Früchte-Predigt an Erntedank: Wenn die Gaben am Altar zu erzählen beginnen (Symbolpredigt) 2. Oktober 2016

In20151005_105737 dieser Predigt werden Kartoffel, Zucchini, Weinrebe und Zierkürbis zu den Protagonisten. Sie lassen mich  von ihren unentdeckten Stärken und der mühsamen Integration von Fremden erzählen. Die Weinrebe erinnert an Jesu Wort vom Weinstock und Rebe und hält das Motto“weniger ist mehr“ hoch. Schließlich überrascht der Zierkürbis mit seiner gechillten Ansicht vom Leben: Ich bin „einfach so“ da. Weil Gott es gefallen hat, dass ich bin.

Liebe Gemeinde, liebe Präparanden und Konfirmanden,
das Schöne am Erntedankfest ist, dass ich da als Pfarrer beim Predigen nicht alleine hier vorne bin. Denn ich bin umgeben von vielen Kollegen – die auch von der Güte und Liebe Gottes erzählen! Ja, die Äpfel, Birnen und Sonnenblumen – sie alle sind ja Teil unserer Schöpfung, die von Gottes Fürsorge für uns berichten. Jede einzelne Erntedankgabe hat da etwas anderes zu erzählen.
Da wäre es eigentlich einmal spannend, genau hinzuhören, was die zu sagen haben. Ich gebe zu, dass wir als Pfarrer das viel zu selten tun, weil wir ja selbst so gerne reden … also habe ich mich gestern mal mit den Erntedankgaben zusammengesetzt und wir kamen ins Gespräch – und davon will ich heute morgen erzählen: ich will weiterlesen

Predigt mit Anspiel zur Kirchweih: Taufe – das Tattoo für die Ewigkeit (21. August 2016)

Zurkerwastempel2016 Kirchweih nehmen wir die Kirche als Ort der eigenen Taufe in den Blick. Zur Begrüßung erhalten die Gottesdienstbesucher einen Stempelabdruck auf den Arm. Darauf das uralte (und vielen unbekannte) Siegel des ersten Kirchleins, das hier im Ort stand. Dazu eine Reihe von Verben, die beschreiben, was uns Christen vor Ort ausmacht. Die Ortsburschen und Madli, die die Dorfkirchweih mitgestalten, sind auch die Akteure des Anspiels, das den Vergleich Tattoo und Taufe entwickelt.

Szene der Ortsburschen &-Madli:
A: hat ein neues Tatto, ziemlich stolz
B: Hat ein Tatto “Juliane” am rechten (!) Unterarm
C: Ohne Tatto, hat aber etwas Besonderes vor…

Die drei Kumpels (A,B,C) treffen sich, begrüßen sich …
A: Hi, ich muss euch mal was zeigen: Schaut, da, mein neues Tattoo.
C: Mann, da ist ja echt klasse geworden. Wie lange hast du das schon?
A: So zwei Wochen. Der Tätowierer hat echt was auf dem Kasten. Der ist zwar echt nicht billig, aber dafür schaut´s dann auch wirklich gut aus. (Zu B) Und was sagt du?
B: Ja…. klar ist schon wirklich gut gemacht, auch das Motiv ist mal ein bisschen was anderes, als das, was momentan überall gestochen wird. Hmm, schon cool.
A: Klar, des ist immer ein bisschen blöd mit diesen Mode-Motiven, die sich dann jeder Kasper machen lässt, bloß weil es grade in ist. Die sollen ja schließlich ein Leben lang passen. Ich hab bei meinem Tattoo jetzt auch ewig hin und her überlegt, bevor ich mich entschieden habe.
B: Wen sagst du das, achau, hier auf meinem Unterarm:
C: Ja, da steht der Name von deiner Freundin Juliane.
B: EX-Freundin! – Sie ist weg und das blöde Tattoo ist immer noch da. So ein Mist. ich will weiterlesen

Predigt: Wie zerbrochene Muscheln (Symbolpredigt mit Muschelbruchstücken) 13. September 2015

muschelquadratAlle Gottesdienstbesucher erhalten je eine Muschelschale, die jedoch zerbrochen ist. In der Predigt geht es um die Bruchstücke unseres Lebens. Wie gehen wir mit unserer eigenen Unvollkommenheit um, und wie reagieren wir auf die Macken und Kanten unseres Nächsten?  (Hinweise zur Praxis am Ende der Seite)

Liebe Gemeinde,
ich habe Ihnen etwas aus dem Urlaub mitgebracht. Das macht man ja so, dass man den Lieben daheim etwas mitbringt. Es sind Muscheln aus dem Mittelmeer, jede und jeder von Ihnen hat nun eine davon in der Hand.  Schön! Gell?
Oder sind Sie vielleicht etwas skeptisch? Weil da etwas nicht stimmt? Haben Sie auch so eine kaputte Muschel erwischt? Wo was fehlt, wo etwas abgebrochen ist? Das ist ja blöd! Also … mit einer schönen Muschel ohne Macke könnte man ja etwas anfangen, da hätte jeder von uns eine Idee. Aber so kaputt, zerbrochen … da fällt einem so schnell nichts ein. ich will weiterlesen

Predigt: Viele Körner – ein Brot (Symbolpredigt zur Konfirmation) 28. März 2015

Für Viele Körner - Ein Brotdie Konfirmationen in unseren beiden Dörfern hat Vikar Jonas Moßdorf angeregt, das Motiv „Viele Körner – ein Brot“ in verschiedenen  eigenständigen Predigt-Sequenzen zu entfalten. So entstand eine Zwei-Autoren-Predigt mit sehr selbstständigen Bilderwelten.

1. Das Bild von den Körnern und dem Brot

Liebe Konfirmandinnen, (liebe Konfirmanden),
ihr habt es sicher schon längst hier liegen sehen: Wir haben hier ein Brot – und darum soll es in den nächsten Minuten gehen. Ein Brot … in Worten: “Eines” – aber ihr wisst: So ein Brot ist aus vielen vielen einzelnen und unterschiedlichen Körnern gemacht. Weizen, Roggen, Dinkel, eine Handvoll Sonnenblumen und auch etwas Hafer. Ein echtes Körnerbrot! Viele Körner – ein Brot.
Wir haben uns gedacht: Das ist eigentlich auch ein passendes Bild für die christliche Gemeinde. Da wird auch aus vielen unterschiedlichen Menschen eine Gemeinschaft. Ihr sagt heute “ja” zu eurem Christsein, “ja” zu eurer Taufe. Damit ist jede(r) von euch ein Teil, ein Korn dieses Gemeinschafts-Brots.

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Predigt: Die Weihnachtspyramide, Heiliger Abend, 24. Dezember 2014

pyramide1Symbolpredigt in der Christmette mit einer Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge. Tipp: Um den Gottesdienstbesuchern den „Blick“ auf die Pyramide zu erleichtern, ist es sinnvoll, die entspr. Elemente der Pyramide auf dem Liedblatt mit abzubilden.

Liebe Gemeinde,
eine Weihnachtspyramide haben wir heute hier stehen. Bei uns in Franken gehört so etwas eher nicht zur normalen Ausstattung unserer weihnachtlichen Kirchen, in anderen Regionen, zum Beispiel im Erzgebirge sieht man sie öfter auch in der Kirche stehen.
Wie unser Weihnachtsbaum ist auch die Weihnachtspyramide nichts ur-christliches. Aber wenn ich sie mir so anschaue, wie sie so dasteht, wie sich ihr Innenleben im Kerzenschein dreht, da merke ich:
Sie kann mir einiges erzählen, in ihr entdecke ich manche holzgewordene Botschaft. Also schaue ich mir sie doch ein bisschen genauer an. ich will weiterlesen

Spielszenen als Predigt: Wasser zum Leben (Johannes 4, 4-14 ) 29. Juni 2014

wasser0Gottesdienst im Grünen: In der Lesung und drei Dialogen geht es um die Facetten der Bedeutung des „lebendigen Wassers“. Der Pfarrer begegnet einer Frau, die ihre Blumen gießt, einem Aquarienfreund und einem Landwirt.

Lesung: Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4, 4-14)

4 Sein Weg führte ihn auch durch Samarien,
5 unter anderem nach Sychar. Dieser Ort liegt in der Nähe des Feldes, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. ich will weiterlesen

Symbolpredigt: Der richtige Empfang ist Einstellungssache (Symbolpredigt Radio) 18. Juni 2014

Symbolpredigtradio zum Radio. Anlässlich einer Radfahrer-Andacht in der Kirche in Brunn hat das Rundfunkmuseum uns einen schönen alten Radioenpfänger zu Verfügung gestellt.

Ein Radio steht hier vorne – aus dem Brunner  Rundfunkmuseum haben wir es uns einmal ausgeliehen. So ein richtig schöner alter repräsentativer Röhrenempfänger.
Das hat nicht nur damit zu tun, dass wir auf unser Museum stolz sind, sondern: Das Radio und unser Glaube haben es beide mit etwas zu tun, was für unser Auge unsichtbar ist.
Unsere Welt ist durchwoben mit elektronischen Signalen unzähliger Sender. Deutsche, englische, russische. Regionale aus Franken und Bayern, aber auch die Wellen ferner Sender, aus Monaco oder sonstwo kommen hier bei uns an.
Alles da – aber wir können es nicht sehen, nicht fühlen nicht hören! Was man braucht, ist ein Radioempfänger, den wir auf die richtige Frequenz einstellen. – Dann gibt es etwas zu hören. ich will weiterlesen

Predigt: Hat dein Gott auch schon Touchscreen? (Apg 17,27 ) 6. April 2014, Konfirmation

konfi2014Predigt zur Konfirmation in Wilhelmsdorf und Brunn im Jahr 2014.  Ein Blick auf die Areopagrede des Paulus (Apg 17, 16-28) und auf unseren Umgang mit den allgenwärtigen Smartphones. Denn von denen lässt sich einiges für den Glauben lernen – gerade auch für unsere Konfirmanden.

(Lesung, Apg 17, 16-28)

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

da gehen Paulus uns Timotheus durch die Straßen von Athen und an jeder Ecke entdecken sie einen anderen Gott. Zeus, Hera, Poseidon, Morpheus, beindruckend aus Stein gemeißelt, immer mit einem Schildchen dazu, damit man weiß, welcher Gott das gerade ist – bei so vielen Göttern kann man da schon durcheinanderkommen.
Es ist anscheinend schön, wenn man viele Götter zur Auswahl hat. Je nach den eigenen Bedürfnissen verehrt man eher den einen oder den anderen.
Luther hat einmal gesagt: Dein Gott ist das, worum sich dein Leben dreht, was dir wichtig ist, worum deine Gedanken kreisen. ich will weiterlesen

Predigt: Mit dem richtigen Ton gelingt die Resonanz (Symbolpredigt: Die Stimmgabel) 9. Juni 2013, 170 Jahre Singverein Wilhelmsdorf

Predigtstimmgabel zum 170jährigen Jubiläum des Singvereins in Wilhelmsdorf. Es geht um das Phänomen der Resonanz, den richtigen Ton inmitten vieler verschiedener Klänge.

Liebe Gemeinde,
zwei Chöre gestalten heute unseren Gottesdienst mit. Der Männerchor und Ad libitum. Beide sind unterschiedlich – aber was beide verbindet, befindet sich in der Hosentasche der Chorleiter: Die Stimmgabel. Beide haben und benutzen dieses Metallteil, um ihre Mannschaft auf die korrekte Tonhöhe zu befördern.
Schon erstaunlich: Wie man mit so wenig technischen Aufwand so präzise immer den gleichen Ton herstellen kann: 440 Herz, Kammerton a. Und das ganz ohne Internet und sonstigen technischen Firlefanz. Ein Ton für alle! Das ist die Voraussetzung dafür, dass das mit dem gemeinsamen Gesang gelingt. Singen ist eine Frage des richtigen Tons. Schon ein bisschen drüber und drunter ist halt daneben und bringt das akustische Gesangbild in Schieflage.

Ich kann mir vorstellen, wie das aussehen würde, wenn man sich auf Facebook auf einen gemeinsamen Ton einigen müsste: Jeder hat eine andere Meinung – schon aus Prinzip nen andern Ton als die anderen – und jeder meint: „Ich habe Recht.” ich will weiterlesen

Predigt: Wie ein Kaktus (Symbolpredigt), 5. Mai 2013, Jubelkonfirmation

Predigt zur Jubelkonfirmation 2013 in Brunn und jubelkonf2013kaktusWilhelmsdorf: Was man alles entdeckt, wenn man sein Leben, seinen Glauben und einen Kaktus betrachtet.

 

Liebe Jubilare,

damals, vor 25, 50, 60, 65 (oder noch mehr Jahren), bei ihrer Konfirmation, da waren Sie die „Kleinen” in der Gemeinde. Gerade an der Schwelle zum „groß werden”, vielleicht kräftig von der Pubertät geplagt. Manchmal lieb, manchmal kratzbürstig. Eine Lebensphase, in der man wechselweise seine Eltern stolz werden lässt oder in die Verzweiflung treibt. ich will weiterlesen