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Predigt: Die offene Tür (Matthäus 7,7) 25. Dezember 2010, Weihnachten

Weihnachtspredigttuerklopfer zum Motiv der Herbergssuche: Klopfet an, so wird euch aufgetan!

Die Weihnachtszimmer-Türe

Die Türe zum Wohnzimmer ist  versperrt. Das ist sie normalerweise nie, ich wusste gar nicht, dass es für diese Tür überhaupt einen Schlüssel gibt. Auch der Blick durchs Schlüsselloch ist buchstäblich aussichts-los: Offenbar hat da jemand  auf der Innenseite des Zimmers  einen Lappen übers Schloss gehängt. Die Tür bleibt für mich verschlossen und unüberwindbar. Das kann einen ja fuchsig machen: Wenn man derart ausgesperrt ist, getrennt von dem , was da gerade Geheimnisvolles hinter dieser Türe geschieht – und man kommt da einfach nicht rein! Aber trotzdem bin ich damals in meiner Kinderzeit an dieser verschlossenen Türe nicht verzweifelt. Denn ich war mir sicher: Sie ist ja nur deshalb zu, damit sie später auch einmal wieder aufgeht. Für meine Schwester Anita und mich. Und ich ahnte, dahinter verbirgt sich etwas Besonderes:  Geschenke, ein Weihnachtsbaum und alles was für einen kleinen Jungen so zum Heiligen Abend dazugehört.
Sie wird aufgehen! Egal, wie verbarrikadiert sie gerade sein mag. Sie wird aufgehen, es ist nur eine Frage der Zeit. ich will weiterlesen

Predigt: Von Gott behütet: Sie Sache mit dem HUT (Psalm 121,7) 28. November 2010, Taufe von Sophie

PredigtGünter Havlena / pixelio.de zu Taufe von Sophie zu Psalm 121, 7: Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele

Liebe Familie , liebe Gemeinde,
ich habe hier ein Hut-Sortiment. Verschiedene Formen der Kopfbedeckung, die wir grade im Winter ja ganz gut brauchen können. Wobei: Auch im Sommer ist ein Hut kein Fehler, da schützt uns ein Sonnenhut auch vor manchem Sonnenbrand, gerade wenn man nicht mehr ganz so viele Haare auf dem Kopf hat.
Da ist man mit so einem Teil doch ganz gut „behütet”. Und damit sind wir auch schon mitten im Thema, mitten in Sophies Taufspruch: Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. ich will weiterlesen

Predigt: Zachäus auf dem Ansitz (Lk 19, 1-10) 13. November 2010, Hubertusmesse

Hubertusmesse,zachaeus_jaeger die die Zachäus-Geschichte  mit dem jagdlichen Motiv des Ansitzens verbindet.

Predigttext: Lukas 19, 1-10
1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.
5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm:  „Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.”  6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

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Predigt: Renovieren und Reformieren: Abschied nehmen vom Alten (Historienpredigt) 1. November 2010, Kirchweihmontag

Predigt kirchweihmontag2010zum Kirchweihmontag mit Lesung aus der Historie Gollhofens: 1735 – 1750

Liebe Gemeinde,
auch an diesem Kirchweihmontag werden wir einen Blick in die Gollhöfer Geschichtsbücher. Hinein in das 18 Jahrhundert. Eine Zeit, in der die Herrscher sich gerne als absolutistisch regierende  Lichtgestalten verstanden. Aber zugleich wandelte sich die Welt: Die Aufklärung bricht sich langsam Bahn, eine immer besser gebildete Bevölkerung wird selbstständiger, lässt sich von Herr-schern und Kirche nicht mehr alles weismachen, sondern versucht mittels des Verstandes sich selbst ein Urteil zu fällen. So ist es nicht mehr weit bis zu den großen Umwälzungen der französichen Revolution am Ende dieses Jahrhunderts.
Aber von diesen großen Bewegungen ist um 1730 auf dem Land noch weit und breit nichts zu sehen. Ich beginne im Jahr 1735. Das Pfarrhaus samt nebenstehendem Waschhaus war 3 Jahre zuvor neu erbaut worden. ich will weiterlesen

Predigt: Durch die Jahrhunderte: Sünder und Gerechtfertigte (Römer 3,23 f) 31. Oktober 2010

In diesem Jahr fallen Reformationstag und Gollhöfer Kirchweih zusammen. So gehts zur Kirchweih um eine biblische Kernstelle reformatorischer Theologie.

Szene 1494 – Angst und Ablass

Sommer 1494, erst vor wenigen Monaten war die neue Gollhöfer Kirche eingeweiht worden. Über einige Jahre hinweg hatte man daran gebaut, alle haben mitgeholfen. Besser gesagt: hatben mithelfen müssen, denn die strenge Obrigkeit, der Erbschenk aus Einersheim achtete darauf, dass jeder seine Pflicht an Frondiensten ableistete. Sonntags sitzen sie dicht gedrängt auf den rohen Holzbänken. Es ist kalt, vorn im weiten Altarraum steht ein einfacher Tisch mit einem Kreuz. Für mehr hatten die Spenden und Gaben der Gläubigen und des Fürsten nicht gereicht.
Ehrfürchtig folgen sie dem Gottesdienst, auf Latein wird er gehalten. Die meisten verstehen kein Wort, und doch vertrauen sie: Das, was da geschieht, soll sie retten vor dem Zorn Gottes, der mit scharfen Augen jede Schandtat, jede böse Begierde, jeden ungehörigen Gedanken erkennt und bestraft. Hier in der Kirche gibt es Hoffnung, dass Gott nicht ganz so unnachsichtig die Sünden bestraft, dass das Fegefeuer nicht ganz so lange dauern wird, wie es der Priester ihnen androht. Dass man vielleicht doch in den Himmel eingelassen wird. ich will weiterlesen

Predigt: „Heiligung mit Heiligenschein und Scheinheiligen (1. Thess 4, 1-8) 17. Oktober 2010

„Heiligung“heiligung – Ein Begriff, der – so schön er klingen mag, uns auch immer wieder überfordert. Die Geschichte von Michel aus Lönneberga ist da ein erster Schritt zur  Entkrampfung.

Michel, der kleine Heilige aus Lönneberga
Der kleine Michel Svensson aus Lönneberga bekommt von seiner Mutter einen Eimer voller weicher Kirschen mit dem Auftrag, diese auf dem Komposthaufen zu vergraben.  Was er nicht weiß: Sie sind die Abfallprodukte von Mutters Kirschwein-Produktion und darum natürlich auch ein recht hochprozentiger Brei. Michel schaut sich die Kirschen an, wundert sich, dass man sie so einfach wegwerfen soll und nascht davon. Er findet Gefallen daran und füttert damit die Hühner, das Hausschwein und auch sich selber. Bis schließlich alle besoffen durch den Katthult-Hof kugeln. ich will weiterlesen

Predigt: Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit (1. Johannes 3, 18) 15. August 2010, Taufe von Pia

Taufpredigt spruecheklopferzu: Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit (1. Johannes 3, 18).

Liebe Familie , liebe Gemeinde,

ich habe hier mal drei Klopfer mitgebracht.

Erstens: Der Teppichklopfer – ein wirklich nützliches Gerät. Man kann damit seinen Läufer oder Teppich vom gröbsten Schmutz befreien. Nur mit Muskelkraft, ganz ohne Chemie; und viel billiger als eine professionelle Teppichreinigung bei irgend einer Firma. Wie gesagt: superpraktisch.

Zweitens: Der Fleischklopfer. Der kommt in der Küche zum Einsatz . Das Schnitzel wird in die passende Dicke gebracht, es wird zarter … was soll sich sagen, schon beim Erzählen läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Offenbar auch ein wichtiges und beliebtes Gerät, dieser Fleisch-Klopfer. ich will weiterlesen

Predigt: Auf den Standpunkt kommt es an (Römer 10,10) 8. August 2010, Taufe von Tim

Dennkompass wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Römer 10,10

Wo sind wir bloß?

„Das kann doch nicht wahr sein! An dieser Wegkreuzung sind wir doch schon vorhin vorbeigekommen!” Jürgen lässt seinen Rucksack von den Schultern gleiten und setzt sich auf  einen abgesägten Baumstumpf. „Jetzt laufen wir schon eineinhalb Stunden wie die Deppen durch diesen Naturpark und finden unseren Parkplatz nicht”. Claudia nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche und  schaut sich dabei langsam um: Hier sieht aber auch alles so gleich aus. Schau doch noch mal auf die Karte.” Mit einem Seufzer zieht Jürgen die Wanderkarte aus der Seitentasche seines Rucksacks:
„Schau, da ist der Parkplatz, da müssen wir hin. Aber wo sind wir? Da oben oder da drüben? Da ist auch nirgends irgend ein markanter Ort. Wenn wir hier oben wären, dann müsste der Weg hier nach Südosten der richtige ….”
„Ja toll, und was ist, wenn wir da drüben sind? Dann landen wir derweil in Tschechien, wenn wir nach Südosten gehen. Mannomann. Wenńs in einer Stunde dunkel wird … haben wir echt ein Problem!” Jürgen steht langsam wieder auf. „Wir gehen jetzt einfach den Weg nach Westen, irgendwohin muss er ja führen, wir können ja nicht einfach nichts tun…komm auf gehts!” ich will weiterlesen

Predigt: Taufe- Mehr als Wasser (Klagelieder 3,22) 25. Juli 2010, Taufe von Adrian

Predigt taufe_mehr_als_wasserzur Taufe von Adrian im Pfarrhof Gollhofen im Zuge unseres Gemeindefestes. Tauspruch: Klagelieder 3,22 (Gute Nachricht-Übersetzung)
„Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Seine Liebe ist jeden Morgen neu”

„Könnt ihr mir sagen, was so eine Taufe kostet?” fragt Isa im Internet in einem Elternforum. „Ich habe ewig gesucht und keine Antwort gefunden. Wer kann mir helfen?” Ein paar Minuten später bekommt sie schon eine Antwort aus der weltweiten Internet-Gemeinschaft: ich will weiterlesen

Predigt: Eiswürfel (Symbolpredigt) 4. Juli 2010

Was eiswuerfel Bild: Helga Schmadet/pixelio.deliegt näher, als in der heißen Jahreszeit einmal ein eine buchstäblich erfrischende Predigt zu halten? Darum nehmen wir einmal Eiswürfel in den Blick.

 

Die erqickenden Eiswürfel

Es ist Donnerstag, 12:30 Uhr, letzte Schulstunde in der Sommerhitze. Bei 32 Grad Raumtemperatur sitzen die Schüler der fünften Klasse im Reli-Unterricht. Einige fächeln sich mit dem Hausaufgabenheft ein wenig Luft zu. Andere schwitzen still vor sich hin.
Vorne der Lehrer – es geht um den Psalm 23 – er kämpft sich mit den sichtlich erschöpften Schülern durch den ersten Abschnitt: Welche Worte sind euch unbekannt, wozu habt ihr Fragen?
Ein Finger geht hoch: Was heißt eigentlich „erquicken”?
„Ähm ja … auferbauen … also wenn was eine Labsaal ist, dann erquickt es.”
Die Schüler schauen den Lehrer ratlos an.
Er bleibt stehen, fährt sich durchs schweißnasse Haar und überlegt laut: Was wäre denn jetzt so richtig erquickend?
Und dann er fängt er an: „Schließt die Augen und stellt euch vor, ich hätte hier eine Kiste voller Eiswürfel, und mittendrin steckt eine Flasche Cola. Die ziehe ich heraus, nehme ein großes Glas, werfe eine Handvoll von den Eiswürfeln hinein. Dann öffne ich die Flasche, es zischt kurz und dann gieße ich langsam die Cola über die Eiswürfel. Ein Strohhalm noch hinein, und das trinkst du jetzt.”
Ahhh … ein Stöhnen geht durch die Reihen in der Klasse. Ja, liebe Schüler, das ist erquickend! ich will weiterlesen