke, die ihr Sohn aus der Arbeit mitgebracht hatte. Wackelbilder, die damals ganz was neues waren, oder kleine Plastikfiguren. Ich fand das einfach toll – spannend – immer wieder eine Sensation. ich will weiterlesen

Predigt: Große Sprünge machen … und auch kleine (3. Mai 2009), Sportgottesdienst

Bild: Shannacska - pixelio.de

Bild: Shannacska – pixelio.de

Predigt bei Sportgottesdienst am 3. Mai 2009 mit Einweihung der Weitsprunganlage.

Große Sprünge machen. Mal einen richtig großen Wurf landen. Das ist für viele Menschen ein Wunsch. Nicht immer nur das „klein-klein” des Alltags, sondern auch einmal über sich und seine Möglichkeiten hinauswachsen, etwas zu schaffen, was einem die Anderen – und man sich selber – auch gar nicht zugetraut hätte.
Beispiele haben wir vorhin genügend gehört. (Kinder der Leichtathletikabteilung haben vorgestllt, was für sie und ihre Eltern wirklich “große Sprünge” im Leben sind) Und dabei haben sich die Schreiber direkt zusammengerissen und völlig utopische große Sprünge weggelassen, wie „König von Deutschland sein”, oder so.Große Sprünge im Leben … wenn man die machen will, sollte man einiges beachten. Ich habe am Donnerstag auch ein paar Probesprünge gemacht und daraus etwas gelernt. Da will ich ihnen und euch kurz erzählen. ich will weiterlesen

Predigt: Das Geheimnis des Buddelschiff-Glaubens (2. Kor 4, 7-9) 5. April 2009, Symbolpredigt zur Konfirmation

konfi2009Liebe Lisa, liebe Marlene, lieber Daniel

ihr Konfirmanden seid manchmal so richtige Flaschen!  Damit ihr mich richtig versteht: Eine richtige Flasche hat den Zweck, etwas wertvolles – zum Beispiel einen ganz besonderen Wein – aufzubewahren.

Die Flasche deines Lebens

Ihr seid drei Gefäße, die viel Wunderbares enthalten. In den vergangenen Jahren habt ihr mich immer wieder auch verblüfft, weil ich in euch Dinge entdeckt habe, die ich geschätzt habe, und die teilweise auch recht selten sind.
Manches habt ihr selber in eure Lebensflasche eingefüllt: Das Wissen, das euch eure Lehrer in der Schule servieren, habt ihr zum Großteil drin untergebracht; spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten sind da drin. Und es gibt Dinge, die sind in eurer Lebensflasche, die kamen da irgendwann rein und haben sich von alleine entwickelt. Charme, Humor, Selbstironie, Umsicht – das alles habe ich gefunden, und freue mich drüber. Dabei sehe ich natürlich nur einen Teil von dem, was in euch steckt; was euer Leben prägt. ich will weiterlesen