Predigt: Brot des Lebens und Sahneschnittchen (Johannes 6, 47-51) 25. März 2001

Liebe Gemeinde,

es war eine wunderschöne Hochzeit: eine schöne Braut, ein eleganter Bräutigam glückliche Eltern und Schwiegereltern. Der Gottesdienst war feierlich das Kaffeetrinken fröhlich, – keiner hatte über die Stränge geschlagen – jetzt kam der Höhepunkt des Abends: das Festbuffet! Die schmuckvoll hergerichteten Tische bogen sich förmlich unter den Köstlichkeiten:
Südtiroler Schinkenspeck, hauchdünn aufgeschnitten,
Räucherlachs (einer von der besseren Sorte),
Tomaten von den kanarischen Inseln mit kalt gepresstem Olivenöl beträufelt,
pikanter Käse in allen möglichen Variationen,
Hasenleber mit Zwiebelringen,
kalter Braten vom freilaufenden Charolais-Rind, und und und. – lecker!

Als das Buffet eröffnet wurde, stürmten die Gäste natürlich sofort zu den Tischen. Aber: dort sah man immer mehr irritierte Gesichter. Die Unruhe wurde immer größer, die Brauteltern, die das Buffet bestellt hatten, rutschten nervös auf ihren Plätzen hin und her. Gab es da ein Problem? Fehlt da was? Ja: sie hatten an alles gedacht, sogar an die Rüben für die Ovo-Lacto-Vegetarier über. Nur eines, daran hatten sie nicht gedacht: da war keine einzige Scheibe Brot!! ich will weiterlesen

Predigt: Wo hast denn des g´lernt? ( Johannes 8, 26-30) 11. März 2001

Liebe Gemeinde

„Wo hast denn des g´lernt?“ – Sie kennen den Satz?
„Wo hast denn des g´lernt?“ Das fragt die Mutter ihren Sohnemann, wenn er mal wieder irgendein neues Schimpfwort daherbringt.

„Wo hast denn des g´lernt?“ Das fragt der Meister seinen neuen Gesellen, der in der Backstube den Teig ganz anders zusammenrührt, als er das bisher gekannt hat.

„Wo hast denn des g´lernt?“, fragt der Englischlehrer den bisher miserablen Schüler, als er ihm die erste Probe nach den Ferien mit einer „eins“ zurückgibt.

„Wo hast denn des g´lernt?“ – Das frage ich mich immer wieder dann, wenn jemand etwas anderes sagt, oder anderes tut, als ich es eigentlich erwartet hätte.  Das kann mich interessieren, oder auch mal ins Schleudern bringen. Auf jeden Fall frage ich mich: Wie kommt er oder sie da drauf? Wo hat sie das her? ich will weiterlesen

Predigt: Für dich solls Gottes Worte regnen… (Jesaja 55, 10-12) 18. Februar 2001

Jesaja 55, 10-12:
Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.

Liebe Gemeinde,

Heute scheinen sie sich mal wieder ganz besonders einig zu sein: die Evangelien-Lesung von vorhin und der Predigttext aus dem Alten Testament – beide sprechen vom Gotteswort und von der Landwirtschaft. Das ist mir recht, an meinem letzten Gottesdienst hier in Herzogenaurach, bevor ich zum Land-Pfarrer werde. ich will weiterlesen

Predigt: …alles nur innerlich? (Jesaja 51, 9-16) 28. Januar 2001

Jesaja 51, 9-16:
Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, daß die Erlösten hindurchgingen?
So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen.

Liebe Gemeinde,

wach auf, wach auf! Komm, mach doch etwas! Ich brauche dich.
Das ruft Jesaja seinem Gott zu – stellvertretend für die ganze israelitische Gemeinde. Ein Notruf.
Denn das Volk steckt in der Bredouille: Kriegsopfer sind sie… von den Eroberern, den Babyloniern, vom Kriegsschauplatz Jerusalem weg verschleppt in die Ferne an den Euphrat, an den Stadtrand von Babylon. Lange hatten sie in Zelten gehaust, nach einiger Zeit haben Sie dann primitive Hütten gebaut. Mittlerweile hat so mancher schon ein Häuschen sich hingestellt. Aber dennoch: sie sind immer noch Gefangene, Verschleppte,… fern der Heimat… mit den furchtbaren Erinnerungen an die blutige Eroberung ihrer geliebten Stadt Jerusalem. Die Babylonier sind ihre Herren, haben Macht und lassen das die Israeliten auch spüren. ich will weiterlesen