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Predigt. Entscheidung um 16:00 Uhr (Johannes 1, 35-42) 16. Juli 2017

In der Szene aus Joh 1 geht es um eine Entscheidung, die getroffen werden muss, bevor die Gelegenheit vorbei ist. Diese Frage des Kairos steht im Zentrum der Predigt, die auch die Problematik der synoptischen Frage dieser Erzählung thematisiert.

Predigttext Joh 1, 35-42

35 Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger;
36 und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm!
37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wirst du bleiben?
39 Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
40 Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
41 Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte.
42 Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.

Liebe Gemeinde

was sie eben gehört haben, sind die ersten Worte über Jesu Leben im Johannesevangelium. Der Evangelist Johannes erzählt viel, und erzählt vieles nicht: Keine Maria, kein Josef, keine Geburt im Stall von Bethlehem. Das alles schreibt dieser Johannes nicht auf.

Johannes tickt anders

Viele dieser schönen Geschichten erscheinen ihm nicht erzählenswert. Vielleicht deshalb, weil es ja schon vor ihm genügend Menschen gegeben hat, die das alles aufgeschrieben haben. Da muss er nicht die vierte Auflage produzieren … er will von Jesus erzählen, und dabei das zu Papier bringen, was uns Neues entdecken lässt, neue Szenen aber auch neue Themen und Perspektiven auf das Leben Jesu. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im Juli 2017

Powerbank

Guten Morgen
Haben sie auch so eine Powerbank, um unterwegs das Smartphone aufzuladen? Oder sollte ich lieber fragen, wie viele Powerbanks sie besitzen?
Eine in der Handtasche, eine neben dem Schlüsselbrett, eine im Handschuhfach des Autos. So sind die handlichen Enegiespender überall in der Nähe, falls einem mal der Saft ausgeht.
Als ich so 11 Jahre alt war, habe ich immer so eine kleine Gideonbibel in der Hosentasche gehabt. Überall ging die mit. In die Schule und beim Herumstromern im Wald. Das war für mich irgendwie auch so eine Art Powerbank: Für alle Fälle habe ich die kleine Bibel dabei – und damit ja auch irgendwie Gott – da muss ich keine Angst haben.
Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass das auch ohne Bibel in der Hosentasche geht. Weil Gott auch so immer da ist. Ich muss es mir bloß immer wieder selbst bewusst machen: Gott ist bei mir. Gerade in den Momenten, in denen ich mich schwach und machtlos fühle, ist er meine Powerbank – meine persönliche Kraftquelle.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Spielszene als Predigt: Licht der Welt – Sonne oder Kerze? (Freiluftgottesdienst zu Johannes 8,12 mit Taufe) 25. Juni 2017

In diesem Open-Air-Gottesdienst haben wir den kleinen Noel getauft. Als Besucher waren auch die örtlichen Kindergärten dabei. Zur Verkündigung hatten wir die folgende Spielszene.

Rollen:
A: Junge Frau, mit den üblichen Sonnebad-Utensilien
B: Nachdenklicher Mann mit einer kleinen Holzlaterne
Pfr: Pfarrer

A) Einleitung: Licht kann vieles sein

Pfr: “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.” – So sagt Jesus im Johannesevangelium über sich selbst. Jesus als Licht der Welt. Das klingt gut! – Positiv – buchstäblich hell –
Heute Vormittag wollen wir einmal genauer drauf schauen, was es denn heißt, wenn Jesus unser Licht ist. ich will weiterlesen

Predigt zur Jubelkonfirmation: Geh aus mein Herz EG 502 (Liedpredigt) 14. Mai 2017

Predigt zum Konfirmationsjubiläum. Im Lied 502 entdecken wir  das ungestüme Wachstum der Jugend. Wir finden Phasen, in denen wir die Fülle unseres gewachsenen Lebensgartens bestaunen kommen zu den Zeiten, in denen wir uns als tief wurzelnder Baum erleben, der spürt, dass manche alte Äste schon recht brüchig geworden sind.

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.
2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.

Liebe Jubilare,
“geh aus mein Herz und suche Freud” – dieses Lied möchte ich heute Morgen mit Ihnen singen und bedenken. In den ersten beiden Versen starten wir hinein in das blühende Leben: Da, wo vor Wochen noch kahle braune Erde war, schießen jetzt Tulpen aus der Erde, das Gras ist kaum zu bremsen, die Bäume werfen ihr grünes Kleid über. Zeitweise explodieren sie förmlich für ein paar Tage voller weißer oder rosa Blüten.
Das Leben macht sich auf den Weg.

Damals, als Sie hier als Konfirmanden standen, war das nicht viel anders.
Nun gut: Farbenfroh sind Konfirmationen bis heute nicht unbedingt. Hier am Taufstein stehen Ihre Fotos von damals. In manchen Generationen schon sehr einheitlich gekleidet, mit ordentlich gemachten Haaren bei den Mädchen und sauber gezogenem Scheitel bei den Jungs. Aber in den steifen Klamotten von damals steckten lauter junge Menschen, in denen gerade das Leben anfing zu brodeln.
Es sind ja die Lebensjahre, in denen auch die Eltern von der überschießenden Energie überrascht sind, mit der die jungen Leuten da ins Lebens starten. Innerhalb weniger Jahre blühen sie auf, entfalten ihre Persönlichkeit. Jeder ist da irgendwie seine eigene Pflanze. Mit den je eigenen Charakterzügen, Talenten und auch Schwächen.
Wer weiß, ob bei manchen sich die Nachbarn, die Eltern oder auch der Pfarrer gefragt haben: “Wie soll aus dem wohl noch etwas werden?” – Weil man noch nicht so viel gesehen hat. Weil da noch nicht erkennbar war, was aus dem Kümmerlichen, was da sprießt, einmal an Gutem werden könnte. Und oft genug waren die es dann, die für manche Überraschung sorgten. Weil sie als unterschätzte Spätzünder dann fast über Nacht ihre Pracht und ihr Potential entfalteten.

So waren Sie einmal “grüne” Konfirmanden. Grün hinter den Ohren – aber zugleich auch Kinder, die ihr Schöpfer mit vielen Fähigkeiten und Möglichkeiten beschenkt hat. Gotteskinder, die als kleine Babys getauft wurden und sich an der Schwelle zum blühenden Leben ihrer Taufe vergewissert haben – und Gottes Segen zugesprochen bekommen haben.

Singen wir nun die nächsten beiden Verse. Vers 8 und 9:

8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.
9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du’s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden, und güldnen Schlosse werden!

Die grüne Konfirmation ist nun schon lange her. Wenn ich allein auf das erste Lebensjahrzent nach der Konfirmation zurück blicke, sehe ich: Da ist unglaublich viel passiert. Was da an Weichenstellungen geschehen ist: Welche Entscheidungen da gefallen sind, welche prägenden Ereignisse passiert sind, welche Erfahrungen mich zu dem gemacht haben, der ich jetzt bin.
Und ich kann bei Vielem gar nicht so genau sagen, warum es so – und nicht anders – gekommen ist.
Warum denn dieser Lebensweg….
Was wäre gewesen, wenn damals …. wer weiß?

Das Leben scheint sich seine Wege manchmal ganz selbstständig zu bahnen. Und doch bleibt die Frage, wer das ganze lenkt.
In diesem Lied – auch in der Bibel – wird das Wachstum und der Weg unseres Lebens nicht als blinder Zufall, sondern als ein Geschenk Gottes gedeutet.

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du’s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden:

Die beiden Verse versetzen mich in meinen Garten: Da sitze ich, in eine Jacke gewickelt, ein Glas Wein auf dem Gartentisch und lasse meinen Blick wandern. Über den Garten hinterm Haus – und über den Garten meines Lebens.
Blicke auf das, was da inzwischen gewachsen ist, in den vielen Jahrzehnten. Manches hätte ich mir damals als Vierzehnjähriger niemals träumen lassen. Da bin ich am Staunen, fasziniert, wie dann doch vieles gut gelaufen ist. Da ist manches, auf das ich stolz bin; da steckt Fleiß und mache Träne drin. Und so einiges, ja … das muss ich wohl zugeben, das ist mir wohl wie eine reife Frucht von oben direkt in den Schoß gefallen. Ein Geschenk des Himmels, ohne dass ich groß etwas dafür tun konnte. Gott sei dank.

Und mancher andere große Traum liegt unverwirklicht in einer Ecke des kleinen Schuppens in meinem Lebens-Garten. Da verstaubt er. Es gibt Momente, da überlege ich, ob ich ihn doch noch einmal herausholen sollte … diesen alten großen Kindheitstraum- Aber wenn ich ihn so in der Ecke liegen sehe, …vor 20 Jahren wäre das vielleicht etwas gewesen … aber jetzt ist er gar nicht mehr sooo attraktiv. Jedenfalls nicht so, als dass ich mein jetziges Leben dagegen eintauschen möchte. So bleibt er in dem Schuppen liegen.

Wenn mein Blick durch meinen Lebensgarten schweift, sehe ich auch die weniger schönen Ecken. Die nicht so gepflegten. Manche haben auch ihre eigene Geschichte; eine Geschichte, auf die ich nicht unbedingt stolz bin. Aber auch die gehören dazu. Manche Ruine steht da herum, – und es tut auch weh, wenn man an sie denkt. Weil ich andere verletzt habe, oder weil andere rücksichtslos oder bösartig mit mir umgegangen sind.
…und lässt du’s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden…

Ja, das solltest du nicht vergessen: Es ist hier nicht das Paradies. Es ist eine Welt mit Macken und Fehlern, in der wir auch mit Sünde und Schuld leben müssen. Das perfekte Leben hat dir niemand versprochen …
Besser gesagt: Für hier (!) hat es dir niemand versprochen. Aber seit deiner Taufe bist du ein Kind Gottes, das Anteil hat an der Hoffnung der Kinder Gottes: In seinem Reich einmal diese Vollendung erleben. Diesen ganz anderen Garten, für den unsere Phantasie wahrscheinlich nicht reicht.

Aber bis dahin will ich mit Mut und Gottvertrauen in diesem Garten hier leben.

14. Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.
15. Erwähle mich zum Paradeis und lasse mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen.

Schauen wir nach vorne. Das Leben schreitet weiter – Tag für Tag – egal, ob ich Ende dreißig, kurz vor der Rente oder schon um die Achtzig bin. Dieser vierzehnte Vers beschreibt es so schön: Ich bin ein Baum in Gottes Garten. Und immer wieder neu will ich meine Wurzeln nach Gott ausstrecken:
Im Glauben Halt und Stabilität finden. – So dass mich so schnell nichts umwirft.
Dort meine Kraftquellen haben, die man von außen nicht sieht.
Heimat haben bei meinem Gott.

Ein Baum- der steht – bleibt – über die Jahre hinweg.
Und doch kann man nicht verleugnen, dass er mit der Zeit auch alt brüchig wird. Irgendwann zeigen sich die ersten kahlen Stellen. Die trockenen Äste werden immer mehr.
Der, der einst unerschütterlich da stand, wird von manchem Herbststurm kräftig gerupft. Keiner weiß, wie lang das noch gut geht. Und jeder weiß, dass Prognosen völlig sinnlos sind: Denn der langsame Prozess und der unerwartete Blitzschlag sind sehr ungleiche Partner.

Wie gut, dass ich weiß: Ich bin nicht irgendein Baum – ich bin ein Baum im Garten Gottes. Für den gibt es eine weitere Zukunft – in diesem Paradiesgarten seines kommenden Reiches. Das ist die Hoffnung, die uns durch Jesu Auferstehung geschenkt ist.

In dieser Hoffnung kann ich auch als nicht mehr ganz so junger Baum eine Pflanze voller Hoffnung sein:
Erwähle mich zum Paradeis und lasse mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen,
Ja, das Leben wert schätzen.
Trotz aller Lebenserfahrung ein bisschen “grün” bleiben.
Begeisterungsfähig, hoffnungsvoll, den großen Traum im Schuppen meines Lebensgartens nicht ganz vergessend.

So, will ich mich als Kind Gottes nach dem himmlischen Vater strecken, von dem ich alles habe.

Amen

Radioandachten im Juni 2017 auf Charivari 98,6

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Spätzünder
Tim hat es im Kindergarten nicht leicht. Immer wieder ist er langsamer und später dran als der Rest der Gruppe. Da wo Julius-Maximilian schon fehlerfrei auf Englisch bis zwanzig zählen kann, hat Tim immer noch Schwierigkeiten, eine Blume in den richtigen Farben auszumalen.
Tim, das Träumerle. Ein klassischer Spätzünder. Solche gabs schon immer.
Und ich liebe es, wenn so ein ehemaliger Spätzünder später als Erwachsener auch mal den Mut hat, davon zu erzählen, dass er als Kind eine Zeitlang immer der war, der als letzter irgendwas hinbekommen hat. Bis der Moment kam, dass auch bei ihm der Knoten geplatzt ist – einfach so! Und innerhalb kürzester Zeit, haben sich all die wunderbaren Begabungen und Talente gezeigt, die ihm sein Herrgott geschenkt hat. Und jetzt, wo er zufrieden auf sein Lebenswerk schaut, fragt niemend mehr nach seinem Rückstand in der Grundschule.
Da hätten sich die Eltern die ganzen sorgenvollen Gedanken sparen können. Einfach darauf vertrauen, dass Gutes manchmal etwas länger braucht, bis es gereift ist und zum Vorschein kommt.
Was uns da manchmal fehlt, ist Vertrauen in unsere Kinder – und Vertrauen in den Schöpfer, der jeden einzigartig macht – Mit individuellen Talenten und individuellem Tempo.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Einmal das Blatt herumdrehen (Johannes 16, 5-16) Pfingsten 2017, 4. Juni 2017

Die Predigt entwickelt die Bedeutung von Pfingsten am Beispiel der Rückseite des Angabenblattes einer Schulaufgabe. Wer übersieht, dass auf der Rückeite auch etwas Wichtiges steht, wird mit der Aufgabe nicht zurechtkommen. An Pfingsten entdecken die Jünger die Rückseite ihres Aufgabenblattes: Der Heilige Geist kommt mit ins Spiel!

Predigttext: Johannes 16,5-15

[5] Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? [6] Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. [7] Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. [8] Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; [9] über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; [10] über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; [11] über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. [12] Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. [13] Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. [14] Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. [15] Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Liebe Gemeinde,

Schulaufgabe in Religion am Gymnasium, 12 Klasse. 60 Minuten haben die Schülerinnen und Schüler Zeit, die Aufgaben zu bearbeiten.
Nach einer halben Stunde gehe ich rum und verteile was zum Naschen. Das Ritual habe ich mir bei den Schulaufgaben in der Oberstufe angewöhnt; da kann man auch ein bisschen schauen, wie es denn so vorwärts geht.
Alle scheinen ganz gut voranzukommen. Aber einer, der hockt da wie der Tod von Forchheim: Blass als hätte man ihm grade dabei erwischt, dass er rein gar nichts weiß.
Ich schau ihn an. Er zeigt auf die vierte Aufgabe und fragt: „Ich soll die Grundgedanken von Adam Smith darstellen! Von dem habe ich aber noch nie etwas gehört.”
Ich: “Macht ja nichts, du brauchst ja nur mal seine Ideen entwickeln ….”
Er schaut mich an wie ein Monster, das etwas ganz Schlimmes von ihm verlangt.
„Wie .. entwickeln … wenn ich gar nichts weiß??” .. ich merke, der Kamerad ist am Ende seiner Nerven.
Da wird mir klar, woran es hakt. „Oh Mann, dreh halt dein Blatt rum! auf der Rückseite habe ich einen Text über Adam Smith, den sollst du lesen und die Grundthesen herausarbeiten. Sonst hast du natürlich keine Chance!”
“Ach so …….!” und ich habe das Gefühl, dass da einem ein Stein vom Herzen fällt. ich will weiterlesen

Radioandachten im Mai 2017 auf Charivari 98,6

Tag der Arbeit

Guten Morgen,
wir haben heute den Tag der Arbeit. Und das schöne daran: Die meisten müssen heute nicht arbeiten. Für uns Pfarrer ist das sogar einer der wenigen Feiertage, an denen wir auch frei haben – denn der erste Mai ist ja kein klassischer kirchlicher Feiertag.
Ich mach heute mal nix. Und ich werde das auch mal genießen!
Aber ich ahne es schon: So richtig lang halte ich das „nichts machen“ nicht aus. Irgendwie fällt mir dann schon etwas ein, was ich noch machen könnte, und wenn es der Wasserwechsel am Aquarium ist.
Luther hat einmal gesagt: Die Arbeit gehört zum Menschen wie zum Vogel das Fliegen!
Etwas tun, was sinnvoll scheint.
Erleben, dass etwas durch mich entsteht oder sich verändert.
Und machmal darunter leiden, dass die ganze Arbeit und Mühe grade aus irgend einem Grund für die Katz war.
Das ist Arbeit – egal, ob man dafür bezahlt wird oder nicht.
Ich glaube darauf sind wir programmiert – eben, wie der Vogel zum fliegen gemacht ist.
So ist es heute für mich ein Tag, an dem man dankbar sein kann, wenn man etwas zu tun hat, was man gerne macht.
Einen guten ersten Mai wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen

Predigt: Eine ganz alltägliche Woche (Mit Danbo-Bildern zu Matthäus 26) Gründonnerstag, 13. April 2017

In diesem Gottesdienst gehe ich einige Stationen der Passionsgeschichte entlang und betrachte die sehr alltäglichen Erfahrungen, von Wertschätzung, Versuchung, Scheitern und Gemeinschaft. Dazu helfen Danbo-Fotos, die ich zu diesen Bibelstellen angefertigt habe.

Begrüßung:

Es ist Gründonnerstag.  Wir befinden uns in der Karwoche, in der letzten Woche Jesu vor seiner Kreuzigung und Auferstehung. In den Evangelien ist diese Woche beschrieben – mit vielen Stationen und Begegnungen. Wir kennen sie als Passions-geschichte Jesu.
Heute abend will ich mit ihnen auf diese Woche blicken – auf einiges von dem, was da alles geschehen, ist, bis Jesus am Donnerstag Abend im Garten Gethsemane verhaftet wurde. Und ich will mit ihnen entdecken, wie diese Woche mit all ihrer Tragik und Schwere eine ganz alltägliche Woche war.
Weil das, was da beschrieben wird, sich auch immer wieder in unserem Alltag spiegelt.
Dazu habe ich diese Szenen mit kleinen Pappkarton-Figuren nachgestellt. Alltägliche Pappkartons – die eben auch ein Spiegelbild unserer Welt sind. ich will weiterlesen

Predigt zur Konfirmation: Die Schatzkiste des Glaubens (Symbolpredigt zu Matthäus 13, 44ff) 9. April 2017

Das Gleichnis vom Schatz im Acker bietet die Grundlage  für diese Predigt, in der Konfirmanden eine Schatzkiste bekommen, in der sie fünf Symbole finden, die ihnen zeigen sollen, welche Schätze unser Glaube birgt. Hinweise zur Beschaffung der Materialien finden Sie wie immer am Ende der Predigt.

Liebe Konfirmanden

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand. So haben wir es gerade im Evangelium gehört.

Ich versuche mir das mal vorzustellen: Da schaut irgendwo aus der Erde die Ecke von einer alten dreckigen Kiste. Vielleicht schon ein bisschen morsch, müffelt recht vergammelt … aber wer schlau ist, der schaut sich die Kiste genauer an: Buddelt sie aus, stellt sie auf festen Boden und öffnet den Deckel, um zu sehen, welche Schätze darin verborgen sind.
Ich glaube, unser christlicher Glaube ist manchmal auch so eine Schatzkiste. Der liegt da ja auch schon ewig rum – der ist nicht neu und hip! Schaut von außen manchmal nicht so sensationell aus. Alte Lieder, Gottesdienste, die manchmal auch ein bisschen langweilig sind, ein Pfarrer, der nervt, weil irgendwas noch nicht gelernt worden ist. Also von außen …..?
Man muss die Schatzkiste des Glaubens öffnen, um herauszufinden, ob da wirklich ein Schatz drin ist, der mein Leben reich machen kann. Und genau das will ich mit euch heute machen. Dazu müsst ihr erst mal die Kiste finden! Irgendwo wird sie ja wohl sein. Vielleicht sind da sogar so viele, versteckt dass für jeden eine dabei ist. ich will weiterlesen

Radioandachten auf Charivari 98,6 im April 2017

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Montag: Apfel-Himbeer-Schorle

Haben sie schon mal Apfel-Himbeer-Schorle probiert?
Was man so alles zu einer Schorle zusammengießen kann… man glaubt es kaum.
Apfel und Himbeere: Irgendwie scheinen die ja grundverschieden zu sein:
Der knackige, säuerliche Apfel auf der einen Seite, und diese weiche, empfindliche Himbeere mit dem prägnaten wuchtigen Fruchtgeschmack.
Dass das zusammenpasst? Ich hätts nicht geglaubt. Aber manches muss man wirklich erst ausprobieren.
Bei Menschen habe ich das auch schon erlebt. Da kommt ein Unternehmer selbstbewusst und knackig, mit Biss und Energie wie der Apfel.
Und auf dem zweiten Blick merke ich: Der hat auch so eine Himbeer-Seite! Sensibel und empfindsam. Gar nicht so oberfächlich am Erfolg orientiert, wie ich es vermutet hätte. Und je länger das Gespräch dauert, umso mehr spüre ich, der ist auch noch richtig fromm, vertraut seinem Gott mehr als sich selbst. Eine beeindruckende Mischung!
In freue mich immer wieder, wenn ich sie entdecke, diese menschliche Apfel-Himbeer-Schorle: Leute mit gesunden Selbstbewusstsein und einen festen Gottvertrauen.
Einen guten Tag wünsche ich Ihnen ich will weiterlesen