• Werbung

Radioandachten im Mai 2017 auf Charivari 98,6

Tag der Arbeit

Guten Morgen,
wir haben heute den Tag der Arbeit. Und das schöne daran: Die meisten müssen heute nicht arbeiten. Für uns Pfarrer ist das sogar einer der wenigen Feiertage, an denen wir auch frei haben – denn der erste Mai ist ja kein klassischer kirchlicher Feiertag.
Ich mach heute mal nix. Und ich werde das auch mal genießen!
Aber ich ahne es schon: So richtig lang halte ich das „nichts machen“ nicht aus. Irgendwie fällt mir dann schon etwas ein, was ich noch machen könnte, und wenn es der Wasserwechsel am Aquarium ist.
Luther hat einmal gesagt: Die Arbeit gehört zum Menschen wie zum Vogel das Fliegen!
Etwas tun, was sinnvoll scheint.
Erleben, dass etwas durch mich entsteht oder sich verändert.
Und machmal darunter leiden, dass die ganze Arbeit und Mühe grade aus irgend einem Grund für die Katz war.
Das ist Arbeit – egal, ob man dafür bezahlt wird oder nicht.
Ich glaube darauf sind wir programmiert – eben, wie der Vogel zum fliegen gemacht ist.
So ist es heute für mich ein Tag, an dem man dankbar sein kann, wenn man etwas zu tun hat, was man gerne macht.
Einen guten ersten Mai wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Eine ganz alltägliche Woche (Mit Danbo-Bildern zu Matthäus 26) Gründonnerstag, 13. April 2017

In diesem Gottesdienst gehe ich einige Stationen der Passionsgeschichte entlang und betrachte die sehr alltäglichen Erfahrungen, von Wertschätzung, Versuchung, Scheitern und Gemeinschaft. Dazu helfen Danbo-Fotos, die ich zu diesen Bibelstellen angefertigt habe.

Begrüßung:

Es ist Gründonnerstag.  Wir befinden uns in der Karwoche, in der letzten Woche Jesu vor seiner Kreuzigung und Auferstehung. In den Evangelien ist diese Woche beschrieben – mit vielen Stationen und Begegnungen. Wir kennen sie als Passions-geschichte Jesu.
Heute abend will ich mit ihnen auf diese Woche blicken – auf einiges von dem, was da alles geschehen, ist, bis Jesus am Donnerstag Abend im Garten Gethsemane verhaftet wurde. Und ich will mit ihnen entdecken, wie diese Woche mit all ihrer Tragik und Schwere eine ganz alltägliche Woche war.
Weil das, was da beschrieben wird, sich auch immer wieder in unserem Alltag spiegelt.
Dazu habe ich diese Szenen mit kleinen Pappkarton-Figuren nachgestellt. Alltägliche Pappkartons – die eben auch ein Spiegelbild unserer Welt sind. ich will weiterlesen

Predigt zur Konfirmation: Die Schatzkiste des Glaubens (Symbolpredigt zu Matthäus 13, 44ff) 9. April 2017

Das Gleichnis vom Schatz im Acker bietet die Grundlage  für diese Predigt, in der Konfirmanden eine Schatzkiste bekommen, in der sie fünf Symbole finden, die ihnen zeigen sollen, welche Schätze unser Glaube birgt. Hinweise zur Beschaffung der Materialien finden Sie wie immer am Ende der Predigt.

Liebe Konfirmanden

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand. So haben wir es gerade im Evangelium gehört.

Ich versuche mir das mal vorzustellen: Da schaut irgendwo aus der Erde die Ecke von einer alten dreckigen Kiste. Vielleicht schon ein bisschen morsch, müffelt recht vergammelt … aber wer schlau ist, der schaut sich die Kiste genauer an: Buddelt sie aus, stellt sie auf festen Boden und öffnet den Deckel, um zu sehen, welche Schätze darin verborgen sind.
Ich glaube, unser christlicher Glaube ist manchmal auch so eine Schatzkiste. Der liegt da ja auch schon ewig rum – der ist nicht neu und hip! Schaut von außen manchmal nicht so sensationell aus. Alte Lieder, Gottesdienste, die manchmal auch ein bisschen langweilig sind, ein Pfarrer, der nervt, weil irgendwas noch nicht gelernt worden ist. Also von außen …..?
Man muss die Schatzkiste des Glaubens öffnen, um herauszufinden, ob da wirklich ein Schatz drin ist, der mein Leben reich machen kann. Und genau das will ich mit euch heute machen. Dazu müsst ihr erst mal die Kiste finden! Irgendwo wird sie ja wohl sein. Vielleicht sind da sogar so viele, versteckt dass für jeden eine dabei ist. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im April 2017

Wollen Sie die Radioandachten als Podcast abbonieren? Auf meiner Schwesterseite Radioandachtenwelt ist das problemlos möglich. Einfach mal vorbeischauen

Montag: Apfel-Himbeer-Schorle

Haben sie schon mal Apfel-Himbeer-Schorle probiert?
Was man so alles zu einer Schorle zusammengießen kann… man glaubt es kaum.
Apfel und Himbeere: Irgendwie scheinen die ja grundverschieden zu sein:
Der knackige, säuerliche Apfel auf der einen Seite, und diese weiche, empfindliche Himbeere mit dem prägnaten wuchtigen Fruchtgeschmack.
Dass das zusammenpasst? Ich hätts nicht geglaubt. Aber manches muss man wirklich erst ausprobieren.
Bei Menschen habe ich das auch schon erlebt. Da kommt ein Unternehmer selbstbewusst und knackig, mit Biss und Energie wie der Apfel.
Und auf dem zweiten Blick merke ich: Der hat auch so eine Himbeer-Seite! Sensibel und empfindsam. Gar nicht so oberfächlich am Erfolg orientiert, wie ich es vermutet hätte. Und je länger das Gespräch dauert, umso mehr spüre ich, der ist auch noch richtig fromm, vertraut seinem Gott mehr als sich selbst. Eine beeindruckende Mischung!
In freue mich immer wieder, wenn ich sie entdecke, diese menschliche Apfel-Himbeer-Schorle: Leute mit gesunden Selbstbewusstsein und einen festen Gottvertrauen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Radioandachten im März 2017 auf Charivari98,6: Themenreihe „Kirchen-Knigge, was man tun und lassen sollte“

Montag: Kirchen-Knigge: Handy

Guten Morgen,
in dieser Woche möchte ich ihnen kurz vor sechs auf Charivari ein paar Benimmregeln rund um die Kirche nahebringen. Eine Art Kirchen-Knigge sozusagen.
Ich fang gleich mal mit dem Handy an. Es gibt ja nichts Blöderes, als wenn während des stillen Gedenkens bei einer Beerdigung plötzlich ein Handy mit „Highway to hell“ als Klingelton bimmelt. Wenn, dann würde ich mir „knocking on heavens door“ wünschen. Aber weil die meisten Klingel- und Message-Töne und auch das Gesumme der Vibration einfach nur nerven, wäre mein Tipp: Gewöhnen sie sich ein festes Ritual an: Wenn sie eine Kirche betreten, Handy einfach stummschalten, und gut isses.
Dann haben alle ihre Ruhe. – Nicht nur die Anderen, SIE auch! Mal eine Stunde zwischen diesen jahrhundertealten Mauern sitzen – ein bisschen Ewigkeit spüren – sich nicht von einen dutzend Whatsapp-Nachrichten drängeln lassen – einfach da sein. – Das ist das Schöne an Kirchen.
In der Erlanger Hugenottenkirche habe ich mal ein schönes Schild im Eingangsbereich gesehen: „Handy, bitte ausschalten. Wir sprechen mit unserem Gott noch auf die althergebrachte Weise.“ ich will weiterlesen

Andachten auf Charivari 98,6 im Februar 2017

Montag: Glaube, Hoffnung, Liebe

Glaube, Hoffnung, Liebe, seit Jahrhunderten fasst man damit zusammen, was den christlichen Glauben ausmacht. Seit meiner Kindheit kenne ich die Begriffe – und fand sie ehrlich gesagt alles andere als spannend. Glaube, Hoffnung, Liebe lagen wie ererbte Porzellanskulpturen im Regal meines Denkens. Die waren schon immer da, wertvoll, aber auch irgendwie logisch und selbstverständlich und deshalb kaum der Rede wert.
Seit einiger Zeit sehe ich das anders. Weil ich das Gefühl habe, dass mir da jemand diese drei Schätze klammheimlich stehlen und gegen andere Werte austauschen will.
Da will jemand Angst vor der Zukunft machen, statt Hoffnung stiften. Da versucht jemand, Hass zu säen statt Liebe und Versöhnung zu leben. Da will jemand Zweifel statt Glaube und Vertrauen.
Da spiele ich nicht mit! Glaube, Liebe Hoffnung – Diese drei haben Zukunft! Die lasse ich mir nicht nehmen! Die stehen nicht ohne Grund in der Bibel.
Und plötzlich sind die gar nicht mehr langweilig und erst recht nicht selbstverständlich – und ich ich bin bereit, mich dafür einzusetzen: Zu kämpfen, für Glaube, Liebe, Hoffnung.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Der Weg beginnt am Dornbusch (Exodus 3, 1-10) 5. Februar 2017

Die Berufung des Mose am Dornbusch. In der altbekannten Erzählung finden sich spannende Fragen und Motive: Die kindliche Neugier des Mose. Die Frage, wie ich mit meinen biographischen Dornbüschen umgehe. Die Entdeckung eines Gottes, der die sieht, die hinter einer Dunkelziffer versteckt sind.

Predigttext: Gen 3, 1-10
1 Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.
2 Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.
3 Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.
4 Als aber der HERR sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
5 Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!
6 Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt.
8 Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.
9 Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen,
10 so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.
Liebe Gemeinde,
eine der wichtigsten Begegnungen der gesamten Bibel ist hier beschrieben. Am brennenden Dornbusch beginnt die Geschichte des Auszugs Israel aus Ägypten, die Befreiung aus der Unterdrückung. Die Israeliten machen sich auf, ein Volk zu werden; mit eigenem Land und in Freiheit.

Der brennende Busch

Und alles beginnt an diesem einen brennenden Dornbusch! Und ich frage mich, was gewesen wäre , wenn Mose diesen Busch einfach ignoriert hätte! ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im Januar 2017

Montag: Sei ein Esel!

Guten Morgen,
ist ihnen schon aufgefallen, dass man heute kaum mehr jemand als „dummen Esel“ beschimpft? Früher dachte man, ein Esel ist zu blöd um zu kapieren, was er machen soll, und ist deshalb so störrisch. Inzwischen hat man herausgefunden: Der Esel ist ein hochintelligentes und sensibles Tier – das gute Gründe und hat weshalb es auf stur schaltet: Der Esel sieht keinen Sinn in dem, was wir vorhaben, oder ahnt viel eher als sein Besitzer die Gefahr, die auf dem Weg droht.
Sogar in der Bibel gibt es eine Geschichte, in der die Sturheit einer Eselin ihrem Herrn das Leben rettet: Die hat gespürt, dass er etwas Verhängnisvolles plant und hat einfach keinen Huf mehr vor den anderen gesetzt. Das hat ihr zunächst wilde Beschimpfungen, aber später große Dankbarkeit eingebracht.
Wenn man das so betrachtet, wäre ich auch gerne öfter ein Esel. Einer der schlau genug ist, zu spüren wo etwas falschläuft – und dann eben nicht mehr mitspielt. Auch wenn sie dann alle schimpfen und mich für störrisch und dumm halten …. Ich weiß ja, wie die Geschichte mit dem Esel in der Bibel ausgegangen ist. ich will weiterlesen

Predigt zur Jahreslosung 2017: Ich schenke euch ein neues Herz (Hesekiel 36,26) Neujahr, 1. Januar 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Hesekiel 36,26) – Die Predigt nimmt den gesamten Kontext von Hes 36 in den Blick und nutzt im letzten Teil das Bild von Stefanie Bahlinger, das beim Verlag am Birnbach erschienen ist.

Liebe Gemeinde,
die Jahreslosung für das neue Jahr 2017 finden wir beim Propheten Hesekiel. Dieser eine Vers gehört zu einem längeren Abschnitt, in dem Gott durch den Propheten zum Volk Israel spricht, das in der Gefangenschaft in Babylon traurige Jahre erlebt. Darin blickt er kurz auf die vergangene Katastrophe der Zerstörung ihrer Heimat und spricht davon, was an Gutem kommen soll:

16 Und des HERRN Wort geschah zu mir:
17 Du Menschenkind, als das Haus Israel in seinem Lande wohnte und es unrein machte mit seinem Wandel und Tun, (…) 18 da schüttete ich meinen Grimm über sie aus um des Blutes willen, das sie im Lande vergossen, und weil sie es unrein gemacht hatten durch ihre Götzen. 19 Und ich zerstreute sie unter die Völker und versprengte sie in die Länder und richtete sie nach ihrem Wandel und Tun.
20 So kamen sie zu den Völkern; aber wohin sie kamen, entheiligten sie meinen heiligen Namen, weil man von ihnen sagte: »Sie sind des HERRN Volk und mussten doch aus ihrem Lande fortziehen!« (…) ich will weiterlesen