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Radioandachten auf Charivari 98,6 im Juli 2017

Powerbank

Guten Morgen
Haben sie auch so eine Powerbank, um unterwegs das Smartphone aufzuladen? Oder sollte ich lieber fragen, wie viele Powerbanks sie besitzen?
Eine in der Handtasche, eine neben dem Schlüsselbrett, eine im Handschuhfach des Autos. So sind die handlichen Enegiespender überall in der Nähe, falls einem mal der Saft ausgeht.
Als ich so 11 Jahre alt war, habe ich immer so eine kleine Gideonbibel in der Hosentasche gehabt. Überall ging die mit. In die Schule und beim Herumstromern im Wald. Das war für mich irgendwie auch so eine Art Powerbank: Für alle Fälle habe ich die kleine Bibel dabei – und damit ja auch irgendwie Gott – da muss ich keine Angst haben.
Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass das auch ohne Bibel in der Hosentasche geht. Weil Gott auch so immer da ist. Ich muss es mir bloß immer wieder selbst bewusst machen: Gott ist bei mir. Gerade in den Momenten, in denen ich mich schwach und machtlos fühle, ist er meine Powerbank – meine persönliche Kraftquelle.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im Juni 2017 auf Charivari 98,6

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Spätzünder
Tim hat es im Kindergarten nicht leicht. Immer wieder ist er langsamer und später dran als der Rest der Gruppe. Da wo Julius-Maximilian schon fehlerfrei auf Englisch bis zwanzig zählen kann, hat Tim immer noch Schwierigkeiten, eine Blume in den richtigen Farben auszumalen.
Tim, das Träumerle. Ein klassischer Spätzünder. Solche gabs schon immer.
Und ich liebe es, wenn so ein ehemaliger Spätzünder später als Erwachsener auch mal den Mut hat, davon zu erzählen, dass er als Kind eine Zeitlang immer der war, der als letzter irgendwas hinbekommen hat. Bis der Moment kam, dass auch bei ihm der Knoten geplatzt ist – einfach so! Und innerhalb kürzester Zeit, haben sich all die wunderbaren Begabungen und Talente gezeigt, die ihm sein Herrgott geschenkt hat. Und jetzt, wo er zufrieden auf sein Lebenswerk schaut, fragt niemend mehr nach seinem Rückstand in der Grundschule.
Da hätten sich die Eltern die ganzen sorgenvollen Gedanken sparen können. Einfach darauf vertrauen, dass Gutes manchmal etwas länger braucht, bis es gereift ist und zum Vorschein kommt.
Was uns da manchmal fehlt, ist Vertrauen in unsere Kinder – und Vertrauen in den Schöpfer, der jeden einzigartig macht – Mit individuellen Talenten und individuellem Tempo.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im Mai 2017 auf Charivari 98,6

Tag der Arbeit

Guten Morgen,
wir haben heute den Tag der Arbeit. Und das schöne daran: Die meisten müssen heute nicht arbeiten. Für uns Pfarrer ist das sogar einer der wenigen Feiertage, an denen wir auch frei haben – denn der erste Mai ist ja kein klassischer kirchlicher Feiertag.
Ich mach heute mal nix. Und ich werde das auch mal genießen!
Aber ich ahne es schon: So richtig lang halte ich das „nichts machen“ nicht aus. Irgendwie fällt mir dann schon etwas ein, was ich noch machen könnte, und wenn es der Wasserwechsel am Aquarium ist.
Luther hat einmal gesagt: Die Arbeit gehört zum Menschen wie zum Vogel das Fliegen!
Etwas tun, was sinnvoll scheint.
Erleben, dass etwas durch mich entsteht oder sich verändert.
Und machmal darunter leiden, dass die ganze Arbeit und Mühe grade aus irgend einem Grund für die Katz war.
Das ist Arbeit – egal, ob man dafür bezahlt wird oder nicht.
Ich glaube darauf sind wir programmiert – eben, wie der Vogel zum fliegen gemacht ist.
So ist es heute für mich ein Tag, an dem man dankbar sein kann, wenn man etwas zu tun hat, was man gerne macht.
Einen guten ersten Mai wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im April 2017

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Montag: Apfel-Himbeer-Schorle

Haben sie schon mal Apfel-Himbeer-Schorle probiert?
Was man so alles zu einer Schorle zusammengießen kann… man glaubt es kaum.
Apfel und Himbeere: Irgendwie scheinen die ja grundverschieden zu sein:
Der knackige, säuerliche Apfel auf der einen Seite, und diese weiche, empfindliche Himbeere mit dem prägnaten wuchtigen Fruchtgeschmack.
Dass das zusammenpasst? Ich hätts nicht geglaubt. Aber manches muss man wirklich erst ausprobieren.
Bei Menschen habe ich das auch schon erlebt. Da kommt ein Unternehmer selbstbewusst und knackig, mit Biss und Energie wie der Apfel.
Und auf dem zweiten Blick merke ich: Der hat auch so eine Himbeer-Seite! Sensibel und empfindsam. Gar nicht so oberfächlich am Erfolg orientiert, wie ich es vermutet hätte. Und je länger das Gespräch dauert, umso mehr spüre ich, der ist auch noch richtig fromm, vertraut seinem Gott mehr als sich selbst. Eine beeindruckende Mischung!
In freue mich immer wieder, wenn ich sie entdecke, diese menschliche Apfel-Himbeer-Schorle: Leute mit gesunden Selbstbewusstsein und einen festen Gottvertrauen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im März 2017 auf Charivari98,6: Themenreihe „Kirchen-Knigge, was man tun und lassen sollte“

Montag: Kirchen-Knigge: Handy

Guten Morgen,
in dieser Woche möchte ich ihnen kurz vor sechs auf Charivari ein paar Benimmregeln rund um die Kirche nahebringen. Eine Art Kirchen-Knigge sozusagen.
Ich fang gleich mal mit dem Handy an. Es gibt ja nichts Blöderes, als wenn während des stillen Gedenkens bei einer Beerdigung plötzlich ein Handy mit „Highway to hell“ als Klingelton bimmelt. Wenn, dann würde ich mir „knocking on heavens door“ wünschen. Aber weil die meisten Klingel- und Message-Töne und auch das Gesumme der Vibration einfach nur nerven, wäre mein Tipp: Gewöhnen sie sich ein festes Ritual an: Wenn sie eine Kirche betreten, Handy einfach stummschalten, und gut isses.
Dann haben alle ihre Ruhe. – Nicht nur die Anderen, SIE auch! Mal eine Stunde zwischen diesen jahrhundertealten Mauern sitzen – ein bisschen Ewigkeit spüren – sich nicht von einen dutzend Whatsapp-Nachrichten drängeln lassen – einfach da sein. – Das ist das Schöne an Kirchen.
In der Erlanger Hugenottenkirche habe ich mal ein schönes Schild im Eingangsbereich gesehen: „Handy, bitte ausschalten. Wir sprechen mit unserem Gott noch auf die althergebrachte Weise.“ ich will weiterlesen

Andachten auf Charivari 98,6 im Februar 2017

Montag: Glaube, Hoffnung, Liebe

Glaube, Hoffnung, Liebe, seit Jahrhunderten fasst man damit zusammen, was den christlichen Glauben ausmacht. Seit meiner Kindheit kenne ich die Begriffe – und fand sie ehrlich gesagt alles andere als spannend. Glaube, Hoffnung, Liebe lagen wie ererbte Porzellanskulpturen im Regal meines Denkens. Die waren schon immer da, wertvoll, aber auch irgendwie logisch und selbstverständlich und deshalb kaum der Rede wert.
Seit einiger Zeit sehe ich das anders. Weil ich das Gefühl habe, dass mir da jemand diese drei Schätze klammheimlich stehlen und gegen andere Werte austauschen will.
Da will jemand Angst vor der Zukunft machen, statt Hoffnung stiften. Da versucht jemand, Hass zu säen statt Liebe und Versöhnung zu leben. Da will jemand Zweifel statt Glaube und Vertrauen.
Da spiele ich nicht mit! Glaube, Liebe Hoffnung – Diese drei haben Zukunft! Die lasse ich mir nicht nehmen! Die stehen nicht ohne Grund in der Bibel.
Und plötzlich sind die gar nicht mehr langweilig und erst recht nicht selbstverständlich – und ich ich bin bereit, mich dafür einzusetzen: Zu kämpfen, für Glaube, Liebe, Hoffnung.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im Januar 2017

Montag: Sei ein Esel!

Guten Morgen,
ist ihnen schon aufgefallen, dass man heute kaum mehr jemand als „dummen Esel“ beschimpft? Früher dachte man, ein Esel ist zu blöd um zu kapieren, was er machen soll, und ist deshalb so störrisch. Inzwischen hat man herausgefunden: Der Esel ist ein hochintelligentes und sensibles Tier – das gute Gründe und hat weshalb es auf stur schaltet: Der Esel sieht keinen Sinn in dem, was wir vorhaben, oder ahnt viel eher als sein Besitzer die Gefahr, die auf dem Weg droht.
Sogar in der Bibel gibt es eine Geschichte, in der die Sturheit einer Eselin ihrem Herrn das Leben rettet: Die hat gespürt, dass er etwas Verhängnisvolles plant und hat einfach keinen Huf mehr vor den anderen gesetzt. Das hat ihr zunächst wilde Beschimpfungen, aber später große Dankbarkeit eingebracht.
Wenn man das so betrachtet, wäre ich auch gerne öfter ein Esel. Einer der schlau genug ist, zu spüren wo etwas falschläuft – und dann eben nicht mehr mitspielt. Auch wenn sie dann alle schimpfen und mich für störrisch und dumm halten …. Ich weiß ja, wie die Geschichte mit dem Esel in der Bibel ausgegangen ist. ich will weiterlesen

Radionandachten auf Charivari im Dezember 2016

Montag: Der richtige Platz

Guten Morgen,
manchmal hätte ich wirklich Lust, aufzugeben. Nicht mehr dauernd gegen die ganzen unsinnigen und herzlosen Meinungen anzukämpfen, die mir immer wieder begegnen. Wenn eine Bekannte auf Facebook irgendeine hetzerische Unwahrheit teilt – soll ich dazu Stellung nehmen und zu diskutieren beginnen? Ich weiß ja, wie anstrengend das ist und ich mache sie mir damit nicht unbedingt zur Freundin.
Wäre es nicht viel einfacher, es sein zu lassen? Vielleicht sogar mal ein “gefällt mir” klicken, das fände sie bestimmt toll? Das Sofa in der Ecke der Hetzer ist warm und gemütlich: Mann kann alles kritisieren und muss ja selber nichts besser machen. Manchmal kann man diese Leute fast beneiden.
In den Psalmen hat einer geschrieben: “ich will lieber die Tür hüten am Haus meines Gottes, als in der gottlosen Hütte wohnen.”
Da hat sich einer entschieden: Lieber auf der richtigen Seite stehen, auch wenn dort der Wind kalt um die Ecke pfeift. Auf der falschen Seite erscheint das Leben zwar einfacher, aber eigentlich weiß ich ja: Auf dem kuscheligen Seite der Verständnis- und Herzlosen hätte ich weniger Streß und müsste mich weniger ärgern – aber ich würde nicht glücklich werden – einfach weil es für mich die falsche Seite ist.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im November 2016 (Reihe über Redensarten)

Montag: Ein offenes Ohr haben

 Guten Morgen

Warum sagen wir manchmal, dass jemand “ein offenes Ohr” für eine Angelegenheit hat? Denn eigentlich sind die menschlichen Ohren immer offen. Wir können sie nicht verschließen. Mund und Augen kann ich zuklappen – die Ohren haben da nichts.
Das Problem ist ja eher, dass Dinge von einem Ohr hinein und zum anderen wieder hinausgehen. Ein Wissenschaftler will festgestellt haben, dass wir Männer beim Zeitung lesen zwar die Stimme unserer Partnerin hören – gegenenfalls nicken oder “ja” sagen, aber letztlich nichts von dem mitbekommen, was sie eigentlich erzählt hat. ich will weiterlesen

Radioandachten im Oktober 2016 auf Charivari 98,6

Montag: Nachbarschaft

Guten Morgen,
manchmal finde ich in meiner Bibel Sprichwörter, bei denen ich länger überlegen muss, was sie mir sagen wollen. Zum Beispiel das hier: „Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne“ (Spr 27,10).
Anscheinend gab es schon zu in den biblischen Zeiten diese diffuse Angst, den Nachbarn um Hilfe zu bitten.
Man will ja nicht stören, sich vom Nachbarn nichts ausleihen und dadurch ihm etwas schuldig sein. Man weiß ja auch nicht, wie er wirklich tickt. Und so bleibt jeder für sich, vertraut auf die Verwandtschaft und Freunde, die man schon ewig kennt.
Schade – als Pfarrer habe ich schon oft miterleben dürfen, wie Nachbarn in schwierigen Zeiten die Rettung waren. Da ist eine junge Mutter einer Familie schwer krank, für Monate in der Klinik. Und die Nachbarn wechseln sich beim Kochen und bei der Hausaufgabenhilfe ab. Machen Ausflüge mit den Kindern, trösten abends den verzweifelten Vater.
Gute Nachbarschaft, die solch ein Netz entstehen lässt, ist nicht selbstverständlich – aber man kann versuchen, an diesem Netz mitzuknüpfen. Dazu muss man aufeinander zugehen, sich manchmal einen Schubs geben, um diese angeborene Schüchternheit und Skepsis überwinden, die es offenbar schon zu biblischen Zeiten gab.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen