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Predigt: Gut geplant ist nur halb gewonnen ( Jakobus 4, 13-15) Silvester 2003

Liebe Gemeinde,

mit dem 1. Januar beginnt das neue Kalenderjahr. Vermutlich heißt es deshalb Kalenderjahr, weil zu diesem Zeitpunkt alle Menschen ihre Kalender hervorziehen, die sie von ihren Freunden, ihrer Bank, oder von ihrer Kirchengemeinde geschenkt bekommen haben.
Und in viele Kalender werden dann die Termine des kommenden Jahres eingetragen.
Die Geburtstage von Freunden und Verwandten, der ersehnte Urlaub, wichtige Feste, und alles das, was man sonst so plant.

Am Kalender wird es sichtbar: Im Gegensatz zu den Tieren planen wir unser Tun sehr häufig langfristig, über Wochen, Monate, oft über Jahre hinaus. Auf dem Papier wird deutlich: Wir haben unser Leben in der Hand, wir haben große Möglichkeiten unseren Jahresverlauf und unseren Lebenslauf zu planen, zu gestalten, zu verändern.
Der Kalender ist mehr als nur ein Werkzeug für unser Zeitmanagement, er ist Ausdruck unseres Selbstbewusstseins als denkende und planende Menschen. Vielleicht ist es tatsächlich so: Je größer der Kalender, umso größer das damit auszudrückende Selbstwertgefühl des Besitzers. ich will weiterlesen

Predigt zum Bild „Ein Lichtstrahl im Dunkeln“ von Barbara Helfer, 25. Dezember 2003, Weihnachten 2003

Liebe Gemeinde,

ist das einpred_lichtstrahl Weihnachtsbild? Passt das zu Weihnachten? Eigentlich könnte man bei diesen Gemälde von Barbara Helfer fast erschaudern. Dunkelheit und Düsterkeit fast überall.

Bedrohlich sind dunkle Wolken aufgezogen.  Graue, schwarze und dunkelblaue Schleier ziehen sich durch Bild. So, als wenn sich ein furchtbares Unwetter zusammenbrauen würde. ich will weiterlesen

Predigt: Oh Heiland reiß die Himmel auf (Liedpredigt zu EG 7) 30. November 2003, 1. Advent 2003

Liebe Gemeinde

Üblicherweise verbinden wir Lieder mit Personen. Bei „über den Wolken“ fällt mir Reinhard Mey ein, bei „aber bitte mit Sahne“ weiß ich, dass es Udo Jürgens gesungen hat; und wenn mir jemand „wind of Change“ vorspielt, weiß ich, dass es von den Scorpions ist und kann auch damit verbinden, dass das Lied angesichts der Umwälzungen in der Sowjetunion hin zu Demokratie und Offenheit verfasst wurde.
Beeindruckende Lieder haben oft ein Ereignis im Hintergrund, oder sie spiegeln ihre damalige Zeit wieder.

Ich möchte mit ihnen heute ein Adventslied aus dem Gesangbuch näher ansehen: „O Heiland reiß die Himmel auf.“ Friedrich Spee hat es verfasst. Wer war dieser Friedrich Spee?
Er lebte vor über 400 Jahren. War Sohn eines adligen Amtmannes in Kaiserswerth bei Düsseldorf. Im Alter von 19 Jahres entschied er sich für das Leben als katholischer Mönch, trat 1610 als Novize beim Jesuitenorden in Trier ein. Er studierte, lebte dabei eine kurze Zeit auch in unserer Nähe – in Würzburg. Er wurde zum Priester geweiht, und war später als Seelsorger und Theologieprofessor in Paderborn, Köln und Trier tätig. ich will weiterlesen

Predigt: Mit sechs Handgriffen in den Himmel? (Matthäus 25, 31-46) 16. November 2003 – Gollhofen

Wenn aber  der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann  wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit,
32 und  alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und  er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,
33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.
34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
35  Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.
36 Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?
38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet?
39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? ich will weiterlesen

Historienpredigt zum Kirchweihmontag: (Aufzeichnungen über die Zeit von 1693 bis 1713) 27. Oktober 2003

Liebe Gemeinde,

der Gollhöfer Tradition gemäß möchte ich am Kirchweihmontag wieder mit Ihnen einen Blick in die Geschichte unserer Kirchengemeinde werfen.
Ich werde etwa 300 Jahre in der Geschichte zurückgehen. Und berichte ihnen aus den Aufzeichunungen über die Zeit von 1693 bis 1713.

1693
in diesem Jahr wurde nach Aufzeichnungen von Pfarrer Hahn  das innere der Kirche deutlich verändert. Ein Schreiner aus Uffenheim baute eine neue Kanzel.
Sie wurde an der linken Seite des Chorbogens befestigt – also genau gegenüber der jetzigen Kanzel. Noch heute sind links die Eisenanker im Chorbogen zu sehen.
Wahrscheinlich wurde auch zur gleichen Zeit das Lesepult durch ein Neues ersetzt. ich will weiterlesen

Predigt zum Kirchweih-Sonntag: Werkzeuge in Gottes Werkstatt (1. Korinther 12) 26. Oktober 2003

Lesung 1. Kor 12 (in Auswahl – Übersetzung: Hoffnung für alle)

So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so besteht auch die Gemeinde Christi aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib. Wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören darum durch die Taufe zu dem einen Leib Christi, ganz gleich, ob wir nun Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie sind; alle sind wir mit demselben Geist erfüllt. Nun besteht aber ein Körper aus vielen einzelnen Gliedern und Organen, nicht nur aus einem einzigen. Selbst wenn der Fuß behaupten
würde: «Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich keine Hand bin!», er bliebe trotzdem ein Teil des Körpers. Und wenn das Ohr erklären würde: «Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib !», es gehörte dennoch dazu. ich will weiterlesen

Predigt: Versäume keinen fröhlichen Tag (Sirach 14, 14) 19. Oktober 2003

Liebe Taufgemeinde,

Im Kindergottesdienst ging es um Elias und die Propheten Baals.
Der Pfarrer erklärte, dass Elia einen Altar baute, Holzscheite darauf legte, den Opferstier zerteilte und die Stücke auf das Holz legte. Dann liess er die Leute vier Eimer mit Wasser füllen und das Wasser über das Opfer giessen. „Was meint ihr wohl, weshalb er das tat?“ fragte der Vikar.
Ein Mädchen meldete sich und antwortete: „Damit es eine gute Bratensoße gibt.“
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Predigt zu Erntedank: Ein Brotkrümel verändert ein Leben (Mt 15, 21-28) 5. Oktober 2003

Liebe Gemeinde,

BAUER MÜLLER

Bauer Maximilian Müller hätte doch fast übersehen, einen Förderantrag für eine seiner landwirtschaftlichen Flächen rechtzeitig zu stellen. Aber dann ist es ihm doch noch rechtzeitig eingefallen, schnell ruft er beim zuständigen Amt an.
„Nein nein, Herr Müller, diesen Antrag müssen sie persönlich bei uns stellen. Bitte kommen sie zu den Bürozeiten vorbei.“
So macht das unser Bauer auch, er erscheint rechtzeitig und setzt sich vor die Tür der Amtsstube. … und er wartet, so wie das Schild an der Türe es verlangt.

Immer wieder öffnet sich diese Tür, der Sachbearbeiter eilt heraus in einem Nebenraum und kommt kurz darauf wieder zurück. Unseren Bauern würdigt er keines Blickes. Auch als er ihn einmal direkt anspricht, kommt keine Antwort vom Amtmann. So, als wäre der Bauer Luft. ich will weiterlesen

Predigt: Abschiedsworte im Paket (Matthäus 28, 16-20) 27. Juli 2003

Liebe Gemeinde,

wenn es auf einen Abschied zu geht, dann werden wir Menschen manchmal besonders feierlich. Wir merken: Jetzt musst du die richtigen Worte treffen; was du jetzt nicht mehr los wirst, das bleibt ungesagt.

Die Situation aus unserem heutigen Evangelium ist auch eine Abschieds-Szene. Jesus hat seine Jünger kurz nach seiner Auferstehung nach Galiläa geschickt. Sie tun das auch und gehen auf den Berg, von dem er gesprochen hatte. Und dort oben treffen sie ihm tatsächlich: Sie, die elf Jünger, ohne den Judas.

Da stehen sie sich gegenüber: Jesus, der Auferstandene auf der einen Seite, die Jünger auf der anderen. Matthäus schreibt: Als sie in sahen, fielen sie vor nieder, einige aber zweifelten. Es hat sich also nicht sehr viel verändert. Die Mannschaft der Jünger ist auch weiterhin keinen homogenes Team der christlichen Elite –  viel eher ein gemischter Haufen mit unterschiedlich starken Glauben. ich will weiterlesen

Predigt: Wenn jemand Maß anlegt… (Lukas 6, 36-42 – Symbol Zollstock) 13. Juli 2003

Hinweis: Im letzten Teil der Predigt erscheint unerwartet ein Kollege (Pfr Stradtner) aus einem Nachbardorf, der sich in die Predigt einmischt.

Predigttext Lk 6, 36-42:
36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.
38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn  eben mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch wieder messen.
39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?
40 Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister.
41 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!
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