Predigt: Alles zum Besten? (Römer 8,28) 3. Februar 2003, Taufe von Lukas A.

Röm 8,28
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluß berufen sind.

Liebe Taufgemeinde, Liebe Familie A., Liebe Paten, liebe Angehörige,

in der letzten Woche haben unsere Gemeinden im westlichen Dekanat gemeinsam eine Bibelwoche veranstaltet. In jeder Gemeinde gab es drei Abende zu verschiedenen Texten aus dem Römerbrief. Heute, an diesem Sonntag zum Abschluss der Bibelwoche taufen wir den kleinen Lukas und geben ihm einen Taufspruch aus dem Römerbrief mit, den sich die Eltern selbst ausgewählt haben:
Wir finden ihn im 8. Kapitel, dem 28. Vers:
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluß berufen sind. ich will weiterlesen

Dialogpredigt zur Jahreslosung 2003: Gott als Richter oder Kardiologe? (1. Samuel 16,7) 26. Januar 2003

Jahreslosung: Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. (1. Sam 16,7)

Diese Predigt ist ein Dialog zwischen dem Kirchenvorsteher W. Ott und dem Pfarrer A. Seidel

OTT
Die Jahreslosung für 2003 ist nicht einfach ein Sinnspruch ohne weiteren Zusammenhang. Unsere Jahreslosung hat eine Geschichte, in die sie eingebettet ist.
Davon möchte ich Ihnen erzählen:

Es war zur Zeit des Königs Saul. Er herrschte in Israel souverän und unangefochten, aber Gott hatte bereits vor, einen Nachfolger für ihn zu benennen. Der Prophet Samuel wird darum im Auftrag Gottes losgeschickt. – mit einem Fläschen Salböl in der Hand zieht er los. Gott hatte ihn zur Familie des Isai in Bethlehem gesandt, denn aus dieser Familie sollte der neue junge König stammen.
So kommt es dazu, dass Isai dem Samuel seinen Erstgeborenen Sohn vorstellt: Eliab – ein groß gewachsener und kräftiger Mann. Ein Traum von König.
Aber noch bevor Samuel das Öl-Fläschen öffnen kann, um diesen Mann zum Königsnachfolger zu küren, hört er Gottes Stimme:
„Samuel, sieh nicht auf sein Aussehen und seine Größe. Dieser ist nicht der König, den ich bestimmt habe. Er ist nicht der richtige. Denn ein Mensch sieht, was vor Augen ist ; der Herr aber sieht das Herz an.“ ich will weiterlesen

Predigt: Gottes Sohn oder Josefs Sohn? (Lukas 2, 41-52) 5. Januar 2003

Predigttext: Lk 2, 41-52
[41] Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest.
[42] Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes.
[43] Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem und seine Eltern wussten’s nicht.
[44] Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.
[45] Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn.
[46] Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.
[47] Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.
[48] Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
[49] Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?
[50] Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.
[51] Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.
[52] Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. ich will weiterlesen

Predigt:In die Zukunft sehen …? (Themenpredigt) 31. Dezember 2002

Was bringt das neue Jahr? Was kommt auf uns zu, an Erfreulichem und Traurigem? Was wird unser Land, was wird mich selbst betreffen?  Diese Frage steht hinter vielem, dass mir rund um Silvester begegnet.

– Die neue Ausgabe meiner Fernsehzeitung hat einen 16 Seiten dicken Abschnitt mit dem Titel: Ihr Jahres-Horoskop für 2003. Da kann ich also nachschlagen, was mir aufgrund meines Geburtsdatums in den nächsten zwölf Monaten ins Haus steht.

– Manche versuchen sich in der Metallurgie: Bleigießen ist auch ganz beliebt. Im Laden kann man das Blei mitsamt Löffel und Anleitung zum Deuten der geschmolzenen Bleistücke ganz billig kaufen. Sieht der Bleiklumpen aus wie ein Geldsack, darf ich mich freuen ; ähnelt er mehr einer Spritze, ist der Abend weniger lustig. ich will weiterlesen

Predigt: Gottes Wort kommt (Johannes 1, 1-5, 9-14) 25. Dezember 2002, Weihnachten

Liebe Gemeinde,

Menschen, die Briefe schreiben und solche, die Predigten formulieren haben öfter das Problem: „Wie fange ich nur an? Was ist der passende erste Satz?“.
Ich glaube, dass auch unsere vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes von ähnlichen Sorgen geplagt waren.
Wie war das wohl, als z. B. Johannes, wohl so ums Jahr 100 nach Jesu Geburt begonnen hat, sein Johannesevangelium niederzuschreiben? ich will weiterlesen

Krippenspiel mit Ansprache: An Weihnachten Weihnachten verpasst, 24. Dezember 2002

Krippenspiel
(Aus urheberrechtlichen Gründen hier nur eine Kurz-Darstellung):Ein Junge und ein Mädchen sind auf dem Weg zur Krippe, wo Gottes Sohn geboren sein soll, wissen aber nicht, ob sie auf den richtigen Weg sind. Verschiedene Personen kommen ihnen entgegen. Die beiden fragen diese Leute, ob sie den neugeborenen König gesehen haben.Die Leute aber winken alle ab:
– “ ihr sagt, ein Wunder sei geschehen? Ich habe nichts davon gesehen. Ein Wunder – nein – das tut mir leid; das passt auch nicht in unsre Zeit!“
– „Ich suchte auch den König heute und fand nur ein paar alte Leute, ein Kind in einer Krippe nur. Doch von dem König keine Spur.“
– “ Ein Bettelkind soll König sein? Das war kein Herr, kein König, nein“
– “ Spart euch den Weg, es lohnt sich nicht. Ein Stall, der fast zusammenbricht. Von Gottes Glanz war nichts zu sehen. Kehrt um! Kein Wunder ist geschehen!“Letztlich finden die beiden doch den Weg zur Krippe, eine Gruppe von Kindern mit Laternen, und ein leuchtender Stern weisen ihnen den Weg.

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Spielszene mit Ansprache: Sich mit dem Weihnachtsfest versöhnen, 24. Dezember 2002

Anspiel   

Erzähler:

Stille Nacht Heilige Nacht.
Alles schläft, einer wacht – nämlich Klaus.

Weihnachten treibt ihn nämlich um.
Hin und hergerissen ist er
– zwischen diesem grässlichen Fest der Erwachsenen
– und dem unwiderstehlichen Glanz der Weihnacht.
Diese wiederstrebenden Gefühle scheinen ihn manchmal innerlich auseinanderzureißen:
Es ist so, als würden 2 Seelen in ihm sprechen … ich will weiterlesen

Predigt: Was bleibt übrig? (2. Petrus 3, 8-13) 18. November 2002

Liebe Gemeinde,

in den letzten Sonntagen vor dem Advent kreisen unsere Lesungen und Predigttexte um einen großen Themenkomplex: Es ist die Rede vom kommenden Reich Gottes, von Gericht, vom Sterben.
Mit diesen Themen tut sich Menschen oft recht schwer.
– Die Rede vom Gericht mag mancher nicht gerne hören, weil er sich seinen Gott nicht als einen vorstellen mag, der auch harte Urteile über Menschen fällt.
– Worten vom Ende des Lebens mögen auch manche gerne lieber aus dem Weg gehen. Das erinnert an liebe Menschen, die man zu Grabe getragen hat – aber auch daran, dass man selbst einmal sterben muss.
– Und wenn wir vom Reich Gottes reden, sind sich viele unsicher, was damit gemeint sein könnte: Ist dieses Reich Gottes jetzt schon unter uns, oder meinen wir damit, dass irgendwann in der Zukunft diese Welt ein Ende haben wird? ich will weiterlesen

Predigt zum Kirchweihmontag in Gollhofen: Die Jahre 1552 bis 1595, 28. Oktober 2002

Liebe Gemeinde,

der Gollhöfer Tradition gemäß. möchte ich am Kirchweihmontag wieder mit Ihnen einen Blick in die Geschichte unserer Kirchengemeinde werfen.

Ein Jahr bietet sich in besonderer Weise heuer an: Die Reformation in Gollhofen anno 1552 – also vor 450 Jahren
Darum möchte ich heute aus der Chronik, die Pfarrer Schmerl ums Jahr 1912 verfasst hat, vorlesen.

An einigen Stellen verlasse ich den Text Schmerls, und werde ihnen einige zusätzliche Informationen geben. ich will weiterlesen

Predigt zur Kirchweih in Gollhofen: Wie machst du deinen Weg? (1. Johannes 2, 7-17) 27. Oktober 2002

Liebe Gemeinde,

unser heutiger Predigttext steht im Ersten Johannesbrief. Drei Johannesbriefe finden wir in unserer Bibel.
In ihnen schreibt der alte Apostel an „seine“ Gemeinde. Anders als bei Paulus sind das keine Briefe an Gemeinden, die hunderte von Kilometern entfernt waren, und ihren Gründer nur ganz selten sahen oder von ihm hörten.
Die Johannesbriefe gehen an eine Gemeinde, die der Schreiber sehr gut kennt. Man ist miteinander vertraut, und das merkt man bisweilen auch an den Formulierungen.
Allerdings schreibt Johannes gerne etwas weitschweifig und mit einem eigenen Stil. ich will weiterlesen