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Predigt: Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich.” (Johannes 14,1) 31. Dezember 2009, Jahreslosung 2010

Das Unbekannte lässt mich erschauern

Es gibt Krimis – die setzen Maßstäbe für Jahrzehnte. Die alten Schwarzweißfilme nach den Drehbüchern von Edgar Wallace zum Beispiel. Es ist ja bis heute ein Genuss, diese alten Streifen anzusehen.
Perfekt ist dort das Spiel mit der Spannung – immer wieder gibt es diese Szenen: Es ist Nacht, man sieht nur einen Ausschnitt eines kaum beleuchteten Zimmers, ein Vorhang bewegt sich leicht und verräterisch im Windzug. Eine Tür fällt irgendwo ins Schloss – man hört das Knarzen einer Diele – aber man erkennt kaum etwas. Aber man spürt förmlich die Gefahr , wird bei Zusehen kurzatmiger, richtet sich vom Sofa auf, man muss ja auf dem Sprung sein, wenn jetzt …. ja wenn jetzt … ich will weiterlesen

Predigt: lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit (1. Joh 3,18) 25. Dezember 2009, 1. Weihnachtsfeiertag mit Taufe von Zoey

Liebe Gemeinde,

“ich hab dir doch schon tausendmal gesagt….”. Ich vermute, keiner von Ihnen kennt diesen Satz. Aber es gibt ganz vereinzelt auf diesem Globus Situationen, in denen Sätze so oder ähnlich beginnen.Sowas könnte ein erkälteter  Papa seinen Töchtern sagen, die notorisch sämtliche Zimmertüren in Haus offen stehen lassen. Bei 15 Grad minus und einer schwächelnden Heizung ist das ja nicht so toll. Aber da kann man ja sagen, was man will und sooft man will!
Anscheinend ist die pädagogische Reichweite unserer Sätze nicht allzu groß. Ich habe den Eindruck: Wenn man es seinen Kindern tausend Mal gesagt hat, wird es beim tausend-und-ersten Mal auch nicht besser klappen. Erst wenn ich meine Strategie ändere, mir die Türoffenlasserin schnappe, und trotz Gemotze und Gejammer zur Türe zurückzitiere, damit sie sie eigenhändig schließt, dann habe ich Aussicht auf einen halbwegs dauerhaften Erfolg. Worte allein genügen offenbar nicht. ich will weiterlesen

Predigt: Haushalter der Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5), 13. Dezember 2009 – 3. Advent

Liebe Gemeinde.

Miriam ist sauer auf ihre Deutschlehrerin. In der wichtigen zehnten Klasse hat sie eine Schulaufgabe mit einer 6 benotet: „Themaverfehlung, da gibts nicht viel zu retten”, hat die Lehrerin gesagt. Aber Miriam sieht das nicht so, sie hat die Aufgabenstellung der Schulaufgabe ganz anders verstanden – und bloß weil die Lehrerin nur die eine Deutung der Fragestellung zulässt, kassierte Miriam die sechs! Obwohl die Arbeit an sich ganz ordentlich war – aber eben am Thema vorbei – zumindest sah die Lehrerin das so. Und damit war die Diskussion für sie beendet. ich will weiterlesen

Predigt zur Taufe von Anna und Leni: Gottes Hände, 28. November 2009

Psalm 73,23: Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand
und Psalm 139,5: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Liebe Tauffamilie, liebe Gemeinde,

am Freitag abend schauen die Seidels gerne mal die Kochsendung im ZDF. Promi-Köche wie Johann Lafer, Alfons Schuhbeck oder Cornelia Poletto unterhielten sich blendend und kochten auch noch nebenbei.
Eine Szene hat mich da völlig ins Schleudern gebracht: Da zeigte die Kamera in Nahaufnahme, wie einer von denen mit großer Hingabe den Teig für italienische Gnocci knetete. Kneten … ist zuviel gesagt … diese Hände, die man da sah streichelten den Teig, wälzten, stuppsten und massierten. Schöne zarte, weiche Hände. – Das macht sie schön, die Frau Poletto. Aber halt, stimmt gar nicht, als die Kamera in die Totale ging wars klar: Diese bewundernswerten Hände gehörten nicht der jungen Köchin, sondern Johann Lafer.  – Ich war richtig überrascht; beim Lafer hätte ich ganz andere Pratzen erwartet! ich will weiterlesen

Predigt zur Taufe von Daniel Geduld – die besondere Form von Stärke (Sprüche 16,32) 14. November 2009

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, ist besser als einer, der Städte gewinnt. (Sprüche 16,32)

Liebe Gemeinde, liebe Tauffamilie,

am Donnerstag war der internationale Tag der Weltrekorde. Überall versuchten Menschen mit neuen Bestleistungen ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. In vielen Zeitungen war darum Manjit Singh zu finden. Er stellte einen neuen Rekord auf, indem er einen achteinhalb Tonnen schweren Doppeldecker-Bus mit seinen Haaren 21,2 Meter weit gezogen hat.
Eine beachtliche Leistung – Kraft hat er, der Kamerad, der zuvor auch schon Düsenjets gezogen und Wärmflaschen bis zum Platzen aufgeblasen hat. Und so ist er wieder  für einen Tag in aller Munde. – So berühmt, dass er sogar in der Gollhöfer Kirche als Predigtbeispiel dient. ich will weiterlesen

Predigt: Den Felsen der Hoffnung besteigen (Mt 7,7) 25. Oktober 2009, Taufe von Gaetan

Predigttext Mt 7,7: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Bitte…” das selbstverständlichste Wort für unsere Kinder
Papa, kann ich mal was zu Trinken haben?
Mama, kann ich mir den Kaugummi da in den Einkaufswagen legen?
Papa, habt ihr jetzt genügend geredet, können wir jetzt weitergehen?
Mama, ich kann die Socken nicht finden, kannst du mir helfen zu suchen? ich will weiterlesen

Predigt: Leben und Glauben während des Dreißigjährigen Kriegs (26. Oktober 2009) Kirchweih-Historienpredigt

Predigt mit Lesung aus der Geschichte Gollhofen von 1630 bis 1667
Leben und Glauben während des Dreißigjährigen Kriegs

Liebe Gemeinde,

der Blick in die Geschichte unserer Kirchengemeinde führt uns heute ins Jahr 1630. Der dreißigjährige Krieg ist tritt durch die Beteiligung Schwedens unter Gustav Adolf in eine neue Phase.

Kirchlich kann man auf 100 Jahre evangelisches Bekenntnis zurückblicken, viele konfessionelle Streitigkeiten sind ausgestanden. Für die evangelischen Christen gerät gelebte Frömmigkeit immer mehr in den Blick. Der Liederdichter Paul Gerhardt lebte in dieser Zeit. Christliche Erbauungsbücher finden großen Absatz. ich will weiterlesen

Predigt: Eine Schrecksekunde zum Nachdenken” (Lukas 12, 13-31) 4. Oktober 2009, Erntedank

Der Aufzug bringt es an den Tag

Er kauerte auf dem Fußboden dieser Aufzugskabine und blickte nach oben in das Licht der Neonröhren. Schon seit drei Stunden saß er hier fest – und noch niemand hatte Kontakt mit ihm aufgenommen.
Wie auch? Er war heute der einzige, der am Tag der deutschen Einheit im Gebäude der Rechtsanwaltskanzlei aufgetaucht war. Alle anderen waren daheim geblieben, aber da waren noch diese wichtigen Unterlagen im Büro, die er unbedingt übers Wochenende durcharbeiten wollte. ich will weiterlesen

Predigt: Beim Grillen gehts um mehr als ums Sattwerden (Symbolpredigt) 19. Juli 2009

Liebe Gemeinde,grillen

der Sommer hat schon seinen besonderen Reiz, wenn am Wochenende – und das Wetter passt – der Duft von Gegrilltem durch die Straßen Gollhofens zieht. Meine Nase nimmt das innerhalb von Sekunden ganz präzise wahr: Irgendwo in der Nähe wird gegrillt!
„Hmmm, lecker”, reagiert mein Gehirn fast reflexartig: “Mensch, eigentlich könnten wir auch mal wieder grillen …. der Sommer ist doch sowieso recht kurz, man sollte die Abende wirklich nutzen”, und ich fange an zu überlegen, ob wir noch genügend Holzkohle daheim haben. ich will weiterlesen

Predigt: Der Lebensweg des Olivenbaumes (Jeremia 17, 7-8) 28. Juni 2009, Goldene und Diamantene Konfirmation 2009

Liebe Jubel-Konfirmanden,goldbaum

hier im Taufstein steht ein Olivenbaum. Genauer gesagt ein Olivenbäumchen, ein kleiner ganz junger Baum, der noch viele Jahre vor sich hat, bis aus ihm ein vernünftiger Olivenbaum geworden ist.

Der Lebensweg des Olivenbaumes

Der Olivenbaum ist eine typische Pflanze für den Mittelmeerraum. Auch in Israel stehen sie, und stehen da seit Jahrtausenden; haben die Menschen dort und ihre Kultur geprägt. Wenn Jesus oder ein biblischer Prophet vom Baum spricht, dann hatte er meist den Olivenbaum als Anschauungsobjekt in Sichtweite. Der Olivenbaum wächst als properes gerades Bäumchen heran. Lässt sich Zeit beim wachsen, braucht viele Jahre, bis die ersten Oliven zu ernten sind. Auch wenn er robust ist und Trockenheit und große Hitze gut übersteht, geht Wind und Wetter nicht spurlos an ihm vorüber. Je älter er wird, umso deutlicher ist ihm das anzusehen. Er verwächst sich zu einem dicken, knorrigen Stamm. Oft ist steht er bedenklich schräg in der Landschaft, vom dauernden Westwind in die Schräglage gedrückt. Aber doch fällt er nicht um. Manche Ölbäume scheinen seltsam verdreht, fast wie ein Korkenzieher; als hätte eine böse Laune der Natur sie innerhalb ihres Baumlebens einmal um die eigene Achse gedreht.Und doch strahlen sie eine gro ße Ruhe aus, und eine Würde, tragen sie doch auch nach vielen Jahren immer noch ihre Früchte. ich will weiterlesen