Predigt: Der Stachel im Fleisch, den ich nicht will, aber manchmal brauche (2. Korinther 12, 5-10) 4. Februar 2018

Der „Stachel im Fleisch“ macht uns oft genug fix und fertig. Er raubt Energie und Lebensfreude. Mit Paulus schauen wir, was da gespielt wird, und wozu der vermaledeite Stachel gut sein soll. Die Predigt zu diesen Motiv konzentriert sich auf die Verse 5-10 (der offizielle Predigttext ist wesentlich umfangreicher) und verwendet den Text der revidierten Fassung der Lutherbibel, die den Satz „denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ neu fasst: „denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit“. À propos Sprache: Als Franke verwende ich für den Stachel hier häufiger den Beriff Spreißel.

Der Spreißel in der Haut
Schnell ist es passiert: Irgendwo gleitet man mit seiner Hand an einem rauen Stück Holz entlang und schon … Aua … ist ein Spreißel in der Haut gelandet.
Manchmal merkt man das gar nicht gleich, aber irgendwann geht es los: Es piekst, vor allem dann, wenn man die Stelle berührt. Der Schmerz wird eher stärker als schwächer. Man versucht mit allen möglichen Mitteln, dieses blöde Stückchen Holz aus der Haut zu entfernen. Man saugt, lutscht, puhlt daran herum.
Manchmal will das einfach nicht gelingen. Man gibt auf, hofft, dass der Schmerz von alleine nachlässt. Aber nein! Das Gewebe drumherum entzündet sich, wird rot. Nachts pulsiert die Stelle schmerzhaft, man denkt nur noch an diesen vermaledeiten Spreißel – man hat zu nichts mehr Lust. Das innere Zufriedenheitsbarometer rauscht in den Keller. Wenn das bloß irgendwie bald aufhören würde! ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,5 im Januar 2018

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Schleichende Veränderungen

Guten Morgen,
Angefangen hat es damit, dass ich mir einen neuen Bildschirm für den Computer gekauft habe – weil ich ich fand, dass die Buchstaben immer verwaschener wurden. Aber auch beim neuen habe ich irgendwann die Zeichengröße der Buchstaben nach oben verändert: Von 11 Punkten zu 12, dann 13 …
Irgendwann musste ich eingestehen: Ich brauche eine Brille, weil allmählich meine Augen schwächer wurden. Ich habe es nur lange nicht gemerkt, weil das eben so ein schleichender Prozess war.
Das ist das Gemeine an solchen allmählichen Veränderungen: Man merkt es kaum, und doch wird mit der Zeit alles anders.
Bei den Augen habe ich es immerhin irgendwann bemerkt, und konnte Abhilfe schaffen. Aber ich überlege, ob es nicht auch in anderen Bereichen meinens Lebens solche schleichenden Prozesse gibt.
Werde ich von Jahr zu Jahr abgebrühter, wenn es um die Ungerechtigkeit auf dieser Welt geht? Kann es sein, dass ich immer selbstzufriedener und selbstgerechter werde, ohne dass ich das wirklich spüre?
Bei meiner Brille hat mir meine Frau gesagt: Hey, geh doch mal zum Optiker, das timmt was mit deinen Augen nicht! Ich hoffe, sie, oder ein guter Freund sind es auch, die mich bei den anderen schleichenden Prozessen warnen, bevor ich irgendwann zum kaltblütigen Kerl oder zum selbgerechten Idioten werde.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Herrlichkeit und Nähe (Offenbarung 1, 9-18) 21. Januar 2018

Die Vision des Johannes malt mit befremdlich-wuchtigen Bildern Christus als den erhabenen Weltherrscher. Und doch enthält diese Szene einen wichtigen Moment der Nähe und Zärtlichkeit.

Liebe Gemeinde,

darf ich Sie heute auf eine Reise mitnehmen?
Zunächst dorthin, wo der heutige Bibeltext entstand: Auf die Insel Patmos in der Ägäis. Rhodos ist gar nicht so weit weg.

PATMOS
Da sitzt Johannes, der Verfasser des letzen biblischen Buchs, der Offenbarung. Er wohnt da unfreiwillig; man hat ihn dorthin abserviert – weg aus Kleinasien, wo er als christlicher Prediger den römischen Landesherren lästig geworden war.
Nicht nur ihm hat man übel mitgespielt. Auch für die wachsende christliche Gemeinde wurde ums Jahr 90 vieles schwieriger. Ablehnung, Kritik, Verfolgung.

Johannes predigte von Jesus als Herrn der Welt und erlebte gleichzeitig, dass die Römer das Sagen hatten. Ich denke, ihm werden da so manche Fragen durch den Kopf gegangen sein.
Und da passiert etwas, was Johannes schwer in Worte fassen kann. Aber doch hat er es aufgeschrieben.
Und nun meine Bitte: Trauen Sie sich und lassen Sie das, was Sie als Predigttext hören, vor Ihrem inneren Auge auch einmal entstehen.
Ein bisschen Kopfkino- Auch wenn es da vielleicht ein paar seltsame Bilder ergibt. ich will weiterlesen

Jahreslosung 2018 – Ein kleiner Markt-Überblick

Auch in diesem Jahr haben sich die Verlage daran gemacht, verschiedene mehr oder weniger kreative Produkte zur Jahreslosung auf den Markt zu bringen.
Man kann die Kommerzialisierung beklagen – oder sich darüber freuen, dass der biblische Vers auf diesem Weg Verbreitung findet.
Hier ein paar Ideen, die mir persönlich gut gefallen:

Der Stempel
Ich gebe zu: Ich liebe Stempel und habe für Kirchweih oder besondere Aktionen unserer Gemeinden auch schon Stempel herstellen lassen. Diese verzieren dann die ausgehende Post und sind wertiger als die „Pfarramt XY“-Stempel.

Der Camino-Verlag (kath. Bibelwerk) hat den abgebildeten Stempel produziert.
Bei Amazon gibt es ihn für knapp 8 Euro als „Stempel Offb 12,6b“ -(mit Prime ohne Versandkosten)
Sie können ihn aber auch zum gleichen Preis in ihrer örtlichen Buchhandlung bestellen – oder über
Genialokal bestellen und ihn dann in ihrer lokalen Buchhandlung abholen
.

Bei Praisent findet man einen Stempel mit ähnlichem Design für 8,80 plus Versand: Holzstempel „Jahreslosung 2018“ ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,5 zum Jahresende 2017

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Montag: Stillstand

Guten Morgen
Wir haben den ersten Weihnachtsfeiertag. Obwohl Montag ist, haben alle Läden zu, und auch morgen bleiben die Parkplätze vorm Einkaufszentrum leer. Hach, das liebe ich so an Weihnachten: Dass für ein paar Tage das Einkaufs-Leben stillgelegt ist.
Man kann nicht schnell mal zum Supermarkt gehen, um eine Kleinigkeit zu besorgen.
Selbst wenn ich im Online-Shop bestelle, weiß ich: Bei denen passiert auch nix: Frühestens am Donnerstag wäre mein Paket da.
Stillstand: Eben „Stille Nacht“ und „stiller Tag“.
Mal eine Pause, die ihren Namen verdient.
Die Konsumwelt ist zum Nichtstun verdonnert.
Endlich ist mal Zeit um den Baum zu bewundern, zum Lesen, zum Spielen, zum Besuche machen, einen Blick auf das Kind in der Krippe werfen .
In aller Ruhe. Ohne Stress. Kein „ich muss noch schnell mal…“
Genießen Sie die beiden Feiertage – an denen endlich mal nicht die Kassen, sondern die Glocken klingeln. ich will weiterlesen

Predigt: Die Entdeckung eines verschwunden geglaubten Vaters (1. Johannes 3, 1-2) 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2017

Die Geschichte von Julia, die ihren verschwunden Vater begegnet, interpretiert die Zeilen aus dem 1. Johannesbrief: Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden.

Julias Geschichte

Julia lebt seit ihrer Kindheit mit ihrer Mutter auf einem kleinen Pferdehof. Einen Vater hat sie nie gehabt. Wenn sie nach ihm fragte, blieb ihre Mutter immer recht einsilbig. Irgendwie war ihr da nichts zu entlocken, was da gewesen war.
Inzwischen ist Julia Mitte zwanzig, und macht nach dem Studium die ersten erfolgreichen Schritte ins Berufsleben. In der Agentur, bei der sie arbeitet, hat sie sich inzwischen auch mit einem netten jungen Mann angefreundet.
So schön das alles klingt: Über der Zukunft von Julia und ihrer Mutter hängen düstere Wolken: Der Pferdehof, an dem Mutter wie Tochter hängen, ist hoch verschuldet. Nur mit Mühe können sie die Futterkosten bezahlen – aber mit ihren Kreditraten sind sie im Verzug. Alle Versuche, mit der Bank zu verhandeln, sind gescheitert. Zum Jahresende soll das Gestüt zwangsversteigert werden. Eine Katastrophe. ich will weiterlesen

Symbolpredigt: Früher war mehr Lametta (Was uns Lametta über Weihnachten lehrt) Heilig Abend, 24. Dezember 2017

Lametta – der Stanniolgewordene Inbegriff des Weihnachtskitsches? Ich bin überzeugt: Die feinen Fäden knüpfen sehr elegant ihre Verbindung zu Gottes Herrlichkeit, seiner Vergebung und mancher Last, die wir mit Weihnachten verbinden.

Früher war mehr Lametta

„Früher war mehr Lametta”, das sagt Opa Hoppenstedt in der berühmten Szene von Loriot: „Weihnachten bei den Hoppenstedts”.
Das ist jetzt schon 40 Jahre her. Und tatsächlich war früher mehr Lametta. Irgendwie ist es aus der Mode gekommen. Ich selber weiß aus meiner Kindheit noch, dass da Lamettafäden am Baum hingen, aber irgendwann waren sie verschwunden. Dennoch gehören diese seltsamen silbernen und goldenen Fäden, zu meinen Kindheitserinnerungen.

Zeitreise

Überhaupt ist Weihnachten ein Fest, an dem man eine Zeitreise unternimmt.
Zurück zu der Atmosphäre, als man selbst Kind war. So viele Erwartungen und Hoffnungen waren mit dem Heiligen Abend verbunden, so viele Wünsche wurden wahr. Auch wenn wir nun erwachsen sind: Ein bisschen von jenem Gefühl erhoffen wir uns doch von diesen Fest, und sind berührt, wenn wir an den Kindern erleben können, dass sie in diesen Tagen das Gleiche empfinden können wie wir damals. ich will weiterlesen

Predigt zur Taufe von Lena: Alles ist möglich dem, der da glaubt (Markus 9, 17-27 ) 3. Advent, 17. Dezember 2017

Wie „groß“ muss der Glaube sein, damit „alles möglich“ ist? Bei der Predigt zu Lenas Taufe geht es um Potentiale, Vertrauen und eine Tür zu Gottes Welt, die einen Spalt breit offen steht. Diese Predigt ist im Hauptgottesdienst gehalten worden und kann mit leichten Veränderungen auch im normalen Gottesdienst verwendet werden.

Predigttext: Mk 9, 17-27

Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist.
18 Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn zu Boden; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten’s nicht.
19 Er antwortete ihnen aber und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir!
20 Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riss er ihn hin und her. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund.
21 Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist’s, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf.
22 Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
23 Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
25 Als nun Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein!
26 Da schrie er und riss ihn heftig hin und her und fuhr aus. Und er lag da wie tot, sodass alle sagten: Er ist tot.
27 Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf

Liebe Tauffamilie, liebe Gemeinde,
„alles ist möglich, dem, der da glaubt”, sagt Jesus dem Vater des kranken Jungen, und tatsächlich ist es auch so: Ein Wunder geschieht! Da kann man nur begeistert sein und sich freuen, dass sich etwas zum Besseren wendet, obwohl man es nie für möglich gehalten hätte.

DER TRAUM VOM „ALLES IST MÖGLICH”

„Alles ist möglich, dem, der da glaubt”, der Taufspruch von Lena, den Sie sich ausgewählt haben, ist einer, der grundsätzlich Hoffnung verbreitet, der irgendwie die Morgensonne warm aufgehen lässt und meine Welt als eine sehen lässt, in der alles möglich ist – eine Welt voller Möglichkeiten, voller Wege, die man gehen kann. Eine Welt, in der es bei meinem Plänen, Wünschen und Hoffnungen keine Stopp-Schilder oder Sackgassen gibt. Das wäre doch wunderbar!

Aber oft genug liegt zwischen diesem Traum und dem, was aktuell ist, so einiges im Wege:
– Ein kopfschüttelndes „das geht nicht”
– So eine wegwerfende Handbewegung, gefolgt von „das schaffst du nicht”
– Der Seufzer „das klappt doch nie”
– Die nüchterne Feststellung „dafür fehlen uns leider die Mittel oder Fähigkeiten.” ich will weiterlesen

Drei neue Buchtipps für Advents- und Weihnachtsgeschichten

Da meine Anregungen aus dem Jahr 2015 auf recht positive Resonanz gestoßen ist, habe ich hier drei aktuelle Tipps zu Büchern mit Weihnachtsgeschichten – wieder inklusive einer kleinen Beispiel-Story aus dem jeweiligen Buch..

Frohe Weihnachten: Jesus klingelt: Neue Weihnachtsgeschichten von Susanne Niemeyer

Die Autorin war lange Zeit Redakteurin bei „andere Zeiten“. Sie hat mit 24 Erzählungen sozusagen einen „Adventskalender“ geschaffen. Viele warten mit ungewohnten Perspektiven auf. Zum Beispiel auch der Schneeflockensammler –  Kurze Erzählung von einem einsamen und etwas kauzigen Mann, der Schneeflocken sammelt und in seinem Eisschrank aufbewahrt. Endlich begegnet er einer Frau, die seine Begeisterung für diese Tätigkeit teilt und in den Flocken die Einzigartigkeit und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins entdeckt – an diesem Nachmittag, der der letzte seines Leben ist.

Vom Schneemann, der nicht tauen wollte: Besondere Weihnachtsgeschichten von Ute Elisabeth Mordhorst

Dazu zwei Tips, eine kurze und eine lange Erzählung:
In 5 Minuten vorgelesen: „Die Wachsmalkreiden“: Der Nikolaus befreit mit einer raffinierten Geschenkstrategie eine alte schwerreiche Dame aus ihrer Isolation im noblen Villenviertel. – Einfach süß, kurz und unpathetisch.
20 Minuten kostet die Titel-Geschichte  „Herr Klotz taut auf“:  Ein Misanthrop findet in seinem Garten mitten im Juli einen Schneemann, der letztlich sein eigenes Spiegelbild ist. Und dieses Stück Schnee im Garten will einfach nicht schmelzen. Und doch tut sich etwas: Mit der Zeit verwandelt sich Herr Klotz und entdeckt seine eigene warme Seite; und als er sein Herz für seine Nachbarin erwärmt, beginnt auch der Schneemann im Garten zu tauen.

 
Es glockt schon, Vorlesegeschichten für die Gemeinde, Rita Kusch

Eine umfangreiche Sammlung von kurzen Vorlesegeschichten. freundlicherweise im Buch auch mit Vorlesezeit und Themen-Stichworten versehen.

Ein Beispiel: „Doktor Zion“ – Es gibt Verwirrung über ein Kindergottesdienstkind, das eine Krippe samt Arzt malt. Die Leser von „der weiße Neger Wumbaba„ahnen es schon: Dahinter steckt ein klassischer Lied-Verhörer: „Doktor Zion freue dich….“

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